Infrastruktur der KM

Begonnen von scharrenberg, 01 Januar 2015, 09:31:53

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scharrenberg

Ein schönes und glückliches 2015 wünsche ich allen Forumsmitgliedern!
Nun meine Fragen:
1. Hat jemand Informationen, welche Marinestützpunkte für die Aufnahme aller Einheiten der Kriegsmarine gemäß Z-Plan neu
       oder ausgebaut werden sollten?  Ich selber weiß nur von dem Bau des Stützpunktes "Rügenhafen", allerdings ohne Details
       oder Baupläne und dem Bau des Liegeplatzes eines der beiden Flugzeugträger. Die Landanlagen dazu waren in
       Kiel-Holtenau und wurden von der Bundesmarine durch die Horstgruppe des MGF 5 benutzt. Kaserne existiert heute nicht
       mehr, dafür sehr teure Luxuswohnungen.
2. Die Kriegsmarine plante in Berlin am sog. "Großen Teich" den Neubau des Oberkommandos der Marine, Architek war Troost.
       Ich habe aber bis heute keinerlei Angaben über diesen Gebäudekomplex gefunden wie z.B. Baupläne.
Ich hoffe, jemand kann zu diesen beiden Fragen Details liefern.
Mit Grüßen und einem geruhsamen 1.Januar
Scharrenberg

Trimmer

Hallo scharrenberg - in Berlin/ Friedrichshain gibt es den " Großen Teich " aber ob es nun der Große Teich ist  :/DK: zumal ja wohl Troost schon 1934 verstorben ist und ob er schon eine Planung für das OKM dort hatte  :/DK:

Einen guten Start 2015 wünscht Dir - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Thorsten Wahl

Tiefwasserbasis(nach Kriegsbeginn) sollte Trondheim werden.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

redfort

Moin,
Liegeplatz für Flugzeugträger A und B sollte Bremerhaven werden.
Geplant waren u.a. Versorgungsanlagen an Land, Betankungsanlagen, Torpedolager, Fliegerhorst für Trägergruppen usw. usw.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

bettika61

#4
Hallo,
zu Rügenhafen findest Du einiges über die Forumssuche.
Was meinst Du mit
ZitatDie Landanlagen dazu waren in
       Kiel-Holtenau und wurden von der Bundesmarine durch die Horstgruppe des MGF 5 benutzt. Kaserne existiert heute nicht
       mehr, dafür sehr teure Luxuswohnungen.
Landanlagen für den Flugzeugträger,  die Trägersturzkampfgruppe oder einen neuen Marinestützpunkt ?
Einen kurzen Hinweis auf einen neuen Flottenstützpunkt habe ich nur für den Bereich Vossbrook gefunden.
Das Gelände wurde 1934 vom Reichsfiskus von der Stadt Kiel für den Ausbau des Land- und Seefliegerhorst sowie Luftpark-(See) gekauft und ausgebaut.
Welche konkreten Hinweise hast Du auf die geplante Nutzung der Kaserne südlich des Tonnenhofes?
Grüsse
Beate
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

TD


Wie ist denn in diesen Zusammenhang der gigantische Ausbau von Gotenhafen zu sehen ?
Ich hin ja beim Thema Hafenbau immer etwas mehr an Baggern, Baggerschuten und Baufahrzeugen
interessiert gewesen.
Aber war nicht in Gotenhafen ein riesiges Hafenbecken angefangen welches später als Dockhafen benutzt wurde.
Ich lasse mich gerne in dieser Richtung unterrichten.

Gruß


Theo

P.S.: Im Staatsarchiv Danzig sollen viele Meter Akten der Marinehafenneubaudirektion Gotenhafen liegen.


...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

habichtnorbert

Hallo scharenberg,

der Rügenhafen wurde mehrfach in Planung und in Bauarbeiten genommen, er sollte jedesmal im Jasmunder Bodden gebaut werden, wurde aber nie beendet,

die Preußische Marine begann unter Admiral Prinz Adalbert und Admiral Bromm mit der Planung um 1850 welche 1852 wieder eingestellt wurden, 1853 gingen die Planungen weiter und man begann mit den Bauarbeiten 1855, welche 1864 beendet wurden, da inzwischen in Wilhelmshaven der Bau einen neuen Marinehafen stattfand und Östereich Preußen erlaubte seine Marine in Kiel zu stationieren, danach war das Projekt bendet, auch vor, wärend und nach dem 1.Weltkrieg war das Projekt Rügenhafen zu den Akten gelegt,
 
Kapitän zur See Dönitz, Führer der U-Boote, griff das Projekt Rügenhafen wieder auf, dort sollte nun ein Hafen für die U-Boote, mit  Werften, sowie weitere Infrastruktur entstehen, die Planungen begannen 1937, 1938 begannen dann die Bauarbeten mit Baggerarbeiten und Bau von Gebäuden und Anleger,  einzig die Marine- und Zollhäuser sowie  der U-Bootanleger am Kanaleingang wurden fertiggestellt,  da inzwischen Frankreich besetzt war, wurde 1940 der weiterbau eingestellt, da Personal und Baustoffe nun zum Ausbau der Häfen an der Französichen Atlantikküste benötigt wurden, da hier jetzt bessere Stützpunkte für die U-Boote gegeben waren, damit war der Rügenhafen zum 2.mal zu den Akten gelegt,

