Welches Marine-Buch liest Du derzeit ???

Begonnen von Mario, 27 Mai 2006, 18:30:29

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longwood und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Richard Aigner

"The Conquest of the North Atlantic", G. J. Marcus, 1998.
Behandelt die Fahrten der Iren, Norweger, Engländer, Hanse etc. von ca. 700 - 1500, unter besonderer Berücksichtigung praktischer Aspekte: Bauweise und Seefähigkeit der unterschiedlichen Schiffstypen von Currach über Knorre zur Kogge, Navigationsmethoden, Handelsvolumen und -güter, Ursachen des Untergangs der normannischen Grönlandsiedlungen (haben britische Seeleute die Westsiedlung vernichtet?)...
Ich fand das Buch sehr gut recherchiert, umfassend informativ und spannend geschrieben.

Urs Heßling

moin,

ich habe bei dem zuvor schon erwähnten Ukraine-Seminar im Kloster Loccum diesen Autor und Strategie-Fachmann kennengelernt und werde mir die beiden beschriebenen Bücher zu Weihnachten schenken :O/Y

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Richard Aigner

"How the war was won" : gute Wahl für ein Selfie-Weihnachtsgeschenk
Gruß, Richard

Benjamin

Unterm Weihnachtsbaum lag "One hundred days" von Sandy Woodward über den Einsatz der Trägerkampfgruppe im Falklandkrieg. Mit einem kurzen Vorwort von Margaret Thatcher. :MG:
If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

t-geronimo

Oh da würde mich sehr interessieren ob es empfehlenswert ist.  :-)
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Benjamin

Zitat von: t-geronimo am 25 Dezember 2025, 12:26:52Oh da würde mich sehr interessieren ob es empfehlenswert ist.  :-)
Ich werde berichten!  :MG:
If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

Big A

Ist es, eigenwillig geschrieben, aber sehr lesenswert!

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Richard Aigner

"Shooting the War: Memories of a WWII U-Boat Officer", Otto Giese & James Wise.
Giese fuhr auf SS Columbus bis zur Selbstversenkung, erreichte von San Francisco aus Japan, mit "Anneliese Essberger" Bordeaux; Wechsel zur Kriegsmarine, 4 Feindfahrten als Seemann auf U-405. 1942/43 Ausbildung zum U Boot Offizier, mit U-181 nach Singapore, dort Kriegsende, später Emigration in die USA.
Der Buchtitel leitet sich aus den vielen Fotos mit denen Giese seine Laufbahn dokumentierte.

M-54842

#1493
Ich habe gerade von Dr. Ingo Pfeiffer das Buch ,,Karriere in bewegter See" gelesen. Der bekannte Autor zur Geschichte der DDR-SSK/VM beschreibt seinen Weg in der VM, die darauf folgende kurze Episode in der BM sowie die dann folgende Zeit als Zivilist. Auch nach dem erzwungenen Ende als Marineoffizier ging Pfeiffer erfolgreich seinen Weg.
Im Buch selbst beschreibt der Autor seinen Weg vom Offiziersschüler über die Zeit als LI auf einem U-Jäger 201 M, eine Verwendung im Stab der 4. Flottille bis zum promovierten Lehroffizier an der OHS in Stralsund.
Breiten Raum nehmen die Schilderungen von der geplanten und letztlich von der Staatssicherheit verhinderten Fahnenflucht einiger Matrosen ein. Für den damals ahnungslosen LI sicherlich ein prägendes Vorkommnis.
Weiterhin berichtet Pfeiffer über seine Tätigkeit und Entwicklung an der OHS und Querelen um einen Kaderbefehl im Zusammenhang mit den Polit-Organen, insbesondere dem Chef der PV der VM, Konteradmiral Hans Heß. Der Autor bewies Standhaftigkeit und konnte sich am Ende mit hochrangiger Unterstützung dagegen erfolgreich wehren.
Ein weiterer Themenkomplex ist die Schilderung der Wende-Ereignisse 1989/90 im allgemeinen auf die DDR bezogen und speziell innerhalb der VM. Danach widmet sich Pfeiffer der Abwicklung der VM und der unmittelbaren Situation vor und nach dem 03. Oktober 1990.
Auch wenn vieles aus anderen Büchern (Hoffmann, Born, Loßin, Flohr u.a.) bereits bekannt ist, ist die konkrete Sichtweise Pfeiffers und die Schilderung aus persönlicher Sicht lesenswert. Manchmal hätte ich mir noch ein wenig mehr persönliches von Pfeiffer gewünscht und weniger allgemeines. Beispielsweise fand ich die Schilderung der innenpolitischen Situation in der DDR 1989 etwas zu viel.
Trotz kleiner, letztlich unbedeutender Fehler, beispielsweise falscher Vornamen für Thomas Reich (Adjutant CVM) als ,,Norbert" Reich und Christian Pahlig (Chef Kader der VM) als ,,Hans" Pahlig sowie unterschiedlicher Dienstgrade für Andreas Retschke (am 21.07.1990 als Kapitänleutnant und eine Woche später als Oberleutnant bezeichnet ohne Degradierung) ist das authentische Buch ein wertvoller Rückblick auf die Geschichte der VM.

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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ufo

Ja, vielen Dank fuer den Tip zum Pfeiffer mit drei 'f'.  :-D

Die Volksmarine gibt sich doch sehr verschlossen mit Materialien zum Hintergrund und zum Geist der Offizierausbildung und zum Gefuege des Offizierkorps - ein Gegenstueck zur Entwicklung von Crewgeist oder Crewgedanken - da finded sich wenig. Ein wenig in 'Militaers der DDR im Auslandsstudium' aber ein Gegenstueck zu Crewbriefen oder so ... der real existierende Sozialismus lud nicht zum ungezwungenen Schreiben ein. Drollig eigentlich.

Klingt spannend, der Pfeiffer. Feiner Tip.



Selbst blaettere ich grad durch eine gebundene Sammlung von 'The List' of Officers, Masters and Cadets at the Royal Naval College Dartmouth. Ich mag Zeitgeschiochte. Da hat sich jemand im zarten Alter von Anfang zwanzig als frischgebakener Ingenieuroffizier die Kadettenlisten seines Offiziercollege liebevoll einbinden lassen, komplett mit seinen Initialen in Gold auf dem Leineneinband.
Einige Jahre spaeter stand er dann an Bord von HMS Dorsetshire um gemeinsam mit seinen Kammeraden mit Gruseln ein paar Bismarck Ueberlebende aufzufischen. Knapp ein Jahr spaeter erlebte er dann den Japanischen Angriff auf sein Schiff und die Schwester HMS Cornwall. Anders als bei Bismarck gab es allerlei Ueberlebende; er aber war nicht dabei.

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