Einheitslinienschiff IJN Mikasa von Merit International im Maßstab 1:200

Begonnen von madtatt, 07 Dezember 2025, 17:19:45

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madtatt

Hallo liebe Forengemeinde.

Ein Schiff, auf das ich mich lange gefreut habe liegt aktuell auf meinem Basteltisch.
Es ist das Pre Dreadnought oder Einheitslinienschiff Mikasa der Kaiserlichen Japanischen Marine (IJN).

Gestartet wurde das Projekt im Februar 2024. Soll heißen ich bin schon recht weit fortgeschritten mit dem Bau des Modells und starte auch hier wieder den Zeitraffer Modus bis zum heutigen Tag.

Zwei Gründe gibt es warum ich mich besonders auf dieses Schiff gefreut habe.
Zuerst ist da die Form des Rumpfes. Echt archaisch. Erinnert mich durch den angedeuteten Rammsporn an eine griechische Trireme. Gefällt mir unglaublich gut. Und auch auf Deck ist bei diesem Schiff alles so ganz anders, als zum Beispiel bei meiner Bismarck.
Zweitens habe ich für dieses Modell nicht nur einen Pontos Detail Up Set. Nein, als Bonbon gibt es obendrauf auch noch das MK1 Deluxe Paket von KA Models. Da sind ein paar Details vorhanden, die bei Pontos fehlen. Wohl nicht gründlich genug recherchiert, oder was?!. Aber dazu später mehr.
Na das wird eine Ätzteil Orgie allererster Kajüte. Was ein Spaß.

Das Modell gibt es von einer ganzen Anzahl an Herstellern wie I Love Kit, Wave Corporation oder HobbyBoss.
Meine Mikasa kommt schließlich von der Firma Merit International. Erstaunlich, unter wie vielen Namen dieses Modell verkauft wird.
Ist aber alles definitiv Trumpeter, was man sofort beim öffnen des Kartons sieht.

Fangen wir mal mit den Basics an.
Lasst uns den Rumpf zusammen kleben.



Als nächstes Löcher gebohrt für die Muttern des Ständers.



Ordentlich mit Stabilit Express eingeklebt. Genau wie die inneren Strukturen zum Versteifen des Rumpfs.



Dann kommt auch schon das erste Unterdeck in den Rumpf. Jetzt ist dieser wirklich sehr stabil.



Als nächstes die Löcher für die Steigeisen. Schön gerade durch die Bohrschablonen von Pontos.



Und das übliche Aufbohren der Bullaugen.



Nach Recherche der wenigen vorhandenen Bilder ist mir aufgefallen, das das Bullauge das am Modell unterhalb der Ankerklüse sitzt nicht existierte.
Dieses wurde dann mit einem runden Styrenprofil geschlossen.



Gespachtelt und verschliffen.



Noch eine Scharte die ausgebessert werden muss. Merit hat Aussparungen am Rumpf gemacht, um die Ätzteil Stückpforten vom Modell an der richtigen Stelle aufzunehmen.
Da ich ja hier den Pontossatz benutze und am original Schiff die Scharniere der Stückpforten von außen auf den Rumpf genietet wurden, schließe ich diese mit Styren.



Da werde ich noch ein Weilchen mit beschäftigt sein.



Nach dem ich die Aussparungen mit Styrenprofilen aufgefüllt habe sind mir doch erhebliche Sinkstellen aufgefallen, die leider dick gespachtelt werden mussten.
Auf der rechten Seite kann man glaube ich immer noch die kleine Delle der Sinkstelle unter dem Spachtel ganz gut sehen.



Da ich hier nun doch erheblich feilen und schleifen musste, konnte ich auf die Oberflächenstruktur des Rumpfes keine Rücksicht mehr nehmen und habe sie entfernt. Was aber nicht weiter schlimm ist, da ich sie mit Styren wieder herstellen werde.



Nach dem ersten Schleifvorgang wurden die bearbeiteten Stellen zur Kontrolle grundiert und ich bin schon recht zufrieden mit dem Ergebnis.



Dann die entfernten Strukturen mit Styrenprofilen zur Probe ersetzt.



Ist ein klein wenig breiter als die ursprüngliche Linien Struktur aber wenn das hinterher lackiert ist, dürfte das ok sein.
Und so habe ich Backbord weiter gemacht und die Bereiche um die Kasematten abgeschlossen.
Konsequenterweise werden natürlich jetzt alle Strukturen dieser Art am Rumpf durch Styrenprofile ersetzt. Wie weiter vorne zu sehen ist.
Sonst würde das nicht mehr einheitlich aussehen.



Jetzt musste aber erst mal noch einiges an Löchern zu gemacht werden, die ich aufgrund der Ätzteilsets nicht brauche.



Anschließend mit einer weißen Grundierung geprüft, ob alles ordentlich glatt geschliffen ist.



Natürlich auch die Rumpfnähte kontrolliert.





Und weiter mit den nächsten Styren Profilen.



Damit imitiere ich die Nähte der Panzerplatten. Zu dieser Zeit wurde ja noch genietet und nicht geschweißt. Allerdings sieht man die Nieten unter der Farbe am Original so gut wie gar nicht. Daher reicht mir das so.



Die Ablage Flächen für die Anker wurden noch glatt geschliffen, da Pontos hier auch mit Messing alles auffüllt.


Grüße, der Jölle.

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madtatt

Mit den Profilen geht es am Unterwasserschiff weiter.
Langsam am Anfang da ich doch ein wenig Angst hatte mir den Rumpf mit Kleber zu ruinieren. Aber es scheint zu funktionieren:



Es geht inzwischen flotter von der Hand und ich mache Meter.



Aber es sind immer noch eine Menge.



Jetzt muss ich allerdings auch Anbauteile mit einrechnen, wie Schlingerkiele und den Vortrieb.
Die werden erst nach den ganzen Profilen am Rumpf angebracht, damit ich diese vorher ordentlich schleifen kann.



Am Heck muss ich allerdings die Torpedorohr Öffnung ein wenig verlegen, darum habe ich es erst mal mit Styren verschlossen.



Ich habe die vertikalen Stöße am Bug erstellt und alles gut geschliffen.
Nun musste ich einen Teil des Rumpfes mal lackieren um zu sehen, ob ich mich mit den Profilen nicht verrenne.



Ich war mir am Anfang der Prozedur nicht ganz sicher ob ich den richtigen Weg mit den Profilen eingeschlagen habe.



Eigentlich ist es ja falsch herum dargestellt ist.



Denn die Patten müssten einen Spalt erzeugen und keine Erhebung.



Ich habe die Profile am Unterwasserschiff aber auch sehr stark abgeschliffen



Natürlich auch an den Stellen die man hinterher fast nicht sieht.



Und jetzt denke ich, das es zum Schluss richtig gut aussehen wird.
Die Kasematten auch noch mal kontrolliert. Kann so bleiben.



Weiter mit Grundsätzlichen.
Es muss ein Sichtschutz erstellt werden damit man nicht von der einen Seite, die Bullaugen der anderen Seite sehen kann.
Darum Styrenplatten in die Mitte gesetzt.

Am Bug.



Und am Heck.
Das ganze ist flexibel, damit ich die Platte ein wenig hin und her bewegen kann. So bekomme ich die vorderen 30,5cm Kanonen noch in ihre Öffnungen gefummelt.



Danach brauch ich noch ein wenig individuellen Sichtschutz.



Einmal für die Mündungsöffnungen der Torpedowerfer, gelbe Pfeile. Und für vier kleine Bullaugen die bei den grünen Pfeilen unter dem ersten Deck sitzen. Hier komm ich mit den Platten schlecht hin, darum die Winkel.



Gut das ich das Pontos Holzdeck mal aufgelegt habe. ( Was nicht vernünftig gelasert war und ich mit meinem Skalpell nachhelfen musste. )
Passt ja gar nicht. :O/S
Da werde ich ein wenig mit dem Fräskopf arbeiten müssen.
Aber es ging eigentlich darum, Röhrchen für die Ankerklüsen zu erstellen.



Nach dem ich das nun wusste habe ich halbe Röhren erstellt. Die aber im Durchmesser größer sind.



