Wirksamkeit dt. U-Boot Flak bei allierten Luftangriffen

Begonnen von Rheinmetall, 07 Dezember 2013, 14:24:51

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Padi

Dann kann ich das Zitieren gleich lassen. Gibt es von den Büchern Leseproben?

Urs Heßling

lieber Alex,

Zitat von: Huszar am 13 Dezember 2013, 08:40:46
Hallo, Urs,
ZitatJa.
Also: abgesehen von anderen Routen, Gruppenmarsch, Jagdschutz und Anderem (alles nicht exakt am Thema) und Flakfallen  und größeren Kalibern bis 40 mm ..
Ich habe ausdrücklich realistisch gesagt.
- andere Routen nützen dir kaum was, auf der einen Seite liegt England, auf der anderen Spanien. Es sei denn, die Boote werden per Bahn bis Lissabon gebracht...
- Gruppenmarsch war ja die Idee, hat sich dann als Nullnummer herausgestellt
- Jagdschutz ist schön und gut, woher nimmst du ca. ein Geschwader an Jägern, die bis 18 West fliegen können, und den Kampf mit Beau/Mosquito/Sunderland/etc aufnehmen können?
bitte, lies Dir meinen Beitrag noch einmal durch, bis zur letzten Zeile .. !
Dann wirst Du feststellen, daß ich genau das, was Du hier sagst, auch andeuten wollte.

.. und: Warum soll "effektivere Munition" unrealistisch sein ??


Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Tostan

Zitat von: Huszar am 13 Dezember 2013, 08:40:46
- Jagdschutz ist schön und gut, woher nimmst du ca. ein Geschwader an Jägern, die bis 18 West fliegen können, und den Kampf mit Beau/Mosquito/Sunderland/etc aufnehmen können?

Tja, bei Lockheed kaufen? ;)

Es gab in Deutschland keinen leistungsfähigen Langstreckenjäger. Da hat man meiner Meinung nach zu lange auf das Falsche Pferd gesetzt... Ich weiß nicht, wie es damals bei der Ausschreibung genau zugegangen ist, warum die BF 110 gegen die FW 187 gewonnen hat. die Focke-Wulf war wohl in vielen belangen besser als die BF 110, u.a. auch bei der Reichweite. Damit hätte man einen Jäger gehabt, der es evtl. mit den Britischen Typen aufnehmen könnte .... Hätte, hätte, Fahrradkette...
Zur fraglichen Zeit gab es meiner Meinung nach nichts nichts ... die Serienmaschinen zu schwach, die drei FW 187 Prototypen irrelevant und die FW Ta 154 kam viel zu spät....

suhren564

Zitat von: Padi am 13 Dezember 2013, 15:07:04
Dann kann ich das Zitieren gleich lassen. Gibt es von den Büchern Leseproben?
Klar darfst du daraus zitieren,mußt aber erwarten, daß die Zitate keinem heutigen Wissenstand standhalten.
Blair´s 2 Bände haben jeder ca. 1000 Seiten, da nützen Leseproben nichts. Außerdem wären auch bei den anderen Autoren Leseproben unnütz, denn dann wären diese ja aus den Zusammenhängen gerissen.


Zitat von: suhren564 am 10 Dezember 2013, 18:01:09
..... aber mehr Batterien z.b., dafür 3- 4 Torpedos weniger, hätten bestimmt einigen Booten eine längere Lebenszeit gegeben.

Dies wäre für mich eine Lösung gewesen, denn ein U-Boot, daß sich entweder länger oder schneller unter Wasser halten kann, ist für die ASV-Patroullien seltener in diesem Seegebiet zu finden/zu bekämpfen.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

2M3

Zitat von: Urs Heßling am 12 Dezember 2013, 22:27:03
moin,

Zitat von: Huszar am 12 Dezember 2013, 21:57:46
Die Frage, was realistisch hätte versucht werden können, wurde noch nicht beantwortet 
Ja.
Also: abgesehen von anderen Routen, Gruppenmarsch, Jagdschutz und Anderem (alles nicht exakt am Thema) und Flakfallen :roll: und größeren Kalibern bis 40 mm ..

