MAX SCHULTZ, Kennung

Begonnen von Hägar, 13 Dezember 2019, 12:09:41

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Hägar

Hier etwas zum Knobeln.

Dass an Fotos herumgedoktert wurde/wird, ist nichts Besonderes.
Im beigegebenen Bild hat sich offenbar irgendwer an der Kennung zu schaffen gemacht.
Die '12' fuhr Z3, und im Vergleich zu anderen Fotos des Bootes ist die Struktur von Ziffern und Bootsdetails exakt die gleiche.
An der Identität gibt es keinen Zweifel.

An der Position der '1' scheint es allerdings auch eine '2' gegeben zu haben, was als '22' zu Z6 - THEODOR RIEDEL gehören würde. Dies ist aber auszuschließen, weil Detailstrukturen der 1934A-Klasse nicht passen.
Will heißen: Da hat keine '22' gestanden, die ein Retuscheur dann zu '12' umgebastelt hätte.

Wie deutet man dann die nicht ausgeführte '2' einigermaßen sinnfällig?
Mir fällt bisher nur ein, dass es mit Indienststellung von Z6 Bedarf an einem Bild des Neuzugangs gab, aber ein solches nicht zur Verfügung stand.
Daraufhin versuchte sich ein Retuscheur daran, ein vorhandenes Bild zu Z6 'umzubasteln', wobei er eine schon vorhandene '2' an der Bordwand nutzen wollte.
Allerdings scheint es ihm dann nicht gelungen zu sein, diese formgleich zu kopieren, wie die Bogentexturen nahelegen. Daraufhin, so die These, gab er seinen Versuch auf und entfernte die aufgepinselte '2' wieder, wobei er jedoch die Foto-Oberfläche beschädigte, so dass Flecken zurückblieben.

Hat jemand bessere Ideen zur Klärung dieser Frage, die die Welt bewegt?
Gruß - Hägar

Teddy Suhren

Hai

Kann es sich einfach um eine Verschiebung der Position handeln? Ich meine vor der "1" noch den Hauch von Farbresten einer weiteren "1" zu sehen.
Lässt sich die Position, evtl. bei verschiedenen Aufnahmen, mit dem Oberdeck abgleichen?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

Hägar

Die Ziffernpositionen in Relation zu den Bulleyes sind eindeutig.
An eine gelöschte '1' mag ich nicht so recht glauben, weil man bei Retuschen doch immer eine Veränderung der Bildkörnung sieht.
Gruß - Hägar

halina

Das hier eingestellte Foto dürfte nach dem Umbau 1938/39 entstanden sein , bei dem der Zerstörer auch
einen neuen Farbanstrich erhalten hatte , hier zeige ich ein Foto vor dem Umbau mit den noch schwarzen Schornsteinkappen , die später jedoch mit Silbereffekt gestrichen wurden .

                                                                                                                                 :MG:  halina
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Hägar

Da kann ich Dir leider nicht zustimmen, Günther.
An der gerundeten Brückenfront kannst Du leicht erkennen, dass das eine relativ frühe Aufnahme ist, mutmaßlich noch in 1937 gemacht, auf keinen Fall aber nach dem erwähnten Umbau.
Gruß - Hägar

kalli

Zitat von: Hägar am 13 Dezember 2019, 12:09:41
Allerdings scheint es ihm dann nicht gelungen zu sein, diese formgleich zu kopieren, wie die Bogentexturen nahelegen. Daraufhin, so die These, gab er seinen Versuch auf und entfernte die aufgepinselte '2' wieder, wobei er jedoch die Foto-Oberfläche beschädigte, so dass Flecken zurückblieben.

eine bessere Idee habe ich auch nicht- aber:
Das würde einem Retuscheur nicht passieren. Beschädigungen hätte er ebenfalls retuschiert, so dass sie nach der Reproaufnahme schwerlich erkennbar gewesen wären.

harold

Servus,

Zuerst:
die bestehende "2" per Outline erfasst und über das Gefleckerl drüberkopiert; paßt aber nirgends.-
Also Griff in die Trickkiste:
Kontraste und Gamma-Wert verändert => helle Flecken erscheinen auch auf der weiß gemalten "1", nicht nur auf ihrem "Schatten".

Was reflektiert Licht besser noch als weiße Farbe? - Flüssigkeit auf weißer Farbe.
Wie schüttet man ne Pütz aussenbord ? - Drehende Schwenkbewegung, "Korkenzieher-Abgang".
Mit'm bissl Ungeschick klatscht halt denn die halbe Schütt-Spirale an die Bordwand ... siehe Reflexion "Flüssigkeit auf weißer Farbe".

(Stimme aus dem Hintergrunde: "Watson!, mäßigen Sie sich.")
OK, OK, war ja nur 'n Vorschlag...
:MZ: Harold
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

kalli

Meine von der eher praktischen Seite gesehene Variante:
Der Auftrag war eine 12 zu pinseln. Die 2 war aber dem Pinseler nicht geglückt, vielleicht hatte er keine entsprechende Schablone. Also wurde sie übergepinselt und eine 1 neu mit der richtigen Schablone gearbeitet und die 2 daneben gesetzt. Durch Witterungseinfluss verblasste die (vielleicht auch qualitativ mangelhafte) Deckfarbe auf der falschen 2 und sie wurde teilweise wieder sichtbar. Dann machte ein Fotograf diese Aufnahme und wir haben ein Rätsel. :-)

Hägar

Besten Dank, Kalli & Harold, für Eure Befassung

Die Wurfspiral-These finde ich sehr kreativ, alle Achtung, darauf muss man erst mal kommen.
Ebenso schätze ich natürlich, dass Kalli sich vor die Retuscheur-Kollegen stellt und deren Ehre retten will.

