Kapitän zur See Hans Langsdorff

Begonnen von der erste, 23 Juni 2019, 13:43:30

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michael-1

Hallo Urs,

solange man sich nicht die Köpfe einschlägt - alles gut!

Wäre 1. langweilig, wenn wir alle der gleichen Meinung wären und 2. hättest Du nichts zu moderieren!

Ich wünsche noch einen schönen Abend  :MG:

Hägar

Mittlerweile hat das Thema ja die Qualität eines Glaubenskrieges – und die werden ja bekanntermaßen nicht wirklich sachlich geführt und sind vom Willen zum Rechtbehalten geprägt – schade eigentlich.
Wobei mir der im Halteverbot parkende Petrus als Vorstellung besonders gut gefällt.
Wären die Flügel nicht Indiz gewesen, dass ihm nach allen himmlischen Prinzipien Sonderrechte zustehen?
Außerdem wäre zu klären, ob er sich im absoluten oder eingeschränkten Halteverbot befand ....

Ohne mich noch einmal in die Auseinandersetzung einmischen zu wollen, mögen folgende Punkte möglichst sachlich eingebracht sein:

> Zum einen dürfte damals die Abgabe der 2cm-Waffen wohl kaum dazu gereicht haben, de facto ein Kriegsschiff zu werden – anderenfalls wären alle bewaffneten Frachter Kriegsschiffe gewesen.
   Und solche, die FTs als Mitteilung an die Navy absetzten, um eine Jagd auf den Raider zu ermöglichen, auch.
   Dass ALTMARK ein Handelsschiff gewesen wäre (#72), steht hier mMn nicht zur Debatte.
   Soweit ich sehe, entspricht das auch Michaels Zitaten aus dem Nachkriegshandbuch (#88).

> Die übersetzte Paraphrasierung des Gathering-Storm-Textes (#72) ist doch eher tendenziös. Der Text bei G.H.Haarr lautet:
   ALTMARK passed south of Iceland on 12 February and two days later entered Norwegian waters. Da steht nichts davon, dass sie 'eindrang'.
   Weiter: She was flying the official German Reichsdienstflagge ... [Beschreibung] ... indicating a non-naval vessel in official service.
   Die vom Wikipedia-Schreiber erwähnte eingeholte 'fremde Flagge' bezieht sich auf die Tarnung, die ALTMARK vorher adoptiert hatte.
   Der anscheinend insinuierte Eindruck, sie habe täuschungshalber statt der Kriegs- die Dienstflagge gesetzt, würde der Grundlage entbehren.

> Leider sind die Flaggen auf Fotos meist nicht gut erkennbar, aber klar ist, dass die Versorger immer als Staatsschiffe fuhren, ohne Kriegsschiffe zu sein.
   Beispiele anhängend.
   o ALTMARK in Kiel vermutlich im August 1939, kurz vor der Ausreise nach Port Arthur
   o UCKERMARK ex ALTMARK in Wilhelmshaven im September 1940
   o WESTERWALD in Kiel, auch im Sommer 1939

Gruß – Hägar

Ortwin

Melde mich doch noch einmal...

Servus Michael,

Zitat von: michael-1 am 27 Januar 2021, 18:41:51
und bedauere, dass es zu Beiträgen gekommen ist, die schon fast ans persönliche gehen.
Falls hier mein Beitrag so aufgefasst wurde, tut es mir leid. Nichts für ungut, war sicher nicht persönlich gemeint!
Vielleicht sind dann doch die Emotionen/Gäule bei der Formulierung mit mir durchgegangen...  :embarassed:
Aber inhaltlich bleibe ich dabei.