Effektivere Munition ?
:? :MV:

Gruß, Urs

Moin, Urs,
Das wollte ich mit meinem letzten Beitrag schon andeuten.
- größeres Kaliber
- Höhere Feuergeschwindigkeit
- Verwendung von gegurteter Munition, größeren Magazinen oder Autoladern
- Verbesserung des Schutzes der Bedienung oder gleich ferngesteuerte Türme, --> Typ XXI (auch wenn diese nicht ausgereift waren)
- Schnelle Richtmotore

Wie sah es denn mit der Bedienung der U-Bootflak in der Realität aus? Ein U-Boot ist auf Grund seiner überdurchschnittlichen Roll- und Stampfbewegungen mMn als Artillerieplattform für handbetriebene Geschützlafetten äußerst ungeeignet. Der Richtschütze muss ja nicht nur die Waffe in Seite und Höhe nachführen, sondern gleichzeit mit gegenläufigen Drehungen des Handrades der Höhenrichtmaschine auch das Schlingern und Stampfen ausgleichen. Aus eigener Erfahrung weis ich, wie schwer, ja bei entsprechendem Seegang, unmöglich das ist.

Des weiteren möchte ich noch auf einen psychologischen Punkt hinweisen. Bei den damaligen U-Boot-Geschützen verzichtete man meist zwecks Stromlinienform auf Schutzschilde. Die Bedienungen waren bei Luftalarm völlig ungeschützt und beinahe schon tot. Da reichte bereits eine MG-Garbe oder die Splitter eines Bombennahtreffers. Selbst wenn man von einer Detonation oder einem Wasserschwall nur über Bord geworfen wurde, konnte man kaum mit Rettung rechnen.  Ich denke, die Flakbedienungen wußten das und es war der Kampfkraft und Begeisterung  nicht gerade dienlich.

Das mal als meine Gedanken dazu.

Gruss, Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Indy

Zitat von: suhren564 am 13 Dezember 2013, 15:27:58
Zitat von: suhren564 am 10 Dezember 2013, 18:01:09
..... aber mehr Batterien z.b., dafür 3- 4 Torpedos weniger, hätten bestimmt einigen Booten eine längere Lebenszeit gegeben.

Dies wäre für mich eine Lösung gewesen, denn ein U-Boot, daß sich entweder länger oder schneller unter Wasser halten kann, ist für die ASV-Patroullien seltener in diesem Seegebiet zu finden/zu bekämpfen.

Der "Lagerraum" der Reservetorpedos unter dem Torpedo-/Mannschaftsabteil dürfte für Batterien zu niedrig sein. Eher geeignet (und v.a. einfach umzubauen) scheint mir der hintere Mannschaftsraum an dessen Flanken sich ein interner Treiböltank befand. Diesen rausnehmen und stattdessen einen weiteren 120V-Batterieblock rein (= U-Fahrstrecke ~ 120sm : 4kn). Die verminderte Treibstoffmenge kann man dann entweder akzeptieren, oder die Satteltanks vergrößern.

Was die Flak angeht, könnte man auf die niederländische 40mm Bofors zurückgreifen, die dort auf den größeren U-Booten als mittlere Bordflak vorhanden war. Muss halt nur irgenwo ein bisschen Produktionskapazität organisiert werden.
Die Geschosswirkung war um einiges größer als die der 3,7cm.

AND1

Versuch des Gruppenmarsches  hat doch geklappt bei guter Flakbewaffnung siehe "eiserne Särge" bis zum Abtauchen. Auch hat man die 2cm-Munition an PlexiglasKuppeln abprallen sehen.

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Indy am 13 Dezember 2013, 19:19:42
.. auf die ..  40mm Bofors zurückgreifen, ..
Die Geschosswirkung war um einiges größer als die der 3,7cm.
Ja  :MG: das konnten die Schnellbootfahrer auch feststellen, als sie diese Waffe ab Herbst 1942 bekamen.

Zitat von: AND1 am 13 Dezember 2013, 19:44:24
... siehe "eiserne Särge"
Hältst Du Herbert A. Werner für eine "belastbare" Quelle ?  :|

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

suhren564

Hi Urs,

standen überhaupt genug 4cm Flak zur Verfügung, egal ob Bofors oder Oerlikon?

