Zündverzug Einstellung Großkaliber

Begonnen von Leopard2A6EX, 23 Januar 2026, 22:58:07

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delcyros

Zitat von: Woelfchen am 18 Februar 2026, 19:56:29
ZitatDie "nothing"-Komponente im "all-or-nothing"-System war mir schon immer etwas suspekt. Auf der Doggerbank haben die Zünder aller Geschoßtreffer auf weiche Strukturen mit Verzögerung funktioniert.

Na ja, lieber eine Granate die in den Aufbauten expodiert als eine die im Magazin hochgeht.
Letzendlich ist alles ein Kompromiss. Genug Panzerung um die wichtigsten Dinge, gegen große Granaten, zu schützen ist schon schwer genug. Ein bischen Panzerung bringt gegen die nichts, solange es panzerbrechende sind. Von leichteren Granaten wird man auf längere Distanz ehr nicht getroffen.

Grüße
johannes

Das ist zwar richtig aber die Idee hinter dem "nothing" Teil des AoN-Systems war, dass ein Geschoss beim Durchgang durch leichte Beplattung gar nicht erst zündet und es daher einfach nur durch den  Rumpf bzw. die Aufbauten fliegt, ohne viel Schaden anzurichten.
Diese Begründung für das Aufgeben von Schutz war nicht richtig. Das ändert wenig daran, dass es andere Gründe gab, die für eine Konzentration des Panzerschutzes sprachen.

Thorsten Wahl

Hinsichtlich Totmannzünder. Zum klarstellen, so ein  Zünd-element war nicht in Bodenzündern des Heeres oder der Marine verbaut.

Jedoch war es "fester" Bestandteil der panzerbrechenden Bomben der Luftwaffe. Die Intention dahinter war, das dem Gegner kein funktionsfähiger Waffenbestandteil in die Hände fällt, wenn es eine Fehlfunktion gibt. Daher auch zusätzliche chemische und Bewegungszünder.

Hat aber nicht immer funktioniert,
Z.B. in Malta wurden PC 500 RS eingesetzt um Bunker zu zerstören.
Eine hatte eine Fehlfunktion und hatte die Entwicklung einer allierten Kopie zur Folge.

Ist so ähnlich wie der Einsatz von Anäherungszündern der US Flak.

Anfangs wurden die nur zu Wasser eingesetzt.

Erst als 1944 V1 IN GRÖßERER Stückzahl Richtung Groß Britannien flogen wurden die Zünder zum Einsatz über "eigenem" Territorium zugelassen.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Munibob

Zitat von: Leopard2A6EX am 19 Februar 2026, 13:03:59Thoddy - in deiner Liste finde ich 2 Varianten Bodenzünder 38. Einmal ohne Zeitangabe - ich nehme an, das ist die 0,03 - 0,04s Variante. Der Andere mit Zeitangabe 0,02s. ...


Der BdZ 38 wurde sowohl in Panzersprenggranaten (z.B. 38 cm Psgr L/4,4 (m. Hb), 28 cm Psgr L/4,4 (m. Hb), 28 cm Psgr L/3,7 (m. Hb), 20,3 cm Psgr L/4,4 (m. Hb)) sowie auch in "Sprenggranaten mit Bodenzünder und Kopfzünder mit Haube" (z.B. 30,5 cm Spgr L/3,5 Bdz u. Kz (m. Hb), 28 cm Spgr L/4,4 Bdz u. Kz (m.Hb)) eingesetzt.

Für die Panzersprenggranaten (die erst nach Durchgang durch die Panzerung zur Wirkung kommen sollten) wurden Zünder mit Verzögerung eingesetzt, für die Sprenggranaten (die unmittelbar beim Aufschlag detonieren sollten) solche ohne (oder mit sehr kurzer) Verzögerung.

Ich kann nun nicht die Hand ins Feuer legen für Marinezünder, aber üblicherweise (beim Heer) wurden - wenn es schon Varianten mit verschiedenen Verzögerungen gab - diese in der Bezeichnung des Zünders auch angegeben.
Der "Bd Z 38 m.V 0,02 sec." entsprechend mit Verzögerung von 0,02 Sekunden, den "normale" BdZ (ohne Angabe einer Verzögerung) hätte ich dann als "ohne Verzögerung" eingeschätzt. Aber die Marine war schon immer etwas eigen ...
Für Details müsste man in die M.Dv 190-6A9 schauen.


Zitat von: Leopard2A6EX am 19 Februar 2026, 13:03:59Deutet das auf eine Einstellmöglichkeit hin oder lediglich eine Art Fertigungstoleranz, ein Zeitraum in dem die Zündung erfolgt?
Eine Einstellmöglichkeit wie beim Heer* gab es nicht.

Gruß
Robert

* Beim "Bodenzünder für die 15 cm Granate 19 Beton" (Bd.Z. f. 15 cm Gr. 19 Be) gab es sogar drei Einstellungen:
  • "o.V." ohne Verzögerung,
  • "k.V." mit 0,05 Sekunden und
  • "g.V." mit  0,5 Sekunden Verzögerung

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