Langsdorff, Lütjens und die Entscheidung für oder gegen den Kampf bis zur letzten Granate

Begonnen von mini, 28 Mai 2016, 15:06:43

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Sarkas

Zitat von: Big A am 03 Juni 2016, 22:27:25
Allerdings sehe ich auch King und Mitscher als heiße Anwärter für's Finale, wobei ich mir klar darüber bin, dass Erster wohl Stirnrunzeln auslösen könnte! Trotzdem...

Zitat von Admiral Kings Tochter: "Es stimmt nicht, dass mein Vater launisch war. Er war einfach immer schlecht gelaunt."

Im Finale sehe ich auf jeden Fall Spruance. Scheer wäre auch noch ein Kandidat.

Big A

Zitat von: Sarkas am 04 Juni 2016, 09:01:27

Zitat von Admiral Kings Tochter: "Es stimmt nicht, dass mein Vater launisch war. Er war einfach immer schlecht gelaunt."


Was nichts über seine Verdienste im Krieg und seine Brillianz bei der Entwicklung der Marinefliegerei  oder seinen zu unpopulären Entscheidungen, und diese auch durchzusetzen, aussagt.

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Urs Heßling

#77
moin,

Zitat von: Sarkas am 04 Juni 2016, 09:01:27
Im Finale sehe ich auf jeden Fall Spruance. Scheer wäre auch noch ein Kandidat.
Nun ist aber, bitte !! , Schluß mit dem Exkurs !!  (ich gebe zu, ich bin ein Mitinitiator  :embarassed:)
Sonst landen wir noch bei Nelson, Duquesne, de Ruyter oder Yi Sun-Shin  :O/Y


Um wieder "auf Kurs" zu kommen :
vielleicht war Lütjens auch selbst (innerlich) enttäuscht über den Verlauf der Operation Berlin.
Denn für die tatsächlichen Versenkungen - ich spreche nicht von der Diversionswirkung - wären keine Schlachtschiffe, sondern auch ein Paar Leichter Kreuzer oder schneller Hilfskreuzer wie Thor ausreichend gewesen.
Ein auf vorhergehendem Frust basierender Erfolgsdrang kann auch ein starker Antrieb sein und dann zu falschen Entscheidungen führen.
Das ist natürlich, wie auch andere hier ausgesprochene Meinungen, Vermutung und Spekulation.

A propos Spekulation: dazu einiges in einem wikipedia-Artikel von vergleichsweise hoher Qualität
https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_L%C3%BCtjens#Pers.C3.B6nlichkeit

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

bodrog

Ich finde die Diskussion zwar absurd, weil man eine Glaskugel bräuchte... ich sage aber mal, wenn man in der Tradition eines Grafen Spee steht ist das sehr wirkmächtig. Jetzt zähle bitte noch jemand die Kommandanten vom Kleinen Kreuzer/Hilfskreuzer der Kaiserlichen an aufwärts, die freiwillig die Flagge gestrichen haben, und die, die in die Internierung gegangen sind hatten triftige Gründe dafür, wie keinen Brennstoff und/oder abgefahrene Maschinen...

Urs Heßling

moin,

Zitat von: bodrog am 04 Juni 2016, 19:12:21
.. Kommandanten .. der Kaiserlichen .., die freiwillig die Flagge gestrichen haben,
Ich kenne auch nur einen, der - zumindest indirekt - dazu die offizielle Erlaubnis hatte, Kapitän Lüdecke von der Dresden , siehe 09.03.15 in http://www.kleiner-kreuzer-dresden.de/html/kriegstagebuch.html.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Matrose71

Jup,

mehr gab es nicht, plus meine Erklärungen zur Dolchstosslegende, und dann wird vieles einfach klarer, wenn man sich etwas reindenken will!

Das erklärt zwar nicht die Unterschiede zwichen Marschall und Lütjens oder zwischen Rommel und einem Schörner (man kann den Schwachsinn von mhorgran getrost ignorieren), aber die Tendenz ist sichtbar.
Viele Grüße

Carsten

mhorgran

Zitat von: Matrose71 am 05 Juni 2016, 02:43:53
Das erklärt zwar nicht die Unterschiede zwichen Marschall und Lütjens oder zwischen Rommel und einem Schörner (man kann den Schwachsinn von mhorgran getrost ignorieren), aber die Tendenz ist sichtbar.
Nun ja, allerdings wird dieser "Schwachsinn" von vielen Historikern geteilt.

Benjamin

Bevor das hier eskaliert: Ich finde das Thema wirklich spannend und möchte euch bitten, auf sachliche Art und Weise miteinander umzugehen. Wenn ihr der Meinung seit, das ein Argument nicht stark genug ist, um im Rahmen dieser Diskussion berücksichtigt zu werden, dann untermauert das ganze mit Fakten.

Danke. Weitermachen  :MG:
If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

thommy_l

Hallo,

mal wieder eine Frage von einer Landratte ohne jegliche militärische Erfahrung (bin vor ca. 43 Jahren von der Musterungskommission abgelehnt worden).

Zitat

Zitat
.. Kommandanten .. der Kaiserlichen .., die freiwillig die Flagge gestrichen haben,

Ich kenne auch nur einen, der - zumindest indirekt - dazu die offizielle Erlaubnis hatte, Kapitän Lüdecke von der Dresden , siehe 09.03.15 in http://www.kleiner-kreuzer-dresden.de/html/kriegstagebuch.html.


