Eisernes Kreuz und Tradition

Begonnen von Jach, 31 Oktober 2013, 20:41:54

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Jach

Zitat von: Langensiepen am 03 Juni 2013, 18:05:10
ganz grossen Anteil am Ausgang der Schlacht hatte . ..na ja. Gebracht hat es nix. Taktisch war man nur durch grobe Fehler ( selbst im Room 40) der Briten einer schweren Niederlage entgangen. Strategisch hat sich nix geändert. Die Briten beherrschten weiterhin die See. So das für die Feststellung Scheers dass, nur noch der ( uneingeschränkte ) U-Bootskrieg den Sieg bringen könne reichlich viel junges Leben vernichtet wurde. Das Dilemma der deutschen Marine Tradition  bis ca. 1970/80 herum war ja ,dass man immer knapp am Sieg vorbei gesiegt hatte und am Schluss dann noch eins aufs Maul bekam. Dies klar erkennend hat die Bundesmarine solch Art von Tradition abgeschworen. Weder Skagerrak, noch Bismarck , sondern  die Verfassung ( die wir gar nicht haben ) sollten unsere Mädels und Jungs befähigen im Einsatz freudig ( fremdes) Leben zu retten. Siehe TV Bericht von heute betr. aD Stellung der Emden (5)   Ergo: UNIFIL immer, Skagerrak nimmer!

Gestern hat die "Deutsche Marine" Bernd Langensiepens beitrag indirekt bestätigt.  --/>/> Eisernes Kreuz der EMDEN verschenkt
Ein lästiges Stück Vergangenheit - hier ein Stück Altmetall - ist man nun wieder losgeworden. EMDEN V war das letzte Schiff dieser Linie. Zukünftige Schiffe dieses Namens heißen nur noch nach der Stadt und haben mit dem Kleinen Kreuzer SMS EMDEN keine Verbindung mehr.
Mit freundlichem Gruß

K. Jach

Spee

Heißt das jetzt ernsthaft, dass eine neue "Emden" kein EK mehr tragen wird?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Jach

Man weiß es nicht. Vielleicht wird es wie mit dem  --/>/> Quermarkenfeuer von der III. Einfahrt ausgehen. Vielleicht aber auch nicht. Man kann ja gar nicht mehr so doof denken, wie es dann am Ende gehandhabt wird.

PS: Man munkelt, dass die Gebirgsjägermütze des Herrn Niebel von den Australiern dankend abgelehnt wurde. Diese bleibt uns also zumindest museal erhalten.
Mit freundlichem Gruß

K. Jach

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 20:41:54
Ein lästiges Stück Vergangenheit - hier ein Stück Altmetall - ist man nun wieder losgeworden.
Ich wüßte nicht, was an der Geschichte der "Emden" lästig wäre.

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 20:41:54
Zukünftige Schiffe dieses Namens heißen nur noch nach der Stadt und haben mit dem Kleinen Kreuzer SMS EMDEN keine Verbindung mehr.
Das ist eine meiner Meinung nach logisch und inhaltlich nicht haltbare Behauptung.

Zukünftige Schiffe dieses Namens tragen den Namen der Stadt ebenso wie SMS "Emden". Allein mit dem Akt der Benennung eines Marineschiffs mit diesem Namen wird die Tradition weitergeführt.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Jach

Sehr gut Herr Heßling,

Sie stehen zu Ihrem Pensionsgeber. Das ist Ihr Recht. Eine Diskussion hierzu lohnt eigentlich nicht.

Zur Erläuterung meiner Ausführungen: Nicht die Geschichte der Emden wurde von mir als lästig für die Deutsche Marine bezeichnet, sondern die "Vergangenheit" insgesamt. Durch den von mir angeführten Ausdruck in den Gedankenstrichen wies ich drauf hin, dass sich die Vergangenheit in diesem Fall in einem Stück Altmetall - ich meinte hiermit das verschenkte Eiserne Kreuz - manifestierte. Wo Sie sonst ein so exakter Leser sind, wundert es mich, dass sich Ihnen hier meine Zeilen nicht erschlossen haben.