Werner ist schon eine Quelle, die mit etwas Vorsicht zu genießen ist, wobei zu bedenken ist, daß ja vieles nicht gelogen ist. Es ist ja kein Fachbuch, aber ehrlicher und genauer als Dönitz-Memoiren.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Urs Heßling

moin,

Zitat von: suhren564 am 13 Dezember 2013, 20:47:16
standen überhaupt genug 4cm Flak zur Verfügung, egal ob Bofors oder Oerlikon?
Das weiß ich nicht. Die Schnellboote bekamen die 4 cm jedenfalls eher "tropfenweise"  :|

Zitat von: suhren564 am 13 Dezember 2013, 20:47:16
Werner ist schon .. ehrlicher und genauer als Dönitz-Memoiren.
Er hatte ja auch nicht ganz so viel zu verschweigen  :wink:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Schorsch

#85
Hallo Frank!
Zitat von: 2M3 am 13 Dezember 2013, 16:59:09
(...)
Das wollte ich mit meinem letzten Beitrag schon andeuten.
- größeres Kaliber
- Höhere Feuergeschwindigkeit
- Verwendung von gegurteter Munition, größeren Magazinen oder Autoladern
- Verbesserung des Schutzes der Bedienung oder gleich ferngesteuerte Türme, --> Typ XXI (auch wenn diese nicht ausgereift waren)
- Schnelle Richtmotore

Wie sah es denn mit der Bedienung der U-Bootflak in der Realität aus? Ein U-Boot ist auf Grund seiner überdurchschnittlichen Roll- und Stampfbewegungen mMn als Artillerieplattform für handbetriebene Geschützlafetten äußerst ungeeignet. Der Richtschütze muss ja nicht nur die Waffe in Seite und Höhe nachführen, sondern gleichzeit mit gegenläufigen Drehungen des Handrades der Höhenrichtmaschine auch das Schlingern und Stampfen ausgleichen. Aus eigener Erfahrung weis ich, wie schwer, ja bei entsprechendem Seegang, unmöglich das ist.

Des weiteren möchte ich noch auf einen psychologischen Punkt hinweisen. Bei den damaligen U-Boot-Geschützen verzichtete man meist zwecks Stromlinienform auf Schutzschilde. Die Bedienungen waren bei Luftalarm völlig ungeschützt und beinahe schon tot. Da reichte bereits eine MG-Garbe oder die Splitter eines Bombennahtreffers. Selbst wenn man von einer Detonation oder einem Wasserschwall nur über Bord geworfen wurde, konnte man kaum mit Rettung rechnen.  Ich denke, die Flakbedienungen wußten das und es war der Kampfkraft und Begeisterung  nicht gerade dienlich.
(...)
Ich habe Deine Überlegungen mit großem Interesse gelesen. Allerdings frage ich mich, ob Deine Forderungen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges überhaupt umsetzbar gewesen wären. Oder, um es mit einer unpassenden Metapher zu überspitzen: ,,Wieso haben die Deutschen auf ihren U-Booten eigentlich kein CIWS á la Mk 15 Phalanx eingebaut?"

Ich möchte mich bei meinen Gedankengängen auf die 2 cm-Flaks beschränken. Das 2 cm M.G. C/30 wurde nach den Maßgaben der Reichsmarine entwickelt und stand ab 1934 zur Verfügung. Ergo müssen die taktischen Parameter wie Kaliber, Magazingröße, gewünschte Kadenz, Richten der dreiachsigen Waffe durch die Körperbewegung des Schützen und nicht durch Richtantriebe usw. vom Auftraggeber formuliert und deren Umsetzung schlussendlich auch akzeptiert worden sein. Als erste, aber auch einzige maßgebliche Verbesserung wurde von Mauser der Verschluss umgestaltet, so dass die theoretische Feuergeschwindigkeit pro Rohr von etwa 300 Schuss/min auf maximal 480 Schuss/min bei der 2 cm Flak 38 stieg. Die praktische Feuergeschwindigkeit lag bei etwa 120 Schuss/min beim 2 cm M.G. C/30 bzw. 220 Schuss/min bei der 2 cm Flak 38.

