MTB_MGB-Datensatz: 1049; 16.01.1942, Kanal: MGB vs. Geleit

Begonnen von Darius, 12 September 2026, 16:02:38

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Darius

Hallo TW,

a) interessante Ergänzungen aus versch. KTBs zu diesem Gefecht  --/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/mtb_mgb/ausgabe.php?where_value=25

Nach dem erfolglosen Einsatz gegen den Geleitzug erfolgte ein Gefecht mit Hafenschutzbooten.

KTB Seeko Pas de Calais:

Zitat16.01.1942
Gefechtsstand West meldet:
23.35 - 23.45 Uhr:
Schnellbootsangriff auf Geleit 2299 beim Einlaufen Boulogne. Abwehr durch 2 HS-Boote. Nach Einlaufen des Geleites L.G. Fächerfeuern der Battr. "Gneisenau" und "Mont de Couple" wegen starken Motorgeräusches. Schlechte Sichtverhältnisse verhinderten Beobachtungen. Keine Personen- und Sachschäden.
Mun.Verbr.: 12 L.G. zu 15 cm.

KTB Hafenkommandant Dünkirchen

Zitat16.01.1942
18.15 Uhr:
Geleit 2299 mit D "Schokland", D. "Midsland", Siebelfähre 110, Vp.Boot 1506, 1509, 1807, 1809 und 207 nach Boulogne ausgelaufen. Geleitführer 1506.

Bzgl. Fähre 110 stimmt hier etwas nicht, denn für den 17.01.1942 heißt es:
Zitat17.50 Uhr:
Geleit 2289: 4 Kue.Mos., 1 Siebelfähre (S.F. 110)  mit D 126 S, Vp.Boot 1806 und 1808 nach Boulogne ausgelaufen. Geleitführer 1806.
Da kein Einlaufen für den 17.01.1942, sondern 18.01.1942 (s.u.) genannt wird, ist die SF mit dem Geleit 2899 mitgelaufen.


KTB Hafenkommandant Boulogne
Zitat16.01.1942
17.35 Uhr H.S.B. 13 und 32 auf Nachtpos. ausgel.
23.40 Uhr: 5 Vp.Boote mit Handelsdampfer "Midland" und "Schottland" eingelaufen.
23.42 Uhr: H.S.B. 32 meldet: Werde von feindlichen Schnellbooten angegriffen. Angriff abgewehrt.

[...]
17.01.1942
09.35 Uhr H.S.B. 13 und 32 von Nachtpos. eingelaufen.

[...]
18.01.1942
01.15 Uhr:
Vp.Boote 1806, 1808, Schlepper D 126 S, 4 Kümos und 1 Siebelfähre eingelaufen.

b) Siehe aber auch die Hinwiese zu SF 110 und dem Verlust von MTB 47 iVm dem Geleit 2289:
--/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/landungsfahrzeuge/siebelfaehre/ausgabe.php?where_value=103
--/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/mtb_mgb/ausgabe.php?where_value=26


:MG:

Darius

TW

#1
Vielen Dank, Darius.
Ich habe Deine Erkenntnisse eingetragen.
Die beiden H.S.B. laufen im Gröner DDK unter HS 13 und 32, Fischkutter HF 293 (Senator Burchardt) und SS 70 (Herold).
Schönen Sonntag  :MG:
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Darius

Hallo Thomas,

vielen Dank, Thomas. Ist zwar nicht so systematisch und dynamisch, aber sukzessive kriegen wir noch paar Lücken bei den Schnellbootangriffen geschlossen.

Gestern hat der Zugang zum invenio gesponnen. Nachdem er heute wieder gut funktioniert, habe ich noch im KTB der Hafenschutzflottille Kanalküste (Boulogne) nachgeschaut.
Es gibt weitere Details und die Bestätigung, dass nur HS 32 in das Gefecht verwickelt war und es zwei Anläufe der Schnellboote gab :TU:)

Zitat16.01.1942
Boulogne:
[2]2.30 h: Von N kommender Geelitzug bei schlechter Sicht von HS 32 auf Innenreede gelotst. Anschließend geht Boot wieder auf Pos[ition].
[2]3.15 h: Auf dem Weg dahin im Quadrat 33375 zwei von N mit hoher Fahrt anlaufende Schnellboote gesichtet. Sofortige ES-Anforderung (ES-Partone 6) blieb unbeantwortet beide S-Boote drehen unmittelbar nach W ab und kommen außer Sicht.

[2]3.45 Uhr: Dieselben Boote laufen zum 2. Male von N an. HS 32 eröffnet auf das erste sofort Feuer aus 2 cm Flak. Zahlreiche Schüsse waren Treffer und lagen im Vorschiff, mittelschiffs und im Ruderstand. Hierauf drehte dieses Boot nach W ab, ohne selbst geschossen zu haben und kam außer Sicht. Währenddessen wurde HS 32 von dem 2. S-Boot beschossen und erhielt etliche 15 mm und MG-Treffer. Sofortiges Feuer auf den Angreifer, der nach 5 Schuß, die ihn mittschiffs trafen, mit hoher Fahrt westwärts ablief und sogleich außer Sicht kam.


