Schlachtschiffe der NAGATO - Klasse

Begonnen von Scharnhorst66, 21 Januar 2005, 15:49:13

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Scharnhorst66

Japanische Schlachtschiffe der NAGATO – Klasse
( zwei gebaute Einheiten )


Name  : NAGATO
Bauwerft : Marinewerft Kure
Kiellegung  : 28. Aug. 1917
Stapellauf :    09. Nov. 1919
Fertigstellung : 25. Nov. 1920
Schicksal : gesunken 29. Juli 1946

Name  : MUTSU
Bauwerft : Marinewerft Yokosuka
Kiellegung  :  01. Juni 1918
Stapellauf :     31. Mai 1920
Fertigstellung :  24. Okt. 1921
Schicksal : gesunken 8. Juni 1943

Wasserverdrängung : bis zu 34.341 t
Einsatzverdrängung: bis zu 39.116 t
Länge: 215,8 m (über alles) ; Breite: 28,96 m ; Tiefgang: 9,08 m (mittlerer) ;
Antriebsanlage: 4 Satz Gihon- Turbinen mit Direktantrieb , 21 Kampon-Kessel , 4 Wellen.
Antriebsleistung: 80.000 WPS , 26,7 kn
Bunkerinhalt: 1600 ts Kohle , 3400 ts Heizöl.
Fahrtstrecke: 5500 sm bei 16 kn.
Panzerschutz: Hauptgürtelpanzer 305 mm ; oberes Panzerdeck 44 mm,
unteres (Haupt-) Panzerdeck 75 mm ; Torpedoschott 75 mm;
Barbetten 305 mm ; Türme Front : 356 mm; Kasematten 25 mm ;
Kommandoturm 369 mm.
Geschütze: SA: acht 40,6 cm Sk L/45 (4 x 2)
MA: zwanzig 14 cm Sk L/50 ( 20 x 1 in Kasematten )
Flak: vier 8 cm Sk L/40 (4 x 1)
Torpedorohre: Acht 53,3 cm seitlich (4 x 1 unter bzw. 4 x 1 über Wasser).
Bordflugzeuge: Keine.
Besatzungsstärke: 1333 Offiziere und  Mannschaften

Nach dem Umbau 1934 – 1936

Standardverdrängung : bis zu 39.756 t
Einsatzverdrängung: bis zu 43.469 t
Länge: 224,5 m (über alles), Breite: 33,83 m ; Tiefgang: 9,49 m (mittlerer)
Antriebsanlage: 4 Satz Kampon-Getriebeturbinen, 10 Kampon-Kessel, 4 Wellen.
Antriebsleistung: 82.000 WPS, 25 kn.
Bunkerinhalt: 5600 ts Heizöl.
Fahrtstrecke: 8650 sm bei 16 kn.
Panzerschutz: Oberes Panzerdeck 69 mm max.
Geschütze: SA: acht 40,6 cm Sk L/45 (4 x 2),
MA: achtzehn 14 cm Sk L/50 (18 x 1 Kasematten),
Flak: acht 12,7 cm Luft/Seeziel-Sk L/50 (4 x 2) , zwanzig 2,5 cm (10 x 2).
Torpedorohre: Keine
Bordflugzeuge: Drei, ein Katapult.
Besatzungsstärke: 1368 Offiziere und Mannschaften.


Mit diesen beiden Einheiten - die ersten aus dem vorgesehenen ,,8/8-Programm",
d.h. acht Schlachtschiffe / acht Schlachtkreuzer, und der erste vollständig japanische Schlachtschiff-Entwurf (Entwurf A 102) - ging Japan bei der  Schweren Artillerie zum stärkeren Kaliber von 40,6 cm über und führte als erste der großen Seemächte
dieses Kaliber ein. Für diese Klasse sah der Entwurf auch eine hohe Geschwindigkeit
vor , sie lag höher als bei der britischen QUEEN ELIZABETH-Klasse,
obwohl es sich bei ihr um einen früheren Entwurf handelte.
In diesem neuen japanischen Entwurf spiegelten sich die Erfahrungen aus dem Seekriegsgeschehen in Europa wieder.



