Leichter Kreuzer 1935

Begonnen von Sven L., 14 September 2026, 21:07:43

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Sven L.

Projekt: Kreuzer Typ B
(Leichter Kreuzer)

Hintergrund:

Um im Kontext von Harold's hier niedergeschriebenen "Weihnachtswunschzettel" weiterzumachen, stelle ich hier ein Projekt für einen leichter Kreuzer (Kreuzer Typ B) vor.
Gemäß diverser RM-Akten waren um 1935 neun Kreuzer diesen Typs geplant. Ich war einige Zeit am Überlegen, woher die Zahl neun stammt. Die für mich plausibelste Erklärung ist folgende:
Es waren insgesamt 18 Kreuzer geplant. Wenn von diesen 18 Kreuzer die bereits sechs vorhandenen leichten Kreuzer (Typ B) und die drei gerade in Bau gegebenen bzw. kurz vor Kiellegung stehenden schweren Kreuzer (Typ A)  abgezogen werden, verbleibt ein Rest von neun Kreuzern.

Ziel dieses Projekts ist es, einen Kreuzer Typ B (leichten Kreuzer) mit Stand 1935 zu entwickeln bzw. die Möglichkeiten dazu auszuloten. D.h. ausschließliche Anwendung von Waffen, Antrieben usw. die zum gegebenen Entwurfszeitpunkt möglich gewesen wären.

Ausgangsbasis:

Als Ausgangsbasis für das Projekt habe ich den Kreuzer Leipzig gewählt und die Abmessungen des Schiffskörpers um 4,35% vergrößert. Damit ergeben sich die Abmessungen von
L: 173 m, B: 17 m, T: 5,53 m und H: 9,39 m
Wegen des Platzbedarfs für die Maschinenanlage habe ich für die Breite 17,20 m gewählt und den Tiefgang auf 5,60 m festgesetzt. Die Seitenhöhe ist mit 9,25 m festgesetzt. Die Länge über alles beträgt 177,64 m.
Die innere und äußere Aufteilung orientiert sich an dem Kreuzer M bzw. dem Projekt Motorenkreuzer 1938. Im Dokument RM 20/1901 war als schwere Flak die 10,5-cm Doppellafette gefordert. Weil jedoch bei allen vorhergehenden Kreuzer-Klasse die schwere Flak aus 8,8-cm bestand und die zugänglichen Pläne für den Kreuzer M ebenfalls 8,8-cm Doppellafetten vorsahen, habe ich mich dazu entschlossen dieses Kaliber in den Entwurf aufzunehmen.

Bevor ich mich der Beschreibung des Entwurfes zuwende, ein paar Anmerkungen und Tabellen zu leichten Kreuzern. Es werden hierbei Deutschland, England und Frankreich miteinander verglichen.


Land
Hauptaufgaben
Typische Klassen
DeutschlandAufklärung, Handelskrieg, Minenlegen, FlottenaufgabenKönigsberg-, Leipzig-Klasse
GroßbritannienSchutz der Handelswege, Aufklärung, Konvoischutz, Flottenaufgaben Leander-, Arethusa-, Town-Klasse
FrankreichMittelmeer Flottenaufgaben, Kolonialschutz, AufklärungDuguay-Trouin-, La Galissonnière-Klasse

Anhand dieser Tabelle sind die Unterschiedlichen Aufgaben der Leichten Kreuzer der einzelnen Länder gut zu erkennen.

Als nächstes eine Gegenüberstellung einiger ausgewählter leichter Kreuzer.