 :MG:

Darius

Darius

Hi,

und jetzt habe ich noch das Heft Nr. 15, "Scigacze Artyleryjskie S-1 - S4" von Mariusz Borowiak, aus der Serie  "Polskie Okrety Wojenne w Wielkiej Brytanii 1939-1945" gefunden. Ab Seite 60 wird dort der Lebenslauf von S-3 beschrieben. U.a. auf Seite 71ff auch recht ausführlich das Gefecht vom 16.01.1942. M. Borowiak hat für dieses Werk Zugriff auf Originalakten gehabt (u.a. Berichte zu den Einsätzen von S-3).

Habe den Absatz elektronisch übersetzen lassen (und gering angepasst):
ZitatDie dritte schwere Panne [MG: besser "Der dritte ersthafte Schaden" [am Boot]] ereignete sich Mitte Januar 1942. Am Abend des 16. Januar lief die S-3 gemeinsam mit den britischen Einheiten MGB 43 und MGB 8 (der 2. Flottille) zu einer Patrouillenfahrt aus, um dem Gegner den Weg abzuschneiden und einen von Dünkirchen nach Boulogne fahrenden Konvoi anzugreifen.
Einige Zeit später löste sich die MGB 43 im Gebiet des Cap Gris-Nez aus dem Verband, während die verbleibenden Schnellboote Kurs auf Boulogne nahmen.
Um 21:50 Uhr erreichten S-3 und MGB 8 die Reede von Boulogne und hielten sich in einer Entfernung von einer Seemeile zur Hafeneinfahrt auf. Die Polen konnten die Hafeneinfahrtsfeuer – einzelne rote und grüne Lichter – deutlich erkennen. Zunächst wurde nichts Verdächtiges festgestellt.
Um 22:15 Uhr wurde die Silhouette eines deutschen Patrouillenboots von etwa 25 Metern Länge mit achterlichem Aufbau gesichtet. Der Gegner gab kein Lebenszeichen von sich. Als erstes Boot ging die MGB 8 zum Angriff über und warf eine Wasserbombe ab, die jedoch nicht detonierte. Der Gegner verhielt sich weiterhin ruhig; erst als sich das Boot auf etwa 200 Meter entfernt hatte, feuerte er eine rote Signalrakete mit fünf Sternen ab.
15 Minuten später, bei einem zweiten Anlauf des britischen Schnellboots und einer Distanz von nur noch etwa 50 Metern, eröffnete das deutsche Schiff ein sehr starkes und präzises Feuer mit leichten und schweren Maschinengewehren, wodurch die Türme der schweren Maschinengewehre beschädigt wurden. Gleichzeitig erwiderte die S-3 das Feuer. Die Schüsse saßen präzise – ein Erfolg, der für das selbst nicht unter Beschuss stehende Schnellboot aus dieser geringen Entfernung möglich war. Obwohl das britische Schiff beschädigt wurde, gelang es ihm, an das Patrouillenboot heranzukommen und eine zweite Bombe aus einer Entfernung von etwa 15 Metern abzuwerfen. Nach der Explosion stellten die Deutschen das Feuer ein, und die nach Westen ablaufenden Schnellboote wurden von einer Küstenbatterie mit Leuchtgranaten beschossen. Das Patrouillenboot sank zwar nicht, wurde jedoch zumindest schwer beschädigt.
Infolge der Detonationen nahegelegener Wasserbomben wurde der Bugbereich der S-3 undicht; die MGB 8 wies neben beschädigten Geschütztürmen mehr als 100 Einschusslöcher im Rumpf auf, zudem gab es einen Schwer- und zwei Leichtverletzte unter der Besatzung. Die Besatzung der S-3 bewies gute artilleristische Ausbildung, Eigeninitiative und Entschlossenheit; besondere Anerkennung gebührt den Matrosen Leon Tepper, Julian Wandas und Stefan Rydz. Um 00:10 Uhr kehrten beide Schiffe nach Dover zurück.


 :MG:

Darius

Urs Heßling

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

TW

#5
Zitat von: Darius am 13 September 2026, 12:21:41Heft Nr. 15, "Scigacze Artyleryjskie S-1 - S4" von Mariusz Borowiak, aus der Serie  "Polskie Okrety Wojenne w Wielkiej Brytanii 1939-1945
Danke Martin,
Das müsste ich unter Gefechtsbericht a ergänzen, aber die Info entspricht ganz und gar der Darstellung im AWD und daher setze ich lediglich einen Quellenhinweis [7] hinzu.

Halten wir fest, dass MGB 8 und S-3 auf alle Fälle 2 Gefechte führten, um 23.15 und um 23.42 Uhr.
Das Gefecht um 23.42 wurde gegen HS 32 ausgetragen. Der andere Gegner ist mir unklar.
Viele Grüße, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Impressum & Datenschutzerklärung