Scharnhorst Klasse als Projekt des Konstruktionsbüro Marinearchiv.de

Begonnen von Matrose71, 05 August 2007, 00:11:39

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Thorsten Wahl

Die Trefferverteilung der Geschütze unter Idealbedingungen war im ersten Weltkrieg nicht sehr viel schlechter als im zweiten WK /heute, wenn mann die reinen ballistischen Daten betrachtet.

Aber die Kanone ist nur ein Teil des ballistischen Puzzles.
Störungen gehen von vielen äußeren und inneren Faktoren aus, manchmal mehr und manchmal weniger offensichtlich.

Ein großer Punkt zur Erhöhung der Zielgenauigkeit bestand damals in der Antizipierung von Krängungsbewegungen der Schiffe durch Wellenbewegung usw. Wie wir wissen sind Schiffsgeschütze fest eingebaut und machen alle Schiffsbewegungen um die 3 Hauptachsen mit,
der größte Fehler für die Artillerie resultiert aus den Krängungsbewegungen
1 Grad Erhöhungsunterschied bedeutet im Bereich von 15 km 500-1000 m mehr oder weniger Flugweite der Granate

Aufgrunddessen wurde die SA bei deutschen Schiffen auch nur mit maximalen Erhöhungen von rund 15% eingebaut, auch wenn die theoretischen Schußleistung deutlich darüber hinaus gingen.(Masseeinsparung)
kurz vor dem 1WK kam dann ein Durchbruch es wurde ein Gerät entwickelt das die Abfeuerung der Geschütze nur zu genau dem Zeitpunkt erlaubte, wenn die Krängung gleich 0 war, diesem Teil ist dann soviel ich weiss, die erhöhte Trefferquote der Deutschen in der Skagerakschlacht zu verdankern

Desweiteren waren die Flugbahnmodelle deutlich einfacher und Korrekturen in der Feuerleitung wurden vielmehr aufgrund von Erfahrungen als auf Grundlage deterministisch darstellbarer Einflußfaktoren vorgenommen. Die Fehlerquote war somit früher höher und viel hing von dem "ballistischen Gefühl" der mit der Berechnung und Beurteilung der Flugbahnen betrauten Offiziere und Mannschaften ab.

Nicht zuallerletzt waren die Messinstrumente damals noch nicht so genau wie heute.


Die Daten mit den Trefferquoten habe ich Wikipedia entnommen.
mir war aus der Erinnerung eine etwas höhere Trefferquote hängengeblieben, aber Wiki ist aktueller als das ich in Erinnerung habe und ich geh mal davon aus das die neueren Werte besser sind.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Spee

Servus,

heute ist Punktbeschuß auf 12-15km ohne weiteres möglich.
Damals hing es deutlich mehr vom menschlichen Faktor ab. Wie gut war der AO und seine Mannschaft und wie gut war das Geschütz und die verwendete Munition.

Zur optischen Frage:

"Um 6 Uhr 19 Minuten betrug die Schußentfernung bereits nur noch 160hm. 16,0km ist ja eigentlich eine ganz stattliche Entfernung, aber uns kamen diese Entfernungen bei der günstigen Sichtigkeit und den sehr klaren Aufschlägen tatsächlich gering vor. Unsere Zeißschen Gläser in unseren Sehrohren waren ausgezeichnet. Ich konnte auch auf die größten Entfernungen alle Einzelheiten auf den gegnerischen Schiffen erkennen, so z.B. alle Bewegungen der Geschütztürme und der einzelnen Rohre, die nach jedem Schuß zum Laden annähernd horizontal gelegt wurden."

Zur Streuung:

"Ich sah die Geschosse herankommen und ich mußte feststellen, daß der Gegner ("Queen Mary") ausgezeichnet schoß. Alle acht Schuß lagen gewöhnlich unmittelbar zusammen".
Soweit Georg von Hase, AO der "Derfflinger" in der Skaggerak-Schlacht.

In Greene/Massignani wird von den Italienern und Deutschen ebenfalls die enge Streuung der britischen Artillerie hervorgehoben (Punta Stilo), Salvenaufschläge teilweise nur in einem Bereich von 70m. Allerdings wird verschiedentlich angemerkt, daß diese engen Salvenaufschläge nur mit dem 13,5" und den 15" Geschütz möglich waren, das 16" der "Nelsons" wies eine deutlich höhere Steuung auf und war deshalb nicht sehr beliebt bei den britischen AO's.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Thorsten Wahl

Zitat von: Q am 28 Mai 2009, 10:11:28
Die frage ist auch, odb auf 15km in der Nordsee ueberhaupt ein optisches ausmachen der tuerme moeglich ist, davon mal abgesehen ob die streuung so gering ist????