Was völlig ausreichen müsste. Es geht nur darum das kein Licht an der Kette durchscheint.



Schön Dunkel. So mutt datt. 



Machen wir mit den inneren Werten des Schiffes weiter.
Ich gehe hier ein wenig anders vor als üblich.
Bei mir werden die Läufe der Kanonen erst sehr viel später am Modell angebracht und das Deck muss früh geschlossen werden.
Das hat zwei Gründe.
Die Besonderheit der Mikasa sind Ihre Kasematten mit den weit herausragenden Kanonenläufen. Sie stören und man bleibt schnell an ihnen hängen beim weitern Bau.
Überhaupt bringe ich weit ausladende Teile immer erst sehr spät an.
Außerdem werde ich den Rumpf früher als üblich auf die nächste Ebene hochziehen. Es geht um die obere Kasematten Reihe.
Klebt man dieses Rumpfteil später, was eigentlich logisch und so vorgesehen ist, kommt man viel besser an die inneren Aufbauten.
Aber man erhält auch einen sehr unschönen Schlitz der dann nicht mehr zu beseitigen ist.
Dazu gleich mehr.

Als erstes habe ich die Schilde der Kanonen an Bug und am Heck gelötet.



Anschließend, da man eh nichts sieht hinter den Schilden, habe ich den Kanonenkörper einfach durch ein kleines Stück Styrenrohr ersetzt.



Dieses wurde dann eingeklebt...



....und den Lauf der Kanone stecke ich dann später einfach durch das Loch.



Das gleiche bei den mittleren Kasematten, nur ist es hier viel unkomplizierter.



Da jetzt alle Kanonen die sich im Rumpf befinden eingebaut sind, kann ich das Deck vorbereiten.
Erst mal von überflüssigen Details verabschieden. Habe mir einen kleinen Elektromeißel besorgt, vereinfacht die Sache ungemein.



Nach der Schleiforgie das Deck am Bug verklebt.



Und die anderen beiden Teile.



Prima, Deck fertig.



Kommen wir zum Eingangs erwähnten Schlitz.
Hier seht ihr den Übeltäter. Den Spalt bei den gelben Pfeilen würde ich mir eventuell noch gefallen lassen. Aber der beim grünen Pfeil, nee geht gar nicht.



Und eben das ist das Problem.
Was ich dann alles an Holzdeck, Aufbauten und sonstiges Details abkleben müsste, wenn ich den Spalt erst spät spachteln und lackieren wollte, fast nicht möglich.
Daher mache ich es vorweg.


Grüße, der Jölle.

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madtatt

Weiter mit zusätzlichen kleinen Details.
Beim nächsten Bild wird offensichtlich, warum ich weit ausladende Teile wie Kanonenrohre, so spät wie möglich anbaue.



Ich möchte die Vorrichtung, mit der der Anker ins Wasser gelassen wurde verwirklichen.
Dazu muss ich erst mal am Rumpf Material weg nehmen.



Dann werden noch mal alle Profile kontrolliert und teilweise ein wenig weiter abgeschliffen



Die Torpedorohröffnung bekommt noch einen genieteten Ring.



Auf zum Preshading.



Und anschließend abkleben. Ich mach das schon relativ genau, obwohl ich mich erst in der Grundfarbe befinde.
Natürlich könnte ich das Rot ohne abkleben spritzen, aber dann überlappen sich hinterher zu viel Schichten und das ganze wird mir zu dick.



Und schon ist die Antifouling Farbe auf dem Unterwasserrumpf.



Die Wasserline läuft sehr gut. Profile in der richtigen Höhe angebracht.



Hier die beiden Aussparungen für die Seite mit dem Doppel Anker.



Gefällt mir jetzt richtig gut mit der Struktur die ich aus den Styrenprofilen gemacht habe.



Und auch das Preshading kommt schön zur Geltung.



Weiter geht es mit dem Ruder.
Das hatte ich tatsächlich ein wenig aus den Augen verloren.
Macht nichts, Styren angebracht und rot lackiert.



Dann zu den oberen Kasematten. Wieder überflüssige Löcher geschlossen.

Verschliffen und für gut befunden.



Endlich konnte die Ätzteilschlacht beginnen.



Schon hat der MK1 Satz seine ersten Punkte gemacht.
Kurz bevor ich die doch recht groben Details weggeschliffen hatte viel mir noch ein, diese schnell zu fotografieren. Pontos hatte hier nichts vorgesehen. Unverständlich, auch wenn man sie am fertigen Modell kaum sieht.



Also, eins zu null für KA Models.
Noch die restlichen Türen verarbeitet...



Danach konnten die ersten Aufbauten aufs Deck.



An den oberen Kasematten fehlten noch die Löcher für die Steigeisen.
Ich wiederhole mich, aber das ist eine von Pontos großen Stärken. Die Bohrschablonen!



Einfach mit einem Klebestreifen fixiert und los geht's...



Als nächstes habe ich das Holzdeck Mittschiffs kontrolliert. Es musste ein wenig zurecht geschnitten werden damit es ordentlich passt. Habe hier durch die etwas andere Vorgehensweise, beim verbauen der Teile wenig Spielraum.
Aber zufriedenstellend erledigt.



Also konnte ich die nächste Etage anbringen.



Weitere Teile aufgelegt um zu kontrollieren, ob alles an der richtigen Position ist.
Passt alles hervorragend.



Hier die Bilder die zeigen sollen, warum ich diesen Aufwand betreibe.
Die Schlitze an den vier runden Kasematten wären noch zu verkraften.



Aber der hier ist nicht sehr schön.



Ich glaube so ist besser.



Nach dreimal schleifen...



....und grundieren, bin ich sehr zufrieden



Und besonders das hier gefällt mir jetzt viel besser.
Dafür haben sich die zwei Tage Mehraufwand schon gelohnt.



Grüße, der Jölle.

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madtatt

Ab mit der Mikasa ins Trockendock.



Hier drin ist Back- und Steuerbord genug Platz um das Schiff beim basteln zu schützen, ohne allzu groß und unhandlich zu werden.



So kann es gefahrlos auf die Seite gelegt werden, um zum Beispiel die Bullaugen zu bearbeiten.



Außerdem kann ich verschieden hohe Spundwände anbringen um den Schutz nach oben weiter zu erhöhen.



Bringen wir die ersten großen Ätzteile an. Die Ankerauflagen....



.....und die Türen am Heck. Außerdem hat das Schiff hinten umlaufend elektrische Leitungen gehabt. Welchen Zweck sie hatten ist mir allerdings unbekannt. Entmagnetisierende Kabel werden es nicht gewesen sein.



Als nächstes die Regenabweiser der Bullaugen.



Ich benutze inzwischen einen Acrylkleber. Viel besser in der Handhabung als Sekunden Kleber.



Eine viel längere Öffnungszeit und den überschüssigen Kleber bekommt man Rückstandslos wieder weg.
So, erledigt.



Und so habe ich mein Schiff mal wieder auf die Seite gelegt.



Es standen die letzten Details an, die ich vor dem Lackieren anbringe. Bei mir sind es immer nur recht wenige. Das meiste wird erst ziemlich zum Schluss verarbeitet. Dazu gehören die Gitter vor den Bug und Heck Kanonen und natürlich die Steigeisen.



Hierbei benutze ich nicht die Steigeisen der Ätzteilplatinen. Diese gefallen mir nicht hundert prozentig, das sie natürlich flach sind. Also nehme ich lieber dünnen Draht und biege ihn auf Maß.



Hinzu kommt das an der Mikasa wohl breite Trittborde hatte, wie sie bei den Schiffen bis etwa 1905 zu finden waren.
Die waren wohl zum erklimmen der Torpedonetzablagen und sehr viel dicker.
Und das will ich durch 0,2 beziehungsweise 0,3mm starken Draht darstellen. Ich hatte erst 0,1mm Draht im Sinn, was aber nicht praktikabel war, da zu instabil.



Und so stellt sich das nach der Kontrollgrundierung da. Gefällt mir schon ganz gut.



Ein paar kleine Unregelmäßigkeiten sind noch zu sehen und werden mit feinem 1000 Schleifpapier nach dem Durchtrocknen beseitigt.



