Radargelenktes Feuer deutscher Kriegsschiffe im WWII

Begonnen von Matrose71, 09 August 2014, 17:08:26

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olpe

Hallo,
... nachgereicht noch einige Bilder zum ,,Berlin"-Funkmessgerät FuG 224 aus einer Sammlung der Horst-Beck-Collection. Sie sind qualitativ recht gut und detailreich. Gerade der Antennenteller mit den dielektrischen Stielstrahlern ist eindrucksvoll, da auf anderen historischen Fotos diese meist nicht so detailreich zu sehen sind.

Eine Frage: in Bild 2 am Rundumsichtschirm rechts ist ersichtlich, dass die Gradeinteilung des Peilringes von 0° bis 360° linksherum läuft. Was mag das für einen Grund haben ... ggf. eine Besonderheit der damaligen Luftwaffe? Im Marinebereich wird die Gradeinteilung ja genau umgekehrt verwendet.

(Q Bilder: http://horst-beck-collection.com, Slg. OLPE. Das Einverständnis zur direkten Bildnutzung von J. Beck liegt mir vor)

Grüsse
OLPE

Gabler

Hallo Allerseits,

als Ergänzung zu olpes vorigen Schaubildern noch eine weitere Darstellung von Telefunken ("EZc 288"), die die Gerätschaften des Berlin-Radars im einzelnen zeigt mit einem Serviervorschlag für einen Heinkel HE 177 Nachtjäger mit einem zusätzlichen Sichtgerät für den Piloten:
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Wer sich noch mehr in die Technik einlesen möchte: Es gibt ein vorläufiges Handbuch, die sog. "Berlin-Fibel", zu finden auf der CDVandt-Seite:
https://www.cdvandt.org/fug224-berlin.htm
Als Auszug aus dieser Fibel und als Ergänzung zu den oben gezeigten Aufnahmen noch der Aufbau des Sichtgeräts mit Beschriftung:
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Und noch zwei Beispiele für die Anzeigen:
Panoramazeige
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Links ein Landschaftsrelief, rechts die Darstellung der von innen nach außen geschriebenen Zeitlinien.
Zackenanzeige:
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Ganz links das Nullzeichen, dann die Höhenmarke, rechts davon mehrere Zielzeichen. Auch bei dem Luftwaffengerät wurde damit die Entfernung gemessen und offenbar nicht über die Panorama-Anzeige. Das war also eine Art kombinierte Anzeige. Der Meßbereich war umschaltbar auf 18km oder 60km, den Umschalter habe ich noch nicht entdeckt. Bei dem Marinegerät wurde demnach die Höhenmarke ausgeblendet, ansonsten war die Anzeige wohl gleich. Die Höhe wurde über ein Potentiometer eingestellt und abgelesen (Wo?). Was es mit dieser Höhe des Helltastimpulses auf sich hat, weiß ich auch noch nicht.

Auf der Aufnahme des Beck´schen Geräts kann man wie bei der des PG-Geräts vor dem kleinen Rohr einen Alu-Aufsatz sehen. Den kleinen nach links gelegten Bügel kann man aufstellen, danach den Aufsatz mit einer Drehung entriegeln und abnehmen. Auf dem holländischen Gerät fehlt dieser Aufsatz, dort kann man aber den Bajonett-Verschluss sehen. Wozu dieser Aufsatz dient, kann man nur vermuten: Mglw. wurde damit eine (austauschbare) Strichplatte festgeklemmt, die die Entfernungsskala enthielt. Denn irgendwie mußte man diese ja ablesen können. Vielleicht mußte man eine solche Strichplatte wechseln, wenn man den Meßbereich umgeschaltet hat, denn das Meßbereichsverhältnis für 18km/60km beträgt 1/3,33, ich weiß nicht so recht, wie man das mit einer einzigen Skala einigermaßen anschaulich erschlagen können soll ( bei dem Hohentwiel-Gerät war das Verhältnis 1/10, da konnte man mit einer Skala sowohl den hm- als auch den km-Meßbereich auf einer Skala ablesen).

Eine Erklärung für die linksweisende Skala habe ich auch nicht. Mglw. die Seitenpeilung vom Ziel zum eigenen Gerät? Nur wozu? Die Skala auf dem PG-Gerät kann ich beim besten Willen nicht entziffern, nur zwischen zwei und dreistelligen Zahlen ist zu unterscheiden.

In der Berlin-Fibel ist noch ein Goniometer beschrieben, mit dem Seiten- und rw.-Peilung kombiniert wurden, vielleicht liegt da die Erklärung. Auch komisch, warum dieser Peilring Skalenstriche an der Innen- und an der Außenkante aufweist. Wozu? Sind jetzt eher mehr Fragen geworden als weniger :-)

Grüße

Gabler

Zieten

Zitat von: Gabler am 17 September 2026, 15:11:23als Ergänzung zu olpes vorigen Schaubildern noch eine weitere Darstellung von Telefunken ("EZc 288"), die die Gerätschaften des Berlin-Radars im einzelnen zeigt mit einem Serviervorschlag für einen Heinkel HE 177 Nachtjäger mit einem zusätzlichen Sichtgerät für den Piloten:
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Die Zweckbestimmung als Nachtjäger bezweifle ich. Die He 177 war ein viermotoriger schwerer Bomber mit sechs Mann Besatzung, der in puncto Wendigkeit und Geschwindigkeit als Nachtjäger völlig unzweckmäßig, bzw. nicht zu gebrauchen gewesen wäre.

Jedoch konnte sie die Hs 293 "Schmetterling" Schiffsbekämpfungsraketen und FX 1400 Gleitbomben tragen (mit dieser wurde im September 1943 die Roma versenkt und die Warspite schwer beschädigt, allerdings von Do 217 abgeworfen).

Ich vermute, daß der Einbauvorschlag des FuG 224 Berlin etwas mit dieser Aufgabe zu tun gehabt hat (Schiffssuchradar oder evtl. als Navigationshilfe analog zum Rotterdam-Gerät für "gewöhnliche" Bomber?).

Hier eine künstlerische Darstellung mit zwei Hs 293 unter den Tragflächen:
https://luftkrieg-ueber-europa.de/warum-besas-deutschland-keine-strategischen-bomberflotten/

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