Drei Freitagsfragen

Begonnen von Urs Heßling, 21 Februar 2025, 09:28:10

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Urs Heßling

moin,

heute geht es um drei Ereignisse im Seekrieg 1914-18, die in einem Jahr stattfanden

Vor 100 + x Jahren
Der Kreuzer mit dem Namen der Kathedralenstadt, der 26 ½ Jahre später dem ,,Agreement" zum Opfer fiel, setzte die Flagge
beantwortet von maxim :
Leichter Kreuzer HMS Coventry, am 21. Februar 1918 in Dienst gestellt  x = 7

Vor 100 + x Jahren - 2 Tagen (23.2.)
Es war eine triumphale Heimkehr des fast verloren Geglaubten
beantwortet magellan :
Am 23. Februar 1918 kehrte der Hilfskreuzer Wolf nach einer Feindfahrt von 451 Tagen nach Kiel zurück

Vor 100 + x Jahren
Der italienische Reiher pickte sich einen eher schwächlichen Hai aus dem Wasser der Meerenge
beantwortet von JBar :
Am 21.2.1918 wurde das österreich-ungarische U-Boot "U 23" durch das italienische Torpedoboot "Airone" (Reiher) durch Wasserbomben versenkt. X = 7



Was geschah ?

Viel Erfolg und Vergnügen beim Ermitteln  :O/Y

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

JBar

Hallo !
Am 21.2.1918 (X=7) wurde das österreich-ungarische U-Boot "U 23" durch das italienische
Torpedoboot "Airone" (Reiher) durch Wasserbomben versenkt.

Gruß Jürgen

Urs Heßling

moin, Jürgen,

 :TU:)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

magellan

Frage 2
Am 23. Februar 1918 kehrte der Hilfskreuzer Wolf nach einer Feindfahrt von 451 Tagen nach Kiel zurück. Das Schiff galt als vermisst, die Angehörigen der Besatzung wurden schon entsprechend über den Tod der Besatzung informiert. Sehr lesenswert ist das Buch von Theodor Plievier: ,,Des Kaisers Kuli". Plivier gehörte zur Besatzung der Wolf.


X=7

Urs Heßling

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim

zu 1. Leichter HMS Conventry, am 21. Februar 1918 in Dienst gestellt und am 14. September 1942 durch Bomber des LG 1 versenkt, als Coventry, inzwischen zum Flakkreuzer umgebaut, an der Operation Agreement (Angriff auf Tobruk) teilnahm.

x = 7

beck.Schulte

Sehr lesenswert ist das Buch von Theodor Plievier: ,,Des Kaisers Kuli". Plivier gehörte zur Besatzung der Wolf.
Da darf man wohl auch anderer Meinung sein. Der Herr Autor hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass alles, was er schrieb reiner kommunistischer Agitprop ist. Geht schon bei seiner Zeit bei den M-Verband los. Da wurde, so schreibt er schon 1915 auf den Hilfs-MBooten  fleißig Sabotage betrieben ( hat zwar außer ihm keiner bemerkt)  und das bei Mannschaften, die selbst in den Novembertagen 1918 kaum Neigung zur Revolte zeigten. Ebenso auf den Hilfskreuzern. Mit einer Mannschaft wie Plievier sie beschreibt wäre kein Hilfskreuzer über die Nordsee hinausgekommen. Plievier war bis 11.1918 ,,kaisertreu" und erst danach links-radikal.   Wer über Wiki hinaus Kenntnis betr. der Kaiserliche Marine 14-18 abseits der großen Dampfer besitzt und sich etwas mit der Person des Autors befasst, der ja die  letzten Lebensjahren in der schönen Schweiz (!) verbrachte , wird wohl kaum von einem ,,lesenswertem Buch" sprechen können. Alles meine unmaßgebliche Meinung

Urs Heßling

moin, Lars,

Zitat von: maxim am 21 Februar 2025, 15:55:30zu 1. Leichter HMS Conventry, am 21. Februar 1918 in Dienst gestellt und am 14. September 1942 durch Bomber des LG 1 versenkt, als Coventry, inzwischen zum Flakkreuzer umgebaut, an der Operation Agreement (Angriff auf Tobruk) teilnahm. x = 7
:TU:)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Urs Heßling

moin,

die drei Freitagsfragen sind beantwortet, danke :TU:) für die präzisen Antworten

die Diskussion zu dem angesprochenen Buch kann ja noch weitergehen ... :wink:

moin, Bernd,
Zitat von: beck.Schulte am 21 Februar 2025, 15:59:03Sehr lesenswert ist das Buch von Theodor Plievier: ,,Des Kaisers Kuli". Plivier gehörte zur Besatzung der Wolf.
Da darf man wohl auch anderer Meinung sein.
Ja, ... hier im FMA sowieso
Ich habe das Buch gelesen. Wenn er auch "Fake News" fabriziert ... was er gut beschreibt, ist die stetig wachsende, teilweise hilflose Wut der Mannschaften gegen "die da oben", die arroganten und wie in einer anderen Welt lebenden Offiziere.

