Schreiben an Versicherungen

Begonnen von Tri, 24 Oktober 2006, 19:07:31

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Tri

Verschiedene Schreiben an Versicherungen


Erstmal ein paar zum Aufwärmen aus dem Straßenverkehr.

... im hohen Tempo näherte sich mir die Telegrafenstange,
ich schlug einen Zickzackkurs ein, aber dennoch traf die
Telegrafenstange am Kühler...

... das andere Auto kollidierte mit dem meinigen, ohne
mir vorher seine Absicht mitzuteilen...

... der Kraftsachverständige war völlig ungehalten,
als er auf mein Vorderteil blickte...

... nachdem ich vierzig Jahre gefahren war, schlief ich am Lenkrad ein... 

.. beim Heimkommen fuhr ich versehentlich in eine falsche Grundstücksauffahrt und rammte einen Baum, der bei mir dort nicht stand.

... mein Auto fuhr einfach geradeaus, was in einer Kurve allgemein zum Verlassen der Straße führt... 

Bin in der Kurve, nicht weit von der Unglücksstelle ins Schleudern geraten. Während des Schleuderns habe ich wahrscheinlich den entgegenkommenden Mercedes gerammt, der dann die Richtung der totalen Endfahrtphase vermutlich mitbestimmte. Es hatte zwischenzeitlich an einigen Stellen geschneit. Die Fahrbahn war dadurch auf der Strasse rutschig geworden. Ich wollte den Wagen abbremsen. Ich habe gekämpft wie ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer und wurde unbewusst. Aus war er mit meiner Gesinnung.  :-D

In einer Linkskurve geriet ich ins Schleudern, wobei mein Wagen eines Obststand streifte und ich - behindert durch die wild durcheinanderpurzelnden Bananen, Orangen und Kürbisse - nach dem Umfahren eines Briefkastens auf die andere Strassenseite geriet, dort gegen einen Baum prallte und schließlich - zusammen mit zwei parkenden Pkws - den Hang hinunterrutschte. Danach verlor ich bedauerlicherweise die Herrschaft über mein Auto.

Ich holte die Polizei und ließ mir die Unschuld meiner Frau bestätigen.


Unfallbericht eines Dachdeckers an eine Schweizer Versicherung.

Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an die SUVA (Schweizerische Unfallversicherung Anstalt) gerichtet und beschreibt die Folgen einer unüberlegten Handlung:

In Beantwortung Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich 'ungeplantes Handeln' als Ursache angegeben. Sie baten mich, dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte.

Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig war, hatte ich etwa 250 kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht die Treppe hinunter tragen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der Außenseite des Gebäudes hinunterzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief.

Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne.

Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250 kg Ziegel langsam herunterzulassen.

Wenn Sie in Frage 11 des Unfallbericht - Formulare nachlesen, werden Sie feststellen, dass mein damaliges Körpergewicht etwa 75 kg betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füßen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergaß, das Seil loszulassen.

Ich glaube, ich muss hier nicht sagen, dass ich mit immer größerer Geschwindigkeit am Gebäude hinaufgezogen wurde.

Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch und das gebrochene Schlüsselbein.

Nur geringfügig abgebremst, setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fingergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest.

Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Tonnenboden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25 kg.

Ich beziehe ich an dieser Stelle wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75 kg. Wie Sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In der Höhe des dritten Stockes traf ich wieder auf die von unten kommende Tonne. Daraus ergaben sich die beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Beinen und meinem Unterleib.

Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen und so brach ich mir nur drei Wirbel. Ich bedauere es jedoch, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart verlor.

Ich lies das Seil los, womit die Tonne diesmal ungebremst herunterkam, mir drei Zähne ausschlug und das Nasenbein brach.

Ich bedauere den Zwischenfall sehr und hoffe, Ihnen mit meinen präzisen Angaben dienen zu können.

Für genaue Auskünfte bitte ich Sie, mich anzurufen, da es mir manchmal schwer fällt, mich schriftlich auszudrücken.


Ein heißes Liebesspiel.

1. Akt:
Folgende Schadenanzeige geht bei der Versicherung ein:

"Zu zweit im Bett mit Frl. xxx gelegen und ich habe nach einiger Zeit unbemerkt mit den Füssen eine Kerze umgestossen, die am Kopfende des Bettes auf dem Bettkasten stand. Schwellbrand erst etwas später bemerkt, da im Sinnesrausch verminderte Wahrnehmungsfähigkeit bestand. Ich stehe in keinem Verhältnis mit der Geschädigten! Bitte um Diskretion!"

2. Akt:

Rückfrage der Versicherung nach genauerer Schilderung und unterschwelliger Vorwurf der groben Fahrlässigkeit!


