U-Boot-Angriffe durch Rammung

Begonnen von TW, 20 Mai 2013, 14:23:27

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

TW

Zitat von: R.B. am 26 März 2013, 12:43:57
Es hat mindestens ein oder zwei Gefechte mit einem Kriegsschiff (Korvette(?)) gegeben, bei dem das U-Boot das Kriegsschiff mehrfach vorsätzlich gerammt hat, nachdem es zum Auftauchen gezwungen worden war. Ein Schiff wurde dabei stark beschädigt, später ist es nach meiner Erinnnerung auch gesunken. Miteinander verkeilt liegend hat die U-Boot-Besatzung versucht, das Schiff zu entern. Auch das ist in den 2000 Seiten von Blair, Hitlers U-Boot-Krieg detalliert beschreiben. Auch britische und deutsche U-Boots haben versucht, sich gegenseitig zu rammen, wenn ein Torpedoschuss wegen zu geringer Entfernung oder Schäden nicht mehr möglich war.

Ich möchte das Thema gerne aus der Diskussion um Tauchtiefen rausnehmen. Ich versuche mal, alle Rammangriffe aus dem ASS-Projekt herauszufiltern.

Rohwer: U-Boot-Erfolge der Achsenmächte: HMA 2013
http://historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/uebersicht.php

Hier die ersten Ergebnisse:
19.04.42   U81  rammt  -S  Hefz el Rahman
25.01.43   U431 rammt  -S  Omar el Kattab
01.11.43   U405 rammt  DD.215 Borie
01.02.44   U453 rammt  -S Agia Paraskevi
                       -S Salem
                       -S Hilmi
02.02.44   U453 rammt  -S Yahia

Bisher also bloß ein einziger Fall, in dem ein U-Boot versuchte, ein gegnerisches Kriegsschiff angriffsmäßig zu rammen, in allen anderen Fällen handelte es sich "nur" um Segelschiffe.
Ich gehe ASS jetzt noch mal auf Datensätze durch, in denen das Rammen sekundär durchgeführt wurde. Solche Recherchen gehen leider nur intern, im Editier-Modus, da das Feld "Waffe" nach außen bisher nicht durchsuchbar oder indexierbar ist. Dazu müsste man eine komplexere Abfrageform (SQL)einrichten (so ähnlich wie beim Projekt "duikboot").
Gruß, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Urs Heßling

moin,

Zitat von: TW am 20 Mai 2013, 14:23:27
Bisher also bloß ein einziger Fall, in dem ein U-Boot versuchte, ein gegnerisches Kriegsschiff angriffsmäßig zu rammen,

ich tippe auf U 405 / BORIE http://www.uboat.net/boats/u405.htm

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

TW

Genau, und mit Artillerie und Rammversuch :

26.01.44   U957 rammt  PTC.38

Fussnote: Das KTB U-957 verzeichnet einen Angriff auf das Schnellboot PTC 38 mit der 20mm Kanone, und einen Angriff auf einen Kutter mit Überlebenden.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Urs Heßling

moin, Thomas,

aus der Chronik:
3.– 29.2.1944
Indischer Ozean
Von Penang aus operieren weiterhin die dt. U-Boote der Gruppe »Monsun«, darunter U 188 (Kptlt. Lüdden), das im Golf von Aden am 7. und 12.2. östlich von Sokotra insgesamt 7 indische Dhaus durch Artilleriefeuer und Rammen und am 4. und 9.2. das chines. Libertyschiff Chung Cheng (7176 BRT) und die norw. Viva (3798 BRT) versenkt. ..
[Ende Zitat]
Die Dhaus sind bei u-boat.net nicht in der Erfolgsliste aufgeführt.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

TW

#4
Nur 1 Angriff mit Torpedo und Rammung, und zwar durch ein Klein-Uboot Seehund mit der Besatzung Penzkofer/Schulz am 10. April 1945:

http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=3949

Anmerkung: Der "Seehund" verfehlte einen Zerstörer bei South Falls. Der Backbord-Torpedo blieb bei dem Angriff im Rohr stecken und zog mit der Kraft seines Antriebs das Klein-U-Boot bis zum Ziel, detonierte aber nicht. Der Zerstörer griff darauf hin den "Seehund" an, der aber glücklicherweise entkommen konnte.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

In diesem Fall vom 26.3.1945 handelt es sich eher um eine Kollision als um einen Ramm-Angriff durch einen Seehund:

http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=3926

Anmerkung: HMS "Puffin" wurde offenbar von einem auftauchenden "Seehund" gerammt, den seine Besatzung bereits verlassen hatte. Die darauf folgende Torpedoexplosion beschädigte HMS "Puffin" so schwer, daß sie nicht repariert wurde. Der Seehund konnte nicht genauer identifiziert werden.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Zitat von: Urs Heßling am 20 Mai 2013, 14:35:44
... am 4. und 9.2. das chines. Libertyschiff Chung Cheng (7176 BRT) und die norw. Viva (3798 BRT) versenkt. ...

