Frage zum Hergang der Versenkung vom Kreuzer Blücher

Begonnen von rosenow, 08 März 2007, 10:32:00

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rosenow

Moin, oll tosom!  Vor längerer Zeit habe ich mal was über die Versenkung der Blücher gelesen, weiß leider nicht mehr wo.
Mir geht es um den Hergang, ob von dieser unterseeischen Torpedoabschussanlage in deutschen Geheimdiensten, Seekriegsführung gewusst wurde.
Wie hing das mit der Kapitulation der Norweger zusammen?
Danke i. v.!  :-)

mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Ralf

Die Anlage waren nicht unterseeisch... Sie waren an einer taktisch cleveren Stelle in einem Fort angebracht... Man wusste davon...

Guck mal hier:
http://forum.schlachtschiff.com/topic.asp?TOPIC_ID=358  :MG:
Gruß
Ralf
___________________________________________
,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

ufo

Zitat von: Ralf am 08 März 2007, 10:42:31
Die Anlage waren nicht unterseeisch... Sie waren an einer taktisch cleveren Stelle in einem Fort angebracht... Man wusste davon...

Guck mal hier:
http://forum.schlachtschiff.com/topic.asp?TOPIC_ID=358  :MG:

Ich muss gestehen so ad hoc finde ich in genanntem Thread keinen Hinweiss, dass die Lage und Einsatzbereitschaft der Batterie auf Deutscher Seite bekannt war. Das mag daran liegen, dass ich das schlicht und ergreifend nicht gefunden habe. Der Thread ist ja schon ein Paradebeispiel fuer einen gewissen Stil. :roll:
Mich mal selbst aus diesem Thread:
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,999.0.html
zitierend:

... Im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung vom 9. April 194o heisst es noch etwas vage "Schwere Treffer auf Blücher führen zum Ausfall beider Maschinen. Blücher bewegungsunfähig. 1530h durch Minen-, Torpedotreffer oder innere Explosion nördlich Droebak-Enge bei Askholmen gesunken."
Am folgenden Tage beim Lagevortrag Raeders vor Hitler steht dann schon ganz dezidiert: "Lage Oslo: Lützow und Emden wegen ungeklärter Minenlage noch nicht eingelaufen. Blücher gestern Abend nach Minentreffer gesunken."
...

Das wirkt doch eher nicht so als habe man bei der Kriegsmarine gewusst, was einen da erwischt hat, wirkt es nicht?

Auch gewinne ich aus besagtem Thread den Eindruck die Anlage sei (ungewoehnlich genug!) ein unterseeisches Modell gewesen.

Ciao,
Ufo

t-geronimo

#3
Die Torpedorohre liegen auf alle Fälle unter Wasser, die Visier-einrichtungen naturgemäß über Wasser.
Konnte man in der Doku über Blücher am Freitag Abend ganz gute sehen, meine ich.

Wie üblich, kann man bei John auf der Webseite einige Fotos sehen:
http://www.admiral-hipper-class.dk/bluecher/miscellaneous/oscarsborg_bluecher_wreck_site_today/oscarsborg_bluecher_wreck_site_today.html

Und hier was auf deutsch:
http://www.atlantikwall-research-norway.de/Festungsinsel_Oscarsborg.html
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Zerstörerfahrer

Wer sich vor ein paar Tagen die " Blücher " -Doku auf NDR angesehen hat, der weiss wie die Anlage aussah.  :-D
Soweit ich mich erinnere wurden die Torpedos im Trockenen unterirdisch in einer Felsenkammer auf ein Gestell geladen, welches dann in einer Grube voll Wasser abgesenkt wurde. Die Austrittsöffnung lag grösstenteils Unterwasser, nur ein wenig der Öffnung war über der Wasseroberfläche zu sehen.

[edit] wieder zu spät   :-(

ufo

@rosenow

Den zwoten Teil Deiner Frage vermag ich nicht recht zu deuten.

Nun – der Verlust Bluechers hing insofern mit der Norwegischen Kapitulation zusammen als dass bei einer erfolgreichen und schnellen Einnahme von Oslo den Deutschen die Norwegische Regierung sowie der Koenig in die Haende gefallen waeren. Damit haette man eventuell ein im Volk angeseheneres Marionettenregime installieren koennen. Durch die gelungene Verteidigung im Oslofjord gelang es den Norwegern eine politisch wirksame Exilregierung unter Koenig Haakon VII zu etablieren.

Aber ich gestehe ich weiss nicht recht, ob Deine Frage darauf abzielte.