Grüße
Ortwin

Umzugskarton

#93
Im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen Zivilist und Militär und der praktischen Bedeutung irgendwelcher Konventionen:

Zitat Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Asama_Maru

Zitat
The "Asama Maru incident"
On a voyage departing from San Francisco on 6 January 1940 Asama Maru had 51 German citizens on her passenger manifest. On 21 January, she was intercepted in international waters 35 miles (56 km) from Nozaki Lighthouse, at the southern tip of the Bōsō Peninsula by the Royal Navy light cruiser HMS Liverpool. The British had received intelligence that crewmen from the scuttled German liner Columbus who had escaped to the United States had taken passage on Asama Maru in an attempt to return to Germany.[11] In direct violation of Japan's neutrality and international law, the British Government had authorised the Commander-in-Chief, China Station to board, provided that the coast of Japan was not within sight.[12] She initially refused to stop, but was forced to do so after Liverpool fired a blank round. An armed boarding party removed 21 of the ship's passengers, all former officers or technicians of Standard Oil tankers, claiming that they were German military personnel[13] The Government of Japan formally protested the action, on the basis of Article 47, of the 1909 London Declaration, which states that only persons actually enlisted in the armed services of belligerent nations could be removed from the ships of neutral countries. Moreover, the fact that the incident had occurred so close to the shores of Japan further escalated tensions between the two countries.[13] Despite the upsurge in anti-British sentiment in Japan, the government of Prime Minister Mitsumasa Yonai took a more conciliatory approach. In return for promising not to offer passage to certain categories of military age Germans in the future, the British agreed to return some of the detained passengers.[14] On 29 February, as Asama Maru was departing Yokohama, nine of the previously captured German civilians were returned to Asama Maru by the British armed merchant cruiser HMAS Kanimbla.

Gerade beim Stöbern im KTB der SKL vom Feb. 1940 über einen Eintrag zu der Angelegenheit gestolpert.

Im selben KTB steht im Eintrag vom 14.02.1940 bzgl Altmark :
Zitat
I. "Altmark hat folgenden Befehl: In Hoheitsgewässern keine falschen Abzeichen, Reichsdienstflagge, kein Aufenthalt, Gefangene unter Deck halten. Wird Schiff angehalten, als Staatsschiff freie Durchfahrt verlangen.

michael-1

Zitat von: Hägar am 27 Januar 2021, 20:12:20

> Leider sind die Flaggen auf Fotos meist nicht gut erkennbar, aber klar ist, dass die Versorger immer als Staatsschiffe fuhren, ohne Kriegsschiffe zu sein.
   Beispiele anhängend.
   o ALTMARK in Kiel vermutlich im August 1939, kurz vor der Ausreise nach Port Arthur
   o UCKERMARK ex ALTMARK in Wilhelmshaven im September 1940
   o WESTERWALD in Kiel, auch im Sommer 1939



Herzlichen Dank für die Mühe Hägar !

Zusammen mit Umzugskartons Hinweis zur Befehlslage sollte damit die Flaggenfrage geklärt sein.

Zum Status der gefangen genommenen Besatzungen habe ich noch ein kleines Indiz gefunden. Adrian Jarvis, Co-Director of the Centre for Port and Maritime History, hat in "The Northern Mariner/Le Marin du nord, XI, No. 1 (January 2001), 39-57." das Tagebuch von Captain Albert Horace Brown von der SS Huntsman ausgewertet und veröffentlicht. Brown beschreibt darin seine Erlebnisse von der Gefangennahme bei der Aufbringung der Huntsman bis zu seiner Befreiung durch HMS Cossack. Er war nur kurzfristig an Bord von Spee ... bitte lest selber, ist recht interessant.

Mir ist folgendes aufgefallen:

  • Die Gefangenen werden dort als POW bzw. ex-POWs bezeichnet, also als Kriegsgefangene.
  • Nach Browns Tagebuch erfolgte die Umschiffung der Offiziere von Altmark auf Spee am 28. November und nicht wie Rasenack schreibt am 6. Dezember: "Nov. 28th. All executive officers & Masters prisoners received orders to take enough clothes for fourteen days & be prepared to transfer to the "Graf Spee." At about 4.00 P.M we were transferred by motor launches."
  • Brown traf in der Folge einmal kurz mit Langsdorff zusammen, gemeinsam mit Dove am 01. Dezember, um seinen Wunsch, wieder zu seiner Besatzung auf die Altmark gebracht zu werden, vorzutragen. Sein Eindruck war: "He was quite chatty and spoke, I thought confidently in manner, about his ship. He seemed to be proud of her ability. ..."

michael-1

Zitat von: Ortwin am 27 Januar 2021, 21:59:20
Melde mich doch noch einmal...

