der deutsch- spanische Krieg von April 1897

Begonnen von kaimarex, 03 November 2013, 13:53:37

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kaimarex

#75
Ein bissle Einblick in die miese Lage schon 1896 beginnend:
Graf Waldersee schreibt am 14. Mai : " Hohenlohe ist gänzlich müde, läßt alles laufen, die Minister gehen ihre eigenen Wege. Auf dem auswärtigen Gebiet herrscht Holstein unumschränkt weiter; Ph. Eulenburg und der Botschafter Bülow im Verein mit Kiderlen führen den Kaiser, ohne daß er es merkt "// ( Also die 4 können den Willy zu allem möglichen Aktionen überreden)
28. Juni : " nur auf 1 Gebiet- auswärtige Politik- merkt er nicht, wie er betrogen wird und einem Rattenkönig gegenübersteht"
Jetzt ist das Vernügen die Hauptsache, die Arbeitszeit minimal und infolgedessen der Einfluß der Kabinettschefs viel zu groß.
20. August : Bedauern über Bronsarts Rücktritt( Kriegsmin) ist ganz  allgemein. Nachfolger-Wahl, nach meiner Ansicht, die VIELE TEILEN; KAUM unglücklicher zu treffen.

31. Oktober : Kaiser noch völlig unter Wirkung des Artikels der Hamb. Nachrichten über unseren Vertrag mit Rußland und war gegen Bis. sehr aufgebracht. Hahnke hat Mühe den Monarchen von übereilten Maßregeln abzuhalten, seine ganze Umgebung sehr erregt( könnte heißen Willy zornig- den Verräter sofort verhaften !!)
Ich versuchte zu beruhigen " bin sicher, daß wirklicher Schaden nicht angerichtet, da Franz Josef und Humbert nie an eurer Treue zweifeln werden "
25. Nov : Leider hat sich der Kaiser zu schlimmen Äußerungen über Bis. hinreißen lassen " höchstgestellte Personen gegen ihn Hoch - und Landesverrat trieben " und das vor einigen 100 Leutnants ! (  Ja, wenn man dem W das Verhaften ausredet, dann haut er seine Wut vor xxx Zuhörern raus !!! )

31. Jan 97 : Während der Unterhaltung vervollständigte der Kaiser die graphische Darstellung der franz. und dt. Marine, kam auch auf die Notwendigkeit der Flottenvermehrung bei uns. gab mir die Zeichnung, empfahl deren Studium. seine Bemerkung, für die Flotte müsse bald Großes geschehen, deutet die Möglichkeit eines Kanzlerwechsels an, denn Hohenlohe leistet jenen M-Plänen Widerstand.
10. Feb :Kaiser hat bei Miquel diniert, ist mit seinen Flottenplänen herausgekommen, vor die Öffentlichkeit.
1. März : erhielt Schreiben von Adm. Senden, der Kaiser will mich für seine M-Pläne gewinnen.
Geldfrage würde schließlich zu lösen sein. Das Schlimme ist aber, daß von einer Konkurrenz mit England  doch keine Rede sein kann, und ich nicht zu glauben vermag, mit diesem Lande je wieder auf guten Fuß zu kommen.
SOLANGE wir KEINE KOLONIALPOLITIK  trieben und eine WINZIGE FLOTTE  hatten, auch unsere Industrie nicht so entwickelt war, galten wir als ganz wünschenswerte Bundesgenossen.
JETZT ist es ENGLANDS ZIEL, UNS ALS SEEMACHT NICHT AUFKOMMEN  zu lassen.

16. März: Kaiser sah mich, kam sogleich zu mir, begann lebhaft :" WAS sagen sie zur Ablehnung der Schiffe in der RT-Kom? "
Nun  entspann sich ein Gespräch, aus dem hervorging, daß d.Kaiser außerordentlich verbittert ist.
Er erzählte auch,  daß sowohl Hollmann als der Kanzler den Abschied eingereicht hätten.
Besonders scharf sprach er übers Zentrum.
Leider kommt ihm diese Erkenntnis etwas spät.
Ich erwiderte, die Ablehnung von 2 krz + einigen Tb sei nicht bedeutend genug, um den RT aufzulösen.
Ich fragte, wie er mit den dt. Fürsten stände ? er erwiderte, dem Prinzregenten gar nicht zu trauen.
Ich berührte das Problem Transvaal und erklärte, England sei nmA entschlossen, diese Frage jetzt wieder energisch aufzunehmen, mit der HAUPTABSICHT, uns und BESONDERS IHM, Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Ein deutscher Generalstabsoffizier 1910 nach Gesprächen mit brit.Generalen, deren Angst vor Aufständen in Indien und Ägypten und der Gefahr der Invasion" Man erwartet also von Deutschland dasselbe Verhalten, daß man von England erwarten müßte."

