Wrack von K-27 bedroht die Barentssee

Begonnen von t-geronimo, 27 September 2012, 00:00:03

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olpe

#30
Zitat von: Rheinmetall am 05 Oktober 2013, 12:35:47
Da könnte dann theoretisch jeder Terrorist mit Taucherflasche ...
Hallo,
na ja, aber eben auch nur theoretisch ... Hier einige vertiefende Gedanken zu K-27:

  • das Wrack liegt nach verschiedenen Quellen auf Position 72°31'28 N, 55°30'09 E, das ist eine Bucht (Stepovoy-Bucht?) auf Novaya Semlya auf der Karasee-Seite, im russischem Hoheitsgebiet
  • mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Sperrgebiet
  • die Tiefe der Wracklage kann größer sein als 33m, es werden auch 75m genannt
  • vor der Versenkung sind die Reaktorzuleitungen mit Beton verschlossen und die Reaktorabteilung in Gänze mit Bitumen gefüllt worden
  • Tauchgänge in der Arktis sind sicher keine Spaziergänge ... die Wassertemperatur selbst im Sommer ist sehr gering (selbst an Bord eines kleinen Schiffes in der Barentssee erlebt)
  • Die russischen Reaktionen gegenüber den Greenpeace-Aktivisten lassen vermuten, das Tauchversuche oder gar Bergungen nuklearen Materials bei der Beregovaya Okhrana (Küstenwache) eher keine Freude auslöst ... und dass dagegen massiv vorgegangen werden wird ... so man den Versuch unternimmt ...
Die Verantwortlichen der damaligen Sowjetunion in Militär, Apparat und Partei wussten sehr genau, was sie taten, ein einfaches dort-hin-schleppen-und-weg war es mit Sicherheit nicht ... Der Kahn wurde im arktischen Hinterhof der UdSSR versenkt, unweit der nuklearen Testgebiete für Atom- und Wasserstoffsprengköpfe ... Umweltschutzüberlegungen spielten wohl eine untergeordnete bzw. keine Rolle ... Heute sieht man das aus energetischen Gründen durchaus anders ...

Soweit in Kürze
Grüsse
OLPE

Albatros

K-27, K-159, Lepse, Wolodarskij, & Co

http://www.faz.net/aktuell/politik/lager-fuer-alte-atom-u-boote-deutsche-hilfe-fuer-russlands-strahlendes-erbe-12627451.html

Auch dagegen wollte jüngst die Besatzung des Greenpeace-Schiffes ,,Arctic Sunrise" demonstrieren, die nun der Piraterie beschuldigt wird.

:MG:

Manfred

Trimmer

Hallo Manfred - ich denke man sollte doch wohl diese zwei Sachen nicht in einen Topf werfen. Eine Ölplattform "zu entern" ist doch nach meiner Ansicht ein ganz anderes Ding ( egal wie man nun die Erdölferderung und mögliche Folgen da sieht ) als der Protest gegen die Atomverseuchung u.a. auch der Kola-Halbinsel.
Was wäre den passiert wenn bei der ganzen Aktion Plattform das Ding in die Luft geflogen wäre weil bestimmte Sicherheiten nicht mehr gewährleistet werden konnten. Hätte dann Greenpeace auch die Schuld auf sich genommen - wohl kaum. Sind ja immer "die Guten "

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

#33
Zitat von: Trimmer am 23 Oktober 2013, 18:40:51

Was wäre den passiert wenn bei der ganzen Aktion Plattform das Ding in die Luft geflogen wäre weil bestimmte Sicherheiten nicht mehr gewährleistet werden konnten. Hätte dann Greenpeace auch die Schuld auf sich genommen - wohl kaum. Sind ja immer "die Guten "

Gruß - Achim - Trimmer

Hallo Achim,

soweit mir bekannt, ist die Bohrinsel noch im Testbetrieb, sie soll nach Öl bohren.die Gefahr war glaube ich eher gering, ich kann mich auch an kein Beispiele erinnern in dem eine Aktion von Greebpeace einen größeren Schaden angerichtet hat, Greenpeace ist nicht Sea Shepherd ...... :-D

Die eigentliche Gefahr ist glaube ich die Insel selber......

Die Insel  besteht unter anderem aus Teilen stillgelegter Nordsee-Bohrinseln und rostete jahrelang in einer Werft in Murmansk vor sich hin. Es handelt sich um eine Plattform die nicht auf dem neusten Stand der Technik ist. Und Russlands Ölunfallbilanz ist beängstigend, ganze Regionen Russlands sind ja von ausgelaufenem Öl verschmutzt, man schätzt, dass in Russland jedes Jahr rund 5 Mio. Tonnen Öl aus beschädigten Bohrlochköpfen, lecken Rohren und anderen Einrichtungen austritt. Die verschmutzten Flüsse Nordrusslands deponieren laut offiziellen Angaben jedes Jahr rund 500'000 Tonnen Öl im arktischen Ozean. Anders gesagt, Russland lässt alle zwei Monate soviel Öl auslaufen wie die Deepwater Horizon bei der Ölpest im Golf von Mexiko.
Dass eine Säuberung ölverschmutzter arktischer Gewässer praktisch unmöglich wäre, ist ausführlich dokumentiert. Die Entfernung ausgelaufenen Öls im Eis ist praktisch unmöglich, da herkömmliche Technologien wie Ölsperren in dickem Eis unbrauchbar werden. Der arktische Rat, dem Russland angehört, hat beschlossen, dass alle Katastrophen-Einsatzpläne veröffentlicht werden müssen. Nur anhand solcher Pläne kann die Öffentlichkeit die Risiken einer Ölkatastrophe abschätzen. Trotzdem hat Gazprom nur eine kurze Zusammenfassung ihres Katastrophen-Einsatzplans für Prirazlomnaya öffentlich zugänglich gemacht.Doch schon aus der Zusammenfassung geht hervor, dass Gazprom bei einem Öl-Unfall im hohen Norden völlig hilflos dastehen würde.

Man kann aber wie bei den meisten Dingen, so auch hier, zu unterschiedlichen Bewertungen kommen.... :MZ:

Quelle, Greenpeace

:MG:

Manfred

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