Unbekanntes U-Boot, 12.04.1945

Begonnen von cam, 23 Februar 2026, 22:01:13

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cam

Kollegen,
ich habe folgende Information gefunden:

Am 12.4. versenkt die Beaufighter ,U' der 236. Sqn. RAF ein Boot vor Hoek van Holland
https://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/45-04.htm
At 1630 Mosquito H of 254 Squadron RAF, Wellington V of 524 Squadron and Beaufighters M and U of 236 Squadron attacked and sank a Seehund 25 sea miles west of the Hook of Holland.
https://warhistory.org/@msw/article/the-pocket-u-boat-seehund-part-iii

Das Logbuch der 254. Staffel verzeichnet Angriffe zwischen 16:29 und 17:05 Uhr am 12. April nordwestlich von Hoek van Holland auf ein als ,,Bieber" identifiziertes U-Boot durch eine Mosquito A/254 und eine Wellington V/524. Die Versenkung wurde gemeldet. Bei meiner Suche im Forum nach Datum und Art des Angriffs konnte ich keine Aufzeichnungen darüber finden. Ist es möglich, dass das U-Boot nicht versenkt wurde und der erfolglose Flugzeugangriff nicht in den deutschen Aufzeichnungen erfasst ist?

cam

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

TW

Im April gab es 36 SEEHUND-Einsätze. Von den 18, die am 9.4. ausliefen, kehrten m.W. nur drei zurück. Das Schicksal der vermissten Klein-Uboote blieb auf deutscher Seite völlig unklar. Es gab keine Funkverbindung zu den SEEHUNDEN.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Aus der Chronik des Seekrieges:
»Biber«-Einsätze werden am 9.4. wieder aufgenommen. 5 Boote laufen, mit Torpedos und Minen bewaffnet, zur Scheldemündung aus. Flugzeuge versenken drei von ihnen, ein weiteres sinkt durch Minentreffer. Am 11.4. gehen 2 »Biber« zu einem Minenunternehmen in See, nur ein Boot kehrt zurück.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

Danke. Ich verstehe.
Noch eine Frage zu diesem Thema.

Am 16. April um 18:01 Uhr sichtete eine Mosquito D/254 (Flt Lt Richardson) nördlich von Hoek van Holland einen ,,rauchenden Schnorchel, der sich in einem 150°-Kurs mit 5 Knoten bewegte", und feuerte zwei 57-mm-Granaten darauf ab. Das Flugzeug kehrte daraufhin zurück, und am Ort des Angriffs ,,sah der Navigator deutlich zwei zylindrische Objekte mit einem Durchmesser von etwa 60 cm, die miteinander verbunden waren und einige Zentimeter aus der Wasseroberfläche ragten; ein Zylinder war gelb, der andere grün. Vermutlich ging der Rauch von diesen aus."

Diese Beschreibung des Angriffs stammt aus dem Logbuch der 254. Staffel. Bitte erläutern Sie, falls möglich, was der Flugzeugnavigator sah und ob deutsche U-Boote ähnliche Strukturen aufwiesen.

TW

#5
U-Boote mit 2 Türmen gab es nicht. - U-Boote wurden auch nicht zusammengebunden.
2 zylindrische Objekte, miteinander verbunden: mir fallen dazu Rettungsbojen ein.
Beschreibung zu ihrer Ausstattung (unter anderem Rauchpatronen) und zur Außenansicht siehe hier: http://www.luftwaffe-zur-see.de/Seenot/Rettungsbojen.htm
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

Danke, Thomas. Ich wusste nichts von solchen Geräten. Ich nahm an, es handele sich um Niger- oder Marder-Lenktorpedos, aber ich weiß nicht, ob sie in diesem Gebiet eingesetzt wurden.

cam

Eine weitere Möglichkeit: Könnte es sich um die Schiffscontainer handeln, die die U-Boote der Seehund-Klasse nach Dünkirchen transportierten?

ufo

Zitat von: cam am 24 Februar 2026, 00:23:23... ,,sah der Navigator deutlich zwei zylindrische Objekte mit einem Durchmesser von etwa 60 cm, die miteinander verbunden waren und einige Zentimeter aus der Wasseroberfläche ragten; ein Zylinder war gelb, der andere grün. Vermutlich ging der Rauch von diesen aus."
...

Beschreibungen von Dingen die jemand in See sieht koennen ja manchmal eigenwillig sein. Aber ... "zwei zylindrische Objekte mit einem Durchmesser von etwa 60cm ... verbunden ... aus der Wasseroberflaeche ragten ..." ... koennte so nicht ein gekenterter Biber beschrieben werden?

TW

Zitat von: cam am 24 Februar 2026, 10:39:37Neger- oder Marder-Lenktorpedos, aber ich weiß nicht, ob sie in diesem Gebiet eingesetzt wurden.
Nicht nördlich von Hoek van Holland, sondern stets in Richtung Themse-Schelde-Verkehrsweg.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

Zitat von: TW am 24 Februar 2026, 12:18:07Nicht nördlich von Hoek van Holland, sondern stets in Richtung Themse-Schelde-Verkehrsweg.
Und wo starteten sie ihren Angriff auf diese Kommunikationslinie? Die Seehunds und Bibers hatten, soweit ich weiß, ihren Sitz in IJmuiden.

cam

Es ist auch möglich, dass es sich um ein umgekipptes Molchboot handelt, falls diese Mitte April 1945 in Antwerpen gegen Schiffe eingesetzt wurden.

TW

#12
Die Kleinkampfmittel zur Versorgung von Dünkirchen wurden meines Wissen von Hellevoetsluis aus eingesetzt.
Als Transportboxen dienten langgezogene Behälter (,,Butter-Torpedos"), die statt der beiden scharfen Torpedos am Bootsrumpf angebracht wurden.

Edit: Ich lag falsch. Die Seehunde wurden tatsächlich von Ijmuiden aus eingesetzt.
--> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=21124.msg236361#msg236361
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Für den 9. April haben wir Bericht vom Angriff einer Mosquito auf SEEHUND U 5374:

09.04.1945 Auslaufen aus Dünkirchen mit Kurs auf Ijmuiden. bei Seegang 3 bis 4.
09.04.1945 12.00 Uhr Angriff eines Jagdbombers des Typs "Mosquito" mit Bordwaffen und Alarmtauchen.
09.04.1945 Bei Einbruch der Abenddämmerung Auftauchen und Weitermarsch, bis nach kurzer Zeit der Dieselmotor wegen zu frühen Öffnens des Abgasventils und dadurch eingedrungenen Seewassers-ausfällt.
09.04.1945 Mitternacht erneuter vergeblicher Versuch, den Dieselmotor zu starten.
10.04.1945 Gegen Morgen Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft des Dieselmotors.
10.04.1945 Gegen Abend Ankunft vor Ijmuiden, aber Verbot einzulaufen. Bis Mitternacht Tauchen bis auf den Grund, um Genehmigung zum Einlaufen abzuwarten.
11.04.1945 Am Morgen Einlaufen in den Hafen von Ijmuiden, nachdem das Boot stundenlang über Wasser vor der Hafeneinfahrt auf und ab stehen musste.[7]
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

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