2. Akt:

Antwort: "Sehr geehrter Herr XXX,

bedingt durch längeren Urlaub komme ich erst nun zur, im Schreiben vom 27.05. angekündigten Begründung.
Es ist mir ein wenig peinlich, so dass ich die Sachlage in der ersten Schadensmeldung ein wenig vereinfacht dargestellt habe.
Ich bitte Sie zunächst, mit dieses nachzusehen.
Der Schaden ereignete sich nicht im Schlaf, sondern während des Beischlafs. Es begann damit, dass sich meine normale Schlaf-zimmerbeleuchtung mit einem verpuffenden Knall verabschiedete. Da es sich um eine 25 Watt Kerzenbirne handelte, hatte ich weder eine Ersatzbirne, noch konnte ich eine andere Birne verwenden. Also was blieb mir übrig? Kerzenlicht war die einzig verfügbare Lichtquelle, genaugenommen waren es Teelichter. Hinzu kam, ich kannte die Dame erst einen Abend - da kommt Kerzenlicht und eine italienische Oper doch gut an.
Kerzen anzuzünden wr also eine absolute Notwendigkeit, und Kerzen-, Teelichtschein bewirkt doch zweierlei: erstens es erhellt, zweitens versetzt es uns Menschen in eine bestimmte Stimmung, vermittelt es uns eine Ahnung unserer archaischen Vergangen-heit. Und Beischlaf - ist im Sinne von Fortpflanzung notwendig, kann also nie grob fahrlässig sein, und zum anderen auch recht ergötzlich, bei Kerzenlicht vollzogen Ausdruck hoher Kultiviertheit, dazu eine italienische Oper... Oh la, la,

Liebesspiel ist mit Bewegung verbunden, es bleibt nicht aus, dass irgendwann das Zudeck fliegt. "Wo bleibt denn die Bedachtsamkeit?" fragen Sie. "Haben Sie sie?" Jedenfalls wurde mir auf einmal ganz heiss um's Knie, es brannte lichterloh in der Nähe meines rechten Knie's. Ich riss die Rosen aus der einen, den Blumenstrauss aus der anderen Vase, löschte mit dem Blumenwasser und den Händen. Beim Löschen der ebenfalls Feuer gefangenen Cassette (italienische Oper, Teil zwei) verbrannte ich mir die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger meiner rechten Hand. Dank meiner Geistesgegenwart - obzwar die Situation nicht danach war - konnte ich schlimmeres verhindern.

Da können Sie doch nicht sagen, das ist grob fahrlässig. Das ist eine Begebenheit aus dem Leben, so normal wie ein Rohrbruch, oder wie wenn die Waschmaschine ausläuft. So was wird doch reguliert!

Unterschrift


Der Schaden wurde ohne weitere Nachfragen reguliert.   :ML:


Jetzt noch ein paar zum Abschluß.

Meine Tochter hat sich den Fuss verknackst, weil dieses verdammte Weibervolk ja keine vernuenftigen Schuhe tragen will.

Waehrend des bekannten Tanzes Holladihia-Hoppsassa sprang ich uebermuetig nach oben, wobei mich mein Tanzpartner kraeftig unterstuetzte. Dabei kam mir die Kellerdecke schneller als erwartet entgegen.

In Ihrem Schreiben vom 26.6., ueber die neue Beitragsrechnung haben Sie mich freundlicherweise zum Fraeulein befoerdert, was im Zusammenhang Mit meinem Vornamen Heinz jedoch zu peinlichen Vermutungen Anlass geben.

Mein Dachschaden wurde wie vorgesehen am Montagmorgen behoben.

Ich dachte, das Fenster sei offen. Es war jedoch geschlossen, wie sich später herausstellte, als ich meinen Kopf hindurchsteckte!

Ich bin ferner mit meinen Nerven am Ende und habe mit einer schweren Kastritis zu tun.

Einnahmen aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines Mannes ging das letzte Rindvieh vom Hof.

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Grüße
Tri




Wozu brauchen wir Bürgerrechte, wir leben doch in der EU.

Mario

"Und plötzlich sprang mir ein Baum in den Weg"


Aber solche lustigen Sprüche erlebe ich fast jeden Tag. So z.B. wenn unsere werte Kundschaft "einen Riss in der Scheibe haben".
Gerade heute kam wieder ein Kunde bei uns in die Firma und sagte, er habe einen Schaden.

winni

@Tri: :-D Köstlich...einfach köstlich  :-D :=D>
Es sind immer die Abenteurer die große Dinge vollbringen.


Montesquieu.

Blane

@Tri

Hammergeil! ich kann nicht mehr vor lachen :-D
Schöne Grüsse
Christian

wer


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