Wenn sie zusehen müssen, wie Steaks und Pommes frites von der Kombüse duch ihr Deck zur Offiziersmesse getragen werden, währen sie selber Dörrgemüse auf dem Teller haben, kann man verstehen, wie diese Wut entsteht.

Wie hältst Du es mit Richard Stumpfs Buch ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

beck.Schulte

Hallo Urs.  Nicht so einfach. Vorweg dies: Marine 14-18 ist , auch hier im Forum, kaum sichtbar. Ein bekannter hauptamtlicher Marinehistoriker sagte mir mal, dass mit dem Thema 14-18 er keine Cent verdienen kann. So wird bis heute: Skagerrak, Uboots-Krieg, Revolte u.ä. unendlich durchgekaut, ohne überhaupt mal was Neues zu bringen. Erfreuliche Ausnahme einige ,,Universitäts-Arbeiten" , die aber nur einem recht begrenzten Kreis bekannt sind. Sonst wird fleißig (siehe den Herrn Marinekalender) ohne eine Spur kritischer Quellen Prüfung oder fungiertem Wissen drauflos geschrieben.  Das Ergebnis ist, das sich fast alles an den großen Dampfern ausrichtet. Da waren 1000 Mann gegen über 30 – 70 auf den T- und Sicherungsdbooten.  Dass das zwei verschiedenen Abläufe hervorgebracht hat wird unterschlagen. Neben den großen ,Bestand an sogenannten ,,Handakten" die sich mit der Haltung der Heizer & Matrosen befasst hatte ich noch Gelegenheit Mitte der 60ziger 14-18 Mariner  von den Minensuchern, der MMD, Vorpostenbooten u.ä. zu sprechen. Das hörte sich dann anders an als was mir Herr Kuli verkaufen will. Was Herr Blume, in merinem  ersten Lehrjahr noch an der Berufsschule (MS62/2) ab1917 Lehrling bei Tecklenborg mir über die Revolte 1918 erzählte konnte ich zwar in den Festungs- Akten bestätigt finden, entspricht aber nicht der bis heute in der BHV Lokal Historie gültigen PC.
Das beste Buch betr. 14-18 Marine ist für mich Ringelnatz, dem man ja wohl kaum in die Abteilung ,,Auf See unbesiegt" packen kann.  Auch Stumpf ist lesenswert. Was er uns mitteilt, ist so auf die ,,kleine Boote" nicht übertragbar.  Der Kuli-Schreiber tut es aber in der Manie des Klassenkampfes in den 20zigern. Da ist auch kaum was belegbar. So sehe ich es.
PS: Während im April 1917 die vielbeschriebenen ,,Hungerstreiks ,,in WHC abliefen sprach zeitgleich der britische Geheimdienst (siehe ein frühes MNB)  von  den an den deutschen Sieg glaubenden, frisch eingebrachten kriegsgefangenen Matrosen & Heizer der Flandern Boote. Na ja: Alles meine Meinung und in meinem Alter führe ich

Leipzig

Ich stimme beck.schulte zu. Die Verhältnisse waren von Schiff zu Schiff unterschiedlich, erst recht zwischen den Großkampfschiffen und den kleinen Einheiten. Das hing von den konkreten Personen ab und von Umständen wie der Art und Häufigkeit der Einsätze. Bei den kleinen Einheiten gab es den Klassenunterschied zwischen Offizieren und niedrigeren Dienstgraden nicht so, da waren ohnehin auch die Offiziere noch nicht so ranghoch und vom Lebensalter her jünger, schon die Platzverhältnisse ließen eine so strikte Trennung wie auf den großen Schiffen nicht zu, die Boote waren häufig im Einsatz, und im Gefecht z. B. bildeten Offiziere und Mannschaften zwangsläufig und für jeden erfahrbar eine Einheit (in der extremsten Form bei den U-Booten), usw. Die Verhältnisse auf diesen kleineren Einheiten gibt sicherlich Ringelnatz gut wieder.

Natürlich gab es auf den großen Schiffen vielfach die Verhältnisse, wie sie z. B. Stumph beschrieb, die Unruhen kamen ja nicht ohne Grund. Auch da gab es aber durchaus Unterschiede. Und Plivier hat sicher nicht alles erfunden, was er beschrieben hat, aber doch zumindest tendenziös aufgebauscht. Das geht bis zu Details wie den im Vorschiff der "Lützow" Eingeschlossenen, deren Zahl er viel zu hoch ansetzt.