Aber ich denke das man die unterschiedlichen Stärken wie beim Original erahnen kann.



Ich habe alle groben Arbeiten am Rumpf beendet und konnte ihn endlich fertig lackieren.
Nach einem ordentlichen Preshading sieht das Ganze nun so aus.



Was folgte war ein akzentuieren.



Was nichts anderes heißt, als das ich feine auftragende Details in einem helleren Grau angemalt habe.



Was eine rechte Fummel Arbeit war. Die Trockendecals von Pontos sind echt eine Wucht. Gestochen Scharf die Tiefgangs Marken.



Auch hier haben die wasserlöslichen Acrylfarben einen großen Vorteil. Man kann kleine Ausrutscher mit Wasser sofort wieder rückstandlos entfernen.



Das gibt eine ordentlichen Kontrast zu den Preshading Bereichen.



Jetzt kann es ans altern gehen.



Fangen wir mit dem Altern an.



Wie immer sehr langwierig. Aber das Ergebnis das ein wenig verdünnte dunkel graue Farbe auf einer lackierten Oberfläche hinterlässt, erstaunt und fasziniert mich immer noch. Auch nach all den Jahren, die ich das jetzt schon mache.



Langsam schält sich das durch die Elemente beanspruchte Schiff heraus.



Die erste Runde altern ist abgeschlossen.



Am Unterwasserschiff sind drei Filter drauf.



Auf dem Grau zwei.



Außerdem ein erstes Washing.



Oben wie unten.



Bin ich recht zufrieden mit.



Weiter mit dem Chipping und Fading.



Vor allem die Ankerklüsen und den Bereich unterhalb der Anker Liegeplätze habe ich stark gealtert, da sich hier eine Menge Schmutz ansammeln dürfte.





Und Backbord.



Auch das Chipping ist hier am stärksten, da die Anker deutliche Spuren hinterlassen dürften.





Mittschiffs habe ich dezenter gealtert.



Und am Heck wieder ein wenig mehr.



Mit dem lackieren des Rumpfes geht es dann erst weiter wenn die noch fehlenden Teile außen angebracht werden, also ziemlich zum Schluss.



Außerdem wurde das Holzdeck lasiert und aufgebracht.



Jetzt kann ich anfangen das Deck zu bestücken, worauf ich mich schon freue.

Grüße, der Jölle.

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madtatt

Ich habe meinen Montageständer um eine etwas höhere Spundwand erweitert.



Die Kanonen, die oben aus den Kasematten schauen können ihr Rohr nicht erst nachträglich bekommen, da sie eins mit dem Kanonen Körper sind.



Und darum müssen sie separat vor meiner Schusseligkeit geschützt werden.



Dann habe ich die Innenteile der Lüfter gelötet. 1905 waren nicht mehr alle Lüfterhutzen vorhanden und so sah man diese. Warum sie entfernt wurden ist mir aber nicht bekannt.



Ich habe nach der Ausrichtung dieser innenteile geforscht, da sie auf verschiedenen Modellen unterschiedlich angebracht waren und schließlich ein Bild im Netz gefunden, wo sie parallel zur Fahrtrichtung stehen.
Und so sind sie dann auch bei den ersten Aufbauten auf Deck, von mir angebracht worden.



Kommen wir zu den inneren Aufbauten.
Alles relativ simple, geometrische Strukturen. Ordentlich geschliffen und grundiert.



Ein paar Türen und Luken angebracht um die eintönige Oberfläche interessanter zu gestalten.
Ich begebe mich hiermit aber in einen Bereich von historisch nicht belegbaren Annahmen. Einzig die Bilder des Museumsschiffs zeigen das innere Deck der Mikasa. Das hat mit dem original Schiff aber mit Sicherheit nicht mehr viel zu tun.
Also erlaube ich mir hier etwas künstlerische Freiheit wie zum Beispiel die Reling, hier nur zum Anpassen aufgelegt. Sie ist historisch nicht belegt. Aber für mich logisch, da man über die Galerie zu der Plattform am Schornstein kam.
Und eine Leiter sollte auch zwingend an dem Bauteil angebracht sein, wie sollte man sonst auf die vordere Galerie hinauf kommen!?
Und so ist das hier entstanden.



Weiter geht es mit dem ersten 32 Fuß Rettungskutter.
Hier kommen die ersten 3D Drucke ins Spiel, Thorsten. Die Boote sind von der Firma Micro Master aus Neuseeland und ein Detail Traum.
Allerdings gibt es ein kleines Problem mit den Wiegen. An den Stellen wo sie auf die Aufbauten kommen befinden sie sich normalerweise nicht. Darum ist ein unschöner Spalt zwischen Wiege und Kutter zu sehen, sieh Pfeil.



Nichts, was nicht mit dünnen Styren Streifen zu korrigieren wäre.



Jetzt liegt das Bötchen wieder ordentlich in seinen Wiegen.



Und so nimmt das Innendeck langsam Formen an.



Das Deck wird gefüllt mit den inneren Aufbauten und den Lüftern.



Eine Sache störte mich. Zwischen den beiden Haupthäusern waren zwei kistenförmige Strukturen gequetscht.



Wirkt auf mich völlig unlogisch und ist auch auf vielen Modellen, unter anderem aus Museen, nicht zu sehen. Und daher benutze ich sie nicht, der Gang bleibt offen.



Zumal auf beiden Deckshäusern hier eine kleine Plattform zu sehen ist. Wahrscheinlich um an die Schornsteine zu gelangen.
Darum werde ich die Kisten nicht verbauen, sondern hier eine Leiter und eine Reling anbringen.



Die Aufbauten die den Rettungskutter aufnehmen wurden von mir weiter verfeinert.



Die Türen sind aus dem MK1 Satz, die Relings vom original Ätzteilsatz des Modells.



Und die Leitern stammen aus der Restekiste.



So gefällt mir das langsam.



Und damit auf in die nächste Ätzteil Schlacht.
Es musste einiges an kleinen Kisten gebogen und gelötet werden. Ich habe mir zusätzlich eine kleinere Biegehilfe besorgt, damit gehen solch filigrane Sachen einfach besser von der Hand.



Der erste Fehler im Pontos Satz ist auch schnell ausfindig gemacht. Das Bauteil der Kiste, die an den vorderen Aufbauten angebracht werden soll, ist leider fehlerhaft. Es würde eine Kiste ergeben, deren Maße nicht in die Aussparung der Holzdecks passen würde. Ich habe den Pontos Satz gefühlt hundertmal kontrolliert aber leider ohne Erfolg.
Darum hat mir der KA-Satz den Hintern gerettet.



Die etwas einfacher gehaltenen Deckel wurde mit zerschnitten Ätzteil-Grätings unterlegt und auf das Original Bauteil des Modells geklebt
Anschließend zur Kontrolle an seine Position gebracht.



Nach und nach werden die inneren Strukturen und Kisten angefertigt und in meinen gedruckten Organizern gesammelt, um sie anschließend zu altern.



Bei den Winschen habe ich auch noch ein wenig nachgebessert.
Bei der großen war zwar ein kleines Schränkchen mit dabei, ich denke mal ein Verteilerkasten und der Antrieb für die Winsch, aber außen ohne jegliche Struktur.
Die kleine Winsch wäre sogar komplett ohne alles. Ich habe in einem anderen Forum allerdings erfahren, das es so durchaus gewesen sein könnte und diese kleinen Winschen nur mit Handkurbeln bedient wurden.

Also habe ich ein wenig Hand angelegt und der großen Winsch Scharniere und einen Schließer aus dünnen Bleidraht verpasst. Die kleine hat eine aufrechtstehende Kiste bekommen, die so als Schrank fungiert. Gefiel mir so einfach besser.



Noch altern und mit Bleidraht die Trommel umwickelt. Ich habe ihn nicht ganz perfekt Lage neben Lage gelegt, da ich denke das es so authentischer wirkt.



Alle fertig.



Und so konnte alles aufs Deck.







Wir kommen zu dem QF 12 Pfund 12 cwt Marine Geschütz. Dabei steht QF für Quick Fire (Schnellfeuergeschütz), 12 Pfund für das Geschossgewicht, 12 cwt für das Gewicht von Rohr und Verschluss.