Der preußische Militärgeist hat eine schwache Stelle: die Neigung zur Schablone

Urs Heßling

moin,

Zitat von: kaimarex am 07 November 2013, 14:52:15
31. Oktober : Kaiser noch völlig unter Wirkung des Artikels der Hamb. Nachrichten über unseren Vertrag mit Rußland und war gegen Bis. sehr aufgebracht. Hahnke hat Mühe den Monarchen von übereilten Maßregeln abzuhalten, seine ganze Umgebung sehr erregt( könnte heißen Willy zornig- den Verräter sofort verhaften !!) ..
25. Nov : Leider hat sich der Kaiser zu schlimmen Äußerungen über Bis. hinreißen lassen " höchstgestellte Personen gegen ihn Hoch - und Landesverrat trieben " und das vor einigen 100 Leutnants !
Anmerkung:
.. und 10 Monate später wird die FÜRST BISMARCK, der erste Panzerkreuzer (?), getauft.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

kaimarex

Ich sag ja, der hat ein schlechtes Jahr( oder mehr ) gehabt.
Geht ja mit Krüger und Transvaal Dez 95  los.
Diese  Unterstellung er selbst habe den Telegrammtext verändert. wird vom Große Politik Band 11 als völlig falsch widerlegt !
Es war übrigends Hollmann der Zeuge, als Willy sich von den AA- Experten seine Einwände wegnehmen ließ !
Und im Sommer/ Herbst 97 war es ja Tirpitz, der extra zu Bismarck gefahren ist, ihm zugeredet hat und der dann fürs Schiffe bauen( aber lieber mehr Kreuzer) eingetreten ist.
Ein deutscher Generalstabsoffizier 1910 nach Gesprächen mit brit.Generalen, deren Angst vor Aufständen in Indien und Ägypten und der Gefahr der Invasion" Man erwartet also von Deutschland dasselbe Verhalten, daß man von England erwarten müßte."

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kaimarex

#78
Waldersee, noch 16. März : Aus dem,was ich sonst noch hören konnte, ging für mich mit Sicherheit hervor, daß der kaiser tief verletzt ist und auch sehr unzufrieden mit Hohenlohe + Marschall. Zu großem Schritt noch nicht entschloßen, rechnet aber mit Kanzlerwechsel nach RT-Schluß. An mich mag er dabei auch denken, jedoch mehr als ultima ratio.
Von Bekannten hören müssen, ich sei der Einzige, der sich als Kanzler mit ihm einrichten könnte.
Ich hatte längere Unterhaltung mit .... Admiral Senden, auch mit MdRs und alten Bekannten wie zB . Verdy. Bei allen große Besorgnis und meist tiefe Verstimmung.
In weitesten Kreisen sehr schlechte Stimmung, eig. sind alle PARTEIEN teils feindselig, teils tief verstimmt und betrübt. es ist nun soweit, daß man an allem, was er sagt oder gesagt haben könnte, bittere Kritik übt.

20 März : trotz aller  Bemühungen +  großer Anstrengungen Hohenlohes, Marschalls und Hollmanns sind die Krz heute abgelehnt worden. Was wird der kaiser tun ? Nach allem... müßte er eigentlich Hohenlohe entlassen. ich glaube aber, es wird nichts geschehen, Hohenlohe auch nicht fortgehen, der bedenkliche Zustand also noch weiter dauern.

27 März : die vereinigten Flotten, darunter das dt. Schiff ( Kai Au ??/klar) haben in ein Gefecht der Aufständischen mit den Türken eingegriffen.

6. April . in ausländ. Zeitungen  scheint seit einiger Zeit wieder maßlos über den Kaiser gelästert zu werden, engl + amerk. Zeitungen mit größter Dreistigkeit.

16. Mai: bin nun fast täglich Kanzlerkanditat, die Leute müssen entsetzliche Angst vor mir haben. Der Kaiser ist jetzt unterwegs bis zum Herbst, also keine Lust zu Kanzler+ Ministerwechsel.  Alle Fragen bis zum Herbst vertagt.

30. Mai : besuchte mich RT-Abgeordnete Graf Schwerin, glaubt noch an nahen Kanzlerwechsel, was ich ihm auszureden suchte.
Was für wunderliche Ideen, es sei ernsthaft besprochen worden, die MARINEFORDERUNGEN  vor den LANDTAG  zu bringen!!!

31. Mai : besuchte mich OB Giese, ein sehr verständiger Mann. er sagte man erwarte noch in dieser Woche große Veränderungen, und nenne mich mit vieler Bestimmtheit als Hohenlohes Nachfolger; ich hätte DS eingereicht und dabei den Abgang von 4 Ministern, sowie von Lucanus und Hahnke verlangt. Die Sache ist bezeichnend für die bei uns herrschende Verwirrung und Aufregung, die zu abenteuerlichsten Gerüchten führt.
Ein deutscher Generalstabsoffizier 1910 nach Gesprächen mit brit.Generalen, deren Angst vor Aufständen in Indien und Ägypten und der Gefahr der Invasion" Man erwartet also von Deutschland dasselbe Verhalten, daß man von England erwarten müßte."

