Graf Zeppelin - Merkwürdigkeit bei der Startschlitten-Rücklaufbahn

Begonnen von Sven L., 10 Mai 2026, 19:55:41

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Sven L.

Hallo in die Runde,

bei den Rücklaufbahnen für die Startschlitten ist mir etwas merkwürdiges aufgefallen. Soweit bekannt, sollten die Startschlitten beide auf Höhe des A-Decks zurück in die Hangars gebracht werden.
Beim Studium sowohl der greifbaren Zeichnungen (Faltpläne) im Israel (Planheft 67), als auch denen des Planheftes 70, ist dies anders gezeichnet. Bekannt ist, dass mit Beginn der Umbauarbeiten Aufzüge für die Startschlitten hinzugekommen sind. Gemäß den genannten Zeichnungen verlief die Backbord-Rücklaufbahn wie bisher über das A-Deck, wogegen die Steuerbord-Rücklaufbahn ihren Endpunkt im B-Deck hatte. Das Problem bei letzterem ist das Ankerspill. Die Bahn könnte direkt daneben verlaufen sein, musste jedoch im Bereich einer Querung der Steuerbord-Ankerkette zumindest darüber hinweglauf.

Frage: Hat jemand hierüber evtl. Fotos od. Zeichnungen?

Ich habe bislang keine Fotos gesehen, die hierrüber nähere Auskunft geben können.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Sven L.

Um zu verdeutlichen was ich meine, füge ich Ausschnitte des A- und B-Decks (Aufbau- bzw. Backdeck) und zweier Querschnitte bei. Alles von Zeichnung aus Planheft 70. Somit zeitlich für 1942 einzuordnen.
Bei den Schnitten ist die Blickrichtung von hinten nach vorne.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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AWoelfer

Nicht länger als sieben Atemzüge soll es dauern,
bis man eine Entscheidung getroffen hat.
(Hagakure)

Tsunetomo Yamamoto

Sven L.

Hallo AWoelfer,

danke für die Zeichnungen, aber für GZ habe ich alles an greifbaren Zeichnungen.

Mein Problem isind nicht der Schräg-Aufzug und auch nicht die Schienen auf dem Flugdeck, sondern die Rücklaufbahnen. Nach den Umbauten 1942, aus dem Jahre stammen die meisten Zeichnungen, wurden zwei Aufzüge installiert, die die Möglichkeit boten die Startschlitten vom Schrägaufzug zurück ins Schiff und dann mittels der neuen Aufzüge diese direkt unter das Flugzeug bringen, was die unhandlichen Umsetzwagen in den Hangars erübrigte.
Ich habe zu diesen Rücklaufschienen, die letztendlich auf zwei verschiedenen Decks endeten, außer den obigen Zeichnungen keine Fotos oder sonstige Belege gefunden.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Sven L.

Einen wunderschönen guten Morgen in die Runde,

ich habe mir die Pläne zum Flugzeugträger B heruntergeladen und dort mal geschaut, ob dort nähere Informationen zu den Rücklaufbahnen zu erkennen sind. Das gute hierbei ist, dass die Zeichnungen noch den Original-Zustand darstellen. Und ja, ich bin fündig geworden. Zeichnung im Anhang.
Allerdings hat sich auch gleich eine Frage ergeben. Es ist zu erkennen, wie von den Startschlitten-Aufzügen die Rücklaufbahnen in Richtung Aufbau/Hangar verlaufen. Es ist aber auch zu erkennen, dass wie bei GZ in Nachbarschaft (Steuerbord) zur Oberfeldwebel-Messe eine "Fortsetzung" der Rücklaufbahn innerhalb des Aufbaus liegt. Die Frage die sich mir stellt ist, wie die Startschlitten von der Rücklaufbahn, die offensichtlich vor der Wand ended zu der Rücklaufbahn innerhalb des Aufbaus gelangen sollen. Die Backbord-Rücklaufbahn hat übrigens keine Fortsetzung im A-Deck! Also bestand, auch bei GZ im Original, nur die Möglichkeit die Startschlitten über das B-Deck zurück in den Hangar zu schaffen.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Sven L.

Ein kräftiges Hallo in die Runde,

da hier keiner eine zündende Idee zu haben scheint, werde ich mal meine Überlegungen präsentieren.

1) Zuerst zum Ursprungsentwurf:

Weil es nur ein Zugang zum Hangar auf der Steuerbordseite vorgesehen war, mussten die Startwagen der Backbordseite in irgendeiner (einfachen) Form zur Steuerbordseite verbrachte werden. Wie gesagt, laut Zeichnungen endeten beide Rückführbahnen vor der Vorderseite des Hangaraufbaus. Vom Schrägaufzug der Startschlitten aus mussten beide Bahnen zuerst über die Ankerketten geführt werden. Ebenfalls musste der Abstand zum Ankerspill ausreichend groß sein. Soweit ist alles aus der Zeichnungen zu erkennen. Um nun die Startschlitten der Backbordseite hinüberzubringen, muss eine einfache Lösung her. Es ist kaum anzunehmen, dass das Bedienpersonal diese hinüber getragen hat.  :wink:
Die einfachste Lösung ist eine Drehscheibe und ein Querschiffs verlaufendes Gleis. Also in etwa folgender Ablauf. Der Startschlitten der Backbordseite wird bis vor den Hangar geführt bzw. rollt mittels Schwerkraft dorthin. Dann wird dieser auf der Drehscheibe um 90 Grad gedreht und zur Backbordseite bugsiert. Hier wird auf einer weiteren Drehscheibe der Startwagen wieder um 90 Grad gedreht und in den Aufbau verbracht, wo dieser dann den Hangar erreichen kann.