Davon sind acht zu bauen, mit 14 Einzelteilen pro Geschütz.



Als erstes löte ich den Kanonenlauf. Hält einfach besser.



Der Rest wird dann mit Sekundenkleber befestigt. Was für eine Fummelei.



Aber wie immer bei Pontos, fantastisch detailliert



Lackiert und gealtert machen sie dann schwer was her.



Davon muss ich für das obere Deck noch mal acht von machen, schwitz.



Der nächste Schritt hat doch ein wenig länger gedauert als gedacht.
Der Grund, ich musste die restlichen acht Kanonen fertigen.
Hat mich doch ein wenig vor gegruselt vor der monotonen Arbeit.



Nicht desto trotz habe ich endlich alle 16 Marinegeschütze fertig und bin froh keine mehr machen zu müssen.



Und nun zeig ich euch den Grund warum ich direkt alle gemacht habe. Durch einen User in einem anderen Forum wurde ich darauf aufmerksam, das die Geschütze ein klein wenig zu hoch aufbauen. Darum habe ich bei der zweiten Rutsche die Lafette ein wenig abgeschliffen damit sie mittig aus der Öffnung schauen können.
Die restlichen acht werde auf den Oberdecks verteilt und da spielt es keine Rolle.



Kommen wir zu nächsten Umbauaktion. Wieder gefiel mir hier der MK Satz besser als der von Pontos. Da ich alle Stückpforten Deckel offen darstellen werde, fand ich das angedeutet Seil sehr schön.
Was ich geändert habe sind die Scharniere. Da sie im offenen Zustand abgeklappt sind, habe ich sie einfach durch ein schmales Stück Profil ersetzt.



So sieht das ganze dann bei mir aus. Habe wieder ein etwas helleres Grau genommen um sie zu akzentuieren.



Und an den Stückpforten angebracht.
Das sind die ersten äußeren Strukturen. Da es unumgänglich ist das die Kanonen Läufe hier raus schauen werden, wollt ich sie schon mal angebracht haben.



Und so konnten die acht 12 Pfünder platz nehmen.



Ein paar Oberlichter fehlten auch noch.



Und so bin ich recht zufrieden mit der Position der Geschütze



Nun brauchen Geschütz Läufe dringend den Schutz meiner Spundwand. Die werde ich nach auftragen des Klarlacks an das Trockendock schrauben. Bin gespannt ob ich sie mir vor Ende des Baus noch mal abreißen werde.   :MLL:

Grüße, der Jölle.

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madtatt

Kommen wir zum nächsten Bauabschnitt
Es soll ein wenig Leben aufs Deck gehaucht werden und das in Form einer Mannschaft. Und hier kommt der nächste 3D Druck ins Spiel. Dieses mal benutze ich die Figuren von ION Models, die ich bei einem Wettbewerb mit meiner Bismarck gewonnen habe.
Nach einer ersten Sichtung, hervorragende Qualität.
Dann habe ich mich auf die Suche nach Fotos gemacht die IJN Matrosen in ihrer Unform zeigen und was soll ich sagen, sie ist komplett weiß. Prima, viel einfacher zu bemalen als die Jungs der DKM.

Ich hatte noch ein paar Matrosen der Kriegsmarine über und wollte diese einsetzen um Figuren zu sparen. Die ersten sollten hinter die Stückpforten und da sieht man sie fast gar nicht.
Also den Kopf rasiert und aus Styren Tellermützen gestanzt. Ein kleiner Punkt Sekundenkleber aufs Deckhaar und fertig ist der japanische Matrose.



Lackiert und fertig aufs Deck zu kommen.



An die Kanonen Matrosen, ahrrrrg......



Feuer frei....



Und so kann der Deckel drauf.



Gealtert und für gut befunden.
Man sieht nicht viel von den Figuren, aber so soll das sein. Die Andeutung der Matrosen bei der Arbeit unter dem Deck geben dem ganzen Tiefe.



Kommen wir zu den Stützstrukturen die das Bootsdeck und die inneren Aufbauten verbinden.
Diese habe ich gelötet um höchste Festigkeit bei diesen filigranen T-Trägern zu gewehrleisten.



Anschließend zur Probe aufgelegt, scheint alles zu passen.



Einzig diese Verbindung muss ein wenig angepasst werden. Sie ist nur von Pontos vorgesehen, im original Bausatz fehlt sie einfach und es würde eine große Lücke dadurch entstehen. Daher ist keine Auspaarung beim Modell dafür vorhanden und die Länge des Bauteils sollte genau stimmen, um es ordentlich befestigen zu können.



Neue Matrosen haben ihren Dienst angetreten.



Sofort an die Arbeit mit ihnen.



Schön auf dem Deck verteilen.



Proviant muss in den Bauch des Schiffes und die ersten Matrosen müssen schon unter Aufsicht eines Offiziers das Deck schrubben.



Ein Matrose klettert die Leiter rauf, um nach dem fehlenden Schornstein zu fahnden.



Anschließen habe ich das Trockendock noch mal geöffnet um zu sehen wie das ganze durch die Stückpforten wirkt.
Ich glaube das sieht sehr lebendig aus.



Weiter mit den Vorbereitungen der nächsten inneren Strukturen.
Auch bei den Kaminen der Schornsteine gewinnt der MK Satz klar das Rennen vor dem von Pontos.



Die Messinghülsen sehen hervorragend aus. Auch hier hatte Pontos keine Verbesserung für das originale Bauteil anzubieten.



Ich bin inzwischen erstaunt, wie gut sich der MK Satz schlägt. Die Zusatzausgaben haben sich für mich definitiv gelohnt.



Auch die vierte Wiege für die Pinasse ist angepasst und installiert.



Und somit kann das Bötchen platz nehmen.



Was mich zu meinem nächsten Dilemma bringt. Die Boote von Micro Master sehen so unglaublich gut aus, das ich überlege die Boots Persenning weg zu lassen.

Erst mal den Rettungskutter auf seine Wiegen gestellt und in der Pinasse positioniert.



Hier sind die beiden lackiert und Huckepack.



Ein schönes Duo.



Lackiert sieht am erst mal die ganzen feinen Details



Die Mehrausgabe hat sich definitiv gelohnt



Ich musste mein Trockendock doch noch mal erweitern.



Ich weiß, das sieht fast aus wie eine Mikasa in Beugehaft, aber notwendig. Ihr Erbauer ist ein kleiner Schussel.
Habe beim Hantieren mit dem Daumen auf einen Geschützlauf gedrückt und schon hat es knack gemacht. Nicht weiter schlimm, konnte ich vorsichtig wieder ankleben.
Aber darum....



....mehr Schutz
Jetzt kann ich recht sorglos an dem Pott weiter werkeln und muss mit nicht ständig Sorgen um die Geschütze machen, die aus den Seiten raus ragen.



Zurück zu den Beibooten.
Es war klar, das ich sie nicht komplett abdecken wollte. Also habe ich eine kleine Szene entworfen um das zu umgehen.
Aus Seidenpapier und verdünnten Holzleim habe ich eine Persenning angefertigt. Hat mich einige Versuche gekostet.



Dann Jungs gefertigt die das Boot gerade abdecken.



Die Reling dazu und Ruderblätter rein gelegt.



Nettes Zubrot, ich brauchte den Cutter nicht mehr verzurren.



Und die erste Reling wurde auch angebracht.



Ein paar Stellen glänzen noch, da muss ich noch mal Klarlacken.
So gefällt mir das recht gut und nun kann es mit den Schornstein weiter gehen.
Grüße, der Jölle.

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madtatt

Ich hatte bei der Schornsteinoberfläche wieder die Qual der Wahl zwischen Pontos und KA.
Pontos bietet genietete Streben an, KA Ringe die um den Schornstein laufen.
Also wieder mal mein Archiv vom original Schiff durchforstet und widersprüchliche Bilder gesichtet. Natürlich oft in recht dürftiger Qualität.
Den Ausschlag gibt ein recht gutes Bild der Mikasa aus Wladiwostok im Trockendock auf dem meines Erachtens Ringe zu sehen sind.
Diese Ringe dienen im Grunde als Halte- und Stehhilfen für das Personal um die Schornsteine zum Beispiel besser streichen zu können. Diese Hand- und/oder Flussläufe sind aus kurzen Haltern, durch die ein Draht läuft, zusammen gesetzt. Und die Ringe stilisieren sie.