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kaimarex

#79
Waldersee, 13. Juni : in Wiesbaden traf ich in meinem Hotel Miquel,der sich etwas erhoien wollte. Er wurde am 11. nach Berlin gerufen. Ich bin überzeugt, daß nunmehr die Krisis zur Entscheidung kommen wird, und zwar so, Miquel als eine Art Vizekanzler und Vizepräsident.
Am interessantesten war mir seine Erklärung nur mitzumachen , wenn ein Programm festgelegt + vom Kaiser genehmigt würde,  und wenn man entschlossen wäre , mit dem Zentrum zu paktieren.
Auch eine wirkliche Aussöhnung mit Bismarck hielt er für nötig, so daß man auf dessen HILFE rechnen könne.

16. Juni :Wir stehen in der Tat vor einem großen Personenwechsel. 1.Schritt- Bötticher zurücktritt und zwar in völliger Ungnade. //Dessen Jobs verteilt //  Miquel wird Vizepräsident
Posadowski Staatssekr. d. Innern.
Marschall tritt zurück, Bernhard Bülow, Botschafter in Rom, an seine Stelle. Man HOFFT, daß unter diesen Umständen Holstein von selbst gehen wird. // Ihr einfältigen Träumer !/
Leider wird wieder mein Name für den Kanzlerposten genannt.

23. Juni : Es charakterisiert unsere Zustände, daß allein der Minister Recke das Gesetz vertritt, während Minpräs, der den Entwurf unterschrieben hat, zu verstehen gibt, er sei ein Gegner.
Daß sein Sohn Alexander im RT gegen das Gesetz Opposition gemacht hat, findet volle Billigung des Vaters. Miquel beim Kaiser sehr in Gnaden, dieser entschieden " hohenlohemüde ".

28. Juni: in Kiel : unmöglich den kaiser in Ruhe allein zu sprechen. Fragte Hahnke, jener erwiderte, daß der kaiser im Kriegsfalle auf mich für ein hohes Kommando rechne und mich nur deshalb nicht zum Armee-Inspekteur mache, weil das Geld fehle.

1. Juli : Immer weitere Kreise überzeugen sich, daß gegen das sic volo und die voluntas regis  energisch FRONT gemacht werden muß. Wer aber sind die Hauptschuldigen ? Sind es nicht die Caprivi, Marschall, Bötticher, Hohenlohe UND ihre Helfer, sowie die KABINETTschefs UND alle, die dem Kaiser immer nach dem Mund geredet haben ?
Jedenfalls recht erfreuliche Aussichten für den Nachfolger Hohenlohes.
Daß der kaiser als solchen mich NICHT im Auge hat, weiß ich nach den letzten Begegnungen.
Er reserviert mich NUR für DEN Fall, daß es gar nicht mehr geht und zum STAATSSTREICH geschritten werden soll. recht ehrenvoll, aber nicht erfreulich.

4. Juli :hatte  Gelegenheit, Ansichten der obersten  Heeresleitung zu erfahren.
Der Kaiser ist, wie ich dies ja seit langen weiß, keineswegs der Mann der OFFENSIVE, für den er in der Welt gilt. Sein ganzes Verhalten im Reiche + Preußen müßte DAS dem aufmerksamen Beobachter zeigen; man läßt sich durch die vielen Kraftaussprüche täuschen.
Auf dem Gebiet der Kriegsführung ebenso. Unsere Gegner... ahnen augenscheinlich noch nicht, daß wir völlig unter  dem Druck stehen, eines schönen Tages von ihnen überfallen zu werden.
Im Westen läßt sich so etwas eher mit ansehen, weil die Grenze  kurz, durch Festungen  + Truppen gut gedeckt ist.
Schutz unseren langen Ostgrenze  durch Befestigungen ist einer der unglücklichsten Gedanken, die jemals gefaßt. Hier hilft uns ALLEIN die Offensive, und daß wir diese aufgegeben haben , ist tief betrübend. Weil der Kriegsmin gemerkt hat, daß d. kaiser sich für Festungsbauten und besonders für techn. Konstruktionen interessiert, ist er SOFORT zum Verfechter aller defensiven Ideen geworden. Die an Pztürmen, lafetten, platten gewaltig verdienende Großindustrie benutzt die Neigungen des kaisers !
DerKaiser fand KEINEN Widerstand, als er das Ostheer zugunsten des WESTheeres schwächte.
Gedanke, auf rechten Weichselufer aufzumarschieren wurde aufgegeben. Fehlt uns der Mut, so würde ich vorschlagen, Hauptkräfte bei Thorn. Dringen die Russen dann in Ostpreußen ein, so fassen wir sie von Süden oder Südwest und führen einen vernichtenden Schlag.
Halte an meiner Ansicht fest, 7 AK für den Osten und zwar 1./ 17./2./3./5./ 6./12.
Für den Westen bleiben  dann 14, die nach meiner Überzeugung genügen. Treten wir im Osten erheblich schwächer auf, so bringen wir die Österreicher unter KEINEN UMSTÄNDEN zu einer FRISCHEN OFFENSIVE.

