SI

Begonnen von Langensiepen, 07 Juni 2006, 16:32:21

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Langensiepen

#15
Wir kommen der Sache schon näher. Die technische Seite halte ich für nicht so  problematisch, da recht viele sich bei den neuen Medien auskennen.  Auch die Art wie kassiert wird lässt sich einfach bewerkstelligen. Uli das Problem war in der Vergangenheit immer die Zahlungsmoral und Zahlungsunwilligkeit der Käufer. Warum sollen die Kriterien die zum Nichtbestellung einer Zeitschrift führten nicht auch für das Internet gelten. Also am Beispiel der neuen SI.  Die alte SI war eingegangen, weil in ihr nix von Interesse stand und sie zunehmend zum Werbeblatt verkam.
Die Leser sprangen ab und letztlich sind es wohl kaum mehr als 100 – 200 gewesen. Die neue SI macht nun genau das gleiche. Die Masse der Artikel und Infos kann ich zum Nulltarif im Internet finden oder auch ( ja tatsächlich ) in Büchern.  Der Käufer ist um so bereiter zu zahlen, je mehr er für sich ( geistigen!!)  Gewinn aus der Sache zieht kann. Was ich in den letzten 40 Jahren an Begründung gehört habe KEIN 5,-DM im Monat für ne Zeitschrift auszugeben lässt sich kaum wiedergeben. Wir hatten beim NAUTILUS  1972 mal einen praktizierten Kinderarzt aus Hannover der uns schrieb die 5,-DM pro Heft ( 6x im Jahr ) leider nicht mehr tragen zu können. Parallel dazu hatte er sich wohl eine zweiten Daimler gekauft. Nun gut, also ihr muß im Vorfeld Abo Kunden werben. Geht davon aus, das von 100 Zusagen kaum 50 bezahlen und davon 20 rasch wieder abspringen. Das hat nix mit Pessimismus zu tun sondern sind einfach Erfahrungswerte. Habt ihr nun genüget  Abos verkauft muß die erste Ausgabe platziert werden. Damit seit ihr beim zweiten Stolperstein. Die Thematik. Grundregel ist je mehr an verschiedenartiger Thematik je schlechter der Absatz. Erklärung: Der Leser ist meißt an Einzelnthemen interessiert, also Kriegsmarine oder Kreuzfahrer.  Segelschiffe oder Britische Marine. Überschneidungen sind möglich. Es gibt natürlich Leute mit einem breit gestreutem Interesse, aber ob die dann auch für die Infos BEZAHLEN ist mehr als fraglich. Letztlich die Autoren. Für den Bereich Kaiserliche Marine sehe ich sie nicht, auch für den Bereich historische Zivilschiffahrt  ( Sind ja meine beruflichen und interessentechnischen Wurzeln!) kenne ich keinen . Aber bitte, lasst neue Leute an die Front.  Zum Schluß Herr Peter T. aus HH anne Elbe. Leute den interessiert das Ganze nicht. Er ist ein Sammler und nur was er sich ankauft zählt. So wie andere Millionärskollegen Geld in Kunst anlegen, tut er das halt in Maritimen. Das ist in Ordnung, denn es ist sein Geld. Ihn aber zum Freund und Helfer von kleinen Sammlernasen oder  geschichtsinteressierten Internet Benutzern zu machen stellt die Ding auf den Kopf.  Da ich in der glücklichen Lage war ohne sein Institut auszukommen , muß ich oft schmunzeln über die Naivität von Zeitgenossen, die glauben in Herrn T. einen `Sammlerfreund `zu sehen. Hat da wer gesagt, das das was in Hamburg abläuft  was mit der Steuer zu tun hat? Also ran an Werk und vergesst nicht daß das Gegenteil von Pessimismus manches mal nicht Optimismus, sondern Traumtänzerei ist. Ich würde mich ehrlichen Herzens über jeden Erfolg in dieser Richtung freuen.

Torpedo

Also der wichtigste Punkt ist die Zahlungsmoral und Bereitschaft. Richtig? Bei einer Zeitung ist das logisch, sie muß ja regelmäßig erscheinen. Hier handelt es sich aber mehr um eine Art Verein. Das heißt nur wenn genug Geld da ist (und willige Autoren) wird geforscht und publiziert. Wer sich also an diesem "Verein" als Mitglied beteiligt, weiß das. Wer aussteigt, verliert Zugang und Lesemöglichkeit.

Dann die Frage der Themen. Das Oberthema sollte schon die deutsche Maringeschichte sein. Damit können viele etwas anfangen und so wie ich das sehe, interessieren sich gerade in diesem Forum immer mehr z.B. für die Kaiserliche Marine. Wenn aber jemand jetzt etwas aus der Anfangszeit der Bundesmarine schreibt und dafür recherchiert, wird das sicherlich auch Interessenten finden. Der Köhler z.B. lebt auch davon. Für eine Zeitung wie die Schiffahrt International würde ich mir auch überlegen Geld auszugeben. Schon der Hamburger Rundbrief ist ziemlich speziell. Für eine Geschichtszeitung, speziell auf Marine spezialisiert hätte ich aber Interesse - und wahrscheinlich noch mehr.