Jetzt steht die Frage, wieso die von Dir vorgeschlagenen weiteren Änderungen nicht umgesetzt wurden.

Was zunächst auffällt, ist, dass z.B. in den Bedienungsanleitungen beider Waffen nach dem Verschießen von jeweils 120 Patronen Dauerfeuer (in 1-2 Minuten beim 2 cm MG C/30 bzw. 46 Sekunden bei der 2 cm Flak 38) ein Rohrwechsel gefordert wird. Insoweit hätte z.B. bei einer höheren Magazinkapazität der Rohrwechsel in noch kürzeren Intervallen erfolgen müssen, was wiederum die Forderung nach einer Fernbedienung der Flakbewaffnung nicht unbedingt sinnvoll erscheinen lässt.

Größere Magazine würden zudem ein Transportproblem auf dem schwankenden Deck des U-Bootes allein wegen ihrer Masse darstellen. Das mit 20 Schuss 2 cm-Munition gefüllte Magazin wog etwa 10,5 kg. Hier, glaube ich, ist auch etwa die Grenze dessen, mit dem bei einiger Präzision über längere Zeit hantiert werden kann. Weiter würde zum Transport größerer Patronenmengen im Magazin eine einfache Magazinfeder nicht mehr ausreichen und deshalb eine wesentlich aufwendigere (und somit störanfälligere) Mechanik notwendig machen.

Ebenso ist unklar, ob die Erhöhung der praktisch zu erreichenden Kadenz mit den vorhandenen optischen Richtmitteln mehr Treffer im Feuerbereich der 2 cm-Flak zuließe. Eine Feuereröffnung auf über 1500 m wäre, selbst bei einer maximalen Flugweite der Projektile von 4800 m, wegen der darüber hinaus nicht mehr möglichen Trefferbeobachtung via Leuchtspur zwecks eventueller Visierkorrektur eigentlich Munitionsverschwendung. Für ein Rechenbeispiel nehmen wir an, dass sich eine Feindmaschine mit 100 m/s nähere. Lt. M.Dv. 228/33 wurden dann zunächst 8...10 Schuss abgefeuert (ca. 1,5 s), die Lage der Salve im Ziel kontrolliert (wieder ca. 1,5 s), eventuelle Korrekturen angebracht und dann erneut gefeuert usw. Bei einer Dauer des Magazinwechsels von etwa 3 s lassen sich somit etwa 40 Schuss 2 cm während des Anfluges abgeben. Ein Magazin mit 30 Schuss müsste also ebenfalls gewechselt werden, so dass sich bezüglich der abgegebenen Schüsse keine Verbesserung der praktischen Feuergeschwindigkeit ergäbe. Noch größere Magazinkapazitäten oder eine Gurtzuführung würden imho tiefgreifendere konstruktive Änderungen nach sich ziehen, die schon einer Neukonstruktion der Waffe entsprächen. Man ist dann den einfacheren Weg gegangen, mehrere Rohre in einer Waffe zusammenzufassen, die aber wegen ihrer größeren Masse die Boote sehr rank werden ließ.

Ebenso würde eine Erhöhung der Kadenz den notwendigen Munitionsnachschub vergrößern. Die Fla-Waffen des U-Bootes konnten nach dem Aufbrauchen der Bereitschaftsmunition lediglich durch das Turmluk versorgt werden, was bei längeren Feuergefechten zu Problemen führen würde. Zusätzliche Staumöglichkeiten außerhalb des Druckkörpers im Bereich des Turmes ließen dessen Größe anwachsen, was der Unterwasserperformance der Boote zuwiderliefe. Die Möglichkeiten zur Stauung der Munition im Boot sind auch begrenzt (z.B. führten die Flakfallen nur einen Kampfsatz von lediglich fünf Torpedos mit.) Wegen der nicht gegebenen Möglichkeit der Fernbedienung der Fla-Waffen müssen beim Tauchen, neben der Brückenwache, noch zusätzlich die Flakschützen einsteigen, was wiederum die Alarmtauchzeiten verlängern würde.

Eine größere theoretische Feuergeschwindigkeit fordert zusätzlich fast zwangsläufig auch noch neue Zielmöglichkeiten z.B. via Radar, um bei einer höheren Feuergeschwindigkeit und fehlerhaften Zielunterlagen nicht eine größere Menge wertvoller Munition lediglich Löcher in den Himmel stanzen zu lassen.