Servus Michael,

Zitat von: michael-1 am 27 Januar 2021, 18:41:51
und bedauere, dass es zu Beiträgen gekommen ist, die schon fast ans persönliche gehen.
Falls hier mein Beitrag so aufgefasst wurde, tut es mir leid. Nichts für ungut, war sicher nicht persönlich gemeint!
Vielleicht sind dann doch die Emotionen/Gäule bei der Formulierung mit mir durchgegangen...  :embarassed:
Aber inhaltlich bleibe ich dabei.

Grüße
Ortwin

Hallo Ortwin,

also an DICH hatte ich dabei gar nicht gedacht  :-).

Wir sind nur unterschiedlicher Ansichten in der Sache, dass kann ja schon in unterschiedlicher Lebenserfahrung begründet sein. Insofern liegt aus meiner Sicht kein Grund für eine Entschuldigung vor.

Im Gegenzug darf ich Dir versichern, dass ich Dich mit meiner Antwort, die zu Deiner hoffentlich nur vorübergehenden Abmeldung führte, nicht provozieren wollte.

Den Hinweis bzgl. der parlamentarischen Anfrage von Jan Korte habe ich übrigens dankbar aufgenommen und ihn angemailt. Schau'n mer mal!

Aus der öffentlichen Diskussion in Bezug auf Kapitän Langsdorff habe ich den Eindruck gewonnen, es geht weniger um seine Person, als um deren Instrumentalisierung, sei es politisch oder ökonomisch. Aber das ist, wie gesagt nur mein Eindruck, beweisen kann ich ihn nicht. Aber vielleicht die ein oder andere Schwachstelle in der Argumentation aufzeigen.

Urs Heßling

moin,

noch einmal eine Veranschaulichung eines Kommandanten-Dilemmas (ist so passiert) ...

Ein angehaltenes Frachtschiff einer Feindnation wird von seiner Besatzung verlassen, die Boote rudern in Sichtlinie auf das gestoppt liegende Kriegsschiff zu.
In dieser Situation beginnt der auf dem Schiff absichtlich zurückgebliebene Funker damit, ein Warnsignal (RRRR) zu funken.
Diese Situation ließe sich juristisch ohne Weiteres als Kampfhandlung unter Vortäuschung einer Kapitulation definieren.
"Vortäuschung einer Kapitulation" wird im Kriegsvölkerrecht als Beispiel von "Heimtücke" genannt, eine solche ist untersagt.

Was soll der "arme" Kommandant nun machen ?
Ohne Rücksicht über die Boote hinweg das Feuer eröffnen mit dem Risiko, sie zu treffen ?
Ein "Losfahren", um die Feuerlinie zu öffnen, dauert Minuten ...
Da hätte der Funker sogar Zeit, eine Beschreibung zu funken ...

Da gibt es keine "korrekte" Lösung ...

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

michael-1

Zitat von: Umzugskarton am 27 Januar 2021, 22:36:47
Im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen Zivilist und Militär und der praktischen Bedeutung irgendwelcher Konventionen:

Zitat Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Asama_Maru

und ein Beispiel für eine "unscharfe" Darstellung in wiki:

ZitatIn direct violation of Japan's neutrality and international law, the British Government had authorised the Commander-in-Chief, China Station to board, provided that the coast of Japan was not within sight.[12]

entweder durch den Verfasser oder in der angegebenen Quelle [12] Best , Antony ...,

denn Kriegsschiffe kriegsführender Parteien dürfen in internationalen Gewässern ALLE Handelsschiffe zu Kontrollzwecken anhalten und ggf. auch durchsuchen. Also kein Verstoß gegen die japanische Neutralität.

Japan hat ja dementsprechend  auch nur gegen die Gefangennahme der ex-Mannschaften der Columbus protestiert:
ZitatThe Government of Japan formally protested the action, on the basis of Article 47, of the 1909 London Declaration, which states that only persons actually enlisted in the armed services of belligerent nations could be removed from the ships of neutral countries.