Schiffsklasse/Schiff
Land
Bewaffnung
Typverdrängung
Max. Geschw.
Realer Fahrbereich
Panzerung (Gürtel/Deck)
NürnbergDeutschland9 × 15 cm L/60 (3x3)
8 × 8,8 cm L/76 (4x2)
8 × 3,7 cm (4x2)
4 × 2 cm
12 × 53,3 cm Torpedorohre (4x3)
Bis zu 120 Minen
ca. 7.150 t32 knca. 2.800 sm bei 16,5 kn
(max. 3.900 sm bei 10 kn Diesel)
Gürtel: 18–50 mm
Deck: 20–25 mm
Kreuzer-M (geplant)Deutschland8 × 15 cm L/55 (4x2)
4 × 8,8 cm (2x2)
8 × 3,7 cm (4x2)
4 × 2 cm
8 × 53,3 cm Torpedorohre (2x4)
60 Minen (geplant)
ca. 8.000 t35,5 knca. 8.000 sm bei 19 kn
Gürtel: 50 mm
Deck: 20–35 mm
Kreuzer-Typ B (Entwurf)Deutschland8 × 15 cm L/55 (4x2)
8 × 8,8 cm (4x2)
8 × 3,7 cm (4x2)
12 × 2 cm (4x2, 4x1)
8 × 53,3 cm Torpedorohre (2x4)
60 Minen (geplant)
ca. 8.000 t34,0 knca. 8.000 sm bei 19 kn
Gürtel: 50 mm
Deck: 20–/35 mm
Leander-KlasseGroßbritannien8 × 15,2 cm Mk XXIII (4x2)
4 bis 8 × 10,2 cm
12 × 12,7 mm MG (3x4)
8 × 21 Zoll (53,3 cm) Torpedorohre (2x4)
ca. 7.270 t32,5 knca. 5.730 sm bei 13 kn
Gürtel: 76–102 mm
Deck: 25–32 mm
Arethusa-KlasseGroßbritannien6 × 15,2 cm Mk XXIII (3x2)
4 bis 8 × 10,2 cm
8 × 12,7 mm MG (2x4)
6 × 21 Zoll (53,3 cm) Torpedorohre (2x3)
ca. 5.200 t32,2 knca. 5.300 sm bei 13 knGürtel: 57 mm
Deck: 25 mm
Duguay-Trouin-KlasseFrankreich8 × 15,5 cm Modèle 1920 (4x2)
4 × 7,5 cm Modèle 1922
6 × 13,2 mm MG
12 × 55 cm Torpedorohre (4x3)
ca. 7.250 t33 knca. 4.500 sm bei 15 knGürtel: Keiner (nur Splitterschutz)
Deck: ca. 20 mm
La Galissonnière-KlasseFrankreich9 × 15,2 cm Modèle 1930 (3x3)
8 × 9,0 cm (4x2)
8 × 3,7 cm
12 × 13,2 mm MG
4 × 55 cm Torpedorohre (2x2)
ca. 7.600 t31 knca. 5.500 sm bei 14 kn
Gürtel: 75–105 mm
Deck: 37–50 mm

Entwurfsbeschreibung

1. Der Schiffskörper

Der vorliegende Entwurf basiert, wie oben beschrieben, auf dem der Kreuzer der Leipzig-Klasse. Die Abmessungen wurden um 4,35 Prozent vergrößert und die Seitenwülste durch gerade Seitenwände ersetzt. Das Backdeck wurde, wie bei den geplanten Kreuzern M, sehr weit nach achtern gezogen. Einzige Unterbrechung sind die Buchten neben dem Hangar für die Torpedo-Vierlingssätzen. Im Verlauf der Entwurfsarbeiten wurde der Brückenaufbau von einem der Leipzig ähnlichen durch einem der real geplanten Kreuzer M ersetzt. Der Doppelboden hat im Bereich der Maschinenräume ein Höhe von 1,00 m. Achtern hat der Doppelboden ein Höhe von ca. 1,70 m und im vorderen Bereich eine Höhe von bis zu 2,05 m. Die Maschinenräume haben auf einer Länge von 52,75 m eine Breite von 12,70 m. Nach vorne bzw. hinten verringert sich diese Breite entsprechend der Rumpfform. Die Höhe der Maschinenräume liegt bei 5,925 m. Im Bug- bzw. Heckbereich hat die Stauung eine Höhe von 2,50 m und das Plattformdeck eine solche von 2,40 m. Das hierrüber liegende Zwischendeck und gleichfalls das Oberdeck, haben jeweils eine Höhe von 2,30 m.
Die Seitenhöhe bis zum Oberdeck beträgt 9,25 m und die Seitenhöhe bis zum Backdeck 11,55 m. Das Volumen, berechnet nach Konstruktionsspantenriss, ist bei 5,60 m Tiefgang inklusive aller Anhänge 8.760 cbm. Unter Zugrundelegung das der hauptsächliche Einsatzbereich im Atlantik liegen soll, kann mit einem Faktor von 1,025 gerechnet werden. Damit erhält man eine Konstruktionsverdrängung 8.979 t. Die Typverdrängung beträgt 8.007 t.
Rumpfgeweicht: 2.831 t