Eine ähnliche Diskussion wurde übrigens in einem Nachbarforum vor kurzem geführt. (--/>/> Klick!)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Huszar

Hallo,

gut geschrieben, Schorsch!

Zu der 40mm Bofors:
die ist zwar ne gute Waffe, steht aber für Dtl nur begrenzt vorhanden. http://www.navweaps.com/Weapons/WNUS_4cm-56_mk12.htm

ZitatGuns intended for naval use were manufactured at the Norwegian Kongsberg Arsenal.  The Arsenal started license production of this weapon for the Royal Norwegian Navy in the 1930s and was kept in limited production throughout the war.  Introduced into German naval service about late 1943 and was used to arm the cruisers Admiral Hipper and Prinz Eugen as well as some Schnellbootes.  As far as is known, only single mountings were ever used on warships and only HE tracer was issued.  The Kriegsmarine received 578 guns for use on ships with an additional 247 guns delivered as coast-defense weapons.  Naval Flak 28 mountings were set on a rotating ring attached to a round base plate that was fixed to the deck.  Elevation was -6 / +90 degrees and training was 360 degrees.
Bei diesen Fertigungszahlen sehe ich grössere Probleme, auch noch die U-Boote durchgehend damit auszurüsten. Weitere Waffen müssten also aus dem Ausland (Schweden und/oder Ungarn) bezogen werden, wobei mir die Frage stellt, ob eine "normale" Bofors ohne Probleme und Umkonstruktion eingebaut werden könnte. Immerhin solls ja auch funktionieren, nachdem es einige Zeit unter Wasser war  :wink:

Dazu der "etwas" grösserer Munitionsraum.
mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

2M3

Hallo Schorsch,

ZitatIch habe Deine Überlegungen mit großem Interesse gelesen. Allerdings frage ich mich, ob Deine Forderungen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges überhaupt umsetzbar gewesen wären. Oder, um es mit einer unpassenden Metapher zu überspitzen: ,,Wieso haben die Deutschen auf ihren U-Booten eigentlich kein CIWS á la Mk 15 Phalanx eingebaut?"

Naja es ging schon ein, zwei Nummern kleiner als die Phalanx. Es war halt eine Frage der Prioritätensetzung und U-Boote sollten nun mal eher unter als über Wasser agieren. Das Thema der nahezu flächendeckenden Luftraumüberwachung der An- und Abmarschrouten durch die alliierte Luftwaffe stand ja bei Kriegsbeginn noch nicht zur Debatte, Radar in diesem Umfang und Hunter-Killer-Gruppen ebenfalls nicht.

ZitatIch möchte mich bei meinen Gedankengängen auf die 2 cm-Flaks beschränken.

Die 2cm-Flak war allerdings vom Kaliber schon etwas dürftig.

ZitatWas zunächst auffällt, ist, dass z.B. in den Bedienungsanleitungen beider Waffen nach dem Verschießen von jeweils 120 Patronen Dauerfeuer (in 1-2 Minuten beim 2 cm MG C/30 bzw. 46 Sekunden bei der 2 cm Flak 38) ein Rohrwechsel gefordert wird. Insoweit hätte z.B. bei einer höheren Magazinkapazität der Rohrwechsel in noch kürzeren Intervallen erfolgen müssen, was wiederum die Forderung nach einer Fernbedienung der Flakbewaffnung nicht unbedingt sinnvoll erscheinen lässt.

Mit dem Rohrwechsel ist das so eine Sache, wenn ein Flugzeug gerade im Anflug ist, dann sollte man seine ohnehin schon geringe Überlebenswahrscheinlichkeit nicht noch mit dem Einhalten einer DV verringern. Gern wurden/werden solche Vorschriften für die Marine analog aus denen von Herr und Luftwaffe übernommen, wo Kühlmittel nicht zur Verfügung stehen. Im Notfall reichen auf See auch mal ein paar Eimer Wasser über das Rohr und das Verschlussgehäuse während der Feuerpause/Magazinwechsel. Allerdings sollte man es besser gar nicht zu einem 2. Anflug kommen lassen.

