Suche nach dem Einsatzort meines Urgroßvaters Heinrich Webschek

Begonnen von David.02, 16 August 2026, 17:28:45

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wirbelwind

Moin,

wenn dem so ist, wie es Violoncello im vorherigen Post geschrieben hat, gibt es für mich für den weiteren Aufenthalt des Uropas 2 Möglichkeiten. Entweder es hat ihn jemand bis zum Kriegsende versteckt oder er ist übergelaufen. Warum er nach dem Kriegsende das nicht erwähnte, keine Ahnung. Vielleicht fand er es unpassend, die tatsächlichen Geschehnisse zu schildern.

MfG Rüdiger

David.02

Zitat von: Violoncello am 18 August 2026, 17:37:48Hallo David,

auf die Ungereimtheiten in der Darstellung Deines Urgroßvaters zur Versenkung seines Boots und die nachfolgende Kriegsgefangenschaft ist bereits hingewiesen worden.

Ein Hinweis auf den mutmaßlich richtigen Sachverhalt ergibt sich aus der Karteikarte der Zentralen Personendatei (B 563-...) der Deutschen Dienststelle (WASt):

Vermutlich im Zusammenhang mit der Feststellung einer Invaliditätsrente hat das Landesinvalidenamt Wien die DD am 18.11.1975 um Auskunft zu den maßgeblichen Dienstzeiten in der Wehrmacht und zur Kriegsgefangenschaft gebeten. Am 18.12.1975 stand fest, dass Informationen über eine Kriegsgefangenschaft Deines Urgroßvaters in Frankreich und den USA nicht zu ermitteln waren (Großbritannien konnte offenbar ausgeschlossen werden). Am 12.1.1976 hat die DD daher dem Landesinvalidenamt geantwortet, dass Angaben u.a. zu einer Kriegsgefangenschaft nicht gemacht werden können (deren Dauer in die Rentenberechnung mit eingeflossen wäre). Dein Urgroßvater war im Sommer 1944 also "verschwunden" ohne in Kriegsgefangenschaft geraten zu sein und wurde im Herbst für vermisst erklärt.

Diese Abläufe sprechen m.E. dafür, dass er Fahnenflucht begangen hat. 

Viele Grüße

Violoncello
Zitat von: wirbelwind am 18 August 2026, 19:14:28Moin,

wenn dem so ist, wie es Violoncello im vorherigen Post geschrieben hat, gibt es für mich für den weiteren Aufenthalt des Uropas 2 Möglichkeiten. Entweder es hat ihn jemand bis zum Kriegsende versteckt oder er ist übergelaufen. Warum er nach dem Kriegsende das nicht erwähnte, keine Ahnung. Vielleicht fand er es unpassend, die tatsächlichen Geschehnisse zu schildern.

MfG Rüdiger

Vielen Dank euch beiden für eure Antworten und die Hinweise!

Ich habe inzwischen noch einmal mit meiner Oma gesprochen. Sie hat mir erzählt, das er zunächst kurz in englischer Gefangenschaft gewesen sei, danach bei den Franzosen in Marseille bei einem Steinbruch und anschließend am Ende in amerikanischer Gefangenschaft gewesen sein soll. Ich habe daraufhin etwas zu Marseille nachgeschaut. Dort gab es tatsächlich eine starke deutsche Marinepräsenz; bei der Befreiung der Stadt waren unter anderem rund 4.000 Marineangehörige bzw. Marineartilleristen in der deutschen Garnison, und es sind auch zahlreiche deutsche Gefangene in Marseille dokumentiert, unter anderem im Lager Sainte-Marthe. Das macht die Erzählung meiner Oma für mich zumindest sehr interessant.

Er soll nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft nur noch etwa 47 kg gewogen haben- ob durch die Gefangenschaft oder aufgrund des  Fahnenflucht versuch ich nun herauszufinden.

Ich möchte deshalb jetzt versuchen, bei der zuständigen französischen Stelle bzw. bei den französischen Unterlagen zu den Kriegsgefangenen nachzufragen und herauszufinden, ob sich dort etwas über seinen Aufenthalt in Marseille und seinen weiteren Weg durch die Gefangenschaft finden lässt.

Noch einmal vielen Dank für eure Hilfe und die ganzen Hinweise! Ich versuche gerade, die verschiedenen Puzzleteile zusammenzubekommen und hoffe, dass sich dadurch vielleicht doch noch klären lässt, was mit meinem Uropa 1944 tatsächlich passiert ist.

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