Gibt es auch Hinweise ob und wann Kommandanten der Royal Navy freiwillig die Flagge gestrichen haben? Die RN könnte doch aufgrund ihrer jahrhunderte alten Tradition zumindest nach meiner Meinung, Hinweise auf vermeintlich falsches/richtiges Verhalten anderer geben.

Ich persönlich glaube, ein Kommandant der Briten wäre in so einem Fall (kampffähiges Schlachtschiff ergibt sich) in der Themse ersäuft worden.

Grüße
Thommy

mhorgran

Zitat von: Benjamin am 05 Juni 2016, 12:00:56
Bevor das hier eskaliert: Ich finde das Thema wirklich spannend und möchte euch bitten, auf sachliche Art und Weise miteinander umzugehen. Wenn ihr der Meinung seit, das ein Argument nicht stark genug ist, um im Rahmen dieser Diskussion berücksichtigt zu werden, dann untermauert das ganze mit Fakten.

Danke. Weitermachen  :MG:

hier waren meine Fakten
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,26270.msg297106.html#msg297106

Sarkas

Wie wäre es, den Lütjens auf Scharnhorst/Gneisenau mit dem Lütjens auf der Bismarck zu vergleichen?

Lütjens hatte mit Scharnhorst/Gneisenau einen Durchbruch versucht und den Versuch abgebrochen. Der zweite Versuch war dann erfolgreich. Auf der Bismarck, so wirkt es jedenfalls auf mich, wollte er schon beim ersten Versuch durchkommen, koste es was es wolle. Das würde sein geradezu stoisches Festhalten an dem Durchbruchsplan erklären, trotz der vielen (gut begründbaren) Gelegenheiten, von ihm abzuweichen. Waren die Erwartungen seitens Hitler/Raeder bei der Bismarck soviel größer? Man stelle sich dazu nur das Szenario vor, Lütjens hätte den Durchbruchsversuch bei Island abgebrochen und wäre einen Monat später erfolgreich durchgekommen.

Sven L.

Man beachte den Zeitpunkt des Durchbruchversuches. Im Mai wurde das Zeitfenster der Dunkelheit immer kürzer. Je nachdem wieviel Zeit zwischen einem abgebrochenen Durchbruchsversuch und dem nächsten Versuch verstrichen wäre, hätte u.U. die Zeit der auszunutzenden Dunkelheit nicht ausgereicht.

Lütjens stand also unter Zeitdruck. Ein Abbruch des Versuches hätte eine Verzögerung von mehreren Monaten bedeuten können.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


_________________________________
Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Matrose71

Zitat von: mhorgran am 05 Juni 2016, 12:28:59
Zitat von: Benjamin am 05 Juni 2016, 12:00:56
Bevor das hier eskaliert: Ich finde das Thema wirklich spannend und möchte euch bitten, auf sachliche Art und Weise miteinander umzugehen. Wenn ihr der Meinung seit, das ein Argument nicht stark genug ist, um im Rahmen dieser Diskussion berücksichtigt zu werden, dann untermauert das ganze mit Fakten.

Danke. Weitermachen  :MG:

hier waren meine Fakten
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,26270.msg297106.html#msg297106

Ich streite mich hier nicht um unwahre militärische Behauptungen, da der falsche Thread, aber was zum Thread passt ist:

Im Gegensatz von dir suggeriert, hat Rommel in Norditalien keine Partisanen Befehle umgesetzt, er hat die jüdischen Kriegsgefangenen auf dem Afrikanischen Kriegsschauplatz sofort austauschen lassen, bevor sie in den Zugriff des Reiches oder der Italiener kommen konnten und der ganze Afrika Feldzug wurde auf beiden Seiten nach den geltenden und anerkannten Spielregeln duchgeführt, im Gegensatz zum Feldzug gegen Russland.
Dazu hat Rommel ab 1944 an einer wie auch immer gearteten Verkürzung des Krieges gearbeitet, die ihm schließlich das Leben gekostet hat und natürlich hat er seine Armee vor der Zerschlagung bei El Alamein durch eigene persönliche Initiative gerettet.

Schörner steht dagegen für den totalen Nazi Krieg, den Kampf bis zur letzten Patrone und das unsägliche (Massen-) erschießen/aufhängen von Hitlerjungen und minderjährigen Soldaten, unter dem Vorwand der Fahnenflucht im Jahre 1945.

Nenne mir die fragwürdigen Befehle oder Taten von Rommel!

Viele Grüße

Carsten

bodrog

@Matrose 71

Nana, Rommels Verhalten mag da so stimmen, aber die SD-Einsatzgruppe war 1942 auch schon in Afrika und darauf hatte er wenig Einfluss. Das die tunesischen Juden überlebt haben, verdanken sie dem Ende der deutschen Präsenz Anfang 1943. Kann man schön bei Raul Hilberg im 2. Band nachlesen.

Trimmer

Hallo - also  es geht ja hier wohl um Lütjens, Langsdorff usw.  - über Rommel -  in meinen Augen auch sehr fragwürdig sowohl in Afrika als auch in Italien - könnt Ihr ja ein neues Streitgespräch entfachen soweit es auch etwas mit Marine zu tun hat

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

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