Ein deutscher Generalstabsoffizier 1910 nach Gesprächen mit brit.Generalen, deren Angst vor Aufständen in Indien und Ägypten und der Gefahr der Invasion" Man erwartet also von Deutschland dasselbe Verhalten, daß man von England erwarten müßte."

Der preußische Militärgeist hat eine schwache Stelle: die Neigung zur Schablone

Urs Heßling

moin, kaimarex,

das Waldersee-Tagebuch ist sehr interessant, aber in dem von Dir gestarteten Thread meiner Meinung nach eine Abweichung. Ein eigener Thread als Hintergrund zur Politik des Kaiserreichs wäre besser.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Leutnant Werner

@kaimarex,
ja, das Schiff vor Kreta war SMS KAISERIN AUGUSTA, da SMS OLDENBURG sie erst im Dezember 1897 ablöste

Karsten

Vorbemerkung:

Im Stile eines Werkes der ,,invasion literature" (wiki: http://en.wikipedia.org/wiki/Invasion_literature ) möchte ich dieses Thema hier mal fortführen. Jetzt geht es mir nicht nur um ,,was wäre wenn", sondern jetzt wird es wirklich eher fiktional. Das Nachfolgende könnte also quasi als Skizze für das Ausgangsszenario eines Romans verstanden werden – aber gestützt auf Fakten und Tatsachen als Basis. Mir würde so ein Werk im Stile von Tom Clancys ,,Im Sturm" (,,Red storm rising") vorschweben.

Diskussion, Kritik und Korrektur-/Verbesserungsvorschläge oder alternative oder ergänzende Szenarioannahmen sind hoch willkommen!

Mein Szenario konzentriert sich allein auf Europa. Für Übersee und die Kolonien fehlt mir nämlich einfach das Wissen. Vielleicht mag aber jemand das Szenario um die Aspekte ,,deutsch-spanischer überseeischer Kreuzer- und Kolonialkrieg" ergänzen?


1. Teil: Operationsziel und -plan

Zu den Kriegsursachen und –zielen haben wir oben schon diskutiert. Ich setze für mein Szenario schlicht und einfach voraus, dass Deutschland und Spanien sich ab April 1897 im Krieg befinden. Über Ursachen und ,,Beutepläne" mag man getrost diskutieren, sie sind für meine nachfolgenden Ausführungen eigentlich egal. Das deutsche Operationsziel besteht darin, durch eine Landung von Truppen auf dem spanischen Festland die spanische Regierung zu einem für Deutschland vorteilhaften (bspw. Feststellung der spanischen Kriegsschuld, deutsche Gebietsgewinne in Übersee, spanische Reparationszahlungen an Deutschland) Friedensvertrag zu zwingen. Der Plan ist zweistufig, um eine Eskalation der Maßnahmen zu ermöglichen:

1. Stufe: Erringung der Seeherrschaft gegen die Spanier zumindest in der Biscaya und auf den Anmarschwegen von Deutschland dorthin. Am Besten auch an der nördlichen spanischen Atlantikküste, um beispielsweise anmarschierende spanische Seestreitkräfte frühzeitig abfangen zu können. Anschließende Anlandung eines deutschen Expeditionskorps an der spanischen Nordküste mit dem Ziel, einen oder zwei der dortigen großen Häfen zu besetzen. Dadurch soll der spanische Überseehandel empfindlich gestört oder sogar unterbrochen werden, um Spanien wirtschaftlich zu treffen. Die besetzten Hafenstädte sollen auch als Unterpfand bei den späteren Friedensvertragsverhandlungen dienen.

2. Stufe: Ist Spanien nach der Vollendung der Operationen der 1. Stufe noch nicht friedensbereit, soll von den besetzen Hafenstädten aus der Vormarsch auf Madrid angetreten werden. Die Besetzung ganz Spaniens ist kein Operationsziel.

Beginn der Operationen ist direkt im April 1897. Bis zum Herbst 1897 muss der Krieg beendet sein, damit nicht die Herbststürme in der Biscaya die deutschen Flotten- und Transportbewegungen stören oder unmöglich machen.


2. Teil: Erringung der Seeherrschaft

In meinem fiktiven Operationsszenario gelingt es der deutschen Marine (selbstverständlich, sonst macht die Fortsetzung des Szenarios keinen Sinn!), bis Ende April 1897 die geforderte Seeherrschaft zu erringen. Weiter oben gibt es ja Bewertungen der spanischen und deutschen Kriegsschiffe.


