RAL-Farbcodes für Schiffe?

Begonnen von FelixC, 03 Mai 2026, 21:00:05

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Sven L.

Halöle,

also bei Dirk Nottelmann steht folgendes zur Farbgebung der kaiserlichen Marine bzw. in diesem Fall der der Brandenburg-Klasse.

Vorherrschend in 1893 war der blaugraue Anstrich für alle TMeile des Überwasserschiffes. Dies entspricht RAL 5014 "Taubenblau".
Für den Unterwasseranstrich bemühen wir die Tradition und die Anstrichvorschrift. Verfahren: Bis 1906 wurde ein Neubau noch auf der Helling zunächst mit einer dicken Schicht Bleimenige als Grundierung gestrichen. Nachdem aber schon damals die von den Stäuben der Bleifarben ausgehende Gesundheitsgefährdung erkannt worden war, gab man diese Methode ab 1906 auf. Seit dieser Zeit wurden Neubauten vor dem Stapellauf zweimal mit Rostschutzfarbe und vor der Indienststellung zweimal mit Schiffsbodenfarbe Nr. I gestrichen. Den Abschluß bildete, wie vorher auch schon, ein Anstrich mit Schiffsbodenfarbe Nr. III. Jene Farbe aber ist belegbar, da sie in späteren Jahren normiert wurde; sie erhielt die Nummer RAL 8013.
Den Wasserliniengang, bei Handelsschiffen "Boottopgang" genannt, wurde in der Marine hierfür "Wasserlinienfarbe III grau" verwendet. Als Farbton gilt gilt die spätere RAL 7016 - heutzutage mit dem Begriff "Anthrazitgrau" belegt.
Weiter heißt es für die Brandenburg-Klasse:
Die entsprechende Bezeichnung für die Rumpffarbe lautet also "Dunkelgrau", RAL 7000, heute als "Fehgrau" bezeichnet. Für die Aufbauten - also in unserem Sonderfall nur die Kuppeln der schweren Geschütze sowie deren Rohre betreffend - galt die Bezeichnung "Hellgrau", RAL 7001, oder "Silbergrau" in heutiger Bezeichnung.

Alle obigen in kursiv gehalten Textabschnitte sind wörtliche Zitate aus Dirk Nottelmann's Buch, Die Brandenburg-Klasse, Höhepunkt des deutschen Panzerschiffbaus von den Seiten 172 und 173.

Zusammenfassung:
Unterwasserschiff - RAL 8013
Wasserliniengang - RAL 7016
Rumpffarbe - RAL 7000
Aufbauten - RAL 7001
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
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