Entwurf:

Der Schiffskörper bei dieser neuen Klasse war um etwa 7,62 m länger und um 0,31m
breiter als bei der ISE-Klasse und die Konstruktionsverdrängung war um rund 2500 ts
gestiegen. Das Panzerschutzschema umfasste einen Hauptgürtelpanzer in der
Wasserlinie von 305 mm Dicke, der sich an seiner Unterkante auf 76 mm verjüngte.
Nach oben schloss sich ein Plattengang von 203 mm Dicke an. Dieser Seitenpanzer
schützte die Maschinenräume und Munitionskammern. Nach vom und nach achtern
verringerte sich die Seitenpanzerung zunächst auf 203 mm und auf 102 mm Dicke.
Die Horizontalpanzerung bestand aus einem Backdeck von 25 mm Dicke,
das rund um die Schornsteinhälse auf 38 mm verstärkt war.
Dann folgte ein oberes Panzerdeck aus zwei Plattenlagen von 25 mm + 19 mm
Dicke über die gesamte Schiffsbreite, das an die Oberkante des Seitenpanzers angrenzte.
Das untere Haupt-/Panzerdeck bildeten drei Plattenlagen von je 25 mm Dicke einschließlich der Böschungen, ausgenommnen die schmale Flachsektion von 51 mm Dicke zwischen innerem Längsschott und Böschung. Das untere Ende der Böschung stieß an die Innenbeplattung des Doppelbodens, während die Außenbeplattung an die Unterkante des
Seitenpanzers angrenzte. Dazwischen schloss den Doppelboden nach oben eine 66 mm dicke Fortsetzung des Panzerdecks ab.
Der Doppelboden verlief in gleicher Breite bis zur Kimmrundung und verbreiterte sich ab
da unter den Maschinenräumen. Der Torpedoschutzbereich zwischen dem inneren
Längsschott (25 mm) bis zur Außenbeplattung umfasste 6,5 m. Dazwischen verlief vom
unteren Ende der Böschung zunächst schräg und dann senkrecht nach unten bis zum
Doppelboden ein Torpedoschott von 75 mm Dicke. Außerhalb dieses Schotts bis zur
Außenbeplattung befanden sich leere Räume. Die Panzerung der Barbetten betrug 305 mm und die des Kommandoturms 369 mm.
Die Türme hatten folgenden Panzerschutz: Front 356 mm , Seiten 279 mm ,
Rückfront 190 mm und Decke 229 mm – max.
Die Kasematten der Mittelartillerie wiesen nur 25 mm auf .
Der Anteil der Panzerung an der Konstruktionsverdrängung belief sich auf 26,7 %
(bei 32.700 ts standard auf 31,6 %).
Um die geforderte Konstruktionsgeschwindigkeit von 26,7 kn zu erreichen, war es
erforderlich, die zu installierende Antriebsleistung im Vergleich zur ISE-Klasse zu verdoppeln und für die Mehrzahl der Kessel Ölbefeuerung einzuführen.
Doch größere und leistungsfähigere Kessel bedeuteten auch, dass nur 21 Kessel statt
der 24 bei der vorhergehenden Klasse erforderlich waren, wobei 15 von ihnen ölbefeuert waren. Im Übrigen gehörten zur Hauptantriebsanlage vier  Sätze Gihon - Turbinen mit
Direktantrieb und einer Vier-Wellen-Anordnung, die zusammen 80.000 WPS entwickelten.
Das 40,6-cm-Geschütz L/45 führte die Bezeichnung "Typ 3. Jahr (1914)" und verschoss
eine 1020 kg schwere Panzersprenggranate bei einer Erhöhung von maximal 30° auf eine Entfernung von 38.400 m. Die acht Geschütze verteilten sich auf je zwei Doppeltürme
vorn und achtern mit den Türmen 2 und 3 in überhöhter Aufstellung.
Das Turmgewicht betrug 1004 ts und das Richten nach Seite und Höhe erfolgte
hydraulisch. Die Mittelartillerie bestand aus zwanzig l4-cm-Geschützen L/50 mit der Bezeichnung "Typ 3. Jahr (1914)", die sämtlich in Kasematten standen.
Je sieben von ihnen waren an Steuerbord und Backbord auf Oberdecksebene
unter dem Backdeck sowie je drei beiderseits des vorderen Schornsteins auf
Backdecksebene unter  dem Aufbaudeck angeordnet.
Die Ersteren bildeten je zwei Batterien mit fünf Geschützen nach vom und
zwei nach achtern gerichtet. Das Geschütz entsprach dem Modell, das bereits bei der
ISE-Klasse Verwendung gefunden hatte. Vier 8 cm-Fla-Geschütze L/40 beiderseits
des vorderen Schornsteins auf dem Aufbaudeck vervollständigten die Artilleriebewaffnung. Ferner waren vier Überwasser- und vier Unterwasserrohre für 53,3-cm- Torpedos vorhanden. Die Ersteren waren an Oberdeck beiderseits des achteren Schornsteins und die Letzteren vor
Turms 1 bzw. achteraus der Barbette des Turms 4 eingebaut.

