Bf 109 T ungeeignet?

Begonnen von Bergedorf, 01 Dezember 2014, 01:51:38

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Bergedorf

Moin,

ich bin hier gerade über folgendes gestolpert:

ZitatDie Marine lehnte die Bf 109T als ungeeignet ab, hatte aber andererseits kein klares Anforderungsprofil.
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Arado_Ar_197

Stimmt das so? Hat jemand näheres zu diesem Vorgang?

Gruß

Dirk

lafet944

Die Bf/Me 109 hatte ein schon für die Verhältnisse im Landeinsatz nicht zufriedenstellendes Fahrwerk (zu geringe Fahrwerksbasis, zu schwach dimensioniert). In dieser Hinsicht war das Konkurrenzmuster He 112 besser ausgelegt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Bf 109 auf See, insbesondere bei Seegang besser bewährt hätte, da die Fahrwerkskonstruktion grundsätzlich gleich blieb.

Viele Grüße

redfort

Zitat von: lafet944 am 01 Dezember 2014, 08:01:44
Die Bf/Me 109 hatte ein schon für die Verhältnisse im Landeinsatz nicht zufriedenstellendes Fahrwerk (zu geringe Fahrwerksbasis, zu schwach dimensioniert). In dieser Hinsicht war das Konkurrenzmuster He 112 besser ausgelegt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Bf 109 auf See, insbesondere bei Seegang besser bewährt hätte, da die Fahrwerkskonstruktion grundsätzlich gleich blieb.

Viele Grüße

Deswegen wurde die Bf 109 T 1 auch entsprechend verstärkt um die belastungen bei Trägerstarts und -landungen besser wegstecken zu können.
Nun die Bf 109 T wahr eben ein reiner Hochleistungsjäger und kein Allround-Flugzeug.

Und wenn man ganz genau nimmt so wurde sogar die Produktion der Ar 197 wegen unzureichender Flugleistung eingestellt.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Urs Heßling

moin,

ein Blick zur "Konkurrenz" http://en.wikipedia.org/wiki/Supermarine_Seafire mit ähnlichen Problemen - mit Herunterscrollen bis zu "Assessment"

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Rheinmetall

Zitat von: lafet944 am 01 Dezember 2014, 08:01:44
Die Bf/Me 109 hatte ein schon für die Verhältnisse im Landeinsatz nicht zufriedenstellendes Fahrwerk (zu geringe Fahrwerksbasis, zu schwach dimensioniert).

In der Tat, in einem Fachbuch über die Me 109 habe ich mal gelesen, dass ca. 5 % der gesamten Me 109 Produktion wegen des zu schwachen Fahrwerkes sich Beschädigungen bei den Landevorgängen zuzog oder hierbei verloren gingen.
Das hört sich nach nicht viel an, ist jedoch bei einer Summe von ca. 33.000 gebauten Maschinen enorm !  :-o

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Jong

Zitat von: Bergedorf am 01 Dezember 2014, 01:51:38

ich bin hier gerade über folgendes gestolpert:

ZitatDie Marine lehnte die Bf 109T als ungeeignet ab, hatte aber andererseits kein klares Anforderungsprofil.
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Arado_Ar_197

Stimmt das so? Hat jemand näheres zu diesem Vorgang?


Steht alles in dem Artikel von U. Israel in Jet & Prop 2/2008 ausführlich erläutert, einfach mal dort nachlesen wo auch der wiki Autor abgeschrieben hat.

Bergedorf

Moin,

vielen Dank für die Infos!

Gruß

Dirk

FrancisM

Hallo,
aus mein Buch "Die Jäger der Graf Zeppelin":
Die Landeeigenschaften der ,,Toni" waren gegenüber der ,,Emil" erheblich verbessert worden und das lange Flugdeck der Graf Zeppelin erforderte nicht die harten Landungen wie bei den kurzen britischen Trägerschiffen.
Bei fast 500 Landeversuchen in Travemünde geschah nicht ein einziger Unfall. Obwohl man natürlich berücksichtigen muß, daß es sich bei den Testpiloten um äußerst erfahrene Flugzeug-führer gehandelt hat, gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß Einsatzpiloten nicht gleiche Resultate erzielt hätten.

