SMS Friedrich der Große

Begonnen von michak., 25 Juli 2015, 18:58:20

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michak.

Guten Tag,

so ein kleines Update von mir.

Ich habe mittlerweile einige der fehlenden Beschläge von Herrn Zinnecker erhalten und dementsprechend schonmal die Schornsteinstags, die Tritte und bereits bei dem vorderen Schornstein die Rohrhalterungen befestigt.





Des Weiteren habe ich mittlerweile das Servo für die Ruderanlage verbauen können, beide Ruderblätter werden von einem Hyperion DH20 angetrieben, welcher sich zusätzlich noch programmieren lässt.



Schließlich ein weiterer Schwimmtest mit Ballast.



Das nächste Ziel soll sein, beim Rumpf die letzten Stellen zu verspachteln um diesen dann zu brushen.

Mittlerweile mache ich mir bereits schon Gedanken über die Funkanlage, eigentlich liebäugle ich mit der Spektrum DX10 welche sich problemlos auf bis zu 18 Kanälen erweitern lässt.

Leider unterstütz die Spektrum, wie auch die Futabas (leider Insolvent), keine Nauticmodule und demnach könnte man das Beier Soundmodul nicht 100% ansteuern. Welche Anlagen nutzt Ihr? bzw. macht es vielleicht Sinn einen "alten" Truck and Boat Sender von Robbe zu kaufen?

Sonnige Grüße
Micha




Leipzig

Hallo michak,

jetzt komme ich endlich dazu, dir zu antworten. Was Literatur mit Fotos von "Friedrich der Große" betrifft, ist man leider auf schon ältere Werke angewiesen. Im Buch von Koop/Schmolke über die Linienschiffe der Nassau- bis König-Klasse sind bei richtiger Zuordnung (also Korrektur einiger falscher Bildbeschriftungen) 9 Fotos enthalten, die tatsächlich "Friedrich der Große" zeigen. Die Größe und Wiedergabequalität ist in Ordnung. Noch ein paar mehr Fotos, z. T. auch die gleichen, wenn auch teilweise nicht ganz so gut wiedergegeben, gab es im Marine-Arsenal Band 25 ("Die Schlachtschiffe der Kaiser-Klasse") von Siegfried Breyer, aber ich weiß nicht, ob das Heft (von 1993) noch irgendwo erhältlich ist. Neuere Literatur zu diesem Thema kommt ja inzwischen nur noch aus dem Ausland, wie zuletzt das schöne Buch von Garry Staff über die "German Battlecruisers of World War One". Zur Kaiser-Klasse kenne ich da nur - auch von Garry Staff - aus der Osprey-New Vanguard-Serie das Heft "German Battleships 1914-1918, Vol. 2", das die Kaiser- bis Bayern-Klasse behandelt. Speziell von "Friedrich der Große" sind darin 5 Fotos enthalten (und 3, auf denen das Schiff im Hintergrund zu sehen ist), alle durchaus scharf, aber leider sehr klein, eben der Größe dieser Heftserie entsprechend.

Ich gehe davon aus, dass du im Internet schon nach Fotos gesucht hast, da kann man durchaus einige finden, teilweise in so guter Qualität, dass man sie am Bildschirm stark vergrößern und auch Einzelheiten gut erkennen kann. Ich empfehle dazu nur, etwa bei Google nicht nur "Friedrich der Große" als Suchbegriff einzugeben, sondern auch die Namen der Schwesterschiffe und z. B. auch Admiral Scheer. So stößt man dann z. B. auf das bekannte Bild von Scheer und seinem Stab nach der Skagerrakschlacht auf der Schanz von "Friedrich der Große", dem man bei genauer Betrachtung entnehmen kann, dass die Kohlenluken (Scheer steht auf einer solchen) nicht mit Leibungen eingefasst waren, die Angaben im SchiffsModell-Extraheft in diesem Punkt also unrichtig sind.