Hier ein Bild der NAGATO im Bauzustand 1921 / 22



Modifizierungen:

Da diese Einheiten erst 1920/21 fertig gestellt wurden, war das Einbeziehen von
Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg bereits während ihrer Bauzeit veranlasst worden.
Hierzu gehörte auch eine zusätzliche Horizontalpanzerung über den Munitionskammern.
1922 erhielt der vordere Schornstein der beiden Schiffe eine auffallende, nach hinten
gebogene Haube, um die Rauchgase besser abzuleiten.
1924 erfolgte ein Umbau der den  vorderen Schornstein in S-Form um ein beträchtliches
Stück (ca. 8 m) zurückbog und seine Höhe auf das Niveau des achteren Schornsteins
verringerte. Gleichzeitig erhielt der Großmast einen Ladebaum zum Ein- und Aussetzen von
Seeflugzeugen.

Hier ein Foto der NAGATO , auf dem der abgewinkelte Schornstein gut zu erkennen ist



Und noch eines



1925 bekam NAGATO zu Versuchszwecken ein Heinkel-Katapult auf der Decke des
Turms 2 , abgestützt auf den Geschützrohren. (Dazu muss ich mal ein Bild einscannen - kommt also noch ).

Im  April 1934 begann für NAGATO bei ihrer Bauwerft in Kure eine Große Werftliegezeit mit dem vollständigen Umbau des Schiffes, gefolgt im September 1934 von ihrem Schwesterschiff  MUTSU in Yokosuka. Im Verlaufe dieser Umbauarbeiten erhielt der
Schiffskörper Torpedowulste, die zu seiner Verbreiterung auf 33,83 m führten.
Sie reichten von der Bodenbeplattung bis über die Oberkante des Seitenpanzers und
erstreckten sich in der Länge weit über die Zitadelle hinaus.
Die oberen Räume der Wulste waren mit Knautschrohren angefüllt, während die unteren als Heizölbunker dienten. Auch der Horizontalschutz über den Maschinenräumen und den Munitionskammern wurde durch eine zusätzliche Lage 25-mm-Platten auf dem Backdeck
sowie durch die Fortführung des unteren Panzerdecks mit einer 25-mm-Lage aus D - Stahl
auf zwei 25-mm-Lagen Hochfestigkeitsstahl bis zu den Kesselabzugsschächten verbessert.
Der Boden des Schiffskörpers neben der ursprünglichen Kimmrundung bekam einen
Plattengang von 45 mm Dicke. Die Verbesserungen beim Panzerschutz steigerten das Gewicht der Panzerung bei nunmehr 39.130 ts standard auf einen Anteil von  35 %.
Um die größere Breite des Schiffskörpers mit dem erforderlichen Schlankheitsgrad
auszugleichen, musste er über das Heck um 8,7 m verlängert werden.
Außerdem erfolgte der Einbau einer neuen Antriebsanlage, die jedoch die
Antriebsleistung nicht wesentlich steigerte. Die bisherige Dampf-Kesselanlage
ersetzten zehn Kampon-KesseI, die jetzt alle Ölbefeuerung hatten und deren
Kesselabzugsschächte zu einem einzigen Schomstein zusammengeführt wurden ,
und statt der seitherigen Turbinen kamen neue Kampon-Getriebeturbinen an Bord.
Die neue Antriebsanlage erbrachte eine Gewichtseinsparung von ca. 500 ts.
Durch die auf 42.784 ts gestiegene Einsatzverdrängung fiel jedoch die maximale
Geschwindigkeit um 1,5 kn.
Hinsichtlich der Artillerie wurden mit Ausnahme des Ausbaus der beiden vordersten
14 - cm-Geschütze lediglich die Höhenrichtwinkel bei der Schweren Artillerie auf 43°
und bei der Mittelartillerie auf 35° vergrößert. Bei der Schweren Flak wurden alle 8-cm-Geschütze durch vier l2,7-cm- Luft/Seeziel-Doppellafetten ersetzt.
Die Leichte Flak umfasste zwanzig 2,5-cm-Geschütze in Doppellafetten.
Zudem kam die gesamte Torpedobewaffnung von Bord und das achtere Schutzdeck
erhielt auf der Backbordseite vor dem Turm 3 ein Katapult sowie auf dieser Seite an Oberdeck einen niederlegbaren Kran.
An Bord konnten drei Seeflugzeuge mitgeführt werden.
1936 war der Umbau beendet und NAGATO und MUTSU stießen am 1. Januar bzw. am 30. September wieder zur Flotte.
Nach Ausbruch des Pazifischen Krieges bestanden die einzigen Modifizierungen bei
NAGATO in der Ausrüstung mit Radar, im Ausbau des achteren Paars 14-cm-Geschütze unter dem Backdeck und in der Verstärkung der Flakbewaffnung.
Ob diese Verstärkung auch für MUTSU zutraf , ist nicht klar , aber im Juni 1944 war
die 2,5-cm-Ausstattung der NAGATO auf 68 Rohre und schließlich im Oktober auf 98 Rohre
(16 x 3, 10 x 2, 30 x 1) gestiegen. Sie behielt ihre bisherige Mittelartillerie bis Anfang 1945 ,
dann wurde diese während der Ausbesserungsarbeiten nach der Schlacht um den Golf von Leyte in Yokosuka zur Vorbereitung einer weiteren Verstärkung der Flak an Land gegeben.