1952 wurde von Seiten der DDR-Regierung auf betreiben der UdSSR der Rügenhafen wieder in Planung genommen und mit dem Bau des Verbindungskanal begonnen, diese wurden 1953 wirde eingestellt, nach 1955 sollte der Weiterbau des Rügenhafen als Hauptflottenbasis erfolgen, der verbindungskanal sollte selbst für die größten Sovjetischen Zerstörer bemessen sein, die Planung dieses Hafens blieb bis 1960 bestehen, danach wurde die Planung eingestellt und beendet,

Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

Das Historische Marinearchiv: www.historisches-marinearchiv.de

scharrenberg

Einen schönen Sonntag an alle Forenmitglieder.
Vielen Dank für die bisher eingegangenen Angaben zu meiner Anfrage bezüglich der Planung von neuen Marinestützpunkten oder der Erweiterung bestehender Anlagen für die KM.
Ich fasse noch einmal zusammen:
1. Bau von Rügenhafen
2. Erweiterung von Bremerhaven
3. Bau eines großen Hafenkomplexes in Gotenhafen
4. Bau eines kleineren S-Bootsstützpunktes in Swinemünde, wurde ca. 1944 fertig gestellt
5. Ausbau von Helgoland
6. Erweiterung von Wilhelmshaven im Zusammenhang mit dem Ausbau des Marinearsenals
7. Ausbau von Kiel-Holtenau
8. Erweiterung des Hafen von Büsum

In dieser Aufstellung fällt auf, dass die Masse der hier angesprochenen Stützpunkte in der Ostsee liegt. Das ist aus meiner Kenntnis der Planungen des Z-Planes und der sich abzeichnenden strategischen Marineplanungen für einen Seekrieg gegen Frankreich und England unlogisch, wenn erst dieMasse der großen Marineeinheiten durch den Nord-Ostseekanal gehen müßte oder die Belte passieren, um ihren Einsatzraum zu erreichen. Noch leichter kann man es einem möglichen Gegner nicht machen, die eigenen Planungen zu erkennen und zu bewerten.

Vergleicht man die sich so ergebenen Liegeplatzkapazitäten mit den Bauplanungen nach dem Z-Plan und der bis Mitte 1940 im Bau befindlichen Hilfsschiffe für die KM, die nicht im Z-Plan enthalten sind, als Quellen für die Angaben seien angeführt:

[1] Jost Gülffer: ,,Weimar, Hitler und die deutsche Marine", Droste Verlag, Düsseldorf, 1973, ISNB 3 7700 0320 3
[2] Potter/ Nimitz/ Rohwer: ,,Seemacht", Pawlak Verlagsges. mbH, Herrsching ,1982, ISBN 3-88199-082-8,
                      daraus Kap. 27 von K.J. Müller: Wiederaufrüstung (1935-1939)
[3] Siegfried Breyer: ,,Marinearsenal Spezial, Bd. 5 Der Z-Plan", Podzum-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 1996,
                      ISBN 3-7909-0535-6
[4] Erich Gröner: ,,Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945", Bernard & Graefe Verlag, 1982. Ich habe die Bände 1-3,
                      6 und 8a+8b.
Danach waren bis Mitte 1940 geplant oder im Bau:
   Z-Plan (Kampfschiffe):       726+3/ 12 [Schlachtkreuzer der O-Klasse oder Panzerschiff ,,P"]
   Hilfsschiffe:                 Mindestens 142 Einheiten + etwas über 40 Schulschiffe aller Kategorien und Größen.
Nach meiner Einschätzung sind das zu viele Einheiten, um in den oben erwähnten Stützpunkten untergebracht werden zu können!!!

Zu meiner Frage nach dem Neubau des OKdM in Berlin sind mir Fehler unterlaufen.
Der Neubau war geplant am ,,Großen Becken", das zwischen dem Nordbahnhof und der ,,Großen Halle"  liegen sollte. Der Nordbahnhof war zwischen den S-Bahnstationen Putlitzstraße und Wedding, etwas östlich des Weshafens und in der Nähe des heutigen Bundeswehrkrankenhauses zwischen der Fenn- und Lynarstraße geplant. Als Architekten, und da habe ich mich vertan, haben die Architekten Bonatz und Dübbers gearbeitet. Sind darüber überhaupt keine Detailinformationen mehr vorhanden?

Es ist allgemein erstaunlich, wie wenig im ,,Forum Marinearchiv" Themen zur Munitions- oder Treibstoffversorgung der KM behandelt werden. Es sind dies doch vitale Komponenten einer halbwegs erfolgreichen Marinestrategie. Woran liegt das?