Don´t Panic
Der Abend war ein Sonnentag mit guten Sichtverhältnissen
Anfangs hatten die Deutschen Schlachtkreuzer sehr gute Sicht auf die Britischen Schlachtkreuzer wegen der dahinterstehenden Sonne, im Späteren Verlauf waren die britschen Schiffe sichtmäßig im Vorteil

ich habe mal recherchiert bin mir ziemlich sicher das das Buch was ich damals gelesen habe
folgendes Buch war
Geoffrey Bennett: Die Skagerrakschlacht. Heyne, München 1976, 1980, ISBN 3-453-00618-6

Wie ich auf alten Propagandaschinken gekommen bin, da bin ich mir jetzt selbst ein bissel unsicher alzheimer würde ich sagen
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WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Thorsten Wahl

Zitat von: delcyros am 25 Mai 2009, 10:13:30
...............
Deckspanzerung: durchgehend 120mm Ww
Splitterdeck: durchgehend 50mm Ww
Böschungen: durchgehend 150mm KC/n
Gürtelpanzer: 350mm KC/n auf 4m Tiefe, darunter auf einer Tiefe von 1,5m bis auf 140mm getäpert
Torpedoschott: 45mm Ww, T-Schutzbreite durchgehend 4,2m

Seitenpanzerungen: 4357t.
Deckspanzerungen: 4069t.
Panzerquerschotte: 677t. (250mm, 30mm, 30mm, 250mm)
T-Schotten: 1016t.
CT´s: 320t.


.............den Entwurf finde ich gelungen :MG:  könnte ich nicht

zur Masse der Panzerung deucht mir jedoch dass da einige T Fehlen
Scharnhorst Original hatte ~14.000

hier komme ich nur auf etwa 10.000




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WoWs : [FMA]Captain_Hook_

delcyros

#154
Turm- und Barbettpanzerung der SA, MA & SFlak sind nicht unter den Gewichten der Panzerung subsummiert sondern unter
CalcU´s "HA and armour" bzw. "MA and armour", u.s.w. Da kommen also noch 1360t. für die SA Turmpanzerung + Barbetten, 575t. für MA Turmpanzerung + Barbetten und 176t. für AAA Turmpanzerung + Aufzüge hinzu.
Das Gesamtpanzergewicht beläuft sich demnach auf ~12.230t. Etwa 1750t. Panzergewicht wurden gegenüber der etwas schereren Scharnhorst-Klasse durch eine geringe Zitadellverkürzung und Verzicht auf Splitterlängs- und Querschotte eingespart, der Rest wurde umverteilt. Damit sind 32,6% des Maximalverdrängung (vgl.: Scharnhorst: 35,7%, Bismarck: 35,7%, Tirpitz 1944: 33,6%) Panzergewichte. Etwas leichter als normal, aber dafür gibts auch Dieselantrieb und eine um 60% vergrößerte Reichweite (trotz 3000t. weniger Treibstoff).
Möglicherweise liegt ein Fehler in der den Böschungen zugrundeliegenden Gewichtsberechnungen. Ich ging von den relativen Abmessungen des Hauptspantes aus und projezierte die Daten auf die Zitadelle. Tatsächlich unterschätzt dieses Vorgehen die Gewichte für die Böschungen, da sie hinsichtlich der absoluten Fläche ident bleiben (T-Schutzbreite ändert sich nicht, der Böschungswinkel bleibt ebenfalls konstant), das untere Splitterdeck aber verliert an Breite stetig zu den Enden hin. Entsprechend wäre die Dicke der Böschungen auf 135mm zu redzieren, eine kleine, aber nicht unwesentliche Änderung. 


delcyros

Zitat von: Thoddy am 28 Mai 2009, 10:58:27

Aufgrunddessen wurde die SA bei deutschen Schiffen auch nur mit maximalen Erhöhungen von rund 15% eingebaut, auch wenn die theoretischen Schußleistung deutlich darüber hinaus gingen.(Masseeinsparung)
kurz vor dem 1WK kam dann ein Durchbruch es wurde ein Gerät entwickelt das die Abfeuerung der Geschütze nur zu genau dem Zeitpunkt erlaubte, wenn die Krängung gleich 0 war, diesem Teil ist dann soviel ich weiss, die erhöhte Trefferquote der Deutschen in der Skagerakschlacht zu verdankern