Interessant auch Churchills Anmerkungen zur Befreiung der Gefangenen von der Altmark:

ZitatAdmiral Pound und ich saßen sorgenvoll zusammen im Lageraum der Admiralität. Ich hatte einen ziemlichen Druck auf das Außenministerium ausgeübt, und ich war mir über den Ernst unserer Maßnahmen völlig im klaren. Doch für unsere öffentliche Meinung und für das Kabinett war ausschlaggebend, ob an Bord britische Gefangene gefunden wurden oder nicht. Wir waren daher begeistert, als um 3 Uhr morgens die Meldung eintraf, daß 300 Mann gefunden und befreit worden seien - das war entscheidend.

"für meine weitere politische Karriere" hinzuzufügen hat er sich verkniffen.

michael-1

Zitat von: Urs Heßling am 28 Januar 2021, 11:28:51
moin,

noch einmal eine Veranschaulichung eines Kommandanten-Dilemmas (ist so passiert) ...


Ist "British Commander" gemeint?

ZitatOhne Rücksicht über die Boote hinweg das Feuer eröffnen mit dem Risiko, sie zu treffen ?

Was denn sonst, wenn sich der Gegner einer unerlaubten Kriegslist bedient?

Das sah Thornton doch genauso: "Im Kriege gibt es kein Wenn und kein Hätte, im Kriege entscheidet nur der Sieg oder die Niederlage. Die Götter sind grausam, glauben Sie es nur. Sie richten hart, aber gerecht."

ZitatEin "Losfahren", um die Feuerlinie zu öffnen, dauert Minuten ...
Wer sich wie Burnett einem feindlichen Schiff nähert, sollte man besser zu Hause bleiben.

Urs Heßling

moin,

Zitat von: michael-1 am 28 Januar 2021, 12:32:48
Zitat von: Urs Heßling am 28 Januar 2021, 11:28:51
noch einmal eine Veranschaulichung eines Kommandanten-Dilemmas (ist so passiert) ...

Ist "British Commander" gemeint?
Ja, auch, war aber meiner Erinnerung nach nicht der einzige Fall.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

beck.Schulte

Hallo Urs, Was hier so von sich geschrieben wird, da tun sich ja Abgründe auf.  Einige unsortierte Paradebespiele aus 14-18 ,wo die 39-45 Regeln auch schon galten.
Deutsche FDs mit voller Zivilbesatzung ohne militärischen Auftrag beim fischen vor  Lister Tief von brit. Kriegsschiffen ausgebracht. Besatzung unter Kontrolle an Bord belassen, teilweise auf brit. Kriegsschiffe übernehmen.  In einem Fall nur  knapp einem Gefecht mit der II.T-Flo. entgangen
Deutsche T-Boote bringen brit. FDs  an der Ostküste GB auf. FD Besatzung verbleibt-wie im britischen Fall-zum Teil an Bord. Prisenkommando mit brit. Maschinepersonal geht nach Cuxhaven.  Was wenn sich Heizer weigern?
In der Nordsee werden von deut. U-Booten norw. Segler aufgebracht.  Kommando von 3- 5 Mann gehen an Bord und zwingen Besatzung zum Kurs auf Cuxhaven. Reichskriegsflagge gesetzt.  Was wenn brit. Bewachen an Bord kommt. Ein Mal ja passiert.  Was wenn sich die Norweger weigern würden auch nur einen Handschlag weiter zu arbeiten?
Deutsche U-Boote nahmen oft Kapt. und Ing. eines versenkenden Dampfers an Bord. Hätten sie jetzt jede weitere Kampfhandlung einstellen müssen, da ja britische Zivilpersonen unweigerlich in Lebensgefahr gebracht worden sind .In einem oder mehrerer Fälle überlebten die  sie  das nicht.
Ein U-Boot Kommandant im Mittelmeer greif ein neutrales griechisches  Passagierschiff an,  sichtet die im Wasser treibenden Frauen und Kinder. Funkt offen um Hilfe und wartet bis franz. Zerstörer erscheinen.  Fand sein Flottillenchef nicht besonders lobenswert.
Auf einem Zeppelin hockende Besatzung wird von einem brit. FD nicht aufgenommen.  Frucht vor ,,Besitznahme" durch die Deutschen.
Nasmith und Kollegen greifen  ,, run amok in die sea of marmara" grundsätzlich alles an Handelschiffen an . Ohne Untersuchung ohne sich um die Überlebenden zu kümmern. Argument: Alles was in Sicht kam diente der Versorgung der 5. Armee. Neutrale Dampfer gibt es dort nicht
Ich habe mich jahrelang zusammen mit Capt. G. Boxall (P&O  Dover-Zeebrüger Service ) mit den Fall des Capt. Fryatt beschäftigt.  Wie da von beiden Seiten ständige Rechtsbrüche kaschiert wurden, wie durch eine geschickte Propaganda aus Recht Unrecht wurde hat bei mir die Meinung vertieft, dass in allen Kriegen jegliche  Art von Regelwerken fix in die Tonne getreten wird.    So gesehen ist Langsdorffs  Umgang mit seinen Gästen eine kleine unbedeutende Episode in einem mörderischen Krieg mit millionenfachen Toten.

