HSK Thor** am **26. November 1940

Begonnen von Larship, 31 Juli 2026, 12:56:28

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

magellan und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Urs Heßling

moin,

in einem Exkurs eine vielleicht "abwegige" Idee

Zitat von: AND1 am 04 August 2026, 13:55:23Beide Fragen tragen die naheliegende Antwort schon in sich: KOS¬MOS als Prise und Gefangenenschiff ausrüsten und nach Deutschland entlassen.
Nach dem Bericht des Prisenkommandos hat man der KOSMOS aber nur soviel Brennstoff mit auf die Reise gegeben, um den Bestimmungshafen zu erreichen. Für mehr Seemeilen aber nicht. An Bord sind jetzt, nach der Aufbringung, noch 1100 Tonnen Brennstoff. LI Hille hat es ausgerechnet: ,,Bei neun Knoten Marschfahrt verbraucht die KOSMOS 60 Tonnen am Tage. Das Schiff wird aber, weil derart bewachsen, gegen den Nordost-Passat diese Geschwindigkeit kaum halten können."
,,Also steigt der Brennstoffverbrauch", Kahler sagt, was Hille unausgesprochen ließ.
,,Und dann die Aufbauten . . . ", wendet Schlüter, der WO, ein. ,,Eben. Sie sind sehr auffällig." ,,Zu auffällig", bekräftigt Gollatz, der NO.
In der Tat sind sie es: Das Schiff hat neben normalen Mastpaaren zwei für die Walkochereien typische mächtige Tormasten — einen auf der Back, den anderen mittschiffs — und außerdem als weiteres Merkmal zwei nebeneinanderliegende Schornsteine. Ein Umbau und damit eine Tarnung dürfte auf See und mit Bordmitteln schwierig sein. Außerdem kann die Kocherei wegen ihrer geringen Geschwin-digkeit anderen Schiffen nicht oder kaum ausweichen. Sie wird daher bestimmt bald gemeldet werden.
,,Dazu kommt: sie wird wegen des großen Wertes der Ladung von der britischen Navy gesucht werden, wenn sie Curacao nicht planmäßig erreicht", fügt einer auf der Brücke hinzu.
,,Und aus dem gleichen Grunde können wir sie auch nicht als Depotschiff für uns verwenden", ergänzt Kahler die roten Ziffern in der Bilanz über das weitere Schicksal dieser Beute. Er ist sich auch darüber klar, daß der Vorteil einer möglichen Gefangenenabgabe mit dein Nachteil aufzurechnen ist, auf ein Depotschiff, auf längere Sicht gesehen, eine starke Wachmannschaf t an Bord geben zu müssen. ,, .. .Und wenn sie versenkt werden muß, sollte sie von britischen Kriegsschiffen entdeckt werden, kann ich sie nicht einmal schützen." Je mehr und gründlicher Kahler die Frage: ,,Prise oder versenken" berät, je mehr neigt sie sich zur Ungunst der KOSMOS III.
Kahler: ,, . . . also entschloß ich mich, wenn auch schweren Herzens, das Schiff mit seiner wertvollen Ladung zu versenken."
Man kann die Überlegungen Kählers und seiner Offiziere gut nachvollziehen.

Aber es bestand kein Grund zu sofortigem Handeln.

Wäre es nicht, im Vorgriff auf eine möglich erscheinende deutsch-französische "Collaboration" und nach Abstimmung mit der und Organisation durch die Skl, möglich gewesen, das wertvolle Schiff mit seiner Ladung nach Dakar fahren zu lassen ? Die Entfernung von 1250 sm hätte das Schiff in 6 Tagen zurückgelegt. Danach hätte man auf beiden Seiten ein Verhandlungsobjekt gehabt...
... und GB in Antwort auf den gerade gescheiterten Angriff eine Nase gedreht  :wink:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Impressum & Datenschutzerklärung