Also erst mal die Zutaten aus den Platinen geschnitten.



Und wieder gewinnt KA Model.
Mein Enthusiasmus bekam beim anbringen der Ringe aber einen kleinen Dämpfer. Sie waren ein wenig zu groß. Darum lagen sie dann an einer Seite an und auf der anderen gab es einen unschönen Spalt.
Wieder runter damit, sauber geschliffen und nach mal gut grundiert. Neuer Versuch mit der blauen Knete von BluTack. Damit konnte ich dann die Ringe mittig halten.



Geht doch. Und da ich mit dem Acrylkleber von Mig arbeite, gibt es auch keine Sauerei wie mit Sekundenkleber. Verdünnt und mit einem feine Pinsel aufgetragen läuft er durch die Kapillarwirkung wunderbar gleichmäßig in den Spalt.
Überschüssiger Kleber kann dann einfach mit einem Pinsel wieder aufgenommen werden.



Ring für Ring geht es weiter nach unten.



Schön das ich es doch noch sauber gelöst habe, da die Schornsteine doch an einer recht exponierten Stelle zu sehen sind. Darum mal zur Probe aufgestellt. Sehen klasse aus mit den Ringen.



Ich musste ja alle Strukturen von den Schornsteinen entfernen, da ich sonst die Ringe nicht auf die Zylinder bekommen hätte. Nun sind sie verbaut und ich habe diese mit Styrenprofilen wieder nachgebildet. Wie hier diesen Absatz am unteren Ende des Schornsteins.



Von Eduard habe ich mir Resin Nieten auf Decalbögen besorgt, um die Oberfläche interessanter zu gestalten.



Das selbe in vertikaler Ausrichtung. Hier musste ich ein wenig tricksen, um sie schön gerade und parallel zu bekommen. Aufgetragen, antrocknen lassen und dann mit meinem scharfen Skalpell geschnitten.



Passt.



Das schaut gut aus nach dem ersten altern. Ein bisschen ärgert es mich, das ich noch Spuren von den original Strukturen der Ringe sehe. Nicht aufgepasst.   :MV:



Fallen aber hinterher kaum mehr ins Gewicht.



Nun alles für den nächsten Schritt vorbereiten. Rechts seht ihr die Rohrleitungen zur Galerie. Hier musste ich ein wenig die Rohrklemmen, die sie am Schornstein halten, mit Styren unterfüttern. Sonst hätten sie nicht über die Ringe gepasst.



Und so kann ich vermelden, das die Symbiose aus Pontos und Ka Models am Schornstein gelungen ist.
Es war tatsächlich ein wenig Trickserei von Nöten, aber es kann sich glaube ich sehen lassen.
Fangen wir Backbord an.



Ich musste die Ringe so anbringen, das der zweite Ring nicht der Galerie im Wege war. Darum war es wichtig, die Ringabstände genau zu vermessen.



Dann kam das Einfädeln der Rohrleitung in die Galerie. Hierbei konnte die untere Rohrklemme erst angebracht werden, nach dem die Leitung schon am Schornstein verbaut war. Eine arge Fummelei.



Außerdem waren die Ringe den Leitungen rechts und links der Mitte im Weg. Hier mussten sie, wie im letzten Beitrag schon geschrieben, ein wenig unterfüttert werden. Sie passten sonst nicht über die Ringe.



War halt nicht vorgesehen, das die beiden Zurüstsätze miteinander vermischt werden.



Ich hatte tatsächlich einige Anfangsschwierigkeiten aber ich glaube, ich habe aus den beiden Sätzen das jeweilige Optimum herausgeholt. Und das Ergebnis fühlt sich sehr zufriedenstellend an.


Grüße, der Jölle.

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Big A

Eine tolle Morgenlektüre.

Für mich einfach unfassbar, wie Du ein so wunderbares Modell eines sehr geschichtsträchtigen Schiffes entstehen lässt.
Bravo Zulu :MG:

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

madtatt

Danke für das Lob, Axel.
Finde ich sehr cool, wenn du meinen Baubericht bei deinem morgendlichen Kaffee genießt. :O/Y

Vielleicht noch was als Betthupferl?! Ein wenig Brückenhaus?
Auch an diesen Bauteilen habe ich die Details abgeschliffen, Bullaugen aufgebohrt und Löcher zugemacht, um alles mit schönen Messing zu ersetzen und verkleiden.
Zuerst das hintere Brückenhaus.



Die Knotenbleche sind mir zu dick und werden durch 0,25 mm starkem Styren ersetzt.



Und auf dem Deck noch mal.



Es geht weiter mit dem Aufbringen neuer Profile. Am Brückenhaus habe ich die gleichen benutzt wie am Rumpf, nur dieses mal mit der kurzen Seite aufgeklebt.
Der Anfang....



Nach dem Trocknen werden sie dann runter geschliffen.
Ich fand das sie auf den Aufbauten schmaler wirken sollten.



Eine erste Grundierung zur Kontrolle der Profilhöhe. Darauf hin habe ich sie noch mal weiter runter geschliffen und angeglichen.
Jetzt bin ich zufrieden.



Die Regenabweiser für die Bullaugen sitzen schön in einer Reihe und das Tor sieht klasse aus. Pontos eben.



Beim vorderen Brückenhaus stimmt die Hohe der Bullaugen so gar nicht, sitzen viel zu tief. Also gefüllt mit Styren Rundmaterial und neu angezeichnet



Gebohrt und besser....



Eine neue Grundierung wurde sehr dünn aufgetragen um die Profilhöhe und Verarbeitungsqualität zu kontrollieren.
Gefiel mir schon recht gut.



Bei meiner Überlegung wie ich am Brückenhaus weiter vorgehen sollte, stieß ich dann auf ein Problem. Ich muss sagen das mich der Bau dieses Schiffes doch wesentlich mehr fordert als zum Beispiel bei der Bismarck, mit ihren recht einfachen schlichten Aufbauten.
An diesem alten Linienschiff ist alles so filigran und verschachtelt das man wirklich genau nachdenken muss, in welcher Reihenfolge man das Modell zusammenbaut.
Der Mast ist auch noch so eine Sache über die ich mir in dieser Beziehung den Kopf zerbreche, aber das kommt später.
Nun zurück zum Brückenhaus und dem Übeltäter der mir das Leben schwer machte.
Dieser hier. Es ist ein Bild das ich mal vorweg genomen habe um das Problem zu zeigen.



Das ist die äußere Verbindung vom Brückenhaus zu dem darüberliegenden Deck.
Das Problem dabei ist, das diese äußere Halterung an dem Brückenhaus sehr weit nach unten baut und dabei in Konflikt mit meinen Profilen geraten könnte.
Und so habe ich sicherheitshalber Teile davon wieder entfernen und neu angeordnet.
Glaubt mir, dass hat mir echt zu schaffen gemacht. Aber ich denke das ich es recht gut gelöst habe. Weniger ist manchmal mehr.



Es hat mir ein wenig Verdruss bereitet die Profile an dieser Stelle wieder zu entfernen, aber ich wollte auf Nummer Sicher gehen. Bei diesen wirklich feinen Strukturen fand ich es zu gefährlich einfach weiter zu machen, nur um am Ende festzustellen das es nicht zusammenpasst.

Ok, dann schwenken wir mal eben zu den Masten und pausieren kurz mit den Brückenhäusern.
Mir ist der wirklich enge Raum aufgefallen, in dem die Masten gesetzt werden müssen.
Wenn hinterher die Leitern, die vom Brückenhaus auf das Decke gehen verbaut sind, hat man kaum noch Spielraum um die Masten ordentlich zu befestigen und auszurichten.



Zum Heck hin ist der Platz sogar noch geringer.
Darum habe ich mich entschlossen, den untersten Teil der Masten vor den Brückenhäusern zu befestigen. Schön ist, das der untere Mast dann noch zweigeteilt ist und so in der Höhe kaum stören wird.