3. Teil: Landung an der spanischen Nordküste

Die spanische Biskayaküste ist überwiegend felsig und von Klippen und Steilküsten geprägt. Eine Landung an offener Küste kann daher nur an den wenigen Stränden erfolgen, die sich meist an den Flussmündungen gebildet haben. Diese sind jedoch in der Regel klein und verkehrstechnisch schlecht ans Hinterland angeschlossen. Dies und das schlechte Wetter, mit dem in der Biskaya stets gerechnet werden muss und das einer auf offener Reede ankernde Transportflotte übel mitspielen und eine Ausschiffung an einen Strand erschweren oder gar unterbinden kann, lässt es angeraten erscheinen, einen oder mehrere der nordspanischen Häfen als Landungsziel auszuwählen. Die Landung und Eroberung hat in der Frühphase des Krieges zu erfolgen, um (a) das Überraschungsmoment auszunutzen und spanische Küstenverteidigungsmaßnahmen im Anfangsstadium der Mobilmachung zu überwinden und um (b) den oder die eroberten Häfen als Operationsbasis für die deutschen Kriegsschiffe nutzen zu können (Versorgung, Bekohlung, Reparaturen).

In Betracht kommen (von Ost nach West) diese sechs Häfen: Donostia (= San Sebastian), Bilbao, Santander, Gijon, A Coruna (mit Ferrol) und Vigo. Leider fehlen mir Beschreibungen und Beurteilungen des damaligen Zustandes und Ausbaus der Häfen, ihrer Anlagen (bspw. Werften) und Verteidigungseinrichtungen, um eine abschließende Auswahl vornehmen zu können. Von allen genannten Hafenstädten ist jedoch ein Vormarsch entlang von Eisenbahnlinien, die auch als Versorgungs- und Nachschubverbindungen dienen können, auf Madrid möglich. Ich würde die Häfen so bewerten:

Donostia liegt zu nahe an der französischen Grenze und wäre zu exponiert im Falle eines französischen Eingreifens in den Krieg auf Seiten der Spanier. A Coruna und Vigo scheiden aus, weil sie zu weit westlich liegen (längerer Anmarschweg von Deutschland, längerer Vormarschweg auf Madrid). Santander ist schon damals eine bedeutende Hafenstadt, deren Verlust den spanischen Überseehandel schwer treffen würde. Ihre Besetzung wäre ein treffliches Druckmittel in der Hand der Deutschen. Santander ist auch weit genug von der spanisch-französischen Grenze entfernt, um einen ,,cordon sanitaire" zu Frankreich zu haben. Eine der beiden übrigen Städte – Gijon oder Bilbao – dient als Zusatzziel zu Santander. Ich würde Gijon bevorzugen, um auch in Richtung Westen eine Operationsbasis zu haben. Bilbao liegt eigentlich zu nah an Santander und auch Richtung Frankreich. Daher wird eine Landung und Besetzung der Hafenstädte Santander und Gijon noch Ende April/Anfang Mai 1897 angestrebt.


4. Teil: Vormarsch auf Madrid

Beim eventuell notwendig werdenden Vormarsch auf Madrid ist die Überwindung des Kantabrischen Gebirges problematisch, um auf das kastilische Hochland und dort nach Madrid zu gelangen. Seit 1884 überschreiten jedoch fünf Eisenbahnlinien das Kantabrische Gebirge (von Ost nach West): von Alsasua nach Donostia und weiter nach Irun, von Miranda de Ebro nach Bilbao, von Palencia nach Santander, von Leon durch den Pajares nach Oviedo (südlich von Gijon) und von Montannas de Leon nach A Coruna. Zur damaligen spanischen Eisenbahn: http://de.academic.ru/dic.nsf/eisenbahnwesens/2407/Spanische Zur damaligen spanischen Nordbahn: http://de.academic.ru/dic.nsf/eisenbahnwesens/2408/Spanische

Karte des damaligen spanischen Eisenbahnnetzes: http://de.academic.ru/pictures/eisenbahnwesens/large/Ro09088a.jpg

Vor Madrid bildet dann die Sistema Central einen zweiten natürlichen Sperrriegel, der überwunden werden muss. Diese Topographie (zwei Gebirge) macht einen Vormarsch des Angreifers schwierig und erleichtert die Verteidigung (vergleichbar einem Gebirgspass). Auch sind eine Verteilung der angreifenden Truppen und ein Vormarsch in mehreren Angriffsäulen kaum möglich. Es muss daher von jedem besetzen Hafen aus ein einziger Angriffskeil gebildet werden, der stark genug sein muss, einem ebenfalls massiert auftretenden Verteidiger erfolgreich gegenüber treten zu können.

