HSK Thor** am **26. November 1940

Begonnen von Larship, 31 Juli 2026, 12:56:28

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Larship

Guten Tag,

mein Name ist Oddvar Larsen aus Norwegen. Ich betreibe die maritime Geschichtsseite **Larship.no** und arbeite an einem Forschungsprojekt über das norwegische Walfangmutterschiff **FLK Kosmos I**.

Ich suche derzeit nach Unterlagen über die Aufbringung der **Kosmos I** durch den Hilfskreuzer **HSK Thor** am **26. November 1940**.

Bei meinen Recherchen bin ich auf folgende NARA-Unterlagen gestoßen:

* **T1022 Roll 2942–2943**
* **PG 70831** (Kriegstagebuch mit Anlagen)
* **PG 70832**
* **PG 70842**

Hat jemand Zugang zu diesen Mikrofilmen oder besitzt digitale Kopien? Besonders interessieren mich die Einträge aus **November und Dezember 1940**, mögliche Anlagen, Gefangenenlisten oder Fotografien.

Ich wäre für jeden Hinweis sehr dankbar. Selbstverständlich werden alle Informationen ausschließlich für historische Forschungszwecke verwendet, und sämtliche Quellen werden vollständig und korrekt angegeben.

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

**Oddvar Larsen**
Larship.no
Norwegen

Falls jemand Unterlagen besitzt, die nicht öffentlich zugänglich sind, würde ich mich auch über eine persönliche Nachricht (PN) sehr freuen.

t-geronimo

Hallo und herzlich willkommen!  :O/Y

Hier ist eine Anleitung wie du die Rollen kostenlos downloaden kannst:
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Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Thor

Hallo Oddvar,

und herzlich willkommen bei uns !

Du findest die Rollen unter folgenden Links:
R2942: https://catalog.archives.gov/id/338602884
R2943: https://catalog.archives.gov/id/338603504
R2944: https://catalog.archives.gov/id/338604475

Gruß
David
"Wooden ships with iron men beat iron ships with wooden men" - Zusammenfassung der Seeschlacht von Lissa (1866)

Urs Heßling

moin, Oddvar,

Zitat von: Larship am 31 Juli 2026, 12:56:28Aufbringung der **Kosmos I** durch den Hilfskreuzer **HSK Thor** am **26. November 1940**.
Aufbringung der Kosmos I am 26. September 1940 ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

AND1

Der Kommadant hat hat nachher Ärger bekommen von der SKL. Weil der das Schiff nicht durch gebracht hat, sah keine Chance bei 9 Kn Fahrt und zu geringer Dieselmenge.

Larship

Hallo zusammen,

vielen herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme in Ihrem Forum und für die außergewöhnlich schnelle Hilfe!

Mein besonderer Dank gilt Thorsten für die Anleitung zum Herunterladen der NARA-Rollen, David für die direkten Links zu den Mikrofilmen und Urs für den Hinweis auf das korrekte Datum der Aufbringung der Kosmos I. Ich werde das selbstverständlich berichtigen.

Ich arbeite seit vielen Jahren an der Geschichte der norwegischen Walfangflotte und betreibe die maritime Geschichtsseite Larship.no in Norwegen. Zurzeit recherchiere ich intensiv über das Walfangmutterschiff FLK Kosmos I und die Ereignisse nach der Aufbringung durch den Hilfskreuzer HSK Thor im September 1940.

Mein Ziel ist es, die Geschichte möglichst vollständig anhand von Originalquellen zu dokumentieren. Deshalb suche ich nicht nur nach militärischen Berichten, sondern auch nach persönlichen Schicksalen der Besatzung.

Falls jemand weitere Hinweise geben kann, würde ich mich sehr freuen. Besonders interessieren mich:

das Kriegstagebuch der HSK Thor für September bis Dezember 1940,
Anlagen oder Ergänzungen zum Kriegstagebuch,
Schriftverkehr oder Befehle der Seekriegsleitung (SKL) über die Entscheidung, Kosmos I nicht als Prise nach Europa zu bringen,
Berichte über den Transport der Gefangenen mit Belgrano (ex Rio Grande),
Gefangenenlisten oder Besatzungslisten,
Vernehmungsprotokolle,
private Erinnerungen ehemaliger Besatzungsmitglieder,
Briefe oder Tagebücher,
sowie Fotografien der Kosmos I, ihrer Besatzung oder der Gefangennahme.