Tamm war nur ein Beispiel. Als ein gemeinnütziger Verein (der es sicherlich werden würde) kann man Spenden und Beiträge von der Steuer absetzen, wäre also durchaus eine Überlegung wert. Ich werde trotzdem bei seiner Geschäftsführerin Frau Nikolov mal anfragen.

Ansonsten ist der Aufwand dafür relativ gering, also warum es nicht einfach mal versuchen. Du hast richtig bemerkt, dass das Vorgehen mit einer Umfrage beginnt. 7 Leute gründen in D einen Verein, so ist das nunmal und dann sehen wir weiter. Wenn es nix wird, dann wird der Verein wieder aufgelöst und das Guthaben unter den Mitgliedern verteilt.

Am Anfang steht immer eine Idee und der erste Schritt ist der Beginn auch einer langen Reise. Wer hätte Interesse?
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
http://facebook.com/r167seeloewe

t-geronimo

In der neuesten Ausgabe (04/06, also die vom Juli) steht, daß die nächsten beiden Ausgaben zu einer Doppelnummer zusammengefasst werden müssen, da ab diesem Zeitpunkt SI auch im Zeitschriften- und Buchhandel angeboten wird und deshalb ein um 14 Tage vorgezogener Redaktionsschluß notwendig ist.

Ab da sollte die Zeitschrift theoretisch also überall erhältlich sein.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

t-geronimo

Gruß, Thorsten

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Langensiepen

#19
Ja was soll man sagen. Ich habe mir heute die SI Doppelnummer gekauft und leider sind meine Befürchtungen voll eingetreten. Aber der Reihe nach. Das Blatt ist technisch gut aufgemacht und damit hat es sich auch schon. Der Versuch für jeden etwas zu bringen endet meist damit das für keinen was dabei ist. Die Fachzeitschriften die von allem etwas bringen sind durch das Internet überholt und befinden sich auch nicht mehr am Markt. Firmenmitteilungen, Pressemeldungen, Standardinformationen erhalte ich schneller besser und preisgünstiger über das elektronische Medium. Das war auch der Tod der alten SI. Was nun vor mir liegt ist inhaltlich das selbe, mit etwas mehr Modellbau. Ein buntes allerlei von unbedeutenten Agenturmeldungen. Wo ist den was wirklich neues? Titanic? Ich kann es nicht mehr hören. Wer sich für Butterdampfer interessiert ( löblich ),muß nicht unbedingt was über U-Hai lesen , oder umgekehrt. Maritime Gute Nacht Geschichten . Mehr nicht. Das die Macher überhaupt nicht mit den von ihnen dargelegten Themen vertraut sind; als Belegt die grausame  Baralong Geschichte. List man den Bericht so hat man eine Mischng aus dem betr. SOS Heft von 1957 herum und dem Nazi Schundwerk ``Englands Verbrechen An U41``vor sich. Lustig an Schluß die Behauptung das die britischen Quellen immer noch unter Verschluß sind. Ja als das SOS Heft erschien mag das wohl der Fall gewesen sein. Spätestens sein dem britischen Prachtbuch `Slaughter At Sea`  und der Freigabe von den Home Waters Bänden liegt die Sache aber anders. Es sind eine Reihe von Dokumenten zum Fall in PRO erhältlich  und die US Dokumente sind seit langer langer Zeit frei. Es kostet aber eben etwas mehr an Zeit und Geld sich mit den Dokumenten vertraut zu machen, da schreibt man lieber aus alten Büchern ab. Selbst Halpern , kein Freund der Deutschen, schreibt über den Fall und selbst im Internet sind die Beträge besser.( Leider muß ich sagen ) Die Baralong Geschichte ist in GB nicht nur in Fachbüchern aufgearbeitet, sondern auch sehr klar und deutlich vor einigen Jahren in der Sonntagsbeilage der Times,  beim Guardian und dem Daily Mirror. Zu den anderen Bericht lässt sich ähnliches sagen. Schade und nochmals schade, so wird sich das Blatt nicht am Markt halten können. So bleibt uns nur R. Schmelzkopft mit seinem STRANDGUT und der HAMBURGER RUNDBRIEF als ernstzunehmende Zeitschriften – noch- erhalten. Wenn selbst diese privat im Wohnzimmer erstellten Zeitschriften um das Überleben kämpfen, wie soll dann ein solch teueres Blatt es schaffen. Ich bin wirklich traurig darüber.
BERND
PS: Baralong? Das Buch ist für 8-10 Euro erhältlich. .

t-geronimo

Tja, ja, die Baralong-Affaire und der Autor... :roll:
Gruß, Thorsten

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Lutscha

#21
SI kannste doch in die Tonne treten... ;)

