Wie war die Situation Warschauer Pakt – Nato im Hinblick auf die Ostseeausgänge?

Begonnen von Albatros, 30 März 2013, 20:11:22

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2M3

Zitat von: Trimmer am 29 Dezember 2014, 18:11:29
Hallo Manfred - ist zwar nicht meine " Wiese " aber soweit ich es kenne war das MSR 29 kein Seelandungsregiment sondern gehörte zur Seelandabwehr.  Soweit ich es noch weiss war das MSR 28 für Seelandungen " zuständig " ja und u.a. die " Fallis "
Nee Achim, das mit MSR 29 und MSR-28 war nur ein Austausch. Das MSR-29 wurde 1982 von Prora auf Rügen nach Hagenow in Mecklenburg verlegt. Im Verteidigungsfall hätte es mWals "grenznahes" Regiment, gemeinsam mit den Grenztruppen, zuerst Verteidigungsaufgaben gehabt. Dafür sprang das MSR-28 in Rostock in die Bresche.
Die Fallis hätten im Norden kaum eine Rolle gespielt. Das Fallschirmjägerbataillon-40 der NVA hatte nur 3 Kampfkompanien, nach der Umbenennung zum Luftsturmregiment immerhin schon 4 Kompanien, die sollten zuerst während der Berliner Operation die beiden Flughäfen in (West)Berlin einnehmen und wären realistisch gesehen danach kaum noch existent gewesen.

Gruss Frank  :MG:
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Albatros

Hallo Frank,

ich fürchte Du hast den Verdacht persönlich angegangen zu werden, dem ist nicht so, wie Du schon schreibst, keiner konnte sich seinen Geburtsort aussuchen.

Wie gesagt ich möchte Dir nicht auf den Schlips treten, es ist interessant mit Dir Meinungen auszutauschen, ebenso mit allen anderen die sich hier beteiligen, man lernt immer was dazu!

Ich bin nur immer wieder erstaunt das man, wenn man auf der östlichen Seite des ,,Eisernen Vorhangs" gelebt hat oder leben musste, Argumente zur Verteidigung der dortigen damaligen militärischen und politischen Situation findet.

Nun zu Deinen weiteren Bemerkungen.

Zumindest für uns kleinen Muschkoten war der Hauptgegner übrigens nicht die BW, sondern die böse US-Armee und die Briten

Interessant

Ob die in Bonn irgendjemand um Erlaubnis gebeten hätten, möchte ich stark bezweifeln.


Also, einen gewissen unterschied zum Warschauer-Pakt beim Zustandekommen von Entscheidungen gab und gibt es im Verteidigungsbündnis der Nato schon..... :MZ:

Und diese, Eure Verbündeten, hatten und haben nach 1945 schon einige Male bewiesen, dass international anerkannte Grenzen nicht unbedingt unantastbar sein müssen.

Da sollten wir uns drüber austauschen, wäre schön wenn Du dazu einen neuen Thraed eröffnen könntest.

Interessant, bei den Sowjets rechnest du gleichmal alle Marineinfanteristen inklusive der am Pazifik, Nordmeer und Schwarzen Meer stationierten zusammen, aber die amerikanische Marineinfanterie samt ihren Schiffen lässt du schön über dem Teich zu Hause.

Frank, das Thema lautet Ostseeausgänge, wenn der WP hätte einen Angriff in Europa starten wollen, wären auch alle benötigten Marineinfanteristen vor Ort gewesen, es war die Rede von 8.000 Mann.
Die amerikanischen Marineinfanteristen wären dort sicher nicht gelandet, allenfalls bei einer Rückeroberung dann aber weiter Westlich.
Und noch etwas zu den Landungsstreitkräften,
in einer Bedrohungsanalyse zu den WP- Marinestreitkräften aus 1985 ist unter anderem auch folgendes zu lesen ------ es wird die Überlegenheit der Nato zu Landungen an fremden Küsten hervorgehoben, allerdings in der Ostsee besteht die Fähigkeit zu solchen Landungen alleine bei den WP -Marinestreitkräften.


Darfst du ruhig glauben

Bei der Antwort vermute ich das Du der gegenteiligen Meinung bist.