2. Die Panzerung

Zu Beginn des Entwurfs war noch nicht genau abzusehen, wie umfänglich die Panzerung ausfallen kann/wird. Im Raum stand die Forderung gemäß Dokument RM 20/1901 von einem Schutz gegen 15-cm auf 15 km Entfernung. Beim vertikalen Panzer (Gürtelpanzer) ist hierfür nach NaAB 2.1x eine Stärke von 70 mm erforderlich.
Die Anordnung der Panzerflächen ist wie folgt:
Gürtelpanzer: unterer Gang, mit 2,70 m Höhe, 70 mm und oberer Gang, mit 2,10 m Höhe, 30 mm. Die Länge reicht von 25,33 m bis 143,44 m.
Panzerdeck: Im Bereich der Zitadelle hat dieses im waagerechten Teil eine Stärke von 30 mm und die Böschungen (45 Grad) sind 40 mm stark. Vor dem vorderen Querschott gibt es kein Panzerdeck. Achtern existiert nur ein Panzerkasten. Dieser reicht von achteren Querschott bis zum Schott hinter die Rudermaschine. Der Panzerkasten ist an den Seiten mit 30 mm und als Panzerdeck mit 35 mm geschützt.
Querschotten:
Die Querschotten, als Abschluss der Zitadelle, ist im unteren Bereich mit 70 mm und im oberen Bereich mit 30 mm gepanzert.
Oberdeck: Das Oberdeck ist im Bereich der Zitadelle teilweise mit 25 mm gepanzert. Der Umfang ist in jedem Fall größer als dies beim Kreuzer M ausgefallen wäre. Der genaue Umfang ist der Zeichnung Panzerflächen zu entnehmen.
Barbetten: Die Barbetten der 15-cm Doppeltürme sind oberhalb des Oberdecks mit 70 mm gepanzert. Im Schiffsinneren beträgt die Stärke 30 mm. Die Barbetten der Türme B und C sind mit 70 mm bis herunter zum Oberdeck gepanzert.
Kommandostand; Dieser ist wie beim Kreuzer M an den Seiten mit 100mm, oben mit 50 mm und im Boden mit 20 mm gepanzert.
Gesamtgewicht der Panzerung: ~1.325 t

3. Die Bewaffnung

Als Hauptbewaffnung wurden 8x 15-cm in vier Doppeltürmen, jeweils vorn und achtern überhöht, gewählt. Der tatsächlich geplante und in Bau gegebene Kreuzer M, sowie das Projekt Motorenkreuzer 1938, hatten nur zwei 8,8-cm Doppellafetten. Der Kreuzer Nürnberg jedoch vier dieser Doppellafetten. Ich habe mich dazu entschieden, dass der vorliegende Entwurf ebenfalls vier dieser Doppellafetten erhalten soll. Während der Entwurfsphase wurden die Positionen verschiedene Male, entsprechend den Änderungen an der Maschinenanlage, verschoben. Mir war wichtig, dass die Munitionsversorgung der schweren Flak so erfolgen konnte, dass diese direkt aus dem Munitionskammern direkt bis zum Geschütz, ohne Umladungen, erfolgen konnte. Dieses Ziel wurde erreicht.
An mittlerer Flak, 3,7-cm Doppellafetten, sind derer vier geplant. Zwei auf dem achteren Teil des Backdecks und zwei neben dem Brückenhaus. Die leichte 2,0-cm Flak, ist mit acht Einzellafetten vorhanden. Ursprünglich waren jeweils zwei Doppellafetten an jedem Schornstein vorgesehen und dazu vier Einzellafetten im vorderen und achteren Bereich der Aufbauten. Diese Doppellafetten finden sich auf vielen Plänen dieser Zeit, aber weil diese letztendlich doch nie verbaut wurden, habe ich mich dazu entschlossen die Doppellafetten gegen Einzellafetten zu tauschen.
53,3-cm Torpedorohre werden in zwei Vierlingsrohren mitgeführt. Sie liegen beiderseits des Hangars.
Bei entsprechendem Auftrag können ca. 60 bis 80 Minen mitgeführt werden.
Bei der Artillerie kann pro Rohr folgende Munitionsmenge gestaut werden:

Kaliber
Schuß pro Rohr
15,0-cm
165
8,8-cm
429
3,7-cm
2.006
2,0-cm
5.745
53,3-cm TR
1,5
In den Werten der Tabelle ist ebenfalls die Bereitschaftsmunition an den jeweiligen Lafetten enthalten.

Sonstige Artillerieeinbauten
Für die Artillerie sind zwei Leitstände vorhanden. Der vordere ist mit seinem 6m EM-Gerät im Kommandostand integriert und der achtere, ebenfalls mit 6m EM-Gerät auf der achteren Hütte. Obwohl deutsche leichte Kreuzer üblicherweise nur ein Flakleit-Gerät an Bord hatten (gilt auch für den Kreuzer M), habe ich deren zwei eingeplant. Einer auf dem vorderen Brückenhaus und der andere auf der achteren Hütte. Grund für die Wahl von zwei Flakleit-Geräten ist, dass die Forderung gemäß RM 20/1901 drei Leitstände gewesen ist, aber wie oben beschrieben, eben nur eines auf leichten Kreuzer tatsächlich vorhanden war. Insofern ist hier die goldene Mitte ausgewählt.
In den Räumen unterhalb des Panzerdecks gibt es vor den Maschinenräumen jeweils eine Artillerie-Rechen- und Schaltstelle (Plattformdeck), eine Torpedo-Rechen- und Schaltstelle (Plattformdeck) und eine Flak-Rechen- und Schaltstelle (Stauung). Auffällig ist das Fehlen des Vormars-Leitstandes, aber bei allen Entwürfen, die zum Kreuzer Typ M führten, fehlt ein solcher. Ein Grund könnte dafür gewesen sein, die Silhouette niedrig zu halten.

Gesamtgewicht der Artillerie: 970 t

4. Die Maschinen- und Hilfsmaschinenanlage

Zu Beginn des Projektes bestand die Überlegung die Antriebskonfiguration des Projektes Motorkreuzer 1938 zu übernehmen.  Die Auslegung war so, dass nur zwei Wellen eingebaut würde. Auf jeder Welle hätte eine Turbine und zwei Dieselmotoren gewirkt. Die Turbine wäre über eine Flüssigkeitskupplung (Vulcan-Kupplung) zu- oder abschaltbar gewesen. Bedauerlicherweise sind im Original-Projekt des Motorkreuzer 1938 die Dieselmotoren mit angehängtem Spülluftgebläse ausgeführt. Dazu kommt, dass die Motoren ohne Vulcan-Kupplung direkt auf das Getriebe gewirkt hätten. Zum einen sind angehängte Spülluftgebläse nicht opportun und um einzelne Motoren zu- oder abschalten zu können wären Vulcan-Kupplungen erforderlich gewesen, die die Länge der Maschinenanlage wiederum verlängert hätte. Die Original-Konfiguration ist bereits ca. 4 m länger als beim vorliegenden Entwurf. Auch wenn nur 9-Zylinder-Motoren statt der 12-Zylinder-Motoren eingebaut würden, würde sich die Gesamtlänge nicht wesentlich verringern. Aus diesen Gründen habe ich mich für eine Antriebskonfiguration entschieden, die der der Nürnberg ähnlich ist.