Um gleich mit Korrekturen dazu fortzufahren: Das dort gezeigte Modell hat auch zu viele dunkelgrau gestrichene Decksflächen. Tatsächlich wurde mehr Linoleum verwendet, nach den Bauvorschriften (wobei ich die von "Friedrich der Große" nicht kenne, aber das dürfte bei den großen Schiffen zumindest im gleichen Zeitraum überall gleich gehandhabt worden sein) sollten praktisch alle nicht mit Holz belegten Außendecks mit Linoleum versehen werden, ausgenommen nur (vielleicht wegen der Hitzewirkung der Scheinwerfer) die Scheinwerferbrücken. Anders als im Extraheft beschrieben, gab es auch im Krieg noch Linoleum an Bord. Es mag bei Kriegsausbruch zunächst entfernt worden sein, kam aber wohl bald wieder in Gebrauch, es hatte ja auch seinen Sinn. So belegen Fotos, dass auch erst im Krieg fertiggestellte Schiffe wie "Lützow" und "Hindenburg" zumindest auf der Brücke Linoleum hatten, und bei einem Schiff der "König"-Klasse war auch nach der Skagerrakschlacht sogar das Dach der Funkbude beim vorderen Schornstein mit Linoleum belegt.

Nun bin ich etwas abgeschweift, denn du willst ja wahrscheinlich noch einen Friedens- und nicht einen Kriegszustand bauen. Wenn du dich auf einen bestimmten Zustand festgelegt hast und dazu Fragen hast, kann ich dir gerne helfen. In den Details ist am Schiff ja doch immer wieder etwas verändert worden.

Was mir noch gerade einfällt, weil du ja schon an den Schornsteinen gearbeitet hast: Auf dem Plan von dreadnoughtproject und auch auf dem "König Albert"-Plan sind auf den Schornsteinen aufgesetzte, rundlich gebogene Gebilde aus Röhren dargestellt, die über die Schornsteinoberkanten hinausragen. Ich hoffe, dass du verstehst, welche Teile ich meine. Die sind in vielen Plänen eingezeichnet und werden in der Regel von Modellbauern auch nachgebildet, ich kenne z. B. kein Modell der "Lützow", auf dem sie fehlen (und mit der "Lützow" beschäftige ich mich etwas intensiver, weil ich sie auch mal gebaut habe). Auf Originalfotos sind sie aber nie zu sehen. Des Rätsels Lösung: Nach einer Bauvorschrift dienten diese Gebilde dazu, dass man dann, wenn ein Schornstein außer Gebrauch war (also keine Kessel in Betrieb waren) über sie eine Persenning ziehen konnte, um zu verhindern, dass es in den Schornstein hineinregnete. Nur dann wurden sie auch aufgesetzt. Will man also ein Modell bauen, dass das Schiff im normalen Betriebszustand zeigt, gehören diese Teile nicht dazu.

So, ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Bau deines Modells und werde deinen Bericht mit Interesse weiter verfolgen.

Gruß
Leipzig

juergenwaldmann

Selten findet man Bilder , die den Schornstein von oben zeigen :
Aus den ru Foren SMS Hindenburg



Gruss  Jürgen

michak.

Guten Abend Ihr Beiden,

vielen Dank für die Tipps und Anregungen.

Da ich zur Zeit, aufgrund meines Berufes eh kaum mit dem Friedrich weiterkomme,
beschränke ich mich im Moment auf dem Zusammentragen von weiteren Informationen.

Sobald ich einen weiteren Baufortschritt melden kann, werde ich neue Bilder posten.

Vielen Dank.

Beste Grüße
Micha

michak.

#49
Hallo Zusammen,

es geht auch bei mir weiter :)

Ich bin sehr zuversichtlich, das ich bis Ende Oktober die Arbeiten am Rumpf abschließen kann.
Zur Zeit bin ich dabei die Verbindung aller Ankertaschen zu den Klüsen zu realisieren, daher noch abschließend eine Frage. Ich habe leider nur einige wenige Nahaufnahmen von der SMS Kaiser finden können.

Kann ich davon ausgehen, das die "Klüse" beim achteren Anker bei allen Schiffen der Kaiser Klasse gleich aussah?




Dann hatte ich leider vor kurzem einen kleinen Rückschlag erhalten, beim wegschleifen von Spachtelrückständen beim vorderen Schornstein musste ich leider feststellen, dass der Großteil vom vorderen Schornstein mit Blasen im Resin durchzogen war. Daher habe ich die Außenwand neuaufgebaut und nochmal alles von vorne angefangen.