ZitatGrößere Magazine würden zudem ein Transportproblem auf dem schwankenden Deck des U-Bootes allein wegen ihrer Masse darstellen. Das mit 20 Schuss 2 cm-Munition gefüllte Magazin wog etwa 10,5 kg. Hier, glaube ich, ist auch etwa die Grenze dessen, mit dem bei einiger Präzision über längere Zeit hantiert werden kann. Weiter würde zum Transport größerer Patronenmengen im Magazin eine einfache Magazinfeder nicht mehr ausreichen und deshalb eine wesentlich aufwendigere (und somit störanfälligere) Mechanik notwendig machen.

Die 2cm-Oerlikon hatte z. B. üblicherweise ein 60-Schussmagazin, also dreimal so viel. Und sie ist heute noch im Einsatz. Warum wohl? Was die Gewichtsfrage betrifft, Artilleristen sollten schon belastbar sein, egal ob an Land oder auf U-Boot/Schiff. Der Gurtkasten mit 65 Schuss für meine 25mm 2M3 wog z. B. 55 kg. Das ist mit etwas Technik noch händelbar. Für das Nachreichen der Munition standen auf und in den U-Booten genügend Männer zur Verfügung. Übrigens können auch Überwasserschiffe ganz schön schwanken  :wink:

ZitatEbenso ist unklar, ob die Erhöhung der praktisch zu erreichenden Kadenz mit den vorhandenen optischen Richtmitteln mehr Treffer im Feuerbereich der 2 cm-Flak zuließe. Eine Feuereröffnung auf über 1500 m wäre, selbst bei einer maximalen Flugweite der Projektile von 4800 m, wegen der darüber hinaus nicht mehr möglichen Trefferbeobachtung via Leuchtspur zwecks eventueller Visierkorrektur eigentlich Munitionsverschwendung. Für ein Rechenbeispiel nehmen wir an, dass sich eine Feindmaschine mit 100 m/s nähere. Lt. M.Dv. 228/33 wurden dann zunächst 8...10 Schuss abgefeuert (ca. 1,5 s), die Lage der Salve im Ziel kontrolliert (wieder ca. 1,5 s), eventuelle Korrekturen angebracht und dann erneut gefeuert usw. Bei einer Dauer des Magazinwechsels von etwa 3 s lassen sich somit etwa 40 Schuss 2 cm während des Anfluges abgeben. Ein Magazin mit 30 Schuss müsste also ebenfalls gewechselt werden, so dass sich bezüglich der abgegebenen Schüsse keine Verbesserung der praktischen Feuergeschwindigkeit ergäbe. Noch größere Magazinkapazitäten oder eine Gurtzuführung würden imho tiefgreifendere konstruktive Änderungen nach sich ziehen, die schon einer Neukonstruktion der Waffe entsprächen. Man ist dann den einfacheren Weg gegangen, mehrere Rohre in einer Waffe zusammenzufassen, die aber wegen ihrer größeren Masse die Boote sehr rank werden ließ.

Für die Wirksamkeit einer Flak sind nicht allein direkte Treffer am Flugzeug entscheidend. Durch die Selbstzerlegung nach Abbrennen des Leuchtspursatzes entsteht eine Splitterwolke, die je nach unterschiedlicher Brenndauer auch ein Splitterkorridor sein kann. Das dürfte zwar zugegebener Maßen bei der 2cm-Flak eher weniger wirksam sein, aber allein das Knistern und Einschlagen am hauchdünnen Alurumpf, könnte bei einigen Piloten zum vorzeitigen Abbruch des Anfluges führen. Zur Magazinkapazität bin ich der Meinung, sie sollte ausreichend sein, um das Feuer so rechtzeitig zu eröffnen, dass sich bereits vor dem Ziel ein Splitterwolke aufbaut und ohne Feuerunterbrechung bis zum Abfangen geschossen werden kann. Ein Unterbrechen der Feuerführung bei Gegnerkurs qk=0 im Sturzflug ist tödlich!