Oh, ich glaube die Russen haben viel mehr Verbündete, als du glaubst, selbst hier in Deutschland. Die nennt man hier auch Putinversteher. Und das ist auch gut so für das Gleichgewicht.

Mit verbündete meine ich nicht einzelne Personen, ich meine Regierungen und/oder Staaten aber da werden wir garantiert nie auf einen Nenner kommen........ :MV:

Nimms sportlich...

Ich hoffe Du kannst so entspannt sein wie ich....... :O/Y

:MG:

Manfred







der erste

#227
Zitat von: Albatros am 30 Dezember 2014, 21:24:52
Frank, das Thema lautet Ostseeausgänge, wenn der WP hätte einen Angriff in Europa starten wollen, wären auch alle benötigten Marineinfanteristen vor Ort gewesen, es war die Rede von 8.000 Mann.
Warum soll das so gewesen sein? Die Marineinfanterieeinheiten der Nord-, Schwarzmeer- und Pazifikflotte wären garantiert nicht in der Ostsee im Einsatz gewesen. Die hätten andere Aufgaben gehabt.
Bei allen Übungsszenarien, die in Manövern geprobt wurden, ging man nach einem vorherigen Angriff durch die NATO von der Verteidigungs- in die Angriffsphase über. Bei den Seelandungen wären die Marineinfanterieeinheiten der baltischen und der polnischen Flotte die erste Staffel gewesen (Anlandung durch Hubschrauber, Luftkissenboote, Absetzen durch Flugzeuge), in der 2. Staffel wären reguläre Truppen herangeführt worden. Alles das wäre aber eingebunden gewesen in ein Gesamtkonzeptes, deren Leitung das Kommando des westlichen Kriegsschauplatzes in Legnica gehabt hätte. Und dazu hätte auch das Mot. Schützenregiment der NVA gehört, welcher ein ganz normaler TT der Landstreitkräfte war und erst 1990 zum Küstenverteidigungsregiment gemacht wurde. Und bitte nicht vergessen, alles was hier in der Öffentlichkeit kursiert - es sind alles Übungsdokumente. Auch die Dokumente oder Pläne an denen Lautsch mitgearbeitet hat, waren keine scharfen. Es ist bis heute nicht ein offizielles Dokument des Oberkommandos der Warschauer Vertragsstaaten oder des sowjetischen Generalstabes veröffentlicht worden, in denen faktische Planungen für einen Angriff dargestellt wurden. Ich lass mich da aber gern eines besseren belehren.

Albatros

Moin Holger,

danke Dir für Deine interessante Antwort, top

Das war die Ausgangslage der Diskussion zwischen Frank und mir.

Auf Seiten der WP-Flotten standen Ende der 80ziger Jahre mehr als 110 Landungsschiffe für Kampflandungen also Offensiv bereit, damit konnten mindestens 8.000 Mann, amphibisch ausgebildete Truppen in einer Operation gelandet werden.

Dann im weiteren Verlauf,

Frank, das Thema lautet Ostseeausgänge, wenn der WP hätte einen Angriff in Europa starten wollen, wären auch alle benötigten Marineinfanteristen vor Ort gewesen, es war die Rede von 8.000 Mann.


Die Annahme war das mit den vorhandenen Landungsschiffen 8000 Mann in einer Welle an den Strand gebracht hätten werden können, wie Du jetzt schreibst wäre das dann wohl die 2.Staffel mit ,,normalen" Truppen gewesen.

Als Frage von mir,

Du schreibst, Bei den Seelandungen wären die Marineinfanterieeinheiten der baltischen und der polnischen Flotte die erste Staffel gewesen (Anlandung durch Hubschrauber, Luftkissenboote, Absetzen durch Flugzeuge),

Wie stark wären denn hier die  Marineinfanterieeinheiten ca. gewesen?

Und weiter,

Und bitte nicht vergessen, alles was hier in der Öffentlichkeit kursiert - es sind alles Übungsdokumente. Auch die Dokumente oder Pläne an denen Lautsch mitgearbeitet hat, waren keine scharfen.

Ich war von nichts anderem ausgegangen.