NAGATO - Ausrüstungsstand 1942 / 43
Man erkennt gut den aufgestellten Kran auf dem Oberdeck





und weiter gehts -

Werdegang  / Schicksal der  NAGATO

Beide Schlachtschiffe waren am chinesisch-japanischen Konflikt beteiligt und bildeten im
November 1941 das 1. Schlachtgeschwader der 1. Flotte (Kampfflotte).
NAGATO war das Flaggschiff der Vereinigten Flotte. Doch sie hatte wenig oder keinen Anteil an den Operationen, die den Pazifischen Krieg eröffneten oder unmittelbar folgten. Einen Vorstoß vom 8. - 13. Dezember 1941 ausgenommen , den Rückmarsch des Pearl-Harbor-Angriffsverbandes zu decken, verblieb sie bis zum Mai 1942 in den heimischen Gewässern in Reserve.
als die japanische Marine den Versuch unternahm , die Midway-lnseln zu besetzen , lief das
1.Schlachtgeschwader, bestehend aus YAMATO (nunmehr Flottenflaggschift),
NAGATO und MUTSU, mit dem Gros der 1. Flotte am 29. Mai aus der Hashirajima-Bucht aus, war jedoch an der Trägerschlacht vom 4. Juni nicht beteiligt und kehrte am 14. Juni nach dem Verlust der vier Flugzeugträger und dem Abbruch des Unternehmens in die Inlandsee zurück.
Nach der gescheiterten Midway-Operation wurde die Vereinigte Flotte reorganisiert und NAGATO bildete mit ihrem Schwesterschiff der MUTSU die 1. Division des 2.
Schlachtgeschwaders.
Sie verblieb mit dem Gros bis zum Sommer 1943 in der Inlandsee.
Am 15. Juni dem Schlachtschiffverband zugeteilt, lief sie zwei Tage später von Yashima nach Truk aus und traf dort am 23. Juni ein. Nach vier Monaten der Untätigkeit in diesem Flottenstützpunkt verlegte die NAGATO am 17. Oktober zum Eniwetok-Atoll in den Marshall-lnseln, lag dort bis zum 23. Oktober in Bereitschaft, nahm dann an einem
Vorstoß in das Seegebiet südwestlich der Insel Wake teil und kehrte am 26. Oktober 1943 nach Truk zurück.
Am 1. Februar 1944 lief sie aus Truk nach Palau aus und warf am 4. Februar dort Anker.
Nach nur wenigen Tagen Aufenthalt trat NAGATO den Marsch zu den Lingga-lnseln an und
traf am 21. Februar dort ein. Hier stieß sie zur Vorbereitung der Operation A-GO, der
Verteidigung der Marianen-Linie, als Flaggschiff des 1. Schlachtgeschwaders zur 2. Flotte.
Am 30. März verlegte sie nach Singapur und verbrachte dort zehn Tage zur Überholung im
Dock, ehe sie auf Lingga-Reede zurückkehrte.
Am 5. Mai 1944 wurde sie von der YAMATO als Flaggschiff abgelöst und am 11. Mai lief
sie mit der Flotte nach Tawa- Tawa, drei Tage später dort eintreffend.
Während der Luft/Seeschlacht in der Philippillen-See (Operation A-GO) vom 18. - 22. Juni
gehörte sie zur Sicherung der Träger des B- Verbandes.