Die Maschinenanlage wirkt auf drei Wellen.  Für die Projektierte Geschwindigkeit von 34,0 kn ist eine Leistung von insgesamt 100.000 PS erforderlich. Diese verteilt sich wie folgt:

Turbinenanlage
Dieselmotoren
  Wellen21
Leistung (PS)72.00028.000

Die Turbinen- und Kesselanlage
Die erforderliche Leistung jeder Turbine beträgt 36.000 PS. Der hierfür erforderliche Dampfbedarf beträgt 99.900 kg/h. Der auf eine Antriebsturbine umgerechnete  erforderliche Dampfbedarf für die Hilfsmaschinen  errechnet sich zu 27.195 kg/h.
Als Kesseltyp sind solche vom Typ Wagner gewählt.
Der Gesamtdampfbedarf ergibt sich zu 127.095 kg/h je Turbinensatz. Für die Dampferzeugung sind insgesamt acht Kessel vom Typ Wagner vorgesehen. Diese verteilen sich zu viert auf zwei Kesselräume. Für die notwendige Dampferzeugung sind  jeweils drei dieser Kessel erforderlich. Der vierte Kessel dient der Redundanz. Jeder Kessel ist so ausgelegt, dass dieser 42.400 kg/h Dampf bei einer Last von 80% erzeugen kann. Bei Volllast (100%) erzeugt jeder Kessel 51.900 kg/h Dampf. Des entspricht ungefähr einer Überlast der Turbine von ca. 20%.
Unter Normallast (80% Kessellast) verbrauchen die Kessel 295 g/PSh Heizöl. Bei maximaler Leistung der Kessel (100% Kessellast) verbrauchen diese 355 g/PSh an Heizöl.
Für die Gewichtsberechnung der Maschinenanlage bin ich, auf Grund der erforderlichen Turbinenleistung, von einer Anlage ähnlich denen der Zerstörer 36 ausgegangen. Weil durch die etwas längeren Wellen und dem zusätzlichen Kessel ein etwas höheres Gewicht anfallen wird, ist der Gewichtsberechnung das Gewicht der Antriebsanlage der Spähkreuzer mit 14,93 kg/PS zugrunde gelegt.
Die Dampfturbinenanlage wirkt auf die Außenwellen.

Die Motorenanlage

Grundsätzlich entspricht die Dieselmotorenanlange der der Panzerschiffe (A-C). Der Unterschied besteht darin, dass jeder Motor, M9Z 42/58, seinen eigenen Spülluftmotor besitzt. Bei diesen handelt es sich um den Motortyp M5Z 32/44. Für die Gewichtsberechnung habe ich das spezifische Leistungsgewicht der geplanten Kreuzer Typ M zugrunde gelegt. Dieses beträgt 25,48 kg/PS.

Gemäß dem vorgenannten errechnet sich das Gewicht der Maschinenanlage  zu 1.075 t + 713 t = 1.788 t. Das spezifische Leistungsgewicht beträgt somit 17,88 kg/PS.

Die Leistung der Dieselmotoren reicht aus, um eine Geschwindigkeit von 22,25 kn zu erreichen. Bei einer Marschgeschwindigkeit von 19 kn sind ca. 17.300 PS erforderlich.

Schiffshilfsmaschinen

Es gibt fünf E-Werke an Bord. Insgesamt liefern acht Generator zusammen 2.320 kW Strom.
E-Werk 1: 200 kVA Dieselgenerator, 35 kVA Umformer und Not-Kompressor
E-Werk 2: 240 kW Dieselgenerator, Scheinwerfer-Umformer und Not-Kompressor
E-Werk 3: 400 kW Turbo-Generator, Hilfs-Kondensator, Umwälzverdampfer u. Erhitzer
E-Werk 4: wie E-Werk 3
E-Werk 5: 200 kW + 150 kVA Turbo-Generator, 400 kW Turbo-Generator, 2x 240 kW Dieselgeneratoren.
Die E-Werke 1 und 2 liegen hinter den Motorenräumen, die E-Werke 3 und 4 zwischen den Kesselräumen und E-Werk 5 vor dem vorderen Kesselraum. In den E-Werken 2 und 3 wird mittels der Umwälzverdampfer und des Erhitzer Reservespeisewasser gewonnen und in diesem Bereich in den Zellen des Doppelbodens gespeichert.
Im E-Werk 5 befindet sich ebenfalls die Anlage zur Trink- und Waschwassererzeugung.