Allerdings bin ich bisher noch nicht so recht überzeugt.
Im Kern geht Ihr davon aus, dass die Aufnahme einen seinerzeit objektiven Tatbestand am Schiff zeigt.
Mir kommt es jedoch eher so vor, als ob man die Aufnahme bearbeitet hat, um einen neuen fiktiven Tatbestand zu schaffen, was dann jedoch misslang.
Im Anhang noch drei Kennungen, die an der Akkuratesse (oder den technischen Möglichkeiten) der Retuscheure doch ein wenig zweifeln lassen.

Gruß – Hägar

kalli

#9
Zitat von: Hägar am 19 Dezember 2019, 15:17:54
Im Anhang noch drei Kennungen, die an der Akkuratesse (oder den technischen Möglichkeiten) der Retuscheure doch ein wenig zweifeln lassen.

Was soll da retuschiert worden sein? Wie schon zuletzt von mir gesagt, glaube ich nicht, dass das Foto retuschiert worden ist. Das muss ja auch nicht richtig sein.

Was nun überhaupt Retuschearbeiten (egal ob Negativ-oder Positivretusche) betrifft, so sollte man auch die Zeit der Aufnahme in Betracht ziehen. Damals nannten sich die Fotogeschäfte meist noch Fotoatelier. Zu ihrem Geschäft gehörte es zu einem sehr großen Anteil, Portraitaufnahmen, Familienbilder usw. zu machen. Das waren ausgebildete Fotografen und Retusche war selbstverständlich. Da mussten Falten, Härchen, Pickel weggemacht oder Faltenwürfe an der Kleidung verstärkt oder ungewollter Lichteinfall z.B. in die Augen korrigiert werden (heute ist das der rote Augeneffekt). Alles nicht ganz einfach. Aber die Kontur einer Zahl nachzuziehen und Helligkeitsflecke zu beseitigen war für diese Leute eine vergleichsweise einfache Übung.
Insofern war meine Bemerkung keine Solidaritätsbekundung mit der Retuscheurzunft früherer Zeiten, sondern lediglich der Versuch einer Begründung, dass ich diese Vermutung in Zweifel ziehe.

Hägar

Hallo, Kalli

Deine Frage Was soll da retuschiert worden sein? verstehe ich nicht so ganz.
Bei den Kennungen ist doch eigentlich nicht zu übersehen, dass auf drei Bildern an den Ziffern herumgetuscht worden ist.
Für zwei habe ich auch die ursprünglichen Bilder auftreiben können, wie an den Dateinamen zu sehen.
Da lässt sich an den Personen-Positionen ziemlich gut nachvollziehen, dass es paarweise dieselben Fotos sind, aber eben mit unterschiedlichen Ziffern.

Gruß - Hägar

kalli

Gut dann habe ich mich unverständlich ausgedrückt. Meine Frage lautet dann: Worin besteht der Grund das Foto zu retuschieren, wenn es keine Tarnungsgründe gibt? Kann es nicht auch sein, dass am Rumpf Malerarbeiten stattgefunden haben. Wie wir wissen, wurden Schiffe ständig gepönt. Und da mussten eben auch die Bordnummern gestrichen werden. Das gelingt mal so und manchmal eben so. Da Du nur von einer Retuschevariante ausgehst, ist es dann eben so. Ich sehe es eben schlichter-beharre aber keineswegs darauf.

harold

Servus,

"im Kern geht Ihr davon aus, dass die Aufnahme einen seinerzeit objektiven Tatbestand am Schiff zeigt."

Na dann werd ich mal meine Schlußfolgerung auch a bissl aufdröseln (unten Original von Hägar nebst konstrastverstärktem Ausschnitt):

a -
offenbar steht was Offizielles bevor: über ein Dutzend Herrschaften in weißer Mütze auf dem Brückendeck, jedoch noch informell-ungeordnet.
Siehe Personen A.

b -
an Deck, darunter (von rechts nach links):
B führt Schlauch zu, C dreht an der Schlauchtrommel (geschlossen aus Blickrichtung des B; schade daß grad hier beschnitten ist!),
D kommandiert nichts, sondern steht in lässiger Pose (Hand im Hosensack, mit der Rechten scheint er zu rauchen?),
die beiden Lords E und F next to him scheinen auch recht entspannt, E auf eine schräge Stange (Feudel?) mit verschränkten Armen aufgestützt, scheint ebenfalls zu rauchen (?), steht jedenfalls ned wirklich "dienstlich" rum,
G ebenfalls  "privat" (Beinstellung, Blickrichtung) eher gelangweilt.-

c -
nochmal, mit Kontrastverschärfung, das "Schüttbild", weiße Flocken über die weiße "1" (das wäre für eine Retouche nich vonnöten);
schaut mir so aus wie Schaumflocken.
Resultat der Tätigkeit von B, C und E, F, G unter dem Kommando von D?

Soweit die Puzzle-Stückchen zu meiner Annahme, da wurde etwas mit Schlaucheinsatz entfernt, abgefeudelt und ging dann per Pütz außenbords.-
------------

Ich stimme -für díeses Bild- auch Kalli zu: so patschert kann ja kein Retoucheur sein!

Jedoch die anderen Bilders?
Hmm ... welchen Anlaß gäbe es?
Eine Publikation, in der möglichst alle Einheiten fotografisch vorgestellt werden?, oder ein Trittbrett-Fahrer, der ein wenig an der Postkarten-Schwemme mitverdienen wollte (aus einer Aufnahme mach drei, oder so) - ?,
... Quellenlage?, Aufnahme-Daten, Publikations-Orte u Zeiten ?,

Dies Rundum abzuklären bräuchte es mehr als nur die Ausschnitte der Kennungen.

Ciao,
Harold
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Rudergänger


t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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