Russische Flußkanonenboote der Lange & Böecker - Werft in Reval

Begonnen von Glasisch, 15 Juli 2012, 09:37:13

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Glasisch

Hallo,
wüßte vielleicht jemand etwas Näheres über die von der Werft Lange & Böcker in Reval (Tallinn – russisch immer Беккер) in den Jahren 1916-1917, noch fuer den Zaren, gebauten 9 Boote einer Klasse von Flußkanonenbooten.  Daten: 24 t, 20,4 x 3,18 x 0,61 m, Antrieb 1 Benz Motor, 2150 PS = 12,5 Knoten. Bewaffnung: 2 bis 76 mm, 2 Maschinengewehre. Diese scheinen keinen richtigen Typennamen zu haben, zumindest habe ich nichts diesbezüglich  im russischen Internet gefunden. Diese waren aktiv im Bürgerkrieg an der Seite der  die Bolschewiken, um in den Jahren 1928-1929 über Kiew auf den Dnepr verlegt zu werden (4 Stueck). Wie es  aussieht wurden sie bis 1940 verschrottet, denn sie sind nicht mehr in keiner sowjetisch – russischen Auflistung zu finden.  Im Anhang eine Skizze diese Kanonenboote.  Auf dieser Seite werden sie folgend klassifiziert: http://wunderwaffe.narod.ru/Magazine/MK/1998_04/29.htmРечные канонерские лодки Военного ведомства — 9 ед, was soviel wie Flußkanonenboote fuer das  Militärdepartement - 9 Einheiten – heißen soll.  Was war das fuer eine Klasse? Hatten sie alphanummerische Abkuerzunggen, wie z.B. № 1 bis № 9. oder eher konkrete Namen. Fuer jeden Hinweis bin ich dankbar.
Gruss
Micha
Eine Bitte, versehentlich zweimal gesendet, bitte die vorherige Nachricht löschen, weil ich nicht berechtigt bin - Danke!
edit by Peter K.: erledigt  :MG:
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

bodrog

Hallo Micha,

stimmt die von dir angegebene PS-Zahl wirklich? Ist ja ansonsten ein Riesenmotor für ein kleines Boot. Gleich im Anschluß die nächste FRage: Benz-Motor? trotz WK I und Russland als Feind oder Lizenz-Bau?

MfG

Ulli

Glasisch

Zitat von: bodrog am 15 Juli 2012, 11:49:34Hallo Micha,
stimmt die von dir angegebene PS-Zahl wirklich? Ist ja ansonsten ein Riesenmotor für ein kleines Boot. Gleich im Anschluß die nächste FRage: Benz-Motor? trotz WK I und Russland als Feind oder Lizenz-Bau? MfG
Ulli
Hallo Ulli,
danke, daß Du reagiert hast, aber ich hab`s einfach aus einer rusischen Quelle abgeschrieben, genauer gesagt einem russischen Forum, wunderwaffe oder so in diesem Sinne, aber jetzt kann ich es leider nicht finden, so daß ich davon ausgehen darf, daß es nicht stimmt.  Ich kann das nicht bewerten, was die dort schrieben, weil ich von den technischen Sachen nichts verstehe.

soviel verbirgt sich unter diesem Link, den ich in meiner ersten Nachricht reinstellte24 т, 20,4x3,18x0,61 м. Бенз. — 2, 150 л.с.=12,5 уз. 2 — 76 мм, 2 пул.
Строились на заводе «Беккер и К"» в Ревеле в 1916 — 1917 гг. Заказано 9 единиц, точное число принятых Военным ведомством неизвестно. Толщина противопульной брони 5 — 6 мм. Принимали участие в Гражданской войне.

,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Bekoe

Hallo Micha,

24 т, 20,4x3,18x0,61 м. Бенз. — 2, 150 л.с.=12,5 уз. 2 — 76 мм, 2 пул.

Das ist doch ein russisches L und kein P ( л  <--> п ) also hat der Benzinmotor nicht 2150 PS. ( wohl eher Hubraum 2,150 Liter )

http://hobbyport.ru/ships/storozhevoe_sudno_n2.htm

laut oberem link hatten die Boote wohl Nummern...

Сторожевые суда № 1, № 2 и № 4, проявившие себя в Видлицкой операции, — одни из немногих кораблей специальной постройки, входившие в речные и озерные флотилии периода гражданской войны. Это были речные канонерские лодки военного ведомства образца 1916 года. Строило корабли акционерное общество металлических и судостроительных заводов «Беккер и Кº» города Ревеля (Таллин).