Des weitern viel mir die sehr sparsame Fläche auf, mit der der Mast Verbindung zum Deck aufnimmt. Ich halte das für ein Problem. Zumal ich dieses Modell doch gerne zu der ein oder anderen Ausstellung bringe möchte. Da wäre ein wenig mehr Klebefläche hilfreich.



Und so habe ich mich dazu entschlossen, diese zu vergrößern. Das in Form einer M4 Unterlegscheibe. Sie wurde passend aufgebohrt und in der Stärke reduziert. Anschließend habe ich sie an das Unterteil des Mastes angelötet.



Grundiert.....



...und lackiert zur Probe mal in die Löcher auf Deck gesetzt.



Das gefällt mir soweit ganz gut. Damit dürfte die Festigkeit der Masten auf Deck ordentlich erhöht werden und das Ausrichten im rechten Winkel sollte sich einfacher gestallten.



Dann kam es darauf an, die Masten ordentlich auf dem Deck zu befestigen. Vor solch wichtigen Schritten ist immer ein wenig Nervosität bei mir mit dabei.
Darum sind die Vorbereitungen das A und O, damit alles reibungslos verläuft. So geschehen mir dieser kleine Platte die als Auflage für den Anschlagwinkel fungiert.



Auf das Brückenhaus aufgelegt kann ich schnell jede Seite am Mast mit dem Winkel kontrollieren. Das ist wichtig, da das Zeitfenster sehr klein ist. Ich benutze hierbei zwar den Sekundenkleber mit der langen Öffnungszeit, aber schnell gehen muss es trotzdem.



Ich will euch nicht lange auf die Folter spannen, hat funktioniert. Wieder ein wenig Tauwerk daneben gelegt und einen Matrosen der die Seile überprüft.



Und auch am Heck ging alles reibungslos von statten. Puh...



Langsam füllt sich das Deck Mittschiffs.



Jetzt kann ich an den Brückenhäusern weiter machen.


Grüße, der Jölle.

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madtatt

Nach dem der untere Teil der Masten fest auf dem Deck verankert ist, kann ich mich wieder den Brückenhäusern widmen. Als erstes habe ich weitere Haltepunkte für die Takelage gelötet. Hält einfach am besten.



Danach noch mal ein wenig recherchiert. Viel originales Bildmaterial gibt es ja nicht von dem Schiff, aber ich habe noch mal was interessantes gefunden. An den Brockenhäusern habe ich Davits entdeckt die dort angebracht waren und habe es direkt umgesetzt.
Hinteres Brückenhaus....



Und beim vorderen.
Man beachte, das die Davits einmal nach rechts und einmal nach links zeigen.



Klasse, ich liebe es wie Sherlock nach Details zu fahnden und diese dann hinzuzufügen.
Es fehlten noch die Haltestangen für das Sonnensegel und dann konnte auch schon der Grundlack aufgetragen werden.



Die hervorstehenden Details wie Profile, Davits und ähnlichem mit einem hellen Grau wieder akzentuiert.



In Verbindung mit dem Preshading, ergibt sich so schon ein feiner erster Kontrast



Jetzt kann ich mit dem Altern anfangen.



Gesagt, getan.



Jetzt muss ich erst mal überlegen, wie ich am logischsten weiter vor gehe.



Ich denke, das das hintere Brückenhaus noch nicht auf das Deck geklebt wird.



Denn direkt dahinter kommen die Dampfpinassen auf ihre Wiegen.



Da ist es wahrscheinlich besser, noch ein wenig Platz für meine dicken Finger zu haben.



Bei dem gepanzerten Leitstand habe ich mit eine Profil den Eingang ausgekleidet. Das war eindeutig zu dünn.



Und vor den Brückenhäusern ist bis zum Turm auch nicht viel Platz
Darum habe ich schon mal die Turmunterteile in ihre Barbetten eingepasst und gängig gemacht. Die ließen sich wahrlich kaum bewegen.
Und die unteren Leitern die an den Mast gehören hab ich auch vorbereitet.



Es fehlten noch die Poller und anderer Kleinkram der direkt vor die Brückenhäuser kam.



Diese sind jetzt auch auf dem Deck befestigt.



Das musste sein damit ich die Niedergänge, die auf das Hauptdeck führen, anbringen konnte.



Damit ist der innere Bereich fast abgeschlossen.



Und so ist das Brückenhaus in Richtung Heck nun doch vor den Dampfpinassen verklebt worden. Es wäre sonst schwer gewesen, die Niedergänge hinter den Pinassen anzubringen.



Nun kann ich am Bug mit dem Ankerbereich loslegen und habe dafür alles nötige aus den Platinen geschnitten.



Und ohne viele Wort, drupp mit den Ketten



Hier habe ich aber einen Fehler produziert. Der zweite Steuerbordanker war üblicherweise der Reserveanker, der nur verwendet wurde, wenn der Hauptanker, also der erste Steuerbordanker verloren ging. In dem Fall wurde dann die Reservekette um das Steuerbordspill gelegt. Bis dahin war die Kette aber üblicherweise direkt vom Kettenkasten zur Klüse geführt, der Deckel des Kettenkastens war zu diesem Zweck drehbar. In Normalstellung zeigte seine Öffnung zum Bug. Leider hat Pontos die Stelle für den Schäkel der die Haltekette aufnimmt falsch angegeben und ich habe das übernommen ohne es zu hinterfragen.
Ist mir erst aufgefallen als alles fertig war und lässt sich jetzt nicht mehr ohne riesigen Aufwand ändern.  :MV:



Und so muss das jetzt leider bleibe, da ich es nicht verschlimmbessern will.



Natürlich mussten wieder Doppelsteg-Ketten beschafft werden.
Enttäuschend das zwei doch sehr kostspielige Zurüstsätze wie KA und Pontos es nicht für nötig halten, vernünftige Ketten beizulegen.



Es fehlen noch Oberlichter, Handräder und eine Winsch auf dem Hauptdeck am Heck.
Zuerst wieder eine kleine Sammlung in meinem gedruckten Organizer.



Nichts aufwendiges, darum direkt zum Ergebnis.



Das Deck füllt sich weiter, vorne wie hinten.



Der Kleinkram auf Deck ist damit grob abgeschlossen.



Dieses wundervoll detaillierte Oberlicht a la Pontos möchte ich euch noch mal in einer Nahaufnahme zeigen.



Das ist es, was diese Zurüstsätze auszeichnet. Gegossenes Plastik vermag so etwas nicht darzustellen.
Grüße, der Jölle.

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madtatt

Und nun lieber Thorsten kommen wir zu meinem favorisierten 3d Druck bei diesem Projekt. :MZ:
Ich fange an in mein Modell, dieses Miniaturwunder der 3D Drucktechnik zu verbauen.
Die 50-Fuß Dampfpinasse.
Aber erst mal in die Wiegen und auf die Streben bekommen.
Dazu habe ich eine Lehre gefertigt.



Jeweils eine für Steuer- und Backbord. Die Streben sind auf den zwei Seiten nicht hundert Prozent im gleichen Abstand und dem muss ich Rechnung tragen.



Auf die Lehre klebe ich jetzt die Wiegen und kann diese dann wunderbar ausrichten und ändern, ohne was an der inzwischen recht filigranen Mikasa kaputt zu machen.



Wichtig ist zum Beispiel der Abstand zum Aufgang des höher gelegenen Decks, da das Ruder der Pinasse sehr weit raus ragt. Und zum Bug hin muss ich auf die Takelage der Schornsteine achten.



Bei den Wiegen habe ich das gleiche Problem wie beim Kutter Mittschiffs.
Sie kommen nicht an die Stellen, wofür sie eigentlich gedruckt wurden. Und außerdem waren nur drei vorgesehen. Aber die Pinasse steht auf vier Streben und so brauche ich eine Wiege mehr. Schön das später vier Boote in den Davits am Heck hängen, so kann ich dessen Wiegen zweckentfremden.
Dann die Profile raus und angepasst. Besser.