Leider sind mir die Beschlagteile ausgegangen und ich muss auf die Ersatzlieferung warten :(
Außerdem werde ich bevor ich mit den filigranen Beschlägen weiterarbeiten kann und den achteren Schornstein ebenfalls "umbaue" mir eine passende Kopflupe zulegen müssen :D

Währenddessen habe ich allerdings bereits die Persenninghalterung angebracht.



Beste Grüße
Micha




michak.

#50
Hallo Zusammen,

leider bin ich noch nicht großartig weitergekommen, da mir immernoch Teile fehlen auf die ich jetzt schon seit fast acht Wochen warte und ständig nur einen Teil der Nachlieferung erhalten :( Solangsam könnte ich ..... Zur Zeit bin ich mit dem Service sehr unzufrieden.

Wie weit ist der Rumpf? Nahezu fertig geschliffen (bis auf Kleinigkeiten), ich bin dabei die Bullaugenringe einzusetzen bzw. die Bullaugen nochmal zu korrigieren, die Relinghalterungen anzubringen und trage derzeit Informationen zu den Torpedoschutznetzen zusammen, da diese bei meinem Modell ebenfalls angebracht werden sollen.

Da meine bessere Hälfte dem Weihnachtsmann geschrieben hat, das ich einen neuen Airbrush benötige muss ich mit der Grundierung wohl noch etwas warten :)




Hier nun zu meinem Problem. Könntet ihr mir ggf. bei dem Kran weiterhelfen, wohin die beiden Teile im unteren Bildbereich hinkommen. Lt. den Bildern bzw. Modellbildern, welche ich im Netz gesehen habe sind die beiden unteren Teile wahrscheinlich falsch!?!



Edit, hat sich bereits erledigt. Die beiden unteren Teile gehören zu den Bordkränen der Derfflinger - Klasse.

Vielen Dank.

Beste Grüße
Micha

michak.

Guten Abend Zusammen,

ich komme zwar nur sehr sehr langsam voran, aber mittlerweile bin ich soweit den Rumpf zu lackieren.

Leider konnte ich bisher keine Maße für die Breite des Unterwasserschiffes und des Wasserpasses finden, wie habt ihr das gelöst? Pi mal Daumen oder gab es hier bei der kaiserlichen Marine genaue Vorgaben?

Beste Grüße
Micha

Leipzig

Von der Kaiserlichen Marine kenne ich da keine genaue Vorschrift. Nach Groener sollte der Wasserpass von der CWL 1 m breit nach unten reichen. Jung/Abendroth/Kelling geben für die Kriegsmarine 1 m über CWL bis 1 m (bei Kreuzern: 1,5 m) unter CWL für den Wasserpass an.

Ich denke, dass er tatsächlich etwas über der CWL begonnen hat, da er ja auf fast allen Fotos zu erkennen ist. In vielen Fällen wurde er in der Kaiserlichen Marine dann nach unten bis zur Unterkante des Seitenpanzers geführt (und war dann entsprechend recht breit), und das gilt nach Dockaufnahmen auch für "Friedrich der Große". Dabei zeigen die Dockaufnahmen sogar, dass am Bug, wo der Seitenpanzer vorn noch ein Stück tiefer geführt wurde (um den Rammbug zu verstärken), auch die dunkelgraue Farbe dieser Form folgte, also nicht nur gestrackt nach vorne durchlief (so ist es aber bei dem im "SchiffsModell Extraheft Nr. 4 gezeigten "Friedrich der Große"-Modell dargestellt). Allerdings stammen die mir bekannten Dockaufnahmen aus der ersten Zeit nach der Fertigstellung des Schiffes, ob das für die ganze Dienstzeit so geblieben ist, kann ich nicht sicher sagen. Auf jeden Fall war z. B. beim Schwesterschiff "Prinzregent Luitpold" die Wasserpass-Farbe auch bis zur Unterkante des Seitenpanzers heruntergezogen.

Leipzig 

Hexe


Schaarhörn


Leipzig

Ja er reicht eben bis zur Unterkante des Seitenpanzers und folgt am Bug auch dessen Form, wie bei "Friedrich der Große".

Leipzig

Herr Nilsson

Gruß Marc

juergenwaldmann

Bei den ru Foren fand ich dieses Foto :



Gruss  Jürgen

Hexe


Krinor62

Hallo Michak, I

Ich habe den Wassserpass bei der vDT 1,5 cm hoch gemalt.

Viele Grüße

Krinor

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