NAGATO nahm bis Ende Oktober 1944 kaum an Kampfuandlungen teil , als die US-Streitkräfte auf der Insel Leyte/Philippinen am 20. Oktober landeten und die Operation SHO 1
zur Verteidigung der Philippinen begann.
NAGATO verlegte mit YAMATO und MUSASHI für diese Operation als Teil des Nordverbandes (Verband A) unter VAdm. Kurita in die Bucht von Brunei. Am 22. Oktober
lief der Verband mit sechs Schweren und einem Leichten Kreuzer sowie neun Zerstörern, gefolgt vom Verband B, mit Kurs auf die Sibuyan-See und die San-Bernardino-Straße in den
Philippinen aus.
Kurz nach Mitternacht am 23. Oktober griffen nach und nach US-Unterseeboote an und versenkten die Schweren Kreuzer ATAGO und MAYA und beschädigten mit TAKAO
einen dritten, der mit zwei Zerstörern den Rückmarsch antreten musste.
Am 24. Oktober setzten die Luftangriffe der US- Trägerflugzeuge von der TF 38 dem
Nordverband beim Marsch durch die Sibuyan-See mit Bomben und Torpedos hart zu. NAGATO wurde von zwei Bomben getroffen. Während der eine Treffer nur leichte Schäden
Verursachte , zerstörte der andere den Bb.-Kesselraum 1, setzte Turm 4 und vier 14-cm-
Kasemattgeschütze außer Gefecht und führte für eine Stunde zur Verringerung der Fahrt
auf 21 kn. Der japanische Nordverband setzte seinen Weg durch die San-Bernardino-Straße
fort. Nordostwärts der Insel Samar stieß der Verband B des Nordverbandes am Morgen des 25. Oktober auf einen Teil der TG 77.4 , bestehend aus sechs Geleitträgern mit ihrer
Sicherung aus drei Zerstörern und vier Geleitzerstörern (Schlacht von Samar).
In den Kämpfen wurden auf amerikanischer Seite der Geleitträger GAMBIER BAY, zwei Zerstörer und ein Geleitzerstörer hauptsächlich durch den Verband B versenkt.
Welchen Anteil YAMATO und NAGATO hieran hatten, ist nicht bekannt.
Die Kämpfe setzten sich mit Luftangriffen und Verlusten auf beiden Seiten fort.
Nachdem VAdm. Kurita infolge der Luftangriffe die Kämpfe abgebrochen hatte,
trat der japanische Verband den Rückmarsch in heimische Gewässer an.
NAGATO ging zur Reparatur und Überholung in die Marinewerft Yokosuka.
Einige ihrer Schäden wurden nicht mehr ausgebessert .
Da die Ressourcen der Marinewerft dringenderen Anforderungen zugeführt wurden, blieb NAGATO in nur teilweise einsatzfähigem Zustand in Yokosuka.
Hinzu kam die Knappheit an Treiböl , die sie zur Untätigkeit zwang.
Am 18. Juli 1945 griffen Trägerflugzeuge der TF 38 den Raum Tokio - Yokosuka an
und NAGATO erhielt zwei Bombentreffer, die aber keine größeren Schäden verursachten.
In diesem Zustand wurde sie am 20. September 1945 von den Amerikanern übenommen. Später fand sie bei den Atombombenversuchen am Bikini-Atoll Verwendung.!

