Wie war die Situation Warschauer Pakt – Nato im Hinblick auf die Ostseeausgänge?

Begonnen von Albatros, 30 März 2013, 20:11:22

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bettika61

Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

Albatros

Möchte mich erst einmal für alle Antworten bedanken..... top

Zitat von: der erste am 29 Mai 2014, 10:22:06
Fischtrawler eignen sich auch hervorragend zum Minenlegen. Er muss sie aber erst einmal an Bord bekommen.

Das wären dann sicher Heckfänger gewesen, oder?

Und ein Konfliktfall kündigt sich ja selten von heute auf morgen an, da  wäre dann sicher eine ausreichende Zeitspanne vorhanden gewesen die Trawler entsprechend auszurüsten.

:MG:

Manfred

klaushh

Moin, moin!

Nur zur Abrundung:
Manfred "Albatros" schrieb:
"... Und ein Konfliktfall kündigt sich ja selten von heute auf morgen an, da  wäre dann sicher eine ausreichende Zeitspanne vorhanden gewesen die Trawler entsprechend auszurüsten...."

Im Bereich des Zivilen Bevölkerungsschutzes ging man von einer Spannungszeit aus, die bis zu einem halben Jahr betragen sollte.

Allerdings, was wäre passiert, wenn der Feind schon nach z.B. drei Monaten losgeschlagen hätte?

Gruß
klaushh

Trimmer

Nun dem widerspricht aber der Mob. - Fall welcher lt. meiner grauen Zellen damals zumindest bei der NVA bei 24-48 Stunden ( X plus ) lag
Anders ausgedrückt innerhalb von 24 Stunden von Null auf Hundert

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Zitat von: Trimmer am 30 Mai 2014, 15:36:44

Anders ausgedrückt innerhalb von 24 Stunden von Null auf Hundert

Gruß - Achim - Trimmer

Ja, aber auch hier wäre eine politische oder militärische Krise dem vorweg gegangen, eine Teil oder Generalmobilmachung macht man ja nicht weil Heute schönes Wetter ist....... :MZ:

:MG:

Manfred

klaushh

Moin, moin!

Nun kommt es wohl auch darauf an, wie man den Begriff "Spannungszeit" definiert.
Im Bereich des Zivilen Bevölkerungsschutzes hat man die Basis vermutlich recht niedrig angesetzt. Allerdings habe ich noch nie gehört, dass diese Spannungszeit angefangen hat und und man im zivilen Bereich begann, praktische Maßnahmen durchzuführen.

Sicher sollte die aktive Truppe innerhalb von 24 - 48 Stunden von "Null auf Hundert" gehen, aber dem wären sicher Vorbereitungen (einschl. Säbelrasseln, markige Worte u.a.) vorausgegangen - nämlich die Spannungszeit.

Gruß
klaushh

Trimmer

Hallo Manfred - so 100% ig kann ich Dir da nicht zustimmen. Denke bitte nur mal an den 13.August 61 - Mauerbau. Die " Überraschung" damals war ja wohl eindeutig auf Seiten der NATO.
Ferner gehe ich immer noch davon aus das zumindest damals bei den Truppen des WP eine 75% Einsatzbereitschaft bestand d.h. ohne Mobilmachung konnte ein Erstschlag sofort geführt werden.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

bodrog

@Trimmer

wenn der 13.08.61 wirklich so überraschend war, wo blieb dann die Krise? Übrrascht war vielleicht Adenauer (und der nicht mal wirklich, weil erste Infos seit Juli vorlagen), aber auf keine Fall die USA. Bei der ganzen Aktion ist einfach viel Säbelrasseln dabei gewesen ... und Otto-Normal war bestürzt...

MfG

Albatros

Zitat von: Trimmer am 30 Mai 2014, 19:06:53
Hallo Manfred - so 100% ig kann ich Dir da nicht zustimmen. Denke bitte nur mal an den 13.August 61 - Mauerbau. Die " Überraschung" damals war ja wohl eindeutig auf Seiten der NATO.

Achim, das stimmt doch nicht, vom konkreten Zeitpunkt und Ausmaß der Absperrung gaben sich die Alliierten zwar öffentlich überrascht aber die Außenminister der drei Westmächte und der BRD beschlossen bereits am 7. August in Paris, Maßnahmen zu treffen, um einer kritischen Situation in Berlin begegnen zu können.

Zitat von: Trimmer am 30 Mai 2014, 19:06:53
Ferner gehe ich immer noch davon aus das zumindest damals bei den Truppen des WP eine 75% Einsatzbereitschaft bestand d.h. ohne Mobilmachung konnte ein Erstschlag sofort geführt werden.

Erstschlag...... der ja ziemlich sicher Atomar geführt worden wäre, hätte nur bedeutet das "Ihr" als zweite gestorben wärt.