Urs Heßling

moin, Bernd,

Zitat von: beck.Schulte am 28 Januar 2021, 12:49:43
Einige unsortierte Paradebespiele aus 14-18 ,wo die 39-45 Regeln auch schon galten.
Hast ja Recht :TU:)  Danke für die Beispiele


Zitat von: beck.Schulte am 28 Januar 2021, 12:49:43
Ein U-Boot Kommandant im Mittelmeer greift ein neutrales griechisches  Passagierschiff an,  sichtet die im Wasser treibenden Frauen und Kinder. Funkt offen um Hilfe und wartet bis franz. Zerstörer erscheinen.  Fand sein Flottillenchef nicht besonders lobenswert.   
Er ist trotzdem Admiral geworden :wink:


Zitat von: beck.Schulte am 28 Januar 2021, 12:49:43
Auf einem Zeppelin hockende Besatzung wird von einem brit. FD nicht aufgenommen.  Frucht vor ,,Besitznahme" durch die Deutschen.
Ja, der berüchtigte Fall King Stephen / L 19


Zitat von: beck.Schulte am 28 Januar 2021, 12:49:43
Nasmith und Kollegen greifen  ,, run amok in die sea of marmara" grundsätzlich alles an Handelschiffen an . Ohne Untersuchung ohne sich um die Überlebenden zu kümmern. Argument: Alles was in Sicht kam diente der Versorgung der 5. Armee. Neutrale Dampfer gibt es dort nicht
Ja ... uneingeschränkter U-Boot-Krieg, ohne Erklärung und lange, bevor die "ehrenhaften" Deutschen ihn öffentlich begannen, gerade DAS wird in kaum einer Darstellung erwähnt


Zitat von: beck.Schulte am 28 Januar 2021, 12:49:43
Ich habe mich jahrelang zusammen mit Capt. G. Boxall (P&O  Dover-Zeebrüger Service ) mit den Fall des Capt. Fryatt beschäftigt.  Wie da von beiden Seiten ständige Rechtsbrüche kaschiert wurden, wie durch eine geschickte Propaganda aus Recht Unrecht wurde hat bei mir die Meinung vertieft, dass in allen Kriegen jegliche  Art von Regelwerken fix in die Tonne getreten wird.   
Siehe MNB 6  :TU:)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

michael-1

Puuh, Tabellen sind echt lustig :-P!

Polemik: on
Mit anderen Worten, Langsdorff ist ganz, ganz toll, weil andere ganz, ganz böse waren!

Wie steht es dann mit anderen Kommandanten, die Besatzung und Schiff zurückbrachten! Waren die schlechter, weil sie sich keine Kugel in den Kopf schossen oder noch zeitloser?