Allerdings war gerade Nerger auf "Wolf" auch nach anderen Berichten tatsächlich eher streng und unnahbar und von daher bei der Besatzung weniger populär als etwa Dohna-Schlodien auf "Möve". Und man muss berücksichtigen, dass Plivier ein einschneidendes Erlebnis hatte, als er mit "Wolf" heimkehrte: "Wolf" wurde nach seiner für die Heimatdienststellen überraschenden Rückkehr zunächst noch einige Tage in Flensburg zurückgehalten, um seine triumphale Heimkehr nach Kiel mit Empfang durch den Stationschef, Filmaufnahmen usw. vorzubereiten, und auch danach bekamen die Besatzungsangehörigen nicht gleich Urlaub. Als Plivier mit guten Lebensmitteln von "Wolf" nach Hause kam, war sein Vater kurz zuvor gestorben, nach den Angaben seiner Mutter maßgeblich wegen der unzureichenden Ernährung und auch, weil er nach der amtlichen Meldung, dass vom Verlust des "Wolf" ausgegangen werden müsse, seinen Sohn für tot gehalten hatte. Ob zu Recht oder nicht, Plivier glaubte wohl, dass es seinen Vater gerettet hätte, wenn man ihn früher hätte nach Hause fahren lassen, und das beeinflusste seine anschließende Grundhaltung der Marine gegenüber wohl maßgeblich. Insofern dürfte er nicht mehr bis November 1918 kaisertreu gewesen sein, sondern nur bis zum Frühjahr 1918 (Bevor jemand fragt: Diese Darstellung habe ich aus dem aus meiner Sicht gut und fair geschriebenen englischen Buch "The Wolf" von Richard Guilliat und Peter Hohnen).

Aber egal, wieweit man das menschlich verstehen kann: eine besonders glaubwürdige Quelle ist Pliviers Buch sicher nicht.

Leipzig   

magellan

,,Des Kaisers Kuli" ist ein Roman und kein Sach- bzw. Fachbuch.

Duden: ,,... literarische Gattung erzählender Prosa, in der [in weit ausgesponnenen Zusammenhängen] das Schicksal eines Einzelnen oder einer Gruppe von Menschen (in der Auseinandersetzung mit der Umwelt) geschildert wird."

beck.Schulte

#12
,,Des Kaisers Kuli" ist ein Roman und kein Sach- bzw. Fachbuch.  Rein akademisch betrachtet korrekt! Es wird aber als Erlebnis eines kaiserlichen Marine-Kulis bis heute vermarktet Und auch der Autor sah es so.  Ein Buch von dem er und der Rest der Welt es für zum Großteil als authentisches Kriegserleben darstellt, ist im strengen Sinne kein erfundener Roman.
Mal was aus Wiki: seine Erlebnisse in dem 1930 erschienenen autobiographischen Roman Des Kaisers Kulis. Roman der deutschen Hochseeflotte festzuhalten.
In den letzten Jahren habe ich z.B. auf Anfrage des SA BHV eine Reihe von Biografien von Super-Kommunisten mit Bezug auf der Seestadt an der Weser kritische untersuchen dürfen. Da gab es wen, der auf einem kaiserlichen Uboot zwangsverpflichtete war (!!) Schon während der ersten Feindfahrt ständig Randale veranstaltete und trotzdem ein weiteres Mal mit demselben Boot im Mittelmeer auf Tonnagejagd ging und letztlich auch im Okt. 1918 zurück nach WHV fuhr. Kein Kommandant hätte das toleriert und den Knaben noch zwei weitere Male mitgenommen. Auch das betr. KTB enthält nix von seinen klassenkämpferischen Heldentaten. Der Mann wurde in der DDR-Minister. 
Auch in zwei weiteren Fällen war die 14-18 Marinebiografie erlogen (Lüge= wissentlich die Unwahrheit sagen) Ausnahmen gibt es, so z.B. die Biografie über Hermann Knüfken mit dokumentierter 2x Fahnenflucht in 14-18. Besonderes beliebt hier im linken Spektrum sind die Biografien von meist jungen Werftarbeiten, die in einem Fall im 2.1919 mit den ,,Minensuchern" , gemeint sind die FDs der 14. M-Halb nach Bremen dampfte um die Räterepublik zu verteidigen. Das die Boote nach Bremen fuhren ist außer ihm keinem aufgefallen. Zwar lagen die Boote (recht umfangreiche Akten der Station N, SA BHV und des örtlichen ASR) vom 11.1918 bis Mitte 2.1919 in BHV fest, aber ein Mann der 33-45 als KPD-Funkionier lange Zeit in Haft war und der später von seinen Genossen aus der Partei geschmissen wurde, der lügt natürlich nicht. Ich will hier nicht weiter verweilen. Soll jeder es so sehen wie der will. 

UC 67

Moin Bernd,

wie hieß denn der U-Bootfahrer, der in der DDR Minister geworden ist?
Gruß aus Potsdam

Simon

Lothar W.

Hallo,

Zusatzfrage?  :-D . Vielleicht Ernst Wollweber

Gruß
Lothar

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