Ihr Satz zur Traditionsweiterführung steht allerdings im Gegensatz zu den bisher von mir gefundenen Ausführungen Ihres Dienstherren zur Traditionsgebung in der Bundeswehr. Wenn Sie mir allerdings entsprechende Weisungen Ihres Dienstherren aufzeigen könnten, die Ihre Aussage untermauern, so wäre ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichem Gruß

K. Jach

Urs Heßling

moin, Herr Jach,

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 22:52:28
Nicht die Geschichte der Emden wurde von mir als lästig für die Deutsche Marine bezeichnet, sondern die "Vergangenheit" insgesamt.
Das verstehe ich jetzt nicht. Das Eiserne Kreuz steht in diesem Fall eindeutig für die Erinnerung an und Namenstradition der SMS "Emden", und das bezeichneten sie als "lästiges Stück Vergangenheit". Dieser Schluß eines aufmerksamen Lesers ist nicht nur möglich, sondern naheliegend.

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 22:52:28
Ihr Satz zur Traditionsweiterführung steht allerdings im Gegensatz zu den bisher von mir gefundenen Ausführungen Ihres Dienstherren zur Traditionsgebung in der Bundeswehr.
Frage: Quelle ?

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 22:52:28
Wenn Sie mir allerdings entsprechende Weisungen Ihres Dienstherren aufzeigen könnten, die Ihre Aussage untermauern, so wäre ich Ihnen dankbar.
Aus der Anfangszeit der Bundesmarine:
,,Namen als Symbol zu verwenden, ist uns vom Schiff her geläufig. Sie verbinden und verpflichten; sie haben symbolische Kraft und stellen die menschliche Beziehung her. In ihrer Verwendung liegt bereits ein gut Stück Tradition und ebensoviel Entfaltungsmöglichkeit. Für die Neubauten der Seestreitkräfte werden wir diese Überlieferung aufgreifen. Für Zerstörer und Geleitboote sowie Minensuchboote kommen Städtenamen in Frage, .."
in BMVg VII A3 v. 27.2.1957, BA/MA BM 1 673/22

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Jach

Sehen Sie Herr Heßling,

die Diskussion macht wirklich keinen Sinn. Insbesondere wenn man sich gegenseitig vielleicht sogar missverstehen möchte oder mit überholten Dingen arbeitet. Der gültige Traditionserlaß Ihres Dienstherren datiert auf 1982. Das gibt einem Zitat aus dem Jahre 1957 einen nebelkerzengleichen Charakter.

Ich beende meine Ausführungen hierzu mit einem noch neueren Ziatat aus dem Jahre 2006:

Kleine Anfrage der Abgeordneten Paul Schäfer (Köln), Ulla Jelpke, Katrin Kunert, Dr. Kirsten Tackmann und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 16/1387 – =AUSZUG=:

8. Können das Deutsche Heer und die Marine vor 1918 sowie die 1921
gegründete – und 1935 in Wehrmacht umbenannte – Reichswehr für die
Bundeswehr ein Sinn stiftendes Leitbild sein?
Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Antwort der Bundesregierung:

Nein, die Bundeswehr pflegt keine Traditionen von Truppenteilen ehemaliger
deutscher Streitkräfte (Traditionserlass Ziffer 22).


siehe auch--> http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/016/1601601.pdf


Übrigens:
Indienststellung Emden IV: 07.05.1982
Traditionserlaß: 20.09.1982


Ich wünsche eine angenehme Nachtruhe.
Mit freundlichem Gruß

K. Jach

Urs Heßling

#7
moin, Herr Jach,

Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 23:28:51
die Diskussion macht wirklich keinen Sinn.
Einverstanden.