Ciao,
Ufo

Ralf

Und wieder bin ich als quellenloses Individuum gebrandmarkt... Das nächste Mal also erst einmal ordentlich recherchieren, Herr Heckel!  :O/S

Sorry!
Gruß
Ralf
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Gorch Fock

rosenow

Ihr seid Klasse, Männer!
Ich Danke euch für die gewohnte schnelle Beantwortung meiner Fragen und auch du, Ufo, hast meine Frage richtig gedeutet und damit beantwortet. :TU:)
mit freundlichen Gruß
Michael


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Hein Schonder

Mario

Mike Whitley schreibt in seinem Buch über die Deutschen Kreuzer auf Seite 113 (rechts), daß dem Deutschem Geheimdienst lediglich eine Minensperre und die Geschützbatterien bekannt gewesen waren. Die Torpedoanlage sei demnach unbekannt geblieben.
Die änderte jedoch nichts an der Tatsache, daß es ein großes Wagniss für ein großes, wertvolles Kriegsschiff darstellte, auf direktem Wege den Durchbruch zur Haupstadt des Landes zu wagen. Man hatte versucht, zu bluffen und es ging schief.

t-geronimo

Geht Hubatsch in "Weserübung" eigentlich näher auf diese Frage ein?
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Peter K.

Nach

Oliver Desarzens,
Nachrichtendienstliche Aspekte der "Weserübung" 1940
ISBN 3-7648-1753-4

war den deutschen Planern spätestens am 1. April 1940 folgendes bekannt:


Innere Befestigungsgruppe (Gefechtsstand in Oscarsborg unter Oberst Erikson):

Südkaholm (Oscarsborg):
2x24 oder 28cm, Schußrichtung WSW
4x28cm, Schußrichtung S
3x24 oder 28cm, Schußrichtung SE
2x5cm auf Schienen
Unterwassertorpedostellung

Nordkaholm:
kasemattierte Stände für 3 Geschütze

Haaöen:
Stellung für 4x17cm
Stellung für 8 leichte Geschütze

Naeset:
2x7cm in Türmen

Halangstangen:
1x21cm

Husvik:
2 kasemattierte Stände für je 3 Geschütze

Sejersten:
4x21cm
elektrische Minensperre an der engsten Stelle des Fjordes

Äußere Befestigungsgruppe (Gefechtsstand in Horten unter Oberstleutnant Notland):

neue Batterie nordwestlich von Horten, Schußrichtung S
2x21cm Vorderlader beim Leuchtturm in offener Erdstellung
3x15cm in Erdstellung
auf Vaelos ein altes Erdwerk mit Panzerkuppel
Bolärnene und Rauö befestigt, dazwischen Minensperre
auf Haöy 2x12cm und 4x6,5cm
auf Tjöme möglicherweise schwere Geschütze

Flakstellungen in und um Oslo bekannt

Flak- und/oder Signalstellungen außerdem auf:
Rauer, Hui, Misingen, Struten, Strömtangen, Fulehuk, Mökeröy, Bustein, Skarvesete und Kirköy (hier eventuell auch Minensperre)

Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

Nach

Walther Hubatsch,
Weserübung

war dem OKM laut "Feindnachrichtenblatt Norwegen" vom 01. April 1940 folgendes bekannt:

Oskarsborg: 8 Seezielgeschütze und weitere vorbereitete Stellungen
Fahrwasser bei Döbrak: elektrischen Minensperre ausgelegt und besetzt

Festungsgebiet Oskarsborg

Batterie Kaholm: 3x28cm, 1x30,5cm, 6x5,7cm
Batterie Kopaas: 3x15cm
Batterie Husvik: 2x5,7cm
Batterie Haaoe: 4x28cm Haubitzen, 10x12cm
Batterie Nesset: 3x5,7cm
Torpedobatterie: 3x45cm

Laut Operationsbefehl der Gruppe 5 sollten daher 2 Sperrbrecher am 9. April, 00.15 Uhr, den 59. Breitengrad überschreiten, damit im Oslofjord einlaufen und sich nach Passieren von Rauöy im Quadrat 1686M mit der Kampfgruppe vereinen. Mit 10 kn Geschwindigkeit sollten dann diese beiden Schiffe vor dem Verband die Enge forcieren!

Welche Sperrbrecher waren für diesen Einsatz vorgesehen?
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Peter K.

Eine sehr gute Skizze mit den von deutscher Seite vermuteten Befestigungen findet sich in

Hans-Martin Ottmer,
Weserübung - der deutsche Angriff auf Dänemark und Norwegen im April 1940
ISBN 3-486-56092-1

Seite 116
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

Grüße aus Österreich
Peter K.

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t-geronimo



Danke für die Infos ausm Hubatsch.
Die Batterie war also bekannt.

Zumindest einigen.
Aber auch den entscheidenden?
Wär ja nicht das erste und auch nicht das letzte mal, das die entscheidenden Stellen wichtige Infos nicht weitergegeben bekommen hatten...
Gruß, Thorsten

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