Problematisch sind mit Sicherheit der Ausbauzustand des Wege- und Straßennetzes (miserabel) und die Versorgungslage. Die trockene Landschaft und (früh-)sommerliche Jahreszeit erschweren im Falle des Vormarschs auf Madrid die Versorgung von Truppen und Tieren mit Wasser und Nahrungsmitteln. Auf die Sicherstellung ausreichenden Nachschubs ist daher Wert zu legen, um ein auf Madrid vormarschierendes Expeditionskorps nicht in schwierige Situationen zu bringen.


5. Teil: Stärke und Zusammensetzung des Expeditionskorps

Die Stärke des Expeditionskorps hängt von der Stärke der zu erwartenden spanischen Verteidigung ab: In der 1. Stufe des Operationsplans also von der Verteidigung von Santander und Gijon, in der 2. Stufe von der ,,gesamtspanischen" Verteidigung.

Mangels Kenntnisse der Verteidigungsanlagen von Santander und Gijon sind mir eine genaue Beurteilung der Verteidigung und eine Planung der Eroberung nicht möglich. Mir ist allerdings klar, dass selbst nach Erringung der Seeherrschaft die deutschen Transportdampfer nicht so einfach in die Häfen werden segeln können. Es wird Küstenbatterien und sonstige ,,Begrüßungsanlagen" geben. Die Zufahrt zu den Häfen von Santander und Gijon muss also von Vorausabteilungen – mit Landungsabteilungen besetzte Kriegsschiffe und kleine Transporter – forciert werden. Eventuell müssen Landungen außerhalb der Häfen mit einem landseitigen Vorgehen auf die Häfen erfolgen. Bei Santander gibt es beispielsweise westlich (Ria de Mogro) und östlich (nördlich von Sanona) Strände, die eine Landung an offener Küste zu gestatten scheinen.

Auf jeden Hafen wird in der 1. Transportstaffel je eine Infanterie-Division plus entsprechende Sonderabteilungen (Artillerie mit Belagerungsgeschützen, Pioniere, Signaltrupps etc.) angesetzt. Kavallerie nur wenig – zu Aufklärungszwecken und Beschleunigung des Vormarschs auf die Häfen im Falle einer Landung außerhalb derselben. Kavallerie wird in starkem Maße (Divisionsstärke) erst für den Vormarsch auf Madrid benötigt. Nach Absetzen der 1. Transportstaffel, Eroberung der Häfen und Bildung von Brückenköpfen um Santander und Gijon herum wird in einer 2. Transportstaffel je eine zweite Infanterie-Division herangeführt, so dass in jedem der beiden Brückenköpfe letztlich ein Armeekorps zu zwei Infanterie-Divisionen steht. In der zweiten Staffel kann schon verstärkt Kavallerie zugeführt werden, um eventuell je nach Lage der Dinge die beiden Brückenköpfe zu einem einzigen zu vereinen (Entfernung ca. 180 km). Ansonsten wird die für den Vormarsch auf Madrid notwendige starke Kavallerie in einer 3. Transportstaffel herangeführt.

Zur Stärke: Eine deutsche Infanterie-Division war damals rund 16.000 Mann plus Pferde und Wagen und Ausrüstung stark. Ein Armeekorps (zwei Infanterie-Divisionen plus Korpstruppen) rund 40.000 Mann plus Pferde und Wagen und Ausrüstung. (Zum Vergleich: Die beim Unternehmen ALBION eingesetzte deutsche 42. Infanterie-Division bestand mit ihren Verstärkungen und Sondereinheiten aus rund 24.600 Offizieren und Mannschaften, 8.500 Pferden, 2.500 Fahrzeugen, 40 Geschützen, 220 Maschinengewehren und 80 Minenwerfern. Die Erstverpflegung für 30 Tage beim Unternehmen ALBION wog 2.300 t. Dieses Landungskorps wurde von 18 Transportdampfern in zwei Staffeln auf die baltischen Inseln übergesetzt.) Von Edelsheim beziffert den Truppenbedarf für eine siegreiche Landung in England (Überlegenheit über dem englischen Feldheer) auf vier Infanterie- und eine Kavallerie-Division. Ich würde daher die 1. Staffel auf zweimal 20.000 Mann plus Zubehör ansetzen, die 2. Staffel ebenso stark. Macht zusammen 80.000 Mann. Das sollte gegen die spanische Armee genügen, ist vielleicht sogar zu hoch gegriffen. (Probleme eines eventuellen Guerilla-Kriegs bleiben hier noch unberücksichtigt, weil vorausgesetzt wird, dass sich die Brückenköpfe auch gegen Freischärler gut verteidigen lassen. Das Freischärler-Problem wird erst beim Vormarsch auf Madrid virulent.