Betr. "Lästiges Stück Vergangenheit":
Zitat aus dem von Ihnen angeführten Traditionserlaß von 1982:
23. Tradition braucht Symbole, Zeichen und Zeremonielle. Sie könne die inneren Werte der
Tradition nicht ersetzen, wohl aber auf sie verweisen und ihre zeitgemäße Bewahrung
sichern. In der Traditionspflege der Bundeswehr haben besondere Bedeutung:
- die schwarz-rot-goldene Flagge als Symbol freiheitlich-republikanischen Bürgersinns
und staatsbürgerlich-demokratischer Mitverantwortung;
- unsere Nationalhymne als Ausdruck des Strebens der Deutschen nach Einigkeit, Recht
und Freiheit;
- der Adler des deutschen Bundeswappens als Zeichen nationaler Souveränität, der dem
Recht dienenden Macht und der geschichtlichen Kontinuität;
- das Eiserne Kreuz als nationales Erkennungszeichen und als Sinnbild für Tapferkeit, Freiheitsliebe und Ritterlichkeit;
- der Diensteid und das feierliche Gelöbnis der Soldaten als Bekenntnis und Versprechen


Zitat von: Jach am 31 Oktober 2013, 23:28:51
Ich wünsche eine angenehme Nachtruhe.
Danke, gleichfalls !

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Matrose71

Es wäre mir auch neu, dass das Eiserne Kreuz plötzlich bei der Bundeswehr auf dem Index steht, dann könnte sie sich auch gleich selbst abschaffen.
Und das Eiserne Kreuz steht in einer bestimmten Tradition und das ist auch gut so!
Man muss dem Zeitgeist oder der political correctness nicht jede Tradition opfern.
Viele Grüße

Carsten

Langensiepen

#9
dann könnte sie sich auch gleich selbst abschaffen. ..das wäre natürlich die besser Lösung.    :-D

Machen wir uns doch nichts vor. Die Bevölkerung der BRD ist bewusst geschichtslos gehalten und jede Abweichung von der PC birgt die Gefahr als "Rechter " denunziert zu werden in sich.
Anders als in der SU , DDR verzichtet hier die " gesellschaftlich relevante Klasse " auf Knast und Irrenhaus, sondern macht die Leute wirtschaft- und gesellschaftlich fertig.

Das spiegelt sich natürlich auch in den bewaffneten Teil der Bevölkerung wieder. Es ist somit innerhalb der BM in der Frage der Tradition nicht  von Bedeutung, wie das "Volk" denkt, sondern wie man am unbeschadetsten aus der Sache heraus kommt.

Das gibt dann oft die reinsten Lachnummer, so wie die des Aufsichtsführenden auf der "Karlsruhe", der bei der Passage der Untergangstelle des kaiserlichen Vorgängerdampfers lobend hervorhobt, daß das betr. Schiff niemals nicht einen Feind gemeuchelt hätte. Spannend die Frage wie sich die Herren Oberoffiziere der Emden (!) , Mainz , Köln, Magdeburg (  :-D ) verhalten (hätten ) würden wenn sie die betr. Stelle ihre Dampfer passieren würden. 

So kann man es stundenlang weiterführen. Ich freue mich schon auf die Jahre 2014 - 2018 da werden uns unsere britischen Freunde mal wieder vorführen.

Aber wie gesagt, die BM ist nur ein Spiegel der Gesamtgesellschaft. Wir lassen uns von einer kleinen Gruppe von Linken und Antifa-Kriminalen vorschreiben was wir zu tun und zu lassen haben (siehe Hamburg dieser Tage ).

Alles was vor 1949 sich abgespielt hat ist nicht Tradition sondern Warnung ( das dies nie wieder ....) .
Mögen die echten Marinen auch ihre Dampfer nach Disputen des Mittelalters, Kriegsverbrechen und  Leuteschindern benennen , wir nicht !

Daher , wer in einer Marine "dient" deren Staatsvolk bei Absingen der Nationalhymne ( vor der Welt) ins Buhen und Brüllen kommt, wer vor Gebrauch der Bordwaffen eine Sondersitzung des Bundestages einberufen muß,  der brauch nun alles aber keinerlei Tradition.