Hier noch ein schönes Bild der NAGATO in voller Fahrt




Werdegang  / Schicksal der  MUTSU

MUTSU gehörte ebenfalls zum 1. Schlachtgeschwader, das im November 1941 dem Gros der
1. Flotte (Kampfflotte) in der Inlandsee zugeteilt war.
Bis zum Frühjahr 1942 fand sie hauptsächlich zu Ausbildungsaufgaben Verwendung ,
lief aber am 29. Mai zur Unterstützung der Midway Operation mit dem Gros aus der Hashirajima- Bucht aus. Wie NAGATO nahm sie nicht an Kampfhandlungen teil und kehrte nach der gescheiterten Operation am 14. Juni wieder in die Inlandsee zurück.
Im Zuge der Neugliederung der Vereinigten Flotte am 14. Juli bildete sie mit ihrem Schwesterschiff die 1. Division des 2. Schlachtgeschwaders der Ersten Flotte.
Sie verblieb in der Inlandsee und absolvierte am Ende des Monats eine achttägige kleine Werftliegezeit in Kure.
Am 9. August wurde MUTSU dem Vorausverband (Vorhut) zugeteilt und ging zwei
Tage später mit Kurs Truk in See, am 17. August dort eintreffend.
Sie lief mit dem Seeflugzeugträger CHITOSE, gesichert durch vier Zerstörer und der
Flotte am 21. August als Unterstützungsverband für den Trosschiffverband der Flotte aus ,
um einen Versuch zur Verstärkung Guadalcanals Januar 1943 (Operation KA) zu unternehmen. Dies führte vom 23. - 25. August 1942 zur Zweiten Schlacht bei den Salomonen.
Nach Abbruch dieser Luft/Seeschlacht wurde MUTSU am 27. August erfolglos
von US- Trägermaschinen angegriffen. Nachdem die amerikanische TF 61 gesichtet
worden war , wurde auch der Verband der MUTSU zum Angriff detachiert, aber es
gelang nicht , den Gegner zu sichten, und am 2. September lief die Flotte wieder in Truk ein.
Eine Woche später wurde MUTSU dem Gros des Guadalcanal- Verbandes zugeteilt, blieb aber bis Jahresende weiterhin in der Lagune von Truk vor Anker liegen.
Wieder zum Gros der Flotte gehörend, verließ sie am 7. Januar 1943  Truk und kehrte in heimische Gewässer zurück. Am 12. Januar warf sie vor Yokosuka Anker und ging anschließend bis zum 6. Februar zur Überholung und zu Reparaturen in die Werft.
Ende des Monats verlegte sie wieder in die Hashirajima-Bucht an der Inlandsee und erfüllte
Ausbildungsaufgaben. Während sie vor Hashirajima in der Hiroshima-Bai vor Anker lag, gab es in den achteren Munitionskammern eine Explosion und das Schlachtschiff sank unter dem Verlust von 1222 Mann. Als Ursache wurde ein Korditbrand vermutet.

MUTSU ebenfalls beim Dampf machen



Sehr schönes Foto der MUTSU , man beachte die weit nach aussen ragenden Torpedowülste.



Quelle M. Whitley / Schlachtschiffe des WWII
Zusammenfassung & Zusammenstellung copyright by Scharnhorst66
Bilder gemischt , Hauptanteil Gakkenbook 15 ( Nagato )
" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Scharnhorst66

#1
Hier nun Bilder der NAGATO vor den Atombombentest Able & Baker.
Letzterer war dann für´s sinken verantwortlich , leider ..

Bilder der NAGATO vor den Tests ,
Kriegsschäden waren schon nicht mehr rep. worden







Bilder Zustand heute folgen noch
" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Scharnhorst66

Bilder der MUTSU nach der Explosion sind mir leider nicht bekannt.
Wenn jemand eine Quelle hierfür hat - bitte "sofort" bescheid geben ..
Wäre da sehr verlegen drum ..

Was es Bildmaterial gibt , sind die Hebung versch. Teile der MUTSU ,
welche sich heute im eigens dafür angelegten Museum befinden.


Hebung eines Turms der SA





Der überholte Turm , schade -  den Entfernungsmesser hat man weggelassen



Eine Schiffsschraube



Das Museum selber , in welchem noch viele kl. Teile der MUTSU zu besichtigen sind.

" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

kalli

Micha, recht herzlichen Dank !
da haben wir viel zu lesen.
Ich frage mich, warum ich mir immer noch Bücher kaufe :D
Gerade heute habe ich 3 Bücher- Kaufbestätigungen aus Moskau erhalten.
Bis dann
Gruß
Kalli

Scharnhorst66

Hier nun die Bilder der NAGATO heute.
Teilweise von "Kalli" übernommen aus dem Thread :
Ausländische Schiffsinformationen / Bücher / Nagato


Bild 1 :  Anordnung der Schiffe bei den zwei Atombomentests "Able & Baker " , Nagato befindet sich rechts oben.
Deswegen auch kaum beschädigungen durch Test "Able".





Schiffsschrauben
schön hier der direkte Grössenvergleich Schraube / Taucher !






Brückenaufbau / Gefechtsmast



" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Scharnhorst66

#5
So hier das Versprochene Bild , wo die NAGATO mit einem Heinkelflugzeug auf Turm B bestückt ist .
Müsste so 1925 entstanden sein ..  


" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Tsushima.org.ru

#6
Das Schlachtschiffe "Nagato"


Das grosse Bild
Das Schlachtschiffe "Nagato" den 30. September 1920, Die offiziellen Teste im Golf Sukumo


Das grosse Bild
Das Schlachtschiffe "Nagato", 1946, Yokosuka

Andere Bilde

Tsushima.org.ru

Das Schlachtschiffe "Mutsu"


Das grosse Bild
Das Schlachtschiffe "Mutsu" den 25. Mai 1920, Sasebo


Das grosse Bild
Das Schlachtschiffe "Mutsu", 1937, Yokosuka

Andere Bilde

Spee

Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Peter K.

... tolle Aufnahmen!!! DANKE

@SCHARNHORST
Die He25 startete erstmals im September oder Oktober 1925 von der NAGATO.
Für den ersten Start dürfte angeblich sogar der anwesende Ernst Heinkel selbst das Kommando des Schiffes von Kapt.z.S. NAGASIMA übernehmen!
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Lutscha

Hat mal wer nen genauen Plan vom Panzerungsschema der Nagato? Gerade nach dem Umbau gabs da ja so ca 10-11 Zoll Deckpanzerung im SA Bereich zu bewundern (da staunte auch die Yamato). ^^
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

bennymaeker

Hallo.
Da ich unter anderem ein großer Fan des japanischen Schlachtschiffs Nagato bin, möchte ich gerne wissen, wie das Wrack der Nagato heute aussieht. Ich habe zwar schon einige wenige Fotos des Wracks, aber sie geben mir keine Auskunft über den heutigen Gesamtzustand der Nagato. Deshalb bin ich seit längerer Zeit auf der Suche nach einer Wrackzeichnung oder Wrackskizze, die das Wrack im Ganzen darstellt. Ich weiß zwar, dass sie mit dem Kiel nach oben auf dem Gund des Bikini Atolls liegt. Aber es wäre wirklich nett und schön, wenn mir jemand bei der Suche hilft.  :MG:
Nur ein versenktes Feindschiff ist ein gutes Feindschiff

t-geronimo

Hallo und herzlich Willkommen hier !  :O/Y

Diese Links kennst Du bestimmt schon?
http://www.bobhenneman.info/Nagatowreck.htm
http://www.bikiniatoll.com/nagatolog.html

Ein Gesamt-Bild oder -Skizze ist da aber auch nicht bei.  :|
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

kalli

@bennymaeker ,

auch von mir eine herzliche Begrüßung. Bin ja nicht ganz unschuldig, was Deine Anmeldung betrifft :O/Y

Ich hoffe, dass Dir unsere Japan-Spezialisten weiter helfen werden. Falls da in der nächsten Zeit noch nicht so viel kommt, so "bohre" immer mal wieder nach. Und wenn Du selbst was findest, so wäre es schön, die Ergebnisse hier zu posten.

bennymaeker

Dankeschön für die netten Begrüßungen und die Links.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhin Antworten zu diesem Thema schreiben würdet. Fielleicht ist hier ein Wrackspezialist, der mir eine grobe Zeichnung des Wracks anfertigen kann.  :O/S


Mit freundlichen Grüßen, Benny

Nur ein versenktes Feindschiff ist ein gutes Feindschiff

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