Grüß,
Francis

Peter K.

Schön, mit Francis M. MARSHALL den Autor von

Messerschmitt Bf 109 T
Die Jäger der 'Graf Zeppelin'
ISBN 3-00-008220-4

hier begrüßen zu dürfen!

Erwähnenswert finde ich in diesen Zusammenhang die Aussage des bekannten Captain Eric BROWN, die auf der selben Seite 50 des genannen Werkes zitiert wird:
ZitatNach meiner Meinung wäre die Bf 109 T-1 in höchstem Maße für Decklandungen ungeeignet gewesen. Sie hatte dieselbe schlechte Sicht und das schwache Fahrwerk wie die frühe Seafire, welche sich durch eine schlechte Erfolgsquote bei Deckslandungen auszeichnete. Weiterhin hätte die Me 109 T-1 nicht über die guten Kontrollmöglichkeiten der Seafire beim Landeanflug verfügt. Alles zusammengenommen wäre die Bf 109 T-1 aus meiner Sicht bei Trägerlandungen eine potentielle Gefahrenquelle gewesen.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Bergedorf

Hi,

vielen Dank! Das Buch kannte ich noch gar nicht. Habe es mir gerade bestellt  :-).

Viele Grüße

Dirk

delcyros

Ungeeignet?

Mitnichten. Die Veränderungen an der Zelle waren tiefgreifend genug, dass die Bf-109T eben keine -Emil mehr war:

[1]Vergrößerung der Fläche
(Reduktion der Flächenlast, Verringerung der Abrißgeschwindigkeit, Verbesserung der Langsamflugeigenschaften und der Effizienz im Reiseflugzustand, aber auch:
Verringerung der Rollrate)

[2] Vergrößerung der Spoiler und Landeklappenflächen
(Erhebliche Reduktion der Minimalgeschwindigkeit bei Start, Abflug, Anflug und Landung)

[3] Störklappen auf der Tragflügeloberseite
(Kontrolle des Gleitwinkels power-on im Anflug -m.E. das wichtigste für ein Trägerflugzeug)

[4] Zellenseitige Verstärkungen des Rumpfes und der Tragflügelmittelstücke
(Verbesserung des Bruchlastvielfachen des Rumpfes bei harten Landungen)

[5] Verstärkung des Federfahrwerks
(Verbesserung der Toleranz von harten Aufsetzen)

[6] Fanghaken

[7] Triebwerkswechsel auf Db-601N
(Verbesserung der Leistung zur Kompensation der Gewichtszunahme)

Wenn man meinte, die Bf-109 sei ungeeignet, dann sprach man über die -G, evtl. über -E und -F aber nicht über die -T.


Die teilweise rückmodifizierten -T2 haben unter schwierigen Bedingungen in Norwegen signifikant weniger Start- und Landeunfälle als andere in Norwegen stationierte Bf-109 oder Fw-190 in 1943/44.

RePe

Hallo,
ZitatMitnichten. Die Veränderungen an der Zelle waren tiefgreifend genug, dass die Bf-109T eben keine -Emil mehr war:
Ergänzung: Faltbarkeit der Aussenflügel
Quelle: Buch von Kens-Nowarra, "Die deutschen Flugzeuge 1933-1945"

     RePe

MP

Zitat von: delcyros am 12 Januar 2015, 19:56:42
[7] Triebwerkswechsel auf Db-601N
(Verbesserung der Leistung zur Kompensation der Gewichtszunahme)

Diesen Punkt kann man getrost weglassen. Die 109 T basierte auf der 109 E-7, welche auch seirenmäßig mit dem DB 601 N Triebwerk ausgestattet war ...
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Jong

Zitat von: RePe am 19 Januar 2015, 01:22:20
Hallo,
ZitatMitnichten. Die Veränderungen an der Zelle waren tiefgreifend genug, dass die Bf-109T eben keine -Emil mehr war:
Ergänzung: Faltbarkeit der Aussenflügel
Quelle: Buch von Kens-Nowarra, "Die deutschen Flugzeuge 1933-1945"

     RePe

Steht das in diesem Buch wirklich bei der Bf-109T ?

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Impressum & Datenschutzerklärung