Wrackkarte Gdynia / Gotenhafen 1939

Begonnen von TD, 05 Juni 2013, 23:45:23

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MarkusL

Hallo,
zu den "Groß-" Docks in Gotenhafen:
1942/43 erfolgte die Verlegung der Docks
B, 40.000 t, baugleich A in Wilhelmshaven und
C, 60.000 t, 270x45 m,
von Kiel nach Gotenhafen. Alle drei Docks, A, B, C, bei Schichau/Danzig gebaut. C im April/Mai 40 in Kiel in Betrieb genommen.
Nach KTB Skl. vom 10.10.43 Dock 2.500 t in Gotenhafen gesunken.
Nach KTB Skl. 18./19.12.44 Dock B versenkt, eventuell Schreib-/Übermittlungsfehler?
Ebenso versenkt Dock 5 sowie Treffer auf Dock 4. Diese möglicherweise 6.000 t und  4.000 t Docks.
Die KM dürfte die Docks für Schiffe ab Schwere Kreuzer mit Großbuchstaben, A, B, C noch fertig, nicht mehr realisiert D, E evtl. noch F und G, bezeichnet haben.
Numerik dann für kleinere Docks.
Allerdings haben Privatwerften ebenfalls Großbuchstaben für Docks verwendet, z.B. Howaldt Kiel, dort ebenfalls Dock C. B & V wiederum römische Ziffern, dort Docks I bis VIII.
Insofern ist die Listenidentifikation zuweilen sehr schwierig.
Durch die GHH erfolgte ab 1940 der (Zusammen-) Bau von drei 6.000 t Docks in Gotenhafen.
Gruß
Markus



halina

Von den zahlreichen in der Aufstellung aufgeführten Schwimmdocks sind jedoch in dem Hafenbelegungsplan der Marine
aus dem Jahr 1944 , den unlängst ein Mitglied hier eingestellt hat , nur 2 Docks zu sehen .
Das mit q bezeichnete Schwimmdock ist stillgelegt und kann in dieser Position auch nicht benutzt werden , festgemacht hat
hier längsseits die mit  p markierte  "UNITAS" .  Das einzigste hier im Hafen liegende betriebsfähige Dock ist das mit  t
bezeichnete Schmimmdock  C .
                                                                                                                                                       :MG:   halina
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

MarkusL

Hallo,
im Plan sind eingezeichnet die Docks B und C.
Es fehlen in der Tat alle Hafenbetriebsfahrzeuge, Hebewerk, Hebepontons, sonstige Schwimmdocks und Schwimmkrane (z.B. DEMAG 350 t).
Eventuell waren diese für die "Auflockerung" nicht von Bedeutung.
In "Koop/Schmolke: Die Schweren Kreuzer der Admiral-Hipper-Klasse"  ist auf S. 108 ein Luftbild mit Docks B und C an gleicher Stelle wie im Plan zu finden.
Dort auch die "Klein"-Schwimmdockanlage im Hafenbecken 6 (Drei Docks, evtl. 2.500 - 4.000 -6.000 t). U.a. im gleichen Buch Nahaufnahme von Prinz Eugen im Dock in Gotenhafen. Aufgrund der Abmessungen gehe ich von Dockung im B-Dock aus.
Gruß
Markus

halina

Moin Markus ,  wenn man davon ausgeht , dass der Werftbelegungsplan einigermassen massstabgerecht gezeichnet wurde,
                    so ist das von mir beschriebene und stillgelegte Schwimmdock q nicht länger als 200 meter , denn die Unitas
hatte nur eine Länge von ca.193 meter , also dürfte es sich wohl eher um ein 25.000 t  Dock handeln .
Der von Dir erwähnte 350 t  Demag-Schwimmkran war zu diesem Zeitpunkt in Dänemark im Einsatz .
                                                                                                                                                          :MG:   halina
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zu lassen"
                      Phil Borman

MarkusL

Hallo,
anbei ein Link zu einem Luftbild Gotenhafen August 44.
http://www.airrecce.co.uk/WW2/imagery/Gdynia/Gdynia_main.html
Da ist dann auch der Größenvergleich Unitas/Schwimmdock B (248x38(innen) m) wieder hergestellt.
Bei genauer Betrachtung auch zwei Demag Schwimmkrane im Schlagschatten erkennbar.
Dazu noch Schleswig-Holstein im C-Dock.
Herzlicher Gruß
Markus

halina

Hallo Markus , danke für die interessante Luftbildaufnahme , die natürlich einen besseren Grössenvergleich ermöglicht als der
                     Werftplan es hergibt . Danach könnte wohl TD recht haben der mit seiner Angabe über 2 Schwimmdocks mit
                     40.000 t berichtet , aber wo soll sich nun das 60.000 t  Schwimmdock befinden ?
                                                                                                                                                             Gruss  halina
                                                                                                                                                   
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

TD

Hallo Schwimmdockfachleute,

es ist ja eine riesige Anzahl Docks welche so nach und nach für Gotenhafen im Zuge des Ausbaues zum Kriegshafen zusammen kamen.

