Kleinere Diesel Bismarck

Begonnen von StanS, 18 Oktober 2026, 09:16:18

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Sven L.

Ich bin an dieser Stelle raus.

Das die SA-Türme ihre Größe hatten, hat seinen Grund. Du willst partout etwas schlechteres schaffen und dazu wird eine Maschinenanlage kreiert bei der nicht im mindesten an die wesentliche anderen nicht unwichtige Details wie z.B. die Munitionskammern der MA nebst Beladungsräumen gedacht wird.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

StanS

Hallo, es tut mir leid, das zu hören.

Ich denke, der Hauptgrund für die großen Türme waren die horizontalen Keilverschlüsse. Der wesentliche Vorteil bestand in einer etwas höheren theoretischen Feuergeschwindigkeit von 2,3 Schuss pro Minute gegenüber 2 Schuss pro Minute bei der britischen Anordnung. Meiner Meinung nach war dieser Vorteil den Preis nicht wert. Im tatsächlichen Gefecht lag Bismarcks Feuergeschwindigkeit bei etwa einem Schuss pro Minute und Geschütz. Soweit ich weiß, erreichte kein Schlachtschiff im Gefecht annähernd zwei Schuss pro Minute; die höchste Feuergeschwindigkeit erzielte die *Washington* mit fünf Salven in drei Minuten.

Ich denke außerdem, dass ich meine Überlegungen nicht klar genug dargestellt habe. Ich würde die Argumentation folgendermaßen zusammenfassen:

1. Ich kritisiere die deutschen Konstrukteure dafür, dass sie an Geschützen mit horizontalem Keilverschluss festhielten und dadurch schwere und komplizierte Türme in Kauf nahmen. Meiner Meinung nach hätte man bei der *Bismarck* über 500 Tonnen einsparen können. Alle anderen Marinen verwendeten Geschütze mit Welin-Verschluss.

2. Ich kritisiere die deutschen Konstrukteure dafür, dass sie sich nicht für eine leichte Mehrzweck-Sekundärbewaffnung entschieden. Dadurch hätten über 400 Tonnen eingespart werden können.

3. Aufgrund der besonderen Zusammenhänge beim Schlachtschiffbau vervielfachen sich die oben genannten Gewichtseinsparungen. Das eingesparte Gewicht hätte in andere Verbesserungen investiert werden können, beispielsweise in eine Dieselantriebsanlage.

4. Die Dieselantriebsanlage ist ihrerseits kraftstoffeffizienter als eine Dampfanlage. Dadurch werden weitere Einsparungen ermöglicht, beispielsweise ein geringerer Kraftstoffvorrat bei gleichzeitig größerer Reichweite. Das gleicht das höhere Gewicht der Dieselmotoren teilweise aus.

Aus dieser Kette von Verbesserungen ergibt sich ein Schiff, das etwas kleiner als die *Bismarck* ist, aber eine größere Reichweite, eine zuverlässige Dieselantriebsanlage und einen geringeren Kraftstoffbedarf aufweist, während es die gleiche Geschwindigkeit und die gleichen Hauptkalibergeschütze beibehält.

Das Schiff muss so klein wie möglich gehalten werden, da die Antriebsleistung auf 144.000 WPS begrenzt ist, weil 1935 keine leistungsfähigeren Dieselmotoren zur Verfügung standen. Meiner Meinung nach bestätigen die bisherigen überschlägigen Berechnungen, dass der Entwurf plausibel ist.

Sven L.

Na ja, 5 Salven in 2 Minuten, wobei die letzte in das bereits explodierenden britische Schiff einschlug.

Machen wir ein Montagsrätsel davon. Wer schoß und wer wurde getroffen und wann geschah dies?

Du willst etwas ändern was deutscherseits in Jahrzehnten entwickelt und vor allem bewährt hat!

Darum bin ich raus. Punkt.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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StanS

Zitat von: Sven L. am 26 Oktober 2026, 09:50:28Na ja, 5 Salven in 2 Minuten, wobei die letzte in das bereits explodierenden britische Schiff einschlug.

Ich würde gerne eine Quelle für diese Behauptung sehen.

Urs Heßling

moin, Sven,

Zitat von: Sven L. am 26 Oktober 2026, 09:50:28Machen wir ein Montagsrätsel davon. Wer schoß und wer wurde getroffen und wann geschah dies?
... und wo ? ... hier

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Sven L.

Zitat von: StanS am 26 Oktober 2026, 10:36:57
Zitat von: Sven L. am 26 Oktober 2026, 09:50:28Na ja, 5 Salven in 2 Minuten, wobei die letzte in das bereits explodierenden britische Schiff einschlug.

Ich würde gerne eine Quelle für diese Behauptung sehen.

Wie wäre es mit ..... selbst ist der Mann  :wink:
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Benjamin

Feuereröffnung auf dt. Seite: 05:55 Ortszeit.
Entscheidende Treffer um 06:01 mit der 5. Salve.

5 Salven in 6 Minuten. Flugzeit abrechnen und davon ausgehen, dass um 05.55 die erste Salve geschossen wurde, der Ladevorgang also vor 05.55 abgeschlossen war. 
If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

Sven L.

Als Hinweis: Des Rätsels Lösung ist nicht das Gefecht welches das B-Schiff bestritten hat
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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StanS

Ich weiß nicht, auf welche Quellen du dich stützt. Laut der Abhandlung auf K.Bismarck, die du unten findest, feuerte das Schiff zwischen 05:55 und 05:57 Uhr drei Salven und zwischen 05:57 und 06:00 Uhr zwei weitere. Ich würde wirklich gerne eine Quelle sehen, aus der hervorgeht, dass fünf Salven innerhalb von zwei Minuten abgefeuert wurden.

https://www.kbismarck.com/hood-sinking001.pdf

Falls du dich auf die Skagerrakschlacht beziehst, bin ich mir nicht sicher, ob der Vergleich fair ist. Ja, die deutschen Schiffe erreichten dort 2,5 Schuss pro Minute, aber dabei handelte es sich um 28- und 30,5-cm-Geschütze. Ich glaube nicht, dass es fair ist, ihre Feuergeschwindigkeit mit der deutlich schwererer 38-cm-Geschütze zu vergleichen.

Wenn es dir außerdem auf eine hohe Feuergeschwindigkeit ankommt, hätte es Möglichkeiten gegeben, diese zu erreichen, ohne überdimensionierte Geschütztürme und Barbettiringe zu benötigen. Ein Beispiel wäre die Alaska, die über einen zusätzlichen Munitionsübergaberaum verfügte. Laut Campbell verkürzte dies den Ladezyklus um fünf Sekunden.

Wenn du mich fragst, war der Aufwand dafür nicht gerechtfertigt, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Sven L.

Aus diesen 5 Salven in 6 Minuten zu schließen das nicht hätte schneller geschossen werden können - na ja.

Ein Schiff zu entwerfen auf Grundlage der vorhanden Technik ist das eine, aber etwas vollkommen umzustricken, was niemals zur Debatte stand, nicht (mehr) mein Ding. Im übrigen, wenn man sich die Akten aus Freiburg durchliest, stößt man durchaus auf den Hinweis 12, 12,7 oder 13 cm als Mehrzweckwaffe zu verbauen. Aber genauso oft stößt man darauf, das dies (rundweg) abgelehnt wurde. Nun auch noch einen 38-cm-Turm für 1936 auf Grundlage einer ausländischen Konstruktion von 1916 haben zu wollen. Du glaubst doch nicht wirklich, wenn die Fa. Krupp die Möglichkeit gesehen hätte ihre Konstruktionen so erheblich zu verbessern, diese nicht genutzt hätte.

Dazu kommt noch, das die 38-cm Mumpeln nicht von Hand bewegt wurden, sondern in den Munitionskammern entsprechende technische Hilfsmittel vorhanden waren. Diese gab es übrigens auch schon bei der kaiserlichen Marine. Quelle: entsprechende Fachliteratur aus der Zeit. Bei mir im Regal vorhanden? Ja

So, nun ist für mich wirklich Schluss.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Herr Nilsson

Der Welin-Verschluss war ja bekannt und wirklich nichts Neues. Die Frage ist also, warum man ihn nicht gewählt hat, wenn er doch anscheinend nur Vorteile bietet.

Die deutsche Marine setzte bei schweren Schiffsgeschützen bewusst auf den Flachkeil mit Messing-Hauptkartusche und Rohrabsaugung. Dafür gab es zwei Gründe:

Sicherheit: Nach deutscher Darstellung kam es in allen Marinen mit Schraubenverschluss zu schweren Unfällen. Die Ursachen sah man in glimmenden Beutelresten, Pulverrückständen und explosiven Gasgemischen im heißen Rohr. Mit Flachkeil und Hülse traten solche Unfälle nicht auf. Die geforderte vergleichbare Sicherheit hielt man beim Schraubenverschluss nur durch wiederholtes Ausblasen und Spülen für erreichbar – und das ging auf Kosten der Feuergeschwindigkeit.
Bedienung und Wartung: Der Flachkeil ist einfacher zu bedienen, der Ladekanonier muss die Ladekammer nicht überwachen. Liderung, Gewinde und Druckluftanlage des Schraubenverschlusses brauchen deutlich mehr Wartung.

Hinsichtlich des technischen Aufwands, des Bedienpersonals und des Verschlussgewichts bot der Welin-Verschluss keinen nennenswerten Vorteil.

Bei der Bismarck war der Lade- und Abfeuerungszyklus auf 26 Sekunden begrenzt, eine Erhöhung von 4° eingeschlossen. Schneller ging es nicht. Eine Schussfrequenz von 2 Schüssen pro Minute bei größeren Rohrehöhungen war dennoch durchaus erreichbar. Das kann man auch gut in den Filmaufnahmen vom Gefecht mit der Hood sehen, wenngleich diese zu schnell abgespielt werden (24 bzw. 25 fps anstelle von ursprünglich 18 fps).
Gruß Marc

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Sven L. am 26 Oktober 2026, 11:44:56Als Hinweis: Des Rätsels Lösung ist nicht das Gefecht welches das B-Schiff bestritten hat
Aber die Salven eines Schiffs ...
Hm ...
Bei SMS von der Tann gegen HMS Indefatigable wurden mW mehr als 5 Salven gefeuert.
Bei SMS Lützow und Derfflinger gegen HMS Invincible waren es mW nur drei Salven.
Bleiben SMS Derfflinger und Seydlitz gegen HMS Queen Mary ...
oder eine ganz andere Situation ...

Gruß, Urs
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