Mich interessiert ebenfalls, ob jemand weiß, ob sich in den Akten der HSK Thor oder der Seekriegsleitung Hinweise darauf finden, warum der Kommandant später Schwierigkeiten mit der SKL bekam, weil die Kosmos I nicht als Prise eingebracht wurde. Das wäre für mein Forschungsprojekt von großem Interesse.

Sollte jemand weitere Dokumente oder Hinweise besitzen – auch aus privaten Sammlungen – würde ich mich über jede Information sehr freuen.

Nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ich freue mich sehr auf den weiteren Austausch mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Oddvar Larsen
Larship.no
Norwegen

Ich werde selbstverständlich alle erhaltenen Hinweise und Quellen in meinem Forschungsprojekt korrekt zitieren und die Unterstützung dieses Forums ausdrücklich würdigen.

Urs Heßling

moin,

bist Du mit der sehr guten website warsailors.com in Kontakt ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Larship

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich mit der Geschichte der norwegischen Walfangflotte während des Zweiten Weltkriegs und suche nach deutschen Quellen zu diesem Thema.

Kennt jemand von euch Register, Datenbanken, Archive oder andere Informationsquellen, in denen sich Unterlagen über norwegische Walfangschiffe finden lassen? Mich interessieren insbesondere deutsche Dokumente, beispielsweise Unterlagen der Kriegsmarine, Schiffsregister, Beuteakten, Hafenmeldungen oder andere zeitgenössische deutsche Quellen.

Die Datenbank **Warsailors** kenne ich bereits sehr gut. Für meine aktuelle Recherche suche ich jedoch ausschließlich nach Informationen aus deutschen Quellen.

Ich freue mich über jeden Hinweis oder Tipp. Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße
Oddvar Larsen
Larship.no