Und so konnte die erste Pinasse in ihre Wiegen gelegt und zur Probe mal auf das Deck gestellt werden. Im Rumpf eingelegt befindet sich ein fehlerhafter Druck. Dieser wurde reklamiert und ich bekam einen neuen.
Vor dem Bötchen seht ihr einen dünnen Rundstab. Dieser soll die Takelage des Schornsteins simulieren. Man muss wirklich an alles mögliche denken. Zumindest sollte man es versuchen, um im nächsten Arbeitsschritt nicht auf dem Hosenboden zu landen.



Im nächsten Schritt musste diese kleine Kante am Oberdeck überwunden werden.



Das habe ich gelöst, in dem ich die Wiegen im vorderen Teil ein wenig mit Styren unterfüttert habe.



Dass passt jetzt schon ganz gut.



Anschließend habe ich zu den Dampf Pinassen noch ein wenig recherchiert und diese recht gute Seite mit vielen Bildern gefunden.

Steam-Pinnacles,-Pickets-and-Tenders

Ich war mir erst nicht ganz sicher über die Farbgebung der kleinen Bötchen, aber auf der Seite habe ich ein recht schlichtes, wohl in grau lackiertes Modell gefunden.

Also werde ich sie in das einfache graue Kriegsgewand betten können, das mir am liebsten ist.
Dann drauf mit der Grundfarbe. Eine echte Geduldsprobe bei diesen hoch detaillierten kleinen Schmuckstücken.



Anschließend das obligatorische Altern.



Erstes Washing und Trockenmalen.



Mann, diese Boote sehen toll aus.



Zum Schluss mal wieder zur Probe die kleinen Pinassen auf das Deck gestellt.



Ich habe die Pinassen dann noch mal nach hinten geschoben, da ich mich erst um die Pardunen der Schornsteine kümmern muss.
Dazu habe ich mir erst mal ein paar Gedanken gemacht. Es sollten auf jeden Fall Seilspanner verbaut werden, alles andere wäre unlogisch.
Wie mache ich das am besten ohne allzu großen Aufwand.
Hier meine Lösung:
Als erstes habe ich Relingstützen klein geschnitten. Der grüne Pfeil zeigt auf zugeschnittene Stützen im Maßstab 1:200. Die will ich als Seilspanner missbrauchen. Beim gelben Pfeil sind es welche in 1:350. Die sollen als Ösen am Schornstein herhalten.



Zuerst wurde das Takelgarn an der Öse befestigt und in das untere Loch des Schornsteins geklebt. Funzt schon mal sehr gut.
Wichtig ist für mich immer genug Garn zu nehmen. Das vereinfacht die ganze Geschichte beim knoten und einfädeln. Geiz ist hier nicht geil.



Dann fädle ich das Garn durch die beiden Löcher der abgeschnittenen Relingstütze.



Das Garn durch das Decksauge geführt und den zweiten Seilspanner in Position gebracht.



Fertig ist das erste Stück Takelage am Schornstein. Mit Aluminium Farbe den angemalt, sieht man den Faden der am Seilspanner außen lang läuft fast nicht mehr.



Damit bin ich zufrieden und kann mich um die nächsten Pardunen kümmern.



Damit ist das erste Stück Takelage Arbeit erledigt.



Jetzt kann ich mich wieder den Pinassen widmen. Es fehlte noch einiges an Kleinkram den ich erst kurz vor Schluss anbringen wollte, um es nicht vorher schon wieder abzureißen.



Noch zwei Bootshaken bei jeder Pinasse gescratcht und die Bullaugen verglast.



Einen Kettenzug angebracht um die Bötchen zu sichern.



Auf das Vorderdeck Reling und Niedergänge angebracht.



Das Deck auf dem die Pinassen stehen muss ich noch mal nacharbeiten. Bei dem ganzen Anpassen habe ich die Lackoberfläche zerkratzt und es notdürftig ausgebessert. Hier muss ich noch mal ran.



Langsam kommt Leben in die Bude.



Auch ein neuer Matrose hat seinen Dienst aufgenommen.



Er überprüft die Spannung auf dem Kettenzug der Pinasse.



Grüße, der Jölle.

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madtatt

Kommen wir zum nächsten Beiboot. Der kleinen Dampfbarkasse.

Hierzu habe ich keinen 3D Druck gefunden. Daher heißt es wohl, selber Hand anlegen.
Original aus dem Karton macht der Kahn wirklich nichts her. Erst mal die grobe Andeutung des Motors entfernt und den fetten Mittelsteg des Oberteils weg.



Dann einen Boden aus Grätings eingelegt. Die ehemalige Brückennock der Bismarck zurecht geschnitten und passt. Ein Hoch auf die Ätzteil-Grabbelkiste. Und hinten das angedeutete Gitter entfernt.



Nun eine Sitzbank angefertigt und Spannten aus Profilen eingeklebt. Hinten ein Ätzteil Gitter aus dem KA Satz angebracht.



Und nun mit den Worten von Professor Bömmel aus der "Feuerzangenbowle".

"Wat is´ne Dampfmaschin´? Da stellen wa uns ma janz dumm und sag´n: Ne Dampfmaschin, des is ne jroße, runde, schwarze Raum. Und der jroße, runde, schwarze Raum, der hat zwe Löcher. Det eene Loch, da kömmt de Dampfe rein. Und det anere Loch, des kriegn wa später".

Also, bauen wir eine. Auch der Kessel ist original nur rudimentär dargestellt, da geht mehr. Ein kleines Profile soll den Motor mit den Zylindern darstellen. Obenauf ein paar Flansche, kann man nicht genug von haben.



Dann nach und nach weitere Details angebracht. Rohrleitungen, Handrad und Auflage für den kippbaren Schornstein. Vorne rundet eine kleine Instrumententafel das ganze noch ab. Alles kommt dann für eine bessere Handhabung, auf einen Styrenstreifen.



Noch mehr Rohrleitungen und ein zweites Handrad. Kann nie schaden.



Und dann bin ich schon recht zufrieden mit der ganzen Mimik.



Legen wir das ganze mal ins Bötchen. Schornstein zur Probe mal aufgelegt.



Aderendhülsen eignen sich wirklich hervorragend für kleine Schornsteine.



Dann lackieren wir die kleine Dampfmaschine schwarz. Die Flansche habe ich für einen schönen Kontrast Messingfarben gemacht was Seefeste Bronze darstellen soll.



Und so ist heute die ganze Maschinerie in die Barkasse gekommen.
In ihrer Wiege zur Probe auf das Deck gestellt.



Der Platz ist sehr begrenzt und es ist verdammt eng.



Da die Davits noch fehlen wird die Barkasse noch nicht befestigt. Die Kettenzüge zum verzurren sind auch noch nicht angebracht.



Die nächsten Beiboot sind dann wieder 3D Drucke.



Die Form der Mikasa nimmt langsam Gestalt an.

Grüße, der Jölle.

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madtatt

Die nächsten Kutter habe ich erst mal nach hinten geschoben, da die Davits fehlen und ich so keine optimale Position ermitteln kann. Das Dampfboot ist auch noch nicht festgeklebt.

Darum habe ich mich um die hintere Brücke gekümmert. Vor diesen Bauabschnitt hatte es mich schon ein wenig gegruselt. Ihr erinnert euch vielleicht noch, das ich an den Brückenhäusern die Profile teilweise wieder entfernt hatte, da ich nicht sicher war das zum Schluss alles passen würde.
Aber der Reihe nach.
Zuerst das Holzdeck verlegt, solange ich noch Druck auf das Plastikbauteil ausüben kann.



Das hört nämlich auf, wenn die Unterseite ihr großes Messingbauteil mit den Knotenblechen bekommen hat.



Nachdem alles gut durchgetrocknet war wollte ich die Pfosten anbringen, die die Brücke auf dem Brückenhaus trägt. Im Original sind sie aus Plastik, aber das habe ich sofort verworfen. Ich habe welche aus Messing zugeschnitten um damit mehr Stabilität zu erlangen.
Das anbringen derselbigen hat sich dann aber zu einer echten Geduldsprobe ausgeweitet.



Nach dem ich die Brücke probeweise aufgelegt habe wurde mir klar, nee so nicht. Völlig instabil.
Also zäume ich das Pferd von hinten auf. Ich habe Löcher für die Pfosten gebohrt um sie später von oben durch zu schieben.