So, nun genug. Noch einen schönen Sonntagabend.

Grüße
Scharrenberg

Urs Heßling

moin,

Zitat von: scharrenberg am 18 Januar 2015, 17:09:24
.. unlogisch, wenn erst die Masse der großen Marineeinheiten durch den Nord-Ostseekanal gehen müßte oder die Belte passieren, um ihren Einsatzraum zu erreichen.
Dazu ist zu bemerken, daß die KM bis kurz vor "Toresschluß" (ich meine 1945) großen Wert auf die Ausbildung legte .. und die fand möglichst ungestört vom Kriegsgeschehen in der Ostsee statt.

Als weitgehend tidenunabhängige Häfen kamen nun einmal nur WHV und Bremerhaven in Frage (mit eingeschränkten Kapazitäten auch Helgoland), ggf. auch Emden, aber ein Auslaufen von dort war ebensogut oder noch besser überwach- und aufklärbar wie/als ein Auslaufen aus WHV.

Außerdem sollte meines Wissens - in Deiner Liste als (9.) aufzuführen - Drontheim als großer Stützpunkt ausgebaut werden .. und das hätte Deine Forderungen nach freierem Zugang zum Einsatzraum sicher erfüllt.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Peter K.

Zitatmit eingeschränkten Kapazitäten auch Helgoland
Diesbezüglich ist der dort begonnene massive Hafenausbau zu wähnen (Projekt "Hummerschere")! Im ersten Bauabschnitt bis 1941/42 sollte der frühere Kriegshafen wieder aufgebaut werden, im zweiten Bauabschnitt bis 1944 der neue Südhafen fertiggestellt werden und im dritten Bauabschnitt bis 1948 der gewaltige Nordhafen entstehen - grob geschätzt genug Platz für den Großteil der gasamten Z-Flotte!
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

bettika61

Hallo scharrenberg
ZitatEs ist allgemein erstaunlich, wie wenig im ,,Forum Marinearchiv" Themen zur Munitions- oder Treibstoffversorgung der KM behandelt werden. Es sind dies doch vitale Komponenten einer halbwegs erfolgreichen Marinestrategie. Woran liegt das?

zumindstens zur Treibstoffversogung gibt es http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,463.0.html

Ich stimme Dir aber ansonsten zu und würde es begrüssen und unterstützen, wenn sich das ändert.
Grüsse
Beate
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

halina

#11
Moin , bereits 1936 begannen die Planungen für eine neue Grosswerft in Wilhelmshaven , der sogenannten "NORDWERFT",
auf der ca. 30.000 Beschäftigte einen Job haben sollten . Neben grossen Werkshallen und einem leistungsfähigen Kraftwerk
waren 3 grosse Trockendocks geplant , Dock VII als Baudock für Grosskampfschiffe bis ca. 139.000 t bis zu einer Länge von
ca. 345 meter , die 2 anderen Dock VIII und  IX  als Reparaturdocks . Bis Kriegsende waren bereits fast fertiggestellt das
Dock VII , jetzt als Liegehafen genutzt und eine  Schiffbauhalle , erhalten geblieben und auch jetzt genutzt . Auch waren die Fundamente für das Kraftwerk schon fertig , diese wurden jedoch mit Dock VII gesprengt .

Im Fachbuch "Die Marine in Wilhelmshaven" von Koop/Mulitze ist alles sehr gut beschrieben .                    :MG:   halina

Edit : Hier noch eine Aufnahme des fast fertiggestellten Baudocks VII , mit einer Länge von 360 meter und einer Breite von
         60 m , die Sohlentiefe war  ca. - 4,5 meter unter Hafenwasserstand , hier sollte nur der Rumpf gefertigt werden , der
         Endausbau  dann im gossen Hafenbecken , die 2 Reparaturdocks waren mit - 12,5 m Sohlentiefe geplant .

Die Abdruckgenehmigung wurde vom Verlag Bernard & Graefe erteilt .
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

bettika61

ZitatZu meiner Frage nach dem Neubau des OKdM in Berlin sind mir Fehler unterlaufen.
Der Neubau war geplant am ,,Großen Becken", das zwischen dem Nordbahnhof und der ,,Großen Halle"  liegen sollte. Der Nordbahnhof war zwischen den S-Bahnstationen Putlitzstraße und Wedding, etwas östlich des Weshafens und in der Nähe des heutigen Bundeswehrkrankenhauses zwischen der Fenn- und Lynarstraße geplant. Als Architekten, und da habe ich mich vertan, haben die Architekten Bonatz und Dübbers gearbeitet. Sind darüber überhaupt keine Detailinformationen mehr vorhanden?
schaust Du hier
und BA R 4606/823   

 

Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

Trimmer

Und hier mal noch  2 Bilder - Modell - wie es mal aussehen sollte

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

RePe

ZitatUnd hier mal noch  2 Bilder - Modell - wie es mal aussehen sollte
top
Man beachte die feine Ironie!

     RePe

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