Das Servieren von "Ross's Royal Ginger Ale" genügt anscheinend für eine Bewertung a la

ZitatDie Bundesregierung teilt die Auffassung des Kommandeurs des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, wonach Kapitän Hans Langsdorff mit der Rettung seiner Besatzung ,,ein beispielgebendes Verhalten" gezeigt hat.
Seine Tat steht beispielhaft für eine zeitlos gültige soldatische Tugend, die in der Bundeswehr in der militärgeschichtlichen Lehre und in der allgemeinen militärischen Ausbildung genutzt wird.

Heißt das konkret es werden nur noch Ordonanzen fürs Offizierscasino ausgebildet?
Polemik: off

Schau'n mer mal, was man von Langsdorff lernen kann:

























Aktivität / LageEinschätzung
Handelskrieg nach Prisenordnungwenig Verletzte, noch keine Toten. Pflicht erfüllt.
Einsatzfähigkeit Schiffab 26.11: nur noch beschränkt, also waren die Mittel aufgebraucht! Lt. OP-Befehl war dann Rückmarsch angesagt!
Sichtigkeitzutreffend: jenseits der Waffenreichweite.
Abschütteln Fühlungshalter zutreffend: unmöglich, alles andere Prinzip Hoffnung
Niederkämpfen Fühlungshalter fraglich, geht von friedensmäßigem Kesselbetrieb aus. widerspricht vorstehenden Annahmen!
Risikoeinschätzungfalsch: 1. können erwartende Treffer Rückmarsch beeinträchtigen! 2. wirkt Handelsstörer schon durch Existenz, die ist wichtiger als fragwürdige Erfolge!
Versenkungserfolgemäßig, lt. KTB "nicht kriegsentscheidend", aber im Prinzip auch nicht so wichtig, Halsschmerzen?
Überwachung Südatlantikfalsch: Engländer / Franzosen waren da!
Entschluss weitermachenwiderspricht angesichts Einsatzfähigkeit Auftrag und Geist einer Handelskriegführung, Heimmarsch!
Entschluss erst N, dann La Plata  falsch: wenn überhaupt, dann ohne Voranmeldung La Plata
Übernahme Kriegsgefangenenicht erforderlich, Verstoß gegen Konvention, max. Antritt Rückmarsch akzeptabel
KlarschiffNO rezitiert OP-Befehl! War das seine Gefechtsposition!
Gefechtseröffnungfalsch: lt. engl. Berichten mit Batterieteilung eröffnet, erst später Konzentration auf EXETER
Munitionswahlfalsch: lt. GKdos. PS; erst recht bei 3 Gegnern. Wer hat das entschieden? Man musste doch an die Vitalia!
Gefechtsentfernungfalsch: Gegner hätte möglichst lange auf Abstand gehalten werden müssen, nicht noch entgegenlaufen! Harwoods Teilung der TF war für AGS doch vorteilthaft.
Gefechtsführung insgesamtfalsch: AGS war kein Torpedoboot
Schadensberichtunvollständig? Ausfall Treibölaufbereitung vergessen od. Mythos?
Montevideorichtig: falls Treibölaufbereitung defekt; falsch falls Treibölaufbereitung ok: Harwood hatte abgebrochen, konnte AGS nicht aufhalten; also Ablaufen nach Ost/SO oder Argentinien.
Reparatursinnlos: 14 Tg.? Dann wäre alles was in der RN Rang und Namen hatte zum Auslaufempfang versammelt gewesen, die Reparaturkosten konnte man sparen.
Internierungrichtig: besser als Kriegsgefangenschaft oder Heldentod
Freitodfalsch: keinerlei Nutzen, menschlich tragisch; Kommandant folgt Schiff überholt!
Resümee110 Tote, beinahe 100 Verletzte. Wofür?

Man kann überwiegend lernen, wie man es nicht macht!