Dann als nächstes die äußere Stützstruktur angebracht. Was für ein filigraner Bauabschnitt. Sieht aber so gut aus.



Nachdem das zufriedenstellend bewältigt war musste ich alles sorgfältig abkleben, um mir das Holzdeck nicht mit der Grundierung zu verschmutzen.



Noch die Grundfarbe aufgebracht und dann die Stunde der Wahrheit. Passt alles?!



Und ihr seht, jawoll.... alles fügt sich glatt zusammen. Ich hätte die Profile also gar nicht entfernen müssen. Es wäre knapp gewesen aber auch so gegangen.
Trotzdem, sich ist sicher.



Das kleine Brückenhaus habe ich auch schon gelötet und zum Spaß mal auf das Deck gesetzt.
Sehr schön.



Das vordere Ruderhaus wurde gelötet und zusammengesetzt.



Und das Deck dazu. In der Mitte habe ich ein kleines Styrenprofil angebracht. Dadurch liegt das Deck auf dem gepanzerten Leitstand gut auf und gibt dem ganzen Stabilität. Sehen tut man davon nichts.



Mal aufgelegt seht ihr, das wäre echt eng geworden mit meinen Profilen.



Und so hat die Mikasa ihre beiden oberen Ebenen erhalten. Heck...



und Richtung Bug.



Befassen wir uns mit den großen Türmen.
Erst mal alles ausgeschnitten und gesammelt.



Das Innenleben war ja schon vorbereitet und musste nur noch mit der Haube verklebt werden. Dann wurde an der Basis noch der Messingring angebracht.



Etwas schwieriger wurde es dann schon mit dem großen Messing Bauteil das auf den Turmdeckel kommt. Aber auch kein Problem mit dem Akryl Kleber von MIG. Natürlich muss man im Gegensatz zum Sekundenkleber das ganze beim Trocknen fixieren.
Aber kein Problem.



Anschließend grundiert, nach Spalten gesucht und sie geschlossen.
So weit so gut.



Und dann kam unerwartet der Rückschlag.
Die Messing Geschützrohre in ihre Aufnahmen zu bekommen gestaltete sich überraschend als äußerst schwierig. Die Öffnungen der Türme waren sehr eng und schälten mir teilweise wieder die Grundierung von den Rohren. Zudem sitzen die Rohre nicht besonders gut in ihren Messing Aufnahmen und sind relativ instabil. Habe sie daraufhin mit viel Kleber gefüllt.
Davon sieht man ja später Gott sei Dank nichts mehr.



So aufrechtstehend lasse ich die Türme jetzt erst mal ordentlich durchtrocknen, bevor ich an ihnen weiterarbeite. Die Grundierung wurde danach noch mal an den defekten Stellen mit 1000´er Schmirgelpapier geglättet und ausgebessert.
Anschließend habe ich wieder mikroskopisch kleine Teile zu Hauf gesäubert und angebracht.
Die Türme bestehen fast ausschließlich aus dem Pontos Bausatz. Lediglich die Panzerblenden der kleinen Türmchen hat der KA -Satz beigesteuert.

Siehe grüner Pfeil.



So konnte der Grundlack und eine erstes Washing aufgetragen werden.
Bug:



Und Heck:



Das Gesicht der Mikasa vervollständigt sich immer weiter.


Grüße, der Jölle.

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madtatt

Bevor es wieder an die Brückennock und das Ruderhaus geht, wollte ich noch ein paar ordentliche Handgriffe herstellen, um die Sache zu vereinfachen und sicherer zu machen.
Dazu habe ich aus einer Multiplex Platten kleine Handgriffe auf Maß erstellt.



Anschließend die Oberfläche mit BluTack bedeckt.



Und die beiden Bauteile aufgelegt.



Jetzt kann ich vernünftig an ihnen arbeiten ohne mir Sorgen machen zu müssen, die äußeren Haltestreben wieder abzureißen.



Ich arbeite wenn es geht, gerne auf Nummer sicher.
Und hier die Ingredienzien für den nächsten Bauabschnitt.



Zum Anfang die Türrahmen angebracht. Diese wurden mit einem etwas helleren Grau lackiert um wieder den Kontrast zu erhöhen.



Anschließend aus Styren die Trennwand und die Inneneinrichtung für das Ruderhaus erstellt.



Schwer einzufangen mit der Kamera, aber man erahnt den Raum von innen. Dort kommt dann später noch Personal dazu.



Für die Kompasssäule bietet nur der MK1 Satz was an. Aber so wie das zusammengebaut werden sollte, gefiel es mir nicht. Das Schauglas kam einfach auf den Kopf des Messing Drehteils. Einfallslos.



Zuerst habe ich dann überlegt, das Bauteil vom original Bausatz zu nehmen. Dabei ärgerte ich mich über die schlecht gewählten Ansätze für die Gießäste. Warum nicht einfach von unten anbringen??? Aber so richtig konnte ich mich mit dem Teil auch nicht anfreunden. Zu Grob.



Also noch mal das Messingteil angeschaut und gedacht, hey ich bin Schlosser und habe doch Feilen.....



Besser...



Und hier der direkte Vergleich. Was mir aber noch nicht gefiel waren die flachen Scheiben, die die Korrektionskugeln darstellen sollen. Dafür besorge ich mir noch 0,5mm große Stahlkugeln.



Der Kompass war ja so weit fertig. Nun habe ich ihn zur Probe mal auf das kleinere Ruderhaus gestellt und gedacht, man das ist ein ganz schön großes Teil.



Dann den Kompass zusammen mit einem Matrosen auf einem Stück Knete befestigt und mich gefragt, waren die Kompasse wirklich so groß oder hat Trumpeter und KA Models sich bei den Maßen vertan?!



Aber was soll´s, wir sind schließlich Modellbauer und meistern die Herausforderung.
Darum starte ich jetzt meine Kompass Challenge.
Nun Styrenprofile habe ich zuhauf und die richtige Stärke schnell gefunden 1,5 statt etwas über 2mm sollten stimmen. Dann grob gekürzt um mal zu schauen wie das am Manne wirkt.



Daneben seht ihr schon den Versuch, einen Fuß aus der guten alten Restekiste zu erstellen.



Was noch fehlt ist der Kopf. Dazu habe ich mir was aus dem Netz bestellt. 2mm kleine ABS Perlen die ich dann in Form schneiden. Ich habe genug von ihnen und kann ein wenig Ausschuss fabrizieren um das Optimum zu erhalten.



Nach dem Grundieren kann man dann gut die besten auswählen. Die linke Seite waren meine Favoriten.



Ich habe inzwischen einige Fotos verschiedenster Säulenkompasse von Freunden erhalten oder im Netz gefunden. Und einige davon haben eine Klappe über dem Schauglass. Diese habe ich nachgebaut da sie meiner Meinung nach authentischer wirkt, als wenn ich versuche Glas darstellen.



Dann habe ich oft einen runden Neigungswinkelmesser gesehen, den ich mit einem winzigen Messing Plättchen nachbilde. Darunter war meist eine Wartungsklappe.



Und zum Schluss habe ich noch ein vertikales Rohr angebracht welches einen Weicheisenstab darstellen soll.



Und damit wäre der erste Kompass fertig gestellt. Nun wieder der obligatorische Größenvergleich mit der Figur.



Damit bin ich jetzt zufrieden.
Ich habe mich wirklich durch meine Kompass-Krise kämpfen müssen. War recht zäh und hat auch ein wenig gedauert.
Aber nun sind endlich vier Stück fertig.



Und ein washing haben sie auch erhalten.


Grüße, der Jölle.

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Axel Niestlé

Ich als Nicht-Modellbauer verfolge diesen Threat mit Begeisterung über die Präzision und die Hingabe an die Arbeit. Ich bin sehr beeindruckt, wobei ich mir nur bedingt den großen Zeitaufwand für die Herstellung selbst kleinster Ausrüstungsgegenstände vorstellen kann. Die Photostrecken bieten einen wunderbaren Einblick in die Arbeit und die Herangehensweise. Auch andere jüngst im Forum vorgestellte Modelle (Bismarck) sind unfassbar realistisch und detailreich. Bitte mehr davon.

Axel Niestlé

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