5. Die Besatzung

Hier folgt die Beschreibung der Verteilung der Besatzung auf die einzelnen Decks von unten nach oben.
Plattformdeck:
Im vorderen Bereich sind 15 Hängemattenplätze. Diese sind aktuell für Mannschaftsdienstgrade von evtl. eingeschifften Prisenkommandos vorgesehen.
Zwischendeck:
Im achteren Bereich befinden sich die Kammern der Feldwebel (Bootsmänner) nebst dazugehöriger sanitärer Einrichtungen und der Messe.
Hieran schließen sich nach vorne die Räume der technischen Unteroffiziere an.
Im Mittelschiff liegen links und rechts der technischen Räume und Rauchgasschächten die Quartiere eines großen Teils der technischen Mannschaften. Im vorderen Teils des Schiffes liegt an der Backbordseite noch ein Quartier für technischen Mannschaften. In gleicher Größe an der Steuerbordseite liegt der Raum für die seemännischen Unteroffiziere. Davor bis zum Bug sind vier Räume für seemännische Mannschaften.
Oberdeck:
Dieses Deck geht von der Barbette des Turms ,,C" bis zum Bug.
Im achteren Teil liegen die Räume für den Kommandanten nebst Kajüte. Direkt gegenüber (nach vorne) liegt die Kammer für zwei Prisenoffiziere und ein Reserveplatz, sofern ein Prisenkommando eingeschifft ist, und die Kammer für einen Stabszahlmeister. Davor liegen Funk- und Fernschreibstellen sowie die Kombüsen für Offiziere und Feldwebel. Davor liegt die Offiziersmesse, welche als einziger Raum über vier Oberlichter verfügt. Links und Rechts dieser Kammern und Räume befinden sich die Kammern weiterer Offiziere und die sanitären Einrichtungen für Offiziere.
Unterbrochen von den zwei Torpedorohrsätzen und dem Hangar für ein Flugzeug, befinden sich als nächstes die sanitären Einrichtungen für Mannschaften und Unteroffizieren in dem von hier ab bis zum Bug wieder geschlossenem Oberdecksaufbau. Vor den sanitären Einrichtungen befinden sich die Räume für Barbiere, Schuhmacher, Schneider und Wachtmeisterbüro. Dazu kommt die Mannschaftsküche (auch für Unteroffiziere) und der FuMG-Raum.
Als nächstes folgen die Quartiere der restlichen seemännischen Mannschaften. In einem kleinerem Bereich ist noch ein Raum für die fliegerischen Unteroffiziere und einer für fliegerische Mannschaften. Diese gehören zu der an Bord eingeschifften Bordfliegergruppe 196 mit zwei Flugzeugen vom Typ Arado Ar 196.
Backdeck
In der achteren Hütte sind außer einigen Schreibstuben das Quartier der Unteroffiziere der eingeschifften Prisenkommandos, sowie drei Kammern für vier Bootsmänner der Prisenkommandos.
Im vorderen Aufbau zwischen vorderem Schornstein und vorderer 15-cm Batterie befinden sich die Kammern der vier Wachoffiziere und der zwei Ärzte. Im vorderen Bereich des Aufbaus liegt das Lazarett mit 12 Betten, der Operationsraum, der Röntgenraum und die Apotheke. Dazu kommen noch zwei Kammern für den Obersteuermann und den Wachtmeister.
Unteres Brückendeck
Hier befinden sich insgesamt acht Offizierskammern, wovon eine als Reservekammer für zwei Offiziere dient. Dazu kommt eine Brause und ein WC für Offiziere.
Oberes Brückendeck
Hier befindet sich neben der Bordwetterwarte die Brückenkammer für den Kommandanten und die für die Schiffsleitung erforderlichen Räume.

In der Gesamtsumme ergibt sich Platz für insgesamt 956 Mann. Hierin sind Offiziere, Feldwebel, Unteroffiziere, Mannschaften und Zivilisten enthalten. Erforderlich wären nach Berechnung rd. 887 Mann über alle Ranggruppen.
In der Anlage befindet sich eine Excel-Datei zur Berechnung der Besatzungsstärke. Die Berechnung orientiert sich an den Ergebnissen, welche mir die KI in einem langwierigem Frage und Antwort Verfahren geliefert hat. Auf dem ersten Registerblatt befindet sich links der eigentliche Bereich zur Berechnung, während ich auf der rechten Seite die letztendlichen Antworten der KI zusammengestellt habe.
Beim Nachrechnen einiger Schiffe der Kriegsmarine ergab sich eine ziemlich genaue Übereinstimmung mit bekannten Zahlen. Einzige Ausnahme die schweren Kreuzer. Hier muss man aber berücksichtigen, dass die vielfach genannten Besatzungszahlen der schweren Kreuzer auf den Endzustand (~1945) beziehen und nicht mehr viel mit dem Original-Planungszustand zu tun haben.

6. Brennstoffe, Schmieröl und Reservespeisewasser

Das Gesamtbunkervolumen beträgt 2.981 cbm. Hierfür stehen für die Brennstoffe, Diesel- und Heizöl, 2.671 cbm zur Verfügung. Dieses ist so aufgeteilt, dass der Fahrbereich bei Marschfahrt mit den Dieselmotoren 8.000 sm erreicht werden.
Dieselöl: 1.170 t
Treiböl  : 1.217 t
Somit verbleiben für Schmieröl und Speisewasser 310 cbm. Das erforderliche Reservespeisewasser errechnet sich zu: 2,5 x Turbinen-Höchstleistung / 1.000.
Dies ergibt 180 cm = 180 t.
Dann verbleiben für das Schmieröl 130 cbm bzw. 119 t. Man rechnet im Allgemeinen 5% der Brennstoffmenge.
Der Fahrbereich mit Dieselmotoren, bei einer Marschgeschwindigkeit von 19 kn, beträgt 8.000 sm. Es ist somit möglich bei einer Höchstfahrt von 34 kn, mit Dieselmotoren und Turbinen, weitere 1.400 sm zu fahren.
Im Vergleich zu den vorhergehenden leichten Kreuzern der Kriegsmarine ein durchaus für die Atlantik-Kriegsführung brauchbarer Typ.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Smutje Peter

Klasse Entwurf Sven, und wie immer bei Dir absolut realistisch durchkonstruiert.
Meinen Respeckt top
Gruß

Peter aus Nürnberg

Sven L.

Danke Peter  :-)

Keine Änderungsvorschläge?  :roll:

Auch ich liege nicht immer richtig, denke ich.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Smutje Peter

#3
Hallo Sven
Ich habe mir Deine Dieselanlage angesehen, wie Du vielleicht schon bemerkt hast, bin ich ein Fan von Dieselschiffen. Würden sich 3 der Marschanlagen hintereinander ausgehen? Eventuell mit 10 Statt 9-Zylindermotoren und 6-Zylinder Hilfsmotoren? Dann hätten wir 84 000 Ps bei der 12 x 9-Zylinder-Anlage und 93 000 Ps bei der 12 x 10-Zylinder Anlage. Wenn ja wie hoch wäre der Verlust an Höchstgeschwindigkeit? 
Ergänzung:
Die 93000 Ps Anlage wird wohl nicht passen, aber die 84000 Ps-Anlage konnte gerade noch hinhauen. Bei einem Anlagengewicht von etwas über 2100 t.. Wäre da das Mehrgewicht bereits ein K.O. Kriterium?   
Gruß

Peter aus Nürnberg

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Sven L. am 14 September 2026, 21:07:436. Brennstoffe, Schmieröl und Reservespeisewasser
Das Gesamtbunkervolumen beträgt 2.981 cbm. Hierfür stehen für die Brennstoffe, Diesel- und Heizöl, 2.671 cbm zur Verfügung.
Ich mag eigentlich nicht immer der Nachfrager sein :roll: , aber : Fehlt nicht der Kraftstoff für das Bordflugzeug in dieser Berechnung ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Sven L.

#5
@Peter:

Wenn auf reinen Dieselantrieb umgestellt wird, würde diese Motorenanlage ca. 2.400 t wiegen. Also rd. 612 t mehr!!