Sorgen wir also dafür das das so bleibt.    :-D


Kleines Beispiel wie schön das Staatsvolk der BRD schon all dies verinnerlicht hat:

Da lebt an der Oberweser ein Sammler von 14-18 Marinefotos, nebenbei ist er Meister in einem Konzern. Hängt sich eine Fotogroßkopie es berühmten Fotos Breslau vor Istanbul übern Schreibtisch. Kommt Ayse, sieht das Foto und freut sich " Mein schön Stadt Istanbul" Kommt Betriebsingenieur sieht Foto, fragt was es darstellt und sieh Neonaziflage am Mast. Sagt  Betriebsing. "Herr M. nehmen Sie sofort das Foto weg. Ich möchte nicht, das sich unsere türkischen Kollegen beschweren"   :BangHead: 
Ungefähr um diese Zeit kam der Franzosen Dampfer Foch nach uns her. Na denk ich, nun aber los . Der Herr Foch war ein Deutschenhasser vor dem Herrn. Man denke nur an seine Aussagen ob der Frage des Elends deutscher Kinder ( nach 1919 ) . Protest ? Nö, mit Begeisterung den Dampfer angeguckt.

ede144

@ Herrn Langensiepen,

da unterschreibe ich gerne

@ Urs und Jach

Das Eiserne Kreuz wird heutzutage gerne verkürzt auf den Orden des tausendjährigen Reichs. An sich ist er aber eines der frühesten Zeichen deutschen Bürgersinns. Der Aufruf Friedrich Wilhelms "An mein Volk" war damals etwas revolutionäres. Keiner der europäischen Herrscher vor ihm hat so etwas jemals getan.
Und Gold gab ich für Eisen, war das Symbol dafür, das Bürger den Kampf gegen Napoleon finanzierten.

Was für eine Tradition, welch Erbe für eine demokratische Gesellschaft. Und was machen wir daraus?

freundliche Grüße
Thomas

Jach

Herr Heßling, Herr ede 144,

was hat denn das Eiserne Kreuz der EMDEN mit dem Nationalitätssymbol der Bundeswehr zu tun? Natürlich leiten sie sich beide von dem in den Befreiungskriegen gestifteten Eisernen Kreuz ab. Aber das ist doch hier gar nicht relevant. Es geht hier doch darum, dass die Bundeswehr einen eleganten Weg gefunden hat, sich von diesem seit 20.09.1982 eigentlich unzulässigen Stück Metall an Bord ihrer Schiffe mit dem Namen EMDEN zu trennen.

Das EK als Nationalitätskennzeichen lässt sich immer mit den politisch einwandfreien Freiheitskriegen erklären. Das EK der EMDEN trägt aber sogar das Stiftungsdatum 1914. Es ist direkt mit dem Kaiser und dem ersten Weltkrieg verbunden und musste damit weg.

Ich denke meine Sichtweise habe ich dargelegt. Dass sie sich nicht mit der von Herrn Heßling decken wird war zu erwarten. Weiter ausführen brauche ich sie aber auch nicht.

Ich wünsche weiterhin viel Spaß beim gemeinsamen Hobby.
Mit freundlichem Gruß

K. Jach

Trimmer

Also ich sehe es genau wie Thomas - Was für eine Tradition,welches Erbe für eine demokratische Gesellschaft - und was machen WIR darauß -
Das Eiserne Kreuz hat einen geschichtlichen Hintergrund ( Befreiungskriege 1813 ) also wohl keine schlechte Tradition - was dann darauß gemacht wurde steht auf einer ganz anderen Seite.
Ironie: Schaffen wir dann vielleicht auch das Bundesverdienstkreuz ab oder verschwindet der Adler aus der Fahne  :?
Ich glaube keinen Menschen auf der Welt hat das EK an der Emden gestört - bis auf uns Deutsche selbst - also hüllt Euch ruhig weiter in Sack und Asche. Geschichtsaufarbeitung sieht zumindest in meinen Augen anders aus

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Leutnant Werner

Das eiserne Kreuz ist das Logo der Bundeswehr. Oder hat sich da was geändert mittlerweile? Man kläre mich auf!
Und das ganze andere Gelaber ist Stuss und erzeugt lediglich Augenkrebs.

Darf die Herren bitten, wieder zum Thema "Skagerrak-Schlacht" (fürchterliche Bezeichnung) zurückzukehren!

Freundliche Grüße aus dem schönen Rheinland-Pfalz
vom Ekke

Big A

Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

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