2) Jetzt der Zustand nach dem Umbau:

Die Rückführbahn der Backbordseite wird komplett auf die Höhe des A-Decks angehoben und bekommt auf dieser Ebene einen eigenen Zugang in den Aufbau. Die bis dahin über die ganze Aufbaubreite gehende Offiziersmesse wird etwas verkleinert.

Falls es Einwände gegen die Beschreibung zu 1) gibt - nur zu - ich warte auf Input.  :-D
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Zieten

Zitat von: Sven L. am 01 Juni 2026, 16:07:43Die einfachste Lösung ist eine Drehscheibe und ein Querschiffs verlaufendes Gleis. Also in etwa folgender Ablauf. Der Startschlitten der Backbordseite wird bis vor den Hangar geführt bzw. rollt mittels Schwerkraft dorthin. Dann wird dieser auf der Drehscheibe um 90 Grad gedreht und zur Backbordseite bugsiert. Hier wird auf einer weiteren Drehscheibe der Startwagen wieder um 90 Grad gedreht und in den Aufbau verbracht, wo dieser dann den Hangar erreichen kann.

Ich weiß nicht, ob das an Bord eines Schiffes bei stärkerem Seegang so eine gute Idee gewesen wäre mit der handbetriebenen Drehscheibe und dem Quergleis.
Vielleicht gab es einen Deckenkran mit einer Laufkatze unter der Hallendecke?

bodrog

Wie sieht denn der Startschlitten aus - muss der überhaupt gedreht werden?

Zieten

Zitat von: bodrog am 05 Juni 2026, 13:15:41Wie sieht denn der Startschlitten aus - muss der überhaupt gedreht werden?

Es geht um die Verwendung der vorgeschlagenen handbetriebenen Drehscheiben als platzsparenden Weichenersatz, da offenbar nur die Stb.- Rücklaufbahn ins Hallendeck geführt wurde und nicht die Bb.-Rücklaufbahn.

Hier einige Links zu den Startwagen:

https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=1131893#p1131893

https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=1132186#p1132186

https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=1137011#p1137011

@Sven L.:
War es nicht so, daß die Startwagen von beiden Katapulten in einer V-förmigen Ablaufbahn unter dem Flugdecküberhang zu einer gemeinsamen Rücklaufbahn geführt wurden (habe gerade Israels Buch nicht zur Hand, deshalb nur aus dem Gedächtnis zitiert)?
https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=1136546#p1136546

bodrog

ZitatEs geht um die Verwendung der vorgeschlagenen handbetriebenen Drehscheiben als platzsparenden Weichenersatz, da offenbar nur die Stb.- Rücklaufbahn ins Hallendeck geführt wurde und nicht die Bb.-Rücklaufbahn.

das habe ich schon begriffen - wäre es nicht naheliegnd, mal nachzuschauen, wie das bei der Bahn (meinetwegen auch Feldbahn) platzsparend gelöst wird...

Zudem ist mir immer noch unklar, warum der Startwagen gedreht werden muss? Oder liege ich falsch - ich war der Meinung (ohne mich jetzt wirklich damit beschäftigt zu haben), dass das Ding an der Decke hängend zurückläuft und dann nur praktisch wieder hochgezogen werden muss um in Startposition zu kommen. Die Räder lassen sich entsprechend bauen und da ist vieles möglich

Zieten

Bei Feldbahnen oder Lorenbahnen kann das mit Drehscheiben gelöst werden. Die befinden sich allerdings auch nicht auf einem schlingernden Schiff.

Zitat von: bodrog am 05 Juni 2026, 16:35:17Zudem ist mir immer noch unklar, warum der Startwagen gedreht werden muss?

Muß er ja nicht. Es ging bei der Frage darum, zwei Rücklaufbahnen platzsparend in einer zusammenzuführen, nicht darum, den Startwagen zu drehen.


Zieten


Sven L.

Hallo bodrog, hallo Zieten,

mit dem Drehen meine ich eine Drehscheibe um den Startwagen so zu drehen, das dieser auf der vor dem Hangar quer verlaufenden Bahn geschoben werden kann. Anschließend mittels einer weiteren Drehscheibe so zurück drehen, dass dieser auf der Steuerbordbahn ins Hallendeck verbracht werden kann.

ZitatWar es nicht so, daß die Startwagen von beiden Katapulten in einer V-förmigen Ablaufbahn unter dem Flugdecküberhang zu einer gemeinsamen Rücklaufbahn geführt wurden
Gemäß den orginalen Zeichnungen - Nein. Und mir geht es um den Zustand wie er ursprünglich geplant war.
Ich werde mir dazu aber nochmal den Israel dazu zu Rate ziehen.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Zieten

@ Sven L.:
Mit der von mir vermuteten gemeinsamen Rücklaufbahn lag ich falsch, aus dem oben von A.Woelfer bereitgestellten Plan ergibt sich, daß die Schrägrampen in zwei Rücklaufbahnen mündeten, vielleicht aus Redundanzgründen, vielleicht, um die Startwagen an die Seite zurückzuliefern, die sie auch verschossen hatte und den Transport im Hangar quer über Deck zu verhindern.

Das spricht für mich auch gegen die von Dir ins Spiel gebrachten handbetriebenen Drehscheiben mit Quergleis, da die Startwagen wohl einige hundert kg gewogen haben dürften. Wenn diese sich auf ihren Eisenrädern bei Querseen und schlingerndem Schiff plötzlich in ungewünschter Richtung in Bewegung setzen, würde das für die schiebenden zwei Mann wohl schnell unkontrollierbar und gefährlich werden können.

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