ZitatEbenso würde eine Erhöhung der Kadenz den notwendigen Munitionsnachschub vergrößern. Die Fla-Waffen des U-Bootes konnten nach dem Aufbrauchen der Bereitschaftsmunition lediglich durch das Turmluk versorgt werden, was bei längeren Feuergefechten zu Problemen führen würde. Zusätzliche Staumöglichkeiten außerhalb des Druckkörpers im Bereich des Turmes ließen dessen Größe anwachsen, was der Unterwasserperformance der Boote zuwiderliefe. Die Möglichkeiten zur Stauung der Munition im Boot sind auch begrenzt (z.B. führten die Flakfallen nur einen Kampfsatz von lediglich fünf Torpedos mit.) Wegen der nicht gegebenen Möglichkeit der Fernbedienung der Fla-Waffen müssen beim Tauchen, neben der Brückenwache, noch zusätzlich die Flakschützen einsteigen, was wiederum die Alarmtauchzeiten verlängern würde.

Eine größere theoretische Feuergeschwindigkeit fordert zusätzlich fast zwangsläufig auch noch neue Zielmöglichkeiten z.B. via Radar, um bei einer höheren Feuergeschwindigkeit und fehlerhaften Zielunterlagen nicht eine größere Menge wertvoller Munition lediglich Löcher in den Himmel stanzen zu lassen.

Alles richtig. Aber längere Feuergefechte mit einem U-Boot sind Illusion, entweder das Luftziel wird sofort im ersten Anflug abgeschossen oder zum Abdrehen gezwungen oder es ist sowieso vorbei. Abgesehen davon, das ein entdecktes U-Boot in Abhängigkeit zur Nähe eines gegnerischen Zerstörers oder Flugzeugträgers eh schon "verbrannt" ist.

Luftabwehr sollte für ein "Tauchboot" auch nur als Plan B besser noch Plan C ein Thema sein. Das ist in diesem Thema ja bereits herausgearbeitet worden. Meine Meinung dazu als gelernter "Kirschkernspucker" :MG:

Gruss und einen schönen 3. Advent, Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Huszar am 14 Dezember 2013, 13:14:30
... Introduced into German naval service about late 1943
Da habe ich einen anderen Sachstand.
Als erste wurden die Schnellboote der aufgelösten 8. Flottille S 42, S 44, S 45 und S 46 im August 1942 mit dem 40 mm-Geschütz ausgerüstet.
Auch im August 1942 wurde S 117 als erstes Boot, das von Anfang an mit einer 40 mm-Waffe ausgerüstet war, in Dienst gestellt.
Bis zum Herbst 1943 waren bereits noch 7 weitere Einzelboote umgerüstet worden.
Schließlich waren die ab Januar 1944 in Dienst gestellten Boote S 171-S 218 (mit Ausnahmen) bereits mit dem 40 mm-Geschütz ausgerüstet.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Indy

http://www.navweaps.com/Weapons/WNGER_20mm-65_c30.htm gibt an, dass für die 2cm Flak "später" Kurvenmagazine mit 40 Schuss vorlagen.
Außerdem wird eine stabilisierte Lafette für den Vierling ab 1944 erwähnt.


Zu der Bofors:
Norwegen und die Niederlande hatten 40mm Flak in ihren Beständen, bevor sie besetzt wurden; die Niederland besaß eine Version für U-Boote und Zwillingsgeschütze für maritime Verwendung.
Eine Produktionsstätte (Kongsberg Arsenal, Norwegen) stand auch zur Verfügung.
Es kann ja wohl kein Ding der Unmöglichkeit gewesen sein, innerhalb von 2 Jahren eine quantitativ ausreichende Produktionsapazität für die Bofors zu organisieren, um v.a. die grottige 3,7cm Flak C/30 zu ersetzen.
Hätte auch Entwicklungsarbeit gespart (Anpassung der Land-Flak 36/37 bzw. später 43).
Wenn man gewollt hätte, natürlich.

Als weitere Waffe hätte sich übrigens noch das 8,6cm RAG angeboten, mit dem Sprenggranaten oder Drahtseilraketen verschossen werden konnten. Hier hätten z.B.  2 oder 3 Stück am Brückenrand klappbar montiert werden können, die vor der Tauchfahrt einfach Richtung Brückenraum umgelegt werden um Strömungswiderstände zu vermeiden.

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