6. Teil: Transportbedarf des Expeditionskorps

Vorausgeschickt: Das hier sind mangels genauer Daten alles zugegebenermaßen stark vereinfachte Schätzungen (wenn nicht konkrete Quellen benannt sind). Sie mögen aber als Groborientierung dienen!

Am 1. Januar 1897 gab es nach dem Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich 1.126 deutsche Dampfer mit 1.427.918 BRT/889.960 NRT. Davon

13 Dampfer über 6.000 BRT mit zusammen 48.470 NRT
23 Dampfer von 5.000 bis unter 6.000 BRT mit zusammen 71.367 NRT
27 Dampfer von 4.000 bis unter 5.000 BRT mit zusammen 79.284 NRT
62 Dampfer von 3.000 bis unter 4.000 BRT mit zusammen 137.221 NRT
143 Dampfer von 2.000 bis unter 3.000 BRT mit zusammen 231.585 NRT

Macht zusammen 268 Dampfer über 2.000 BRT mit insgesamt 567.927 NRT. Leider trifft diese Übersicht keine Unterscheidung in Fracht- und Passagierdampfer. Dampfer unter 2.000 BRT lasse ich außer Ansatz, weil diese für militärische Transporte zu klein sind. (Die Seetransport-Ordnung von 1907 geht von einer durchschnittlichen Größe der Transportdampfer von 2.000 – 4.000 NRT aus.) Hier haben die 143 Dampfer von 2.000 bis unter 3.000 BRT eine durchschnittliche Größe von 1.620 NRT, die 62 Dampfer von 3.000 bis unter 4.000 BRT eine solche von 2.210 NRT. Ich unterstelle daher, dass von den 143 der ersten Gruppe die Hälfte zu klein ist für Truppentransporte, setze also nur 72 Dampfer an. Das macht zusammen also (268 – 71 =) 197 taugliche Dampfer mit zusammen etwa 452.000 NRT. Ergibt aufgerundet 200 Dampfer mit einer Mindestgröße von 2.000 NRT und zusammen 460.000 NRT.

Die große Frage ist, wie viele davon im April 1897 in der Heimat greifbar waren und aus dem Frachtverkehr gezogen werden konnten, ohne den deutschen Handel zu sehr zu beeinträchtigen. Immerhin stellen diese 200 Dampfer die größten der deutschen Handelsflotte dar. Ich schätze einfach mal, dass im Laufe der Monate April und Mai die Zahl der verfügbaren und tauglichen Dampfer von einigen wenigen auf rund 100 mit zusammen 230.000 NRT anstieg.

Die Seetransport-Ordnung von 1907 beruht u.a. auf den beim Boxer-Aufstand sowie dem Herero-Krieg gemachten Erfahrungen und dürfte auch für 1897 im Wesentlichen anwendbar sein (allenfalls mit der Maßgabe, dass die deutsche Dampferflotte im Jahr 1897 in Bezug auf Größe, Geschwindigkeit etc. weniger leistungsfähig war wie zehn Jahre später im Jahr 1907). Die Seetransport-Ordnung beziffert den Raumbedarf (NRT) für den Transport von 200 Offizieren, 6.000 Mann und 3.000 Pferden sowie für das erforderliche Massengut (darunter 70-tägige Verpflegung) auf etwa 38.000 NRT (Fußnote zu Randziffer 38). Eine Infanterie-Division (16.000 Mann) benötigt zum Transport daher ungefähr das 2,5-fache, also 95.000 NRT, gerundet 100.000 NRT. D.h. die 1. Transportstaffel für Santander und Gijon (zwei verstärkte Infanterie-Divisionen) benötigen 200.000 NRT Transportraum. Der lässt sich Ende Mai 1897 wohl decken. Es wird also eng, mag aber gehen. Insbesondere, wenn die 1. Transportstaffel noch in zwei Wellen aufgeteilt wird.

Der Umlaufrhythmus der Dampfer beträgt mindestens 12 Tage:

1 Tag beladen im Heimathafen
5 Tage Anfahrt (1.000 sm bei Marschgeschwindigkeit 10 kn macht mind. 100 Stunden auf See)
1 Tag entladen
5 Tage Rückfahrt
Viele Grüße,

Karsten

Bergedorf

#83
Moin Karsten,

den Ansatz mit den 2 Häfen in Nordspanien, die ggf. als Pfand dienen finde ich richtig. 2 Anmerkungen habe ich aber:

1) Ich bin mitr nicht sicher wie viele Divisionen man bräuchte um den Nachschub bei einem Vormarsch nach Madrid sicherzustellen. Bei dem Gelände in Spanien, dürften es, wenn es zu irregulärer Kampfführung kommen sollte, wahrscheinlich aber eine ganze Menge Truppen sein.