AND1

09:93 24.09.1940 hat die 17.8ß1 BRT große norwegische Walkocherei KOSMOS III von der norwegischen Wal-fanggesellschaft Sandeford nach zwei Schüssen vor den Bug gestoppt. Das Prisenkommando bestätigt, was die Schiffsführung vermutet:
Die KOSMOS III fährt nach Weisungen der britischen Admiralität. Sie ist, mit 17 662 Tonnen Wal- und Spermöl in den Tanks beladen, mit einer Besatzung von 79 Norwegern von Walfishbay nach Curacao unterwegs. Ein Jahr lang, so wird man wenig später auf THOR erfahren, haben die Briten dieses Schiff mit seiner kostbaren Ladung in der Walfishbay zurückgehalten, nicht zuletzt der deutschen Raider wegen. Oder gerade der Raider wegen. Nun aber, nachdem das verbündete Frankreich von den Deutschen besetzt worden und die Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Krieges in weite Ferne ge¬rückt ist, will man das Wagnis einer Weiterführung nach England eingehen. ,,Sie fahren", so lautete die britische Weisung an den norwegischen Kapitän, ,,die in der Karte von uns eingezeichneten Wege. Sie sind sicher."
Also machte sich der Wiking auf. Und zwar mit einem durch die lange Liegezeit bedingten starken Bewuchs am Unterwasserschiff, der die Geschwindigkeit — nach Angaben des Kapitäns — ganz er-heblich verminderte.
Das nun ist auf THOR die gravierende Frage: Was tun mit diesem Schiff und seiner Ladung, die auch in Deutschland die Versorgungs¬lage bedeutend bessern würde?
Das ist die andere, nicht minder gravierende Frage: Wohin mit den Norwegern? Die Zahl der Gefangenen auf THOR würde mit ihnen auf 273 anwachsen.
Beide Fragen tragen die naheliegende Antwort schon in sich: KOS¬MOS als Prise und Gefangenenschiff ausrüsten und nach Deutschland entlassen.
Nach dem Bericht des Prisenkommandos hat man der KOSMOS aber nur soviel Brennstoff mit auf die Reise gegeben, um den Bestimmungshafen zu erreichen. Für mehr Seemeilen aber nicht. An Bord sind jetzt, nach der Aufbringung, noch 1100 Tonnen Brennstoff. LI Hille hat es ausgerechnet: ,,Bei neun Knoten Marschfahrt verbraucht die KOSMOS 60 Tonnen am Tage. Das Schiff wird aber, weil derart bewachsen, gegen den Nordost-Passat diese Geschwindigkeit kaum halten können."
,,Also steigt der Brennstoffverbrauch", Kahler sagt, was Hille unausgesprochen ließ.
,,Und dann die Aufbauten . . . ", wendet Schlüter, der WO, ein. ,,Eben. Sie sind sehr auffällig." ,,Zu auffällig", bekräftigt Gollatz, der NO.
In der Tat sind sie es: Das Schiff hat neben normalen Mastpaaren zwei für die Walkochereien typische mächtige Tormasten — einen auf der Back, den anderen mittschiffs — und außerdem als weiteres Merkmal zwei nebeneinanderliegende Schornsteine. Ein Umbau und damit eine Tarnung dürfte auf See und mit Bordmitteln schwierig sein. Außerdem kann die Kocherei wegen ihrer geringen Geschwin-digkeit anderen Schiffen nicht oder kaum ausweichen. Sie wird daher bestimmt bald gemeldet werden.
,,Dazu kommt: sie wird wegen des großen Wertes der Ladung von der britischen Navy gesucht werden, wenn sie Curacao nicht planmäßig erreicht", fügt einer auf der Brücke hinzu.
,,Und aus dem gleichen Grunde können wir sie auch nicht als Depotschiff für uns verwenden", ergänzt Kahler die roten Ziffern in der Bilanz über das weitere Schicksal dieser Beute. Er ist sich auch darüber klar, daß der Vorteil einer möglichen Gefangenenabgabe mit dein Nachteil aufzurechnen ist, auf ein Depotschiff, auf längere Sicht gesehen, eine starke Wachmannschaf t an Bord geben zu müssen. ,, .. .Und wenn sie versenkt werden muß, sollte sie von britischen Kriegsschiffen entdeckt werden, kann ich sie nicht einmal schützen." Je mehr und gründlicher Kahler die Frage: ,,Prise oder versenken" berät, je mehr neigt sie sich zur Ungunst der KOSMOS III.
Kahler: ,, . . . also entschloß ich mich, wenn auch schweren Herzens, das Schiff mit seiner wertvollen Ladung zu versenken." Nachdem das Flugzeug eingeholt ist — es hatte keine weiteren Sichtungen — werden die Besatzungsmitglieder, deren Gepäck, Proviant und alles sonst irgendwie Nützliche und Brauchbare von der KOS¬MOS III auf THOR geschafft. Auch das kleine Motorboot der Kocherei ist dabei. Der Zuwachs an neuen Gefangenen und dazu in dieser hohen Zahl schafft neue Probleme. Sie müssen unter Deck, zusammen mit den anderen. Und die an sich schon schlechte Luft wird gewißlich nicht besser. Kahler: ,,Gern hätte ich wenigstens für die Kapitäne und Schiffsoffiziere eine bessere Unterkunft gehabt, auch für den Passagier der KOSMOS III, einem Familienmitglied des norwegischen Reeders Jahre. Aber auch das ist beim besten Willen nicht möglich ..."
Aber die Kapitäne und ihre Offiziere zweifeln nicht am guten Willen der Deutschen.
18.13: KOSMOS III durch eine Sprengkiste und sieben Sprengpatronen gesprengt. Schiff sinkt nach 27 Minuten schnell über den Achtersteven auf 0 ° 30 ' Süd 32 ° 06 ' West. 18.48: Nach Einsetzen der Boote Kurs 20°, Marschfahrt 7 kn. 

Big A

Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

AND1

Hilfskreuzer Thor  Jochen Brennecke  Koehlers Verlagsgesellschaft.   

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