:MG:

Manfred

Trimmer

Hallo Manfred - auch ich sehe es so wie Holger - es waren " Planspiele " des WP. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Erhebt sich natürlich die Frage zumindest bei mir wie die " Planspiele " der NATO ausgesehen haben und wärend man im Internet immer mehr Dokumente des WP findet sieht es da auf der anderen Seite doch relativ mau aus. Geht sicher hier am ganzen Thema vorbei aber die Begriffe " Vorwärtsstrategie - Vorwärtsverteidigung " findet man doch auch auf Seiten der NATO.
M.M nach sollte keine der beiden Seiten den " Friedensengel " spielen. Es standen sich zwei feindliche Systeme gegenüber und die Frage wer vielleicht zuerst ...... ich bin zufrieden das es nicht soweit gekommen ist.

In diesem Sinne - einen Guten Rutsch ins Neue

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Moin Achim,
Etwas zu den angesprochenen Strategien.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearstrategie
Die Planungen des WP
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/der-warschaupakt-plante-den-nuklearen-ueberfall-auf-westeuropa-1.830358
In wieweit das im Artikel der NZZ beschriebene den Tatsachen entspricht vermag ich nicht zu beurteilen.

Es standen sich zwei feindliche Systeme gegenüber......

Wobei die Unterschiede beider Systeme dazu führten das dem einen die Menschen wegliefen und in folge dessen sich Staaten bildeten die wiederum auf eigenem Wunsch und unter demokratischen Regeln dem verbliebenen beitraten und weitere diesen Wunsch haben.

Auch von mir, allen einen Guten Rutsch ins 2015 :MG:

Manfred


ede144

Zitat von: Trimmer am 31 Dezember 2014, 11:17:11
Hallo Manfred - auch ich sehe es so wie Holger - es waren " Planspiele " des WP. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Erhebt sich natürlich die Frage zumindest bei mir wie die " Planspiele " der NATO ausgesehen haben und wärend man im Internet immer mehr Dokumente des WP findet sieht es da auf der anderen Seite doch relativ mau aus. Geht sicher hier am ganzen Thema vorbei aber die Begriffe " Vorwärtsstrategie - Vorwärtsverteidigung " findet man doch auch auf Seiten der NATO.
M.M nach sollte keine der beiden Seiten den " Friedensengel " spielen. Es standen sich zwei feindliche Systeme gegenüber und die Frage wer vielleicht zuerst ...... ich bin zufrieden das es nicht soweit gekommen ist.

In diesem Sinne - einen Guten Rutsch ins Neue

Gruß - Achim - Trimmer

Ich vermute mal Tom Clancy hat das alles ganz gut mit "Im Sturm" beschrieben.

2M3

Zitat von: Albatros am 30 Dezember 2014, 21:24:52
Hallo Frank,

ich fürchte Du hast den Verdacht persönlich angegangen zu werden, dem ist nicht so, wie Du schon schreibst, keiner konnte sich seinen Geburtsort aussuchen.

Wie gesagt ich möchte Dir nicht auf den Schlips treten, es ist interessant mit Dir Meinungen auszutauschen, ebenso mit allen anderen die sich hier beteiligen, man lernt immer was dazu!

Ich bin nur immer wieder erstaunt das man, wenn man auf der östlichen Seite des ,,Eisernen Vorhangs" gelebt hat oder leben musste, Argumente zur Verteidigung der dortigen damaligen militärischen und politischen Situation findet.
Moin Manfred,

erst mal wünsche ich Dir und allen Mitgliedern des Forums einen schönen Jahreswechsel und alles Gute für 2015.

Nein, ich nehme nichts persönlich, wundere mich nur, wie von ehemaligen BW-Angehörigen, die nach offizieller Verlautbarung ja kein Feindbild hatten und auch nicht haben, immer wieder die abstrusesten Konstrukte herbei gezaubert werden, um dem Lieblingsfeind "Böser Russe" und seinen damaligen zwangsweisen Verbündeten eine gesteigerte Agressivität zu bescheinigen. Ich muss auch niemanden und nichts verteidigen, weil ich mein Umfeld schon immer kritisch betrachtet habe und dies auch zu DDR-Zeiten bescheinigt bekommen habe. So wurde mir in einer Beurteilung vom April 1981 schriftlich bestätigt, dass ich unter dem "Einfluss westlicher Massenmedien" stehe, was auch immer das bedeuten sollte. Daher erlaube ich mir auch heute Äußerungen und Behauptungen kritisch zu hinterfragen, besonders seitens unserer Mainstream-Massenmedien. Da sind mir meine eigenen Erfahrungen doch glaubwürdiger, als diese Verschwörungstheorien, die da zeitweise durch den krisengebeutelten Blätterwald geistern.