2) Deine Ein-/ und insbesondere Ausladezeit von 1. Tag finde ich sehr optimistisch. Für Truppen und vielleicht Pferde mag es vielleicht noch hinkommen. Für die gesamten Nachschubgüter wird es aber problematisch. Bei Seelöwe wurde (zugegebenerweise bei Entladung über Leichter) von Entladezeiten der Nachschubdampfer von 20-30 Tagen ausgangen. Entscheidend dürften hier die Leistung der Ladungsbäume der Dampfer sein. Auch stellt sich die Frage, ob die Häfen für die vorgesehene Menge an Dampfer überhaupt ausgelegt sind.

Ich denke bei diesen Punkten sollten wir noch mal ein wenig ins Detail gehen.

Gruß

Dirk

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Karsten am 22 November 2013, 15:38:00
Die besetzten Hafenstädte sollen auch als Unterpfand bei den späteren Friedensvertragsverhandlungen dienen.
2. Stufe: Ist Spanien nach der Vollendung der Operationen der 1. Stufe noch nicht friedensbereit, soll von den besetzen Hafenstädten aus der Vormarsch auf Madrid angetreten werden.
Wie ich schon einmal sagte: Ich halte einen Vormarsch ins Innere des Landes für
(1) militärisch fragwürdig, Guerilla ist nicht in den Griff zu bekommen.
(2) einen derartigen Schlag gegen den spanischen Nationalstolz, daß ein Friedensschluß eher weiter hinausgeschoben wird.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Karsten

Ad 1: Sehe ich auch als Problem. Lösung?

Ad 2: 1870/71 standen die Deutschen auch vor Paris und es wurde was mit dem Friedensvertrag.
Viele Grüße,

Karsten

Urs Heßling

moin,

Ich kann mich - ehrlich gesagt - mit diesem What-if-Thread überhaupt nicht anfreunden, aber da Du fragst
Zitat von: Karsten am 22 November 2013, 23:09:30
Ad 1: Sehe ich auch als Problem. Lösung?
Ich hielte die Besetzung eines weiteren Hafens, z.B. Cadiz/Sevilla für eine mögliche Alternative.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Bergedorf

Das Hauptproblem in diesem Szenario ist wieder, dass wir den Kriegsgrund nicht kennen und damit die Reaktionen der spanischen Bevölkerung und der ausländischen Mächte nicht einschätzen können. Aus meiner nur ruidimentären Kentniss der betreffenden Zeit, erscheint mir ein Gebietsgewinn aufgrund Friedenssschluss, ohne Beteiligung/Zustimmung der anderen Mächte (GB/Frankreich/ggf. USA, im Mittelmeer bestimmt auch Italien) schwer vorstellbar.

Und ob überhaupt ein Friedensschluss ohne völlige Überwältigung des Gegners möglich wäre, würde natürlich von der Haltung der spanischen Bevölkerung abhängen. Mit Freuden würden die, denke ich, allerdings die Deutschen nicht begrüßen.

Gruß

Dirk

Karsten

Wir befinden uns mit unseren "Phantastereien" in bester Gesellschaft!

Christopher Clark schreibt in "Die Schlafwandler" (S. 241 unten/242 oben): "Im Jahr 1903 (...) drängte [Kaiser Wilhelm II., Erg. Karsten] den Stab der Admiralität - der offenbar nichts Besseres zu tun hatte -, Invasionspläne für Kuba, Puerto Rico und New York auszuarbeiten (...)."

Als Quelle dafür gibt Clark in Anmerkung 26 (S. 762) an: John C. G. Röhl "Wilhelm II., Band 3: Der Weg in den Abgrund 1900 - 1914" (München 2008), S. 109, 125, 253 und 269. Leider habe ich das Buch von Röhl nicht. Hat es jemand von Euch und könnte mal nachschauen, was auf den genannten vier Seiten zu diesen Invasionsplänen steht?
Viele Grüße,

Karsten

Karlchen

Hab diesen durchaus interessanten Thread jetzt durch und ich verstehe immer noch nicht warum die deutschen auf Madrid marschieren sollen, während die Amis das nicht mussten um zu einem Siegfrieden zu kommen.

Um nochmal zu den Kriegszielen zu kommen(sry): Warum macht mann denn nicht mit den Amis gemeinsame Sache? Man hat einen Verbündeten und bekommt die Philipinen während die Amerikaner sich um die Kairbik kümmern können.
Selbst die anscheinend in den 1890ern plötzlich vor selbstbewustsein strotzenden Amis haben bestimmt die ein oder anderen bedenken gehabt gegen eine ehemalige Kolonialmacht ins Feld zu ziehen. Die Amis mußten auf jedenfall mit höheren Verlusten rechnen als dann tatsächlich eingetreten sind. Die wussten ja nicht das die spanischen Schiffe nichts treffen, dafür aber brennen wie Zunder.
Daher ruhig die Amis als Verbündete einplanen.

Anbei ne interessante Seite:
http://www.spanamwar.com/

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