Winston war's jedenfalls zufrieden:
ZitatRichtig wäre gewesen, sofort zu wenden, um so lange wie möglich von der größeren Reichweite seiner schweren 28-cm-Geschütze zu profitieren, deren Feuer die Briten zunächst nicht hätten erwidern können. Hätte er die Bemühungen des schnelleren Gegners, die Schußentfernung zu verringern, durch eigenes Ablaufen verzögert, anstatt ihm selber noch entgegenzulaufen, so wäre er in der Lage gewesen, diesen entsprechend länger, vom Feuer der Gegner unbelästigt, zu beschießen. Bis er in dessen Feuerbereich gelangt wäre, hätte er einen davon schon durch seine Geschütze unschädlich machen können.
aus seiner Sicht:
Zitat
- Kapitän zur See Langsdorff, ein hervorragender Offizier -
aus Churchill, "Der zweite Weltkrieg, S. 213.

solange er nicht in der RN diente?

Bleibt zu Hoffen, dass sich irgendwann eine sachlichere, öffentliche Betrachtung Bahn bricht!

Möge Kapitän zur See Hans Langsdorff jenseits aller Interessengruppen, die ihn für sich einspannen, endlich die wohlverdiente Ruhe finden!

Urs Heßling

moin,

ich wollte hier eigentlich Nichts mehr schreiben, möchte nun aber doch antworten
Zitat von: michael-1 am 28 Januar 2021, 18:03:23
... wenig Verletzte, noch keine Toten. Pflicht erfüllt.   
Mehr als das. Er hat sich um Menschlichkeit im Seekrieg bemüht

Zitat von: michael-1 am 28 Januar 2021, 18:03:23
Man kann überwiegend lernen, wie man es nicht macht
Da ist etwas dran ... es ist aber - wie könnte es anders sein - ein Urteil aus dem Nachhinein.

Zitat von: michael-1 am 28 Januar 2021, 18:03:23
Bleibt zu Hoffen, dass sich irgendwann eine sachlichere, öffentliche Betrachtung Bahn bricht!
Ich denke, wir haben hier - abgesehen von etwas Polemik - dazu beigetragen :O/Y

Zitat von: michael-1 am 28 Januar 2021, 18:03:23
Möge Kapitän zur See Hans Langsdorff jenseits aller Interessengruppen, die ihn für sich einspannen, endlich die wohlverdiente Ruhe finden!
Ich glaube, die hat er schon.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Matrose71

@ michael-1

Schön,

dein Post erspart mir eine Menge arbeit, denn damit hast du dich hier absolut selber disqualifiziert und du hast von einigen technischen Dingen, wie z.B. Munition wenig bis gar keine Ahnung!

Aber schön das wir jetzt wissen was für ein toller Sesselasmiral du bist!

Und um das nochmal glasklar zu machen, auch ich und andere haben an einigen Entscheidungen von Langsdorff Kritik geübt und tuen dies weiter, jedoch betrachte ich deine Tabelle eher als Frechheit, vor allen dingen als wohl nicht ausgebildeter Seeoffizier, steht dir m.A. nach zwar sachliche Kritik zu, aber bei weitem kein faktisch abschließendes Urteil in dieser Form.

Dazu zeugt deine Kritik an seinem Freitod von sehr wenig Wissen über die damalige Zeit, Ehrbegriffen und letztendlich dem Regime dem er diente. Sein Freitod war nichts anderes, als dem Vorwurf der persönlichen Feigheit, den Boden zu entziehen und das kann man nur verstehen, wenn man sich in die damalige Zeit hineindenkt und auch Wissen darüber hat. Letztendlich steht aber niemanden zu, über solch eine Entscheidung zu richten, eher ist das anmaßend.

ZitatDie Bundesregierung teilt die Auffassung des Kommandeurs des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, wonach Kapitän Hans Langsdorff mit der Rettung seiner Besatzung ,,ein beispielgebendes Verhalten" gezeigt hat.
Seine Tat steht beispielhaft für eine zeitlos gültige soldatische Tugend, die in der Bundeswehr in der militärgeschichtlichen Lehre und in der allgemeinen militärischen Ausbildung genutzt wird.
Reaktion michael-1
ZitatHeißt das konkret es werden nur noch Ordonanzen fürs Offizierscasino ausgebildet?

Du hast das nicht begriffen?
Die soldatische Tugend um die es hier geht ist, das er seine Besatzng nicht in einem Endkampf geopfert hat, aber anscheinend kommt das bei dir nicht an!

Viele Grüße

Carsten

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