Das Abfeuerungsgerät war 1916 bereits eine etablierte Erfindung. Aber in den deutschen Schiffen besaß nur Lützow die etwas weiterentwickelte Variante dieser Geräte, die dann auch durch Schockschäden schnell disfunktional wurden. Die Standartprozedur war ein einfaches Lotinstrument und die Salvenabfeuerung durch den Turmkommandanten, wenn der Krängungszeiger auf null stand (etwas früher).
Bei den Engländern waren solche Geräte bereits seit 1907-10 Standartausrüstung, sie können daher nicht für die Erklärung der besseren Trefferquote dt. Schiffe im Skagerack in Anspruch genommen werden.

Kosmos

ZitatDu hast recht Alex, aber Hood und beide Nelson sind nicht was ich unter "alte Pötte" subsummiert habe. Diese Zwischenkriegsschiffe stellen eine andere Kategorie dar. Gleiches gilt für KGV als moderne Vorkriegskonstruktion.
Ich bezog mich auf die 1934 in Frankreich und England noch existenten, 19 alten Schlachtschiffe:

Revenge-Klasse (5 Schiffe)
Queen-Elizabeth-Klasse (5 Schiffe)
Tiger
Renown-Klasse (2 Schiffe)
Courbet-Klasse (3 Schiffe)
Provence-Klasse (3 Schiffe)

Soviel neues gibts 1934 noch nicht. Lediglich Hood, Nelson und Rodney auf britischer Seite, die beiden frz. im Bau befindlichen Dunkerque und Strassbourg sind auch keine echte Hilfe.

Ob Nelson überhaupt eine IZ hatte? Das ist Glaubenssache. Der geneigte interne Panzer ist zu schmal, bei allen Distanzen über 15 Grad Fallwinkel kommt man mit einem Wasserlinientreffer in die Maschienen- oder Munitionsbunker ohne den GP überhaupt zu treffen -und bei niedrigeren Fallwinkeln kommt man mit einem 30.5cmL50 durch den GP.
Der stark geneigte GP ist so schmal, dass man aus der Perspektive eines Geschosses schon Glück haben muß ihn überhaupt zu treffen, Nur dann gibts Schutz, er kann aber leichter als bei allen anderen Schlachtschiffen unterschossen werden (evt. noch SD/Iowa -da gits dann aber wenigstens einen starken unteren GP aus class B, bei Nelson gibts nur den doppelt laminierten, 19mm starken Torpedoschott).
daraus kann man folgen dass ein modernes 35 cm Geschütz auf deutscher Seite all diese Schiffe ziemlich verwundbar gemacht hätte...

Bei Scharnhorst Klasse sollte beachtet werden dass dies eine durch subjektive Gründe in technischen Möglichkeiten stark beschnittene Schiffsklasse war.
Nur in Hinblick auf Entwürfe aus WW1 konnte bei diesen Einschränkungen ein überlegener Entwurf entstehen, jedoch nicht im Vergleich zu Neubauten, um so weniger als ein Aufweichen wenn nicht Zusammenbruch der durch internationalle Verträge auferlegten Einsschränkungen bereits 1934 "spürbar" war. Dies ist bei Lebensdauer eines Schlachtschiffes von etwa 20 Jahren ein Problem.

Scharnhorst Klasse sollte auch in der Lage sein neue, schwere deutsche Schlachtschiffe im Kampf gegen neuere gegnerische Schlachtschiffe zu unterstützen, das bedeutet aber in erster Linie den Bedarf an möglichst wirksamen Panzerschutz vor neuen 15" und gar 16".

Deswegen wäre es eine Überlegung wert wie man den letzten Entwurf von delcyros in dieser Hinsicht noch "aufwerten" könnte.
Zualler erst auf Kosten der Feuerkraft, all zu viele Möglichkeiten gibt es nicht, bei 35 cm Geschützen: 3-3, 2-2-2, 3-2-3

Kosmos

Bemerkung zurückgezogen.