:MG:

Manfred


Trimmer

Hallo bodrog - ich erinnere nur an die Rede von Ulbricht " Niemand hat die Absicht  eine Mauer zu bauen " und soweit ich es gelesen habe war auch die USA samt CIA sehr überrascht. Das da erste Infos im Juni vorlagen habe ich eigentlich noch nicht gelesen.
Ein anderes Szenario. Bekanntlich fanden die großen Herbstmanöver auch im Raum Magdeburg statt.
Was wäre passiert wenn diese Truppen nicht nach der Manöverüberquerung der Elbe - selbst erlebt bei Kähnert - stehen geblieben wären sondern ..... da brauchte es keine große Vorbereitung weiter.
Also auf " Säbel rasseln " oder "markige Worte " als Auslöser hätte ich zumindest damals nicht gesetzt. Wenn damals irgend einem sowj. Parteichef die Wodkaflasche auf den Roten Knopf gefallen wäre.....

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

bodrog

Hallo Achim,

das mit Ulrichts Statement: der hat sich nur verplappert... und der Pleps links und rechts der zukünftigen Mauer war überrascht, aber doch wohl nicht die Entscheidungsträger...

Viel besseres Krisenszenario ist ja wohl doch Prag 1968. Mit Manövern vorher und schwuppdiwupp in Tschechien...

Ansonsten Manöver bei Magdeburg und wo sonst noch (in der Nähe vom Fulda-Gap)? - ich habe während meiner aktiven Zeit folgendes Szenario geübt: das verstärkte Panzergrenadierbataillon in der Abwehr... und Fakt ist, alles nördlich des Harzes ist von jeder Menge Entwässerungsgräben durchzogen, die de fakto einem Panzergraben gleichkommen... es gab damals (1996) beeindruckende Bilder wie Panzer versuchen die Gräben zu überwinden. Mit Schwung drüber und genau in die Böschung der gegenüberliegenden Seite hinein. Ist für einen Soldaten mit PzAbwFlK, Panzerfaust und Konsorten genau das richtige...  Da haben sich nämlich alle Planer in den 60er falsche Vorstellungen vom Gelände gemacht... (haha Nordeutsche Tiefebene als Panzergelände... auch der Elbe-Seitenkanal ist nicht umsonst so gebaut, wie er hochliegend sich so repräsentiert)...

MfG

Albatros

Zitat von: Trimmer am 30 Mai 2014, 19:41:30
Ein anderes Szenario. Bekanntlich fanden die großen Herbstmanöver auch im Raum Magdeburg statt.
Was wäre passiert wenn diese Truppen nicht nach der Manöverüberquerung der Elbe - selbst erlebt bei Kähnert - stehen geblieben wären sondern ..... da brauchte es keine große Vorbereitung weiter.
Also auf " Säbel rasseln " oder "markige Worte " als Auslöser hätte ich zumindest damals nicht gesetzt. Wenn damals irgend einem sowj. Parteichef die Wodkaflasche auf den Roten Knopf gefallen wäre.....

Gruß - Achim - Trimmer


Kein Krieg dieser Größenordnung wird aus dem Stand begonnen, wenn nach einer Manöver Überquerung großer Truppenteile über die Elbe die Truppen nicht stehen bleiben so wäre dies ein Planvolles handeln gewesen das x Monate Planungszeit in Anspruch genommen hätte einschließlich aller anderen Waffengattungen und Rückwärtigen Dienste. Dies wäre ziemlich sicher nicht unentdeckt geblieben.

Im übrigen bezogen sich meine Fragen auf das verdeckte verbringen von Minen in der Nordsee. Wenn also wie von Holger angedeutet Fischtrawler für so eine Aufgabe geeignet waren, dann wäre dies in der Planung auch berücksichtigt worden.
Somit wäre es durchaus möglich gewesen das die Trawler rechtzeitig mit Minen beladen die Ostseeausgänge passiert hätten.

:MG:

Manfred

bodrog

Hallo Manfred,

du hast recht, wir sollten hier nicht aufgrund persönlicher Eindrücke als Funker in den 60ern auf eine Eskalationsstufe schließen...

Also zurück zum Sund...

Albatros

Ist es eigentlich richtig das die Sowjetische Marine Stützpunkte in Rostock und Swinemünde unterhielt?

:MG:

Manfred

olpe

Zitat von: Albatros am 10 Juni 2014, 18:35:25
Ist es eigentlich richtig das die Sowjetische Marine Stützpunkte in Rostock und Swinemünde unterhielt?
Hallo,
... nur zum Teil richtig ...  :wink: ... Die Sowjetische Marine unterhielt in Sassnitz und in Swinemünde Stützpunkte.
Siehe auch:  --/>/> Forum klick
Grüsse
OLPE

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