Gruss
bekoe

Glasisch

Hallo Bekoe,
besten Dank. Ich war auch auf der von Dir angegebenen Seite, aber, statt sich die nötige Zeit zum genauen Lesen zu nehmen, überflog ich den Inhalt nur mit meinen Augen. Jetzt dürfte alles klar sein.  Nochmals, danke schön!
Gruß
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

bodrog

Hallo Bekoe,

kleiner Hinweis, dass russische л steht für Лошади, das ist das Pferd. Also л.с = Лошадиная сила = Pferdestärke.

So, jetzt habe ich auch mal was besser gewußt.  8-)

MfG

Ulli

Glasisch

Zitat von: bodrog am 15 Juli 2012, 13:18:34Hallo Bekoe,
kleiner Hinweis, dass russische л steht für Лошади, das ist das Pferd. Also л.с = Лошадиная сила = Pferdestärke.
So, jetzt habe ich auch mal was besser gewußt.  8-)MfG Ulli

:MG:
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Alex Shenec

Hallo.

Ich versuche die Informationen aus dem Buch I.I.Chernikow, zu finden.

Schöne Grüße

Alex

olpe

Hallo @Glasisch,
diese kleinen Boote der Werft Lange & Böcker in Reval 1916/17 sind schon eine kleine Nuß, die es zu knacken gilt ...  :-) ... aber dafür hat diese Frage 'Schmackes' ...

Ich habe 4 Quellen entdeckt, in denen Angaben im Hinblick auf diese Boote zu finden sind:

  • "Enzyklopädie des sowjetischen Kriegschiffsbaus. Band1: Oktoberrevolution und maritimes Erbe", Siegfried Breyer, Herford 1987
  • "Korabli i vspomogatelnye Suda sovetskogo voenno-morskogo Flota 1917-1927" MinOborona SSSR ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1917-1927" Verteidigungsministerium der UdSSR, Moskau 1981)
  • "Korabli i Suda VMF SSSR 1928-1945" ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988
  • Die page: hobbyport.ru

Des weiteren gibt es Hinweise auf die Zeitschriftenserie "Katery i Yakhty" ("Boote und Yachten"), dort sind diese Boote auch behandelt worden, die Ausgabe ist mir aber nicht bekannt.

Hier nun ein Ausriss aus der erstgenannten Quelle (Flußkampfschiffe No. 1-9, S. 52/53), Bauwerft und Bauzeit: Becker & Co., Reval, 1916/17:

  • No. 1: Seliger-Volga-Flottille, Umbenannt 03.02.1919 in "INTERNATSIONAL" und erneut 03.1919 in "STOROZHEVOE SUDNO No. 1" (bis April 1920)
  • No. 2: Volkhov-Ilmensee-Flottille, Umbenannt 03.02.1919 in "KOMMUNIST" und erneut 04.04.1919 in "STOROZHEVOE SUDNO No. 2" (bis April 1920)
  • No. 3: Volga-Kriegsflottille, Umbenannt 11.1919 in "ISTREBITEL' No. 310", ab 20.08.1920 in "KL No. 310", Seit 03.1921 bei der Amu-Darya-Flottille, 08.1922 Flottenbasis Petropavlovsk
  • No. 4: Volga-Kriegsflottille, Umbenannt 09.02.1919 in "PS No. 307", ab 11.1919 "ISTREBITEL' No. 307", ab 20.08.1920 in "KL No. 307", Seit 04.1921 bei der Amu-Darya-Flottille, 22.04.1921 durch Unfall gesunken
  • No. 5: Volkhov-Ilmensee-Flottille, Umbenannt 03.02.1919 in "PROLETARIY", 04.1919 in "STOROZHEVOE SUDNO No. 3", am 03.08.1919 durch Unfall gesunken
  • No. 6: Volga-Kriegsflottille, Umbenannt 11.1919 in "ISTREBITEL' No. 311", ab 20.08.1920 in "KL No. 311"
  • No. 7: Volga-Kriegsflottille, Umbenannt 09.02.1919 in "PS No. 308", ab 11.1919 "ISTREBITEL' No. 308", ab 08.1920 "KL No. 308", seit 1921 bei der Kaspi-Flottille, 08.1922 an die Flottenbasis Leningrad
  • No. 8: Volga-Kriegsflottille, Umbenannt 09.02.1919 in "PS No. 309", 11.1919 in "ISTREBITEL' No. 309", ab 08.1920 in "KL No. 309"
  • No. 9: Seliger-Volga-Flottille, Umbenannt 03.02.1919 in "SPARTAK", PS No. 309", 04.04.1919 in in "STOROZHEVOE SUDNO No. 4 (bis 04.1920), dansch Freigabe zum Abbruch

Soweit in Kürze die Daten vorerst bis 1922. In den russischen Quellen sind die Angaben der späteren Zeiträume der dann noch aktiven Boote dargelegt. Wenn Interesse besteht, kann ich sie gerne ergänzen.
Grüsse
OLPE

TD

Hallo Olpe,

wenn diese Schiffe noch 1939 aktiv waren, egal ob Kriegsschiff, Handelsschiff oder Flußleichter, habe ich immer großes Interesse !