Einige Beiträge vorher wurde in diesem Thema ja bereits der NVA unterstellt, gegen Ende der 80er Jahre die Aufgaben der polnischen Armee mit zu übernehmen ohne auf die desolate wirtschaftliche und damit auch militärökonomische Lage in der DDR einzugehen. Es wird nicht besser, wenn immer wieder Übungspläne als konkrete Kriegspläne behauptet werden und wenn in einem militärisch geprägten Forum zur Beweisführung angeführt wird, dass Landungsschiffe des politischen und potentiell auch militärischen Gegners, oh Schreck, auch Panzer transportieren konnten und das auch geübt wurde aber gleichzeitig die eigenen Manöverhandlungen verharmlost werden.

Die Sowjets hatten nun mal das Trauma vom Juni 1941 und wollten nie wieder auf eigenem Boden kämpfen müssen. Daher haben sie alles argwöhnisch beobachtet und überall einen Hinterhalt vermutet. Das war dann teilweise schon pathologisch. Von der zu exportierenden Weltrevolution war da aber schon lange nicht mehr die Rede. Und speziell die NVA und ihre ehemaligen Angehörigen immer wieder als Schmuddelkinder und Erfüllunggsgehilfen der Sowjets darzustellen, finde ich nicht zielführend. Mit Links zu irgendwelchen Zeitungsartikeln kommen wir da, glaube ich, nicht weiter. Wo sind denn die Pläne mit genauen Zeitangaben und den Angaben der Gründe, warum auf einen geplanten Krieg dann doch verzichtet wurde? Waren Eure Vorgesetzten wirklich so naiv, dass sie das Gros der BW zum Wochenende in den Urlaub geschickt haben, trotz latent unterstellter Kriegsgefahr?

Ich betrachte mich übrigens auch nicht als hinter dem eisernen Vorhang gelebt zu haben, ich bin gut informiert u. a. auch mit Westfernsehen und -radio aufgewachsen, und wenn ich in den Westen gewollt hätte, wäre ich bestimmt nicht über die Mauer geklettert, sondern hätte das intelligenter angestellt.

Einen guten Rutsch und das uns das neue Jahr neue Einsichten und mehr Verständnis füreinander bringt.

Frank


Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

2M3

Zitat von: ede144 am 31 Dezember 2014, 13:57:58
Ich vermute mal Tom Clancy hat das alles ganz gut mit "Im Sturm" beschrieben.
Glaube ich nicht, denn die Deutschen sind da etwas unterrepräsentiert. So mir erinnerlich, nahm an diesem Krieg auch nur ein NVA-Offizier teil. :wink:
Typisch amerikanisch halt, immer der Mittelpunkt der Welt. :angel:

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Albatros

Zitat von: 2M3 am 31 Dezember 2014, 14:45:01


Einen guten Rutsch und das uns das neue Jahr neue Einsichten und mehr Verständnis füreinander bringt.

Frank

Dir auch und ich werde mir Mühe geben....... :MZ:

:MG:

Manfred

Seefuchs

Hallo Zusammen,

ich bin im Westen, zum Glück, aufgewachsen!

Ich war von 86 bis 1998 Soldat der BW, meistens bei den PzGren!

Und natürlich hatten wir ein Feindbild....!

Das war aber 90 perdü!

Aber nicht so eins wie diese Herren hier; home.snafu.de/veith.....

Und die schreiben und denken noch heute so, da weiß ich wie die andere Seite, zumindest mit Masse, gedacht hat! Gut das es kam, wie es gekommen ist!

SNAFU ist zwar off Topic und wenns nicht gepostet werden darf, bitte löschen!

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

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