Nein, Urs, in der Chronik ist es missverständlich formuliert, nur die Dhaus wurden mit Artillerie und Rammstoß angegriffen, nicht aber die o.g. Dampfer.
Schönen Gruß, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Angriffe mit Artillerie und Rammversuch:

30.07.42  U375  mit A+R auf  -S  Ekbal
26.01.43   U431 mit A+R auf  -S  Hassan
15.10.44   U481 mit A+R auf  -S  Endla
15.10.44   U481 mit A+R auf  -S  Dan
15.10.44   U481 mit A+R auf  -S  Maria

Die Angriff von U188 auf 7 Dhaus im Indischen Ozean hat Urs schon genannt.
Gruß, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

chattius

G'moie

Vetehinen gegen ShCh305?

http://en.wikipedia.org/wiki/Finnish_submarine_Vetehinen

Sukullusvene als Suchbegriff auf der sa-kuva.fi Seite zeigt ein paar finnische U-boote, leider oft ohne Namen.

Gruss Chattius


TW

Zitat von: chattius am 20 Mai 2013, 15:21:30
Vetehinen gegen ShCh305?
http://en.wikipedia.org/wiki/Finnish_submarine_Vetehinen
Gruss Chattius

Der Angriff ist bei Rohwer als reiner Artillerieangriff geführt, fehlt daher in meiner Liste. ---  Die Seehundangriffe kann man beide auch nicht wirklich als Rammangriffe bewerten, wenn man die Anmerkung studiert.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

chattius

G'moie

Das Wrack von ShCh305 wurde 2007 mit Sonar gefunden, 2010 von Tauchern untersucht, identifiziert und zum Kriegsgrab erklärt und das Versenken durch Rammen wurde nicht wiederlegt. Auch musste der Bug der Vetehinen repariert werden.

Vermutete Entfernung von 305 1000m, Torpedo unterläuft weil tatsächliche Entfernung um 250m.  Versuchter Beschuss, 305 macht Nottauchmanöver, Entscheidung zum Rammen um das U-Boot nicht entkommen zu lassen.

http://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?147713

Die russischen Boote lagen tagsüber meist auf Grund und luden nachts die Batterien auf. Finnische U-Boote wurden teilweise mit Wasserbomben ausgerüstet um mit Sonar und Schleichtfahrt von der Oberfläche aus Jagd zu machen? War das auch in anderen Marinen üblich?

Gruss Chattius

H.Bleichrodt

Hallo Chattius,

Finnische U-Boote mit Wasserbomben ???  :?

Hab ich ja noch nie gehört, hast du dafür ne Quelle?

Alex
Auf Sehrohrtiefe !

toppertino

ZitatAnmerkung: HMS "Puffin" wurde offenbar von einem auftauchenden "Seehund" gerammt, den seine Besatzung bereits verlassen hatte. Die darauf folgende Torpedoexplosion beschädigte HMS "Puffin" so schwer, daß sie nicht repariert wurde. Der Seehund konnte nicht genauer identifiziert werden.

Mal ganz kurz offtopic:
HMS Puffin  :-D "Nur Puffin gibt mir die Kraft und Ausdauer die ich brauche..."
Welcher Film ist das?!?  :wink:
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

suhren564

Zitat von: chattius am 21 Mai 2013, 11:23:08
Die russischen Boote lagen tagsüber meist auf Grund und luden nachts die Batterien auf. Finnische U-Boote wurden teilweise mit Wasserbomben ausgerüstet um mit Sonar und Schleichtfahrt von der Oberfläche aus Jagd zu machen? War das auch in anderen Marinen üblich?

Dies würde ja die U-Boote selber stark gefährden, denn sie haben ja nicht den Fahrtüberschuß, um bei der WaBo-Explosion weit genug entfernt zu sein!
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

kgvm

Ich nehme mal an, die Schleichfahrt galt nur bis zum Wurf. Und ob ein U-Boot wirklich so viel langsamer war als so mancher zum U-Jäger umgebaute alte Fischdampfer?

Impressum & Datenschutzerklärung