Nettes Märchenheft für zwischendurch featuring u.a. Scharnhorst aus 1001 Nacht... :-D
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Langensiepen

SI kannste doch in die Tonne treten...
Ist so Lutscha und ich gehöre auch nicht zu den Freunden des Chefredakteurs, aber es schmerzt doch. Ähnlich wie bei maritimer Literatur gibt es in der BRD meist nur einen Versuch eine maritime Zeitschrift zu starten. Läuft der schief, dann war es das. In der Vergangenheit sind fast alle Versuche dieser Art gescheitert. Die MR wegen Geldentzug durch das Kriegsministerium. Die alte SI, weil sie am Schluß nicht mehr lesbar war und zum Anzeigenblatt von Köhler,Mittler verkam. Strandguts Tage sind wohl auch bald , sehr zum Nachteil der `Intensivforscher ` gezählt. Der HR ist trotz des großen Anteils an fachkundigen Artikeln, primär ein Blatt für Kleinmodellsammler.   Schiff und Zeit.. na ja.  Marineforum , bringt außer `Fachkunde` für den Offizier in einer multifunktionalen , entnationalisierten Krisenbeschleunigungsmarine nix.  Zwei Gründe sind es, die Zeitschriften dieser Art, wenn sie nicht überwiegend sich mit dem Modellbau befassen, scheitern lassen. Zuerst einmal die Auswahl der Artikel, die meist was bringen, was ich heute zum Nulltarif im Internet finde. ( gib ich als Internet Skeptiker ehrlich zu )   und der Mangel an guten Autoren, die auch bereit sind mal was über 3- 5 Seiten zu schreiben und nicht nur auf Bücher fixiert sind. Somit legen wir die SI zu den Akten und wenden uns wieder englischsprachiger Literatur zu.
BERND   :-(

Langensiepen

Teufel auch! Da will ich mich mal kundig machen.Das hätte ich kaum für möglich gehalten, da sie z.B. an der Bahnhofsbuchhandlung Harburg unverkauft blieb. Die Gegend ist auch vielleicht schon für eine deutsche Schiffahrtszeitschrift zu türkisch.
BERND

Spee

Oder der Händler weiß, daß es in der Türkei eine bessere Zeitschrift gibt und schämt sich, den deutschen Kokolores anzubieten  :-D !
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Lutscha

Eigentlich müsste man die Redaktion mal fragen, was sie an Infos über die Leucht-Cruise-Missiles haben. :-D
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

t-geronimo

Gruß, Thorsten

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Langensiepen

#27
Nun haut euch doch nicht gleich. Wenn das Ding noch am Leben ist , ist es in Ordnung.  :-)
Ich glaube es geht hier bei dem für und wider mehr um die Person des Chefs vom Dienst als um die Zeitschrift selbst.  Jeder sollte sich dazu seine eigene Meinung bilden. Ich halte das Blatt für überflüssig, da es nix bringt was ich nicht genau so oder besser im Internet finde.Andere findes es , mit der gleichen Berechtigung, halt anders. Dazu kommt das ich von den Themen, von denen ich bescheiden behaupte etwas zu verstehen , bisher dort nur oberflächliches , oft auch grottenschlechtes gefunden habe. Nix neues, nix aufregendes, nix was man nicht schon mal gesehen hat, nix von Bedeutung.  Aber wie gesagt, soll je lesen was er mag. Bin schon fast auf dem Weg zum Flughafen und werde mal am Hauptbahnhof nach der SI sehen.    :-D
BERND    8-)

Lutscha

#28
Naja, es geht eher darum was der Chef so schreibt. :-D Baralong hast du ja was zu geschrieben, am Scharnhorst Artikel stimmt lediglich, dass Scharnhorst versenkt wurde und welche Schiffe da waren. Der Rest ensprang wohl dem Geiste des Autors. Welcher Name unter einem Artikel steht, der bewusst Tatsachen und Abläufe zu Gunsten einer doitsch-gefälligen Darstellung verdreht, respektive sie erfindet, ist letztendlich egal, gutheissen kann man sowas nicht. :wink:
Blanke Ironie das eben jener sich am Ende des Artikels noch über angebliche Historiker lustig macht. :MLL:

T-G, das hab ich schon gesehen, vllt. gäbe es sogar eine Antwort, wenn ich mich nicht zu erkennen gäbe und mal ganz dumm fragte... :-D

Edit: Hier legt gerade jemand Threads zusammen... :-D
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

t-geronimo

Die aktuellste Ausgabe der SI ist mal eine richtig gute.

Ein Erlebnisbericht von Karl Schuck, seines Zeichens Karlsruhe-Fahrer (die Fulda-Veteranen kennen ihn auch persönlich).  :wink:
Eine erschütternde Foto-Doku über den Zustand der United States:cry:
Und ein sehr langer Artikel von Dr. Freivogel über den Seekrieg in der Adria in beiden Weltkriegen und den Schiffsfriedhof vor der Insel Pag. Sehr lesenswert!! top
Gruß, Thorsten

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