Ist es euch auch möglich diese ganzen Docks Stand 1945 einmal aufzuschlüsseln nach:

zu westdeutschen Häfen vor Kriegsende abgeschleppt

versenkt und vernichtet

versenkt, gehoben und repariert
schwimmend von Russland erbeutet

Verbleib der Docks nach 1945 ( russ. und polnische Beute )

Da wir ja viele polnische und russische Leser haben könnte es ja eine schöne Sache werden.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

crolick

Zitat von: TD am 01 Januar 2015, 23:48:04
Dort wird das  Kohlenbunkerschiff SKARBOFERME gemeldet welches auf einen Bagger versenkt wurde.

Welcher Bagger lag wohl unter der SKARBOFERME  ( 606 BRT / Baujahr 1910) ?
Dear Theo,

this was NOWA DRAGA which was sunk in norther entrance to Gdynia harbor. She was selvaged on 23 XI 1939.

Hope that helps!

TD

Hallo Andrzej,

vielen Dank für diese Auskunft !

Schön das Du im Forum bist.

Vielleicht kannst Du ja bei den Docks noch Klarheit bringen.

Bis dann

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

MarkusL

Hallo,
hier ein Link der polnischen Freunde zu den wenigen bei Polen verbliebenen Docks und Pontons.

http://www.dawnygdansk.pl/forum/printview.php?t=2771&start=0&sid=5ebb2508801e3690cc4ccc6114efa362

Alle übrigen im Ostraum verbliebenen Docks und Pontons dann SU-Beute.

Gruß
Markus

AvM


MarkusL

Hallo,
vielen Dank für die Präsentation der Tabelle  top. Sehr überraschend, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt, August 1945, von der sowjetischen Seite ein nicht unbeträchtlicher der "Kriegsbeute" an die Polnische Republik übergeben wurde. Für die "Danziger Werft" war glaube ich der juristische Status, und damit auch die Frage des Dockeigentums, strittig.
Interessant die geringe Veranschlagung der Hebefähigkeiten von Dock C, 45.000t statt 60.000t, und B, 28.000t statt 40.000t. Eventuell eine Folge der beträchtlichen Bombenschäden nach dem Angriff am 18.12.44, aber danach kein Totalverlust.
Ebenso interessant, dass von der beträchtlichen Anzahl Docks in Szczecin/Stettin nur das 10.000t Dock der Oderwerke (= Flender 285, 6.000/9.500t) verzeichnet wird.
Nochmals herzlichen Dank und Gruß  :MG:
Markus

AvM

Zitat von: MarkusL am 26 Juni 2015, 21:08:46

Sehr überraschend, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt, August 1945, von der sowjetischen Seite ein nicht unbeträchtlicher der "Kriegsbeute" an die Polnische Republik übergeben wurde. Für die "Danziger Werft" war glaube ich der juristische Status, und damit auch die Frage des Dockeigentums, strittig.

Ja , aber Du solltest auch "Kleinschrift" lesen. Miet (a) bezeichnete Dock waren für Transport von Kriegsbeute von Sowjets geliehen und niemals zurückgegeben :)

MarkusL

Hallo,
vielen Dank für die ergänzende Info. Habe mich schon über die unsowjetische Großzügigkeit gewundert und gedacht, Stalin hätte bei der Verteilung einen schlechten Tag gehabt.
Herzlicher Gruß
Markus

AvM

Zitat von: MarkusL am 26 Juni 2015, 12:20:06
Hallo,
hier ein Link der polnischen Freunde zu den wenigen bei Polen verbliebenen Docks und Pontons.

http://www.dawnygdansk.pl/forum/printview.php?t=2771&start=0&sid=5ebb2508801e3690cc4ccc6114efa362

Alle übrigen im Ostraum verbliebenen Docks und Pontons dann SU-Beute.

Gruß
Markus

Nett, dort sind meistens meine Beiträge :)

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