Minenabwehrfahrzeuge: Köln

Begonnen von karli1, 18 März 2026, 09:15:54

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karli1

Und hier ein Foto aus meiner Sammlung,welche die geretteten vom V.B. Köln zeigen. Aufgenommen /entwickelt in Warnemünde.

VG Rainer

SchlPr11

Hallo,
weil gerade hier so passend - bei der Durchsicht der Exzerptkladden Dr. Jung im Nachlass von Peter Schenk, sah ich neulich die Notiz zum Verlust KÖLN in der Gedsersperre 1917. Habe seine Notizen mal rausgezogen, um sie hier zu zeigen. Einige kleine Detais ergänzen das bereits Gedruckte. Bei der Manuskriptarbeit am DDK hat Dr. Jung Übernommenes markiert. Es finden sich in den Blöcken aber noch manche interessante Hintergrundinformationen der damaligen Jahre, über die man nachdenken müßte...
REINHARD

HJH

Da habe ich auch noch was:
Chronik der Vorpostenhalbflottille West:

10. August 1917
Das Vorpostenboot W 24 (KÖLN, Wilhelm Schuchmann) der Vorpostenhalbflottille West wird am 10. August 1917 um 00.40 Uhr auf dem Marsch zum Sund in der Nähe der Gedser Tonne 3 durch den deutschen Frachtdampfer BARMEN (1904 / 1035 BRT) der Dampfschifffahrtsgesellschaft Argo AG aus Bremen überlaufen. Die KÖLN sinkt in wenigen Minuten. Der größte Teil der Besatzung wird durch Boote des Dampfers BARMEN, das Vorpostenboot W 3 (CRANZ = PC 19, Cranzer Fischdampfschiff-Gesellschaft) und den Schlepper WILHELM WREDE (1914 / 215 BRT, Schrader & Wrede) des Netzsperrverbands der Ostsee gerettet. Ein Mann wird tot aufgefischt, zwei Mann werden vermißt. Die Boote des Dampfers BARMEN werden hierbei durch einige Leute der KÖLN, die übergesprungen sind, zu Wasser gebracht und bemannt. Das Wrack liegt 300 m in 196° von der Tonne 3 entfernt. Schlepper WILHELM WREDE bringt dann die geretteten Leute nach Warnemünde. Die Schuld an der Kollision wird dem Dampfer BARMEN gegeben, der entgegen der Seestraßenordnung versucht hat, den Kurs des Vorpostenbootes W 24 (KÖLN) von Backbord zu kreuzen.
Anmerkung:
Die im Gröner, Band 8/1, S. 194 angegebene Wrackposition 54.33 N / 12.00 E kann nicht stimmen, diese liegt genau auf dem Gedser Landrev innerhalb der dänischen Hoheitsgewässer.

Schon am 14. August 1917 untersuchen Taucher des Werftdampfers/Tonnenlegers WIK (1903 / 370 t) das Wrack des Vorpostenbootes W 24 (KÖLN). Eine Hebung erscheint möglich und wird sofort in die Wege geleitet. Ab 22. August 1917 sind dann der Bergungsdampfer RÜGEN (1885 / 221 BRT, Heinrich Spruth) und der zur Vorpostenhalbflottille West gehörende Schlepper GEESTEMÜNDE (1908 / 107 BRT, Schleppschiffahrts-Gesellschaft ,,Unterweser" AG) mit Vorarbeiten zur Hebung des Vorpostenbootes beschäftigt. Nachdem KÖLN am 6. September 1917 von zwei Hebeprähmen aufgefangen und flottgemacht worden ist, werden das Wrack und die Prähme um 17.00 Uhr langsam in Richtung Warnemünde Reede abgeschleppt. Vorpostenboot W 31 (CONRAD = PG 116, Grundmann & Gröschel) geleitet den Schleppzug. In der Nacht zum 7. September kommt Seegang auf. Um 04.00 Uhr brechen die Hebebroken und KÖLN sinkt auf der Position 54.15,6 N / 11.57,5 E in 20 m Wassertiefe ca. 6 sm NWzN von Warnemünde. Am nächsten Tag stellen Schlepper GEESTEMÜNDE und Bergungsdampfer RÜGEN mit Hilfe von vier Sicherungsbooten die Lage des Vorpostenbootes fest. Eine Taucheruntersuchung ergibt, daß das Wrack 25-30° Schlagseite hat und infolge des stürmischen Wetters ca. 4 m versandet ist, der Fischraum und der Bunker sind voll Sand. Weitere Bergungsversuche werden daher als aussichtslos angesehen. Da die geringste Wassertiefe über den abgebrochenen Masten nur ca. 12 m beträgt, werden diese entfernt. Das Wrack wird später beseitigt. Als Ersatzleistung für den verlorengegangenen Fischdampfer KÖLN erhält die Reederei W. Schuchmann später 64.513,50 Mark.
Quellen:
Kriegstagebuch Vorpostenhalbflottille West (1. bis 15. August 1917)
Kriegstagebuch Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte (1. bis 10. August 1917)
Kriegstagebuch Vorpostenhalbflottille West (16. bis 31. August 1917)
Kriegstagebuch Vorpostenhalbflottille West (1. bis 15. September 1917)
Kriegstagebuch Vorpostenhalbflottille West (16. bis 30. September 1917)
Kriegstagebuch Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte (11. September bis 25. Oktober 1917)
Daevers, - Die Geschichte der Gjedserbewachung durch Vorpostenboote bis April 1918, unveröffentlicht
Marine-Archiv - Der Krieg zur See 1914 - 1918, Der Krieg in der Ostsee, 3. Band, Von Anfang 1916 bis zum Kriegsende, 1964 Frankfurt, S. 137
RM 20/464: Liste der verloren gegangenen Hilfskriegsschiffe, Beischiffe und Tender während des Krieges 1914/19
Reitzenstein, Freih. v. - Die Verluste der deutschen Fischdampferflotte seit Beginn des Weltkrieges und ihr Wiederaufbau in Der Fischerbote, 12. Jahrg. 1920, Nr. 10 (20.10.), S. 574-582
Rehder, J. - Die Verluste der Kriegsflotten 1914 - 1918, 1969 München, S. 44-45: Positionsangabe 55.15 N / 11.57 E ist Druckfehler, muß heißen 54.15 N
Gröner, E. (Jung, D., Maass, M.) - Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945, Band 8/1, 1993 Bonn, S. 194



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