Wobei mir 4069t an Deckspanzerungen als viel zu klein vorkommen, es sei denn natürlich ich habe etwas mißverstanden.

delcyros

4069t reine Deckspanzerung und 12.230t gesamt sind plausibel. Die KGV-Klasse hatte etwa 12.600t Panzerung (4000t Deck), besaß aber eine um 18% größere Maximalverdrängung.
Eine weitere Beobachtung muß zu den Turmgewichten gemacht werden. Die Angaben von navweaps schließen anscheinend Turmgewichte für Panzerungen (aber nicht die Barbetten!) ein. Das bedeutet, dass mein Turmgewicht mit Panzer & Barbetten (etwa 4.600t. für alle vier SA-Türme) etwa 10 bis 15% schwerer ausfallen als real zu erwarten sei. Als Option könnte angeboten werden, statt des 35cmL52 das Kruppsche 35,56cmL50 von 1914 einzubauen. Hier liegt das Turmgewicht für einen Drilling mit Turmpanzerung (300mm Front) bei nur 1016t (statt der angenommenen 800/820t. ohne Turmpanzer für einen 35cmL52 Zwilling). Somit ließen sich bei gleicher Aufstellung die Feuerkraft der SA von acht auf zwölf Rohre erhöhen. Und das mit einem etwas wirkungsvolleren Projektilen (schwerer, höhere V0).
Das Schiff wird schwerer und entspricht dann tonnagemäßig einem 35.000ts "Standart" Schlachtschiff. Aber 12 x 14"/50 mit 28 kts, gute Panzerung und sehr gute Reichweite sind auch keine schlechten Argumente, oder?

Matrose71

@delcyros

Der Entwurf deines Schiffes ist von der Seeausdauer und den Maschinen hervorragend.

Mit den 4 Türmen SA und "nur" 35cm kann ich mich nicht anfreunden. Für einen Raider zu viel für ein echtes Schlachtschiff m.E zu wenig, da 38cm bei deinem Entwurf möglich sind. Die 4 Türme bedeuten auch wieder eine lange Zitadelle.

Warum hast du bei deinem Entwurf die 10m Bugverlängerung, die nur 500t kostet nicht berücksichtigt? Das würde dem Schiff ja auch erheblich Auftrieb verleihen, abgesehen davon das es wesentlich "trockener" wäre....

Bei der Art der Panzerung haben wir ja schon unsere Argumente ausgetauscht, ich bin da auch eher Lutschas Meinung bzgl. Seitenpanzer, Barbetten und Turmpanzerung.

Frage bei den Barbetten und Turmpanzerung ist, ob eine stärkere Panzerung der Türme und Barbetten auf Bismarck nicht dazu geführt hätten, das durch ein Treffer von Rodney 50% SA ausfallen?!
Deine Argumentation mit direkten Turmtreffern kann ich nachvollziehen, aber bei Nahtreffern mit Schockwirkung, meine ich das stärkere Panzerung im Turm und Barbettenbereich durchaus positiv wirken können.

@ all

Das Schlachtschiffe damals "versucht" haben auf Türme zu Schießen halte für völligen Quatsch.
Ich bezweifele stark, dass eine heutige 15cm Marinekanone (abgeleitet von der PzH 2000) mit Lasermessung, bei nur 2 Schuß in der Minute, dazu in der lage wäre auf 15km +, Punktgenau einen Schlachtschiffturm, bei sich bewegenden Schiffen zu treffen.
Viele Grüße

Carsten

Kosmos

Zitat4069t reine Deckspanzerung und 12.230t gesamt sind plausibel. Die KGV-Klasse hatte etwa 12.600t Panzerung (4000t Deck), besaß aber eine um 18% größere Maximalverdrängung.
allerdings besaß KGV keine 150 mm Böschung.
Ich vergleiche mit Scharnhorst, schwerere Antrieb, 4 Türme statt 3 und bei Scharnhort ist Panzerdeck und Böschung etwa um 25% schwächer.
ZitatAls Option könnte angeboten werden, statt des 35cmL52 das Kruppsche 35,56cmL50 von 1914 einzubauen. Hier liegt das Turmgewicht für einen Drilling mit Turmpanzerung (300mm Front) bei nur 1016t (statt der angenommenen 800/820t. ohne Turmpanzer für einen 35cmL52 Zwilling).
allerdings wogen damals auch 38 cm Zwillinge so um 850 t....
Englischer Zwilling für KGV 900 t. Vierling 1500 t.