Die Geschwindigkeit würde sich bei 84.000 PS auf 32,1 kn verringern. Dies ist eindeutig zu wenig.

ZitatWäre da das Mehrgewicht bereits ein K.O. Kriterium?
Schlicht und einfach JA  :/DK:

Das Gewicht der Motorenanlage rechne ich wie beim Kreuzer M zu ca. 25,5 kg/PS. Darum komme ich auf 2.400 t. Dann würde etwas über 500 t für die Panzerung verbleiben, was eindeutig zu wenig ist.
Von der Panzerung her lägen wir dann vielleicht bei der Duguay-Trouin-Klasse

Panzerungsstärken im Überblick:
  • Seitenpanzer (Gürtel): ca. 20 mm
  • Hauptdeck: 20 mm
  • Oberdeck: 10 mm
  • Munitionskammern / Magazine: 20 mm (teilweise bis 30 mm an kritischen Boxen)
  • Kommandoturm: 30 mm
  • Geschütztürme:  Front/Seiten ca. 15–30 mm, Decke 30 mm, Barbetten 20+10 mm

Für einen möglichen Spähkreuzer vielleicht passend, aber nicht für einen leichten Kreuzer.

@Urs
ZitatIch mag eigentlich nicht immer der Nachfrager sein

Kein Problem Urs, ich habe ja selber gefragt ob was fehlt oder anders könnte.  :-D

Und ja, du hast Recht. Ich habe hierfür keine Menge benannt. Beim Kreuzer M oder den schweren Kreuzern sind laut meiner Aufstellung jeweils 20 t vorgesehen gewesen.
Ich würde dies aber nicht von den Betriebsstoffen abziehen, sondern eher beim Frischwasser oder bei den Trimmzellen. Gerade im Achterschiff ist hierfür genügend Raum.



Nachtrag:
Ich habe jetzt ähnlich wie bei beim "Prinzen" vier Flugzeugkraftstoffbehälter zu je 3,4 t bei den Seitenbunkern platziert. Hierdurch verringert sich das für die Betriebsstoffe verfügbare Bunkervolumen um 64,7 cbm. Bei angepasster Aufteilung zwischen Diesel- und Treiböl bleiben die Fahrbereiche für Marsch- bzw. Höchstfahrt bis auf wenige Seemeilen identisch.

Die geänderte Zeichnung des Plattformdecks füge ich bei.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Urs Heßling

moin, Sven,

Zitat von: Sven L. am 16 September 2026, 12:56:31Ich habe jetzt ähnlich wie bei beim "Prinzen" vier Flugzeugkraftstoffbehälter zu je 3,4 t bei den Seitenbunkern platziert.
Liegen die (mit Ottokraftstoff !) damit im panzergeschützten Bereich ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Sven L.

Hallo Urs,

Genauso gut geschützt wie bei den schweren Kreuzern. Wenn du dir die geänderte Zeichnung anschaust, siehst du wo die liegen. Unterhalb des Panzerdecks bzw. der Böschung.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Smutje Peter

Hallo Sven

Ich meinte als letztes 3 Sätze zu je 4 Motoren mit je 9 Zylinder, also 3 x 28 000 Ps in der Summe 84 000 Ps bei 25.5 kg/Ps, übrigens ein durch den Kreuzer M tatsächlich belegter Wert, 2142 t, gerundet 2150 t.
Gruß

Peter aus Nürnberg

Sven L.

Hallo Peter,

dann sind es immer noch 360 t weniger für die Panzerung. Die wäre dann soweit auszudünnen, dass das Ergebnis immer noch schwächer wäre als beim Kreuzer M.

Es bleibt auch noch die erheblich reduzierte Geschwindigkeit.

Für den gedachten Zeitrahmen so nicht zu realisieren, als das es in das Konzept einer Atlantik-Kriegsführung gepasst hätte.

Spätere Bauten könnten, sofern die V-Motoren zur Verfügung stünden, durchaus als reiner Motorenkreuzer geplant werden. Wenn ich hierzu die Projekte zum Motorenkreuzer 1938 anschaue, ab 1938 denkbar.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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