Dank

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Glasisch

    Zitatauthor=olpe link=topic=17666.msg196206#msg196206 date=1342375524 - Antwort #8 am: 15 Juli 2012, 20:05:24 - Berezhnoy, Moskau 1988 Die page: hobbyport.ru OLPE

    Hallo Olpe  -
    einen wunderschoenen Gruß an die Ostesee und Greifswald, das ich als junger Student im Jahr 1976 besuchte, als ich zum Austausch 3 Wochen im Juli an der Arndt-Uni verbrachte (ein Stein fiel mir vom Herzen, als ich neulich in der "normalen" deutschen Presse las, daß man den politisch Korrekten Idioten, die es anscheinend in Greifswald auch gibt, den Stinkefinger zeigte, als sie den Namen dieser ehrenwerten Lehrstätte ändern wollten, weil der Patron angeblich nicht mehr ins neue, europäische [immer derselbe Quatsch, Arndt hätte sich in seinem Leben von der antisemitischen Seite geziegt, au Backe], von der €-Kolchose mit dem Sitz in Brüssel, geprägte Bild passen würde. Bravo!). Danke für den Hinweis, aber ad rem - diesen Bereschnoj habe ich, aber ich glaube, ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da finde ich nur die großen Kanonenboote, weil diese kleinen Boote von den Russen, mal also als solche, dann wieder als kleine Wachtboote bzw. gar nicht, wie ich schon oben in meinem Post angab, klassifiziert werden. Es entsteht dadurch ein gamz schoenes Durcheinander. Pardon, die dumme Frage, aber kannst Du mir die Seite bei Bereschnoj angeben?
    Danke
    Gruß
    Micha

    ZitatAlexc Shenec Datum/Zeit: 15 Juli 2012, 20:03:53 Hallo. Ich versuche die Informationen aus dem Buch I.I.Chernikow, zu finden. Schöne Grüße Alex

    Hallo Alex, schau mal bitte rein, wenn Du Zeit und Lust findest. Den Tschernikow = I.I.Chernikow (so wie Du ihn meinst) kenne ich leider nicht.  Es waere sehr schoen, wenn Du etwas faendest.
    Gruß
    Micha
    [/list]
    ,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

    olpe

    Zitat von: Glasisch am 16 Juli 2012, 07:45:23
    einen wunderschoenen Gruß an die Ostesee und Greifswald, das ich als junger Student im Jahr 1976 besuchte, als ich zum Austausch 3 Wochen im Juli an der Arndt-Uni verbrachte
    Hallo @Glasisch,
    freut mich, dass Du die altehrwürdige (1456 gegründete!) EMAU Greifswald kennst (EMAU=Ernst Moritz Arndt Universität) ... früher 4000 Studenten, heute über 11000 ... in einer lebenswerten, bunten Stadt ... Die offene Diskussion um Ernst Moritz Arndt hat schlussendlich dazu geführt, dass der Name bleibt ...

    Zitat von: Glasisch am 16 Juli 2012, 07:45:23
    ... diesen Bereschnoj habe ich, aber ich glaube, ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht ... aber kannst Du mir die Seite bei Bereschnoj angeben?
    ... kein Problem:
    "Korabli i vspomogatelnye Suda sovetskogo voenno-morskogo Flota 1917-1927" MinOborona SSSR ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1917-1927" Verteidigungsministerium der UdSSR, Moskau 1981)
    Auf der Seite 370 sind 5 Boote beschrieben, von denen aber nur 2 in der Werft (Lange & Böcker) in Reval gefertigt wurden:

    • No. 3 -> "ISTREBITEL' No. 306" -> "KL No. 310"
    • No. 6 -> "ISTREBITEL' No. 311" -> "KL No. 311" -> "K-4" -> "BK-108" ->BKA No. 74 -> "BK No. 74"

    "Korabli i Suda VMF SSSR 1928-1945" ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988
    Auf der Seite 120 unter der Bezeichnung Typ "K" sind 4 Boote beschrieben:

    • "KL No. 1" -> "INTERNATIONAL" -> "STOROZHEVOE SUDNO No. 1" -> "KL No.1" -> "K-1" -> "BK-105" -> "No. 71" -> "BK-71"
    • "KL No. 8" -> "PS No. 309" -> "ISTREBITEL' No. 309" -> "KL No. 309" -> "K-3" -> "BK-107" -> "No. 73" -> "BK-73"
    • "KL No. 6" -> "ISTREBITEL' No. 311" -> "KL No. 311" -> "K-4" -> "BK-108" -> No. 74 -> "BK-74"
    • ...  "K-5" -> "BK-109" -> No. 75 -> "BK-75"

    In den nächsten Tagen werde ich die Historie - nach Berezhnoy - darstellen ...
    Grüsse
    OLPE

    Glasisch

    Hallo Olpe,
    erstmals besten Dank! Ich muß das erstmal "verdauen" und mir einen Reim darauf machen.
    Gruß
    Micha
    ,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

    olpe

    Hallo @TD,
    hier nun der Lebensweg der Boote, die es a) in die Quelle des Berezhnoy und b) bis 1939 geschafft haben.

    Aus: "Korabli i Suda VMF SSSR 1928-1945" ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988, S. 120ff:
    Typ ,,K" – 4 Einheiten (Anm. OLPE: Reihenfolge der Namen und Bezeichnungen wie in der Quelle... diese ist etwas gewöhungsbedürftig, ich habe diese aber so gelassen ...). Hier das erste Boot:

    No. 71 (bis 15.04.1937 - BK-105, bis 21.08.1934 - K-1, bis 15.08.1929 KL No. 1, bis 04.1920 - STOROZHEVOE SUDNO No. 1, bis 04.04.1919 - INTERNATIONAL, bis 03.02.1919 - KL No. 1), seit 10.02.1944 - BK-71.
    Kiellegung 1916 im Auftrag der GVIU (Anm. OLPE: GVIU = Glavnoe voenno-inzhenernoe Upravlenie = militär[technische] Hauptverwaltung), Stapellauf 1917, in Dienst 1917. Ende 05.1918 per Eisenbahntransport von St. Petersburg nach Ostashkov überführt und als KL (Anm. OLPE: KL = kononerskaya Lodka = Kanonenboot) in den Bestand der Seliger-Volga-Flottille eingegliedert. Vom 13.07.1918 bis 01.09.1918 und vom 11.1918 bis 02.04.1919 in der Volkhov-Ilmensee-Flottille. Am 04.04.1919 in die Onega-Flottille übertragen und als Strozhevoe Sudno (=Wachboot) umklasifiziert. Teilnahme am Bürgerkrieg: an der Vidlitzker Landungsoperation 27.-29.06.1919 auf den Onegasee. Am 04.1920 wurde das Boot an die Ladogaer Bootsabteilung der MSBM (Anm. OLPE: MSBM = Morskie sily baltiyskogo Mopya = Seestreitkräfte der Ostsee) übergeben und rückklassifiziert als KL. Am 22.03.1921 der Syr-Darya-Flottille übertragen, am 08.1922 mit der Eisenbahn nach St. Petersburg überführt und im Hafen aufgelegt. 26.05.1926 der Stützpunktfeuerwehr der Marinebasis übergeben, als Schwimmplattform verwendet und aus dem Marinebestand der MSBM genommen. 15.08.1929 erneut in den Marinebestand der RKKF (Anm. OLPE: RKKF = Raboche-Krest'yanskiy Krasnyy Flot = Rote Arbeiter- und Bauernflotte) übernommen, umklassifiziert in BKA (Anm. OLPE: BKA = Bronekater = gepanzertes Boot) und der DVF übertragen (Anm. OLPE: DVF = Dneprovskaya Voennaya Flotiliya = Dnepr-Flottille). Große Werftliegezeit 1929. 18.03.1934 per Eisenbahntransport aus Kiev nach Khabarovsk transportiert und am 03.04.1934 in die AKF (Anm. OLPE: AKF = Amurskaya Krasnoznamennaya Flotiliya = Rotbanner Amur-Flottille) eingegliedert. 01.11.1940 an die OFI zum Abbruch übergeben (Anm. OLPE: OFI =Otdel Fondovogo Imushchestva = Verwertungsgesellschaft), aber am 06.10.1941 erneute Rückkehr in den Kampfbestand der Flotte. Hat am Großen Vaterländischen Krieg teilgenommen: Angriffsoperation auf die Mandschurei am 09.-20.08.1945.


    Grüsse
    OLPE

    TD

    Hallo Olpe,

    ja das nenne ich mal ein bewegtes Schiffsleben !!
    So ein altes Boot bei Kriegsende 1945 noch in Asien bei den Kämpfen in den letzten Tagen des Krieges gegen die Mandschurei !
    Gibt es eigentlich von diesen Kämpfen in der Mandschurei auch etwas in deutscher Sprache ?

    Kalli hatte mir vor vielen Jahren ja etwas übersetzt zu den Kämpfen um die Kurilen.

    Beides Kriegsgebiete welche ja uns Westlern ganz verschlossen blieben.

    Hat es jeweils zu
    "Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988
    eine Übersetzung gegeben ?

    Ich danke Dir auf jeden Fall schon einmal für dieses interessante Schiff.

    Viele Grüße

    Theo

    ...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

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