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offtop:
ZitatDas Schlachtschiffe damals "versucht" haben auf Türme zu Schießen halte für völligen Quatsch.
Ich bezweifele stark, dass eine heutige 15cm Marinekanone (abgeleitet von der PzH 2000) mit Lasermessung, bei nur 2 Schuß in der Minute, dazu in der lage wäre auf 15km +, Punktgenau einen Schlachtschiffturm, bei sich bewegenden Schiffen zu treffen.
also Lasermessung, d.h. genau Entfernung bekannt. Damit kein Problem, GPS gelenkte Granaten haben CEP von 10 m, damit müsste man den Turm ziemlich punktgenau treffen können.  :-D

delcyros

Der bekannte Bismarck Treffer, der im Vorschiff A + B ausgeschaltet hat, rührt nicht sicher von einem Projektil her. Beobachtet wurde nur, dass nach dem Niedergang einer Salve, die nach Ausweis der Wassersäulen deckend den Bereich der vorderen Turmgruppe traf, die Türme A&B schwiegen. Ob es sich tatsächlich nur um einen Treffer handelt ist mangels Schadenskontrolldokumente nicht belegt. Wahrscheinlicher sind meines Erachtens zwei Treffer aus derselben Salve von RODNEY. Ich konnte auch sonst keine Fälle finden, wo im WK I & II durch einen Treffer zwei benachbarte Türme gleichzeitig ausfielen. Ob schwerere Panzerung etwas geändert hätte ist höchst spekulativ und eher zweifelhaft, da die Barbetten und Turmpanzerungen aus KC/n Material bestanden, also kaum verformbar waren. Nur bei homogener Panzerung kann ein Teil des Schocks durch die höhere Elastizität der Panzerung aufgenommen, oberflächengehärtete Panzerung arbeitet nach einem anderen Prinzip, was diesem Problem eher abträglich ist.
Im übrigen muß man den Turm genau mittig treffen, sonst werden es mehr & mehr Winkel und die 350mm werden überproportional stärker.

Die Deckspanzerung wurde mit Harolds CalcU berechnet. Für die Zitadelle wurde mit durchschnittlich 0,21m Panzerung gerechnet, damit komm ich hin.
Der wichtigste Unterschied zur Scharnhorst liegt aber in der um 3.000t geringeren Bebunkerung. 3000t, die im Vorschlag 2 anderen Zwecken zugeflossen sind (schwerer Dieselantrieb, ein Turm extra, einige Detailveränderungen).

38cm Zwillinge sind durchaus möglich. Und zwar, wenn man auf die von dir vorgeschlagenen WK-1 Konstruktionen zurückgreift (Baden&Bayern, mit auf 20 Grad reduzierter Rohrerhöhung). Dafür müßte Krupp aber auf seine Neukonstruktion verzichten. So schlecht sind die alten aber auch nicht. Mit dem neuen L4,4 Projektil sollte die Durchschlagskraft gegen GP immernoch ausreichend sein, die Durchschlagskraft gegen das Deck ist dagegen sogar etwas besser als mit den langen 38´ern. Nachteil: Etwas größere Streuung.
Zusätzliche Gewichte dürften für die Magazine aufzuwenden sein. Der Barbettdurchmesser ist sogar etwas geringer als meine veranschlagten 9,0m, was eine Gewichtsreduktion bewirken muß. Mit der Reserve aus den überschüssigen Turmgewichten (siehe oben, Turmpanzergewichte sind in den 850t der Baden-Türme bereits enthalten) und der Barbetten sollte auch eine Bugverlängerung drin sein.

Hab im Moment noch eine 3x3 35,56cm Variante mit verstärkter Turm- und Barbettpanzerung in der Rechnung, ich kann danach die 4x2 38cm Variante mit wk-1 Türmen rechnen, wenn Bedarf besteht.


Kosmos

irgendwie komme ich nicht mit:
ZitatDie Dotation der Betriebsstoffe (Schmieröl & Dieselkraftstoff) liegt bei 5.420t., womit sich Reichweiten auf Panzerschiffniveau ergeben. Bei etwa 18 kts laufen vier Haupt- und zwei Nebendiesel jeweils mit Sparleistung, was eine theoretische Reichweite von 15.000sm ergibt (Verbrauch in einer Std (Haupt-/Hilfs-/Dynamoeinheiten): 3,864 + 1,778 + 0,806t.= 6,45t/h)
Bebunkerung bei Scharnhost war doch etwa 6300 t Heizöl.

Mehrgewicht bei Maschinen etwa 1800 t, +1  Turm 35 cm, überhöhte Barbette, Munition, etwa 1300-1400 t zusätzlich. Das allein bereits etwa 3100-3200 t Mehrgewicht.

Bei Scharnhorst 3240 t Panzerdeck, mit 80-95 mm Panzerung über Mitteldeck und 105 mm über Seitendeck, um schon diese Werte auf 120 und 150 mm zu bringen wären bis zu 1500 t Mehrgewicht nötig. Während in deinem Entwurf auch noch ein 120 mm Panzerdeck über die Böschung existiert....

delcyros

#163
Du hast recht, irgendwie ging ich von 8000t. Maximaldotation Treibstoff aus.

Andererseits überschätzt du die Turmgewichte und ANtriebsgewichte.
Antrieb + Hilfsmaschienen Scharnhorst sind 3.658t (Breyer S. 315), etwa 900t. weniger als Vorschlag 2, ein zusätzlicher 35cm Turm (überhöht) sind + 820t., Barbettpanzer etwa 450t. Extra. Gegenüber S ergeben sich also Mehrgewichte von etwa 2.170t.

Hinsichtlich des Barbettpanzers (kleinerer Durchmesser, dünner) und des Turmpanzers (kleinere Fläche, an Seiten, Rücken und Decke dünner) ergeben sich aber gleichzeitig erhebliche Reduktionen gegenüber Scharnhorst. Die Zitadelle ist fast 10% kleiner und auf Splitterlängsschotts wurde grundsätzlich verzichtet. Auch der Bug- und Heckpanzer ist ausgedünnt worden. Bei der MA gibts durch zwei weniger Türme und weniger Barbetten ebenfalls Einspaarungen.

Hinsichtlich des Panzerdecks von Scharnhorst vergiß bitte das gepanzerte Wetterdeck nicht! In den 3240t. stecken nicht nur 80 / 95mm bis  105mm Böschungen sondern dazu 50mm bis 80mm gepanzertes Oberdeck drin (effektiv 150mm im Schnitt auf den Wasserplan der Zitadelle unter Abrechnung der Barbettauspaarungen gerechnet). Das Oberdeck deckt eine größere Fläche als das Hauptdeck, besonders im Bereich der SA-Türme, wo es stellenweise auf 80mm verstärkt war.
Die 25,6% mehr Gewichte für Panzerdecks auf weniger als 90% der Scharnhorstfläche (Wetterdeck bedenken!) erlauben die massiven Verstärkungen des Deckspanzers von Vorschlag 2. War ja auch so geplant.

Die Gewichte sind ok. Bei Bedarf kann ich die CalcU reinstellen.

Kosmos



Zitatein zusätzlicher 35cm Turm (überhöht) sind + 820t., Barbettpanzer etwa 450t. Extra.
ich habe nachgerechnet, Barbettenpanzer erheblich mehr aber wenn wir  aus 8.5 m Barbettendurchmesser für 35 cm Zwillinge ausgehen dann kommt insgesamt nur etwa 400-450 t Mehrgewicht bei Barbettenpanzerung der SA. Dazu nopch eben 820 t bei dem Turm.

ZitatDie Zitadelle ist fast 10% kleiner und auf Splitterlängsschotts wurde grundsätzlich verzichtet.
die Verkürzung der Zitadelle halte ich für unmöglich, erstens haben bereits GS und Scharnhorst in etwa gleich langen Maschinenraum, allerdings hat Scharnhorst natürlich in der Breite viel mehr Möglichkeiten, unter Umständen, eventuell durch geringfügige VErlängerung könnte man das 2.5 fache der GS Maschinenanlage reinquetschen.
Bei Ari dagegen hast du allein bei Durchmesser der Barbetten paar Meter mehr Länge, aber grundsätzlich schau auf eben Scharnhorst, auch bei überhöhten Türmen muss man mit 10 m Abstand rechnen, Minimum. Reserven um diese 10 m zu kompensieren sehe bei Scharnhorst durchaus aber auch noch eine Verkürzung der Zitadelle erscheint mir als ein recht schwieriges Unterfangen.
ZitatAuch der Bug- und Heckpanzer ist ausgedünnt worden. Bei der MA gibts durch zwei weniger Türme und weniger Barbetten ebenfalls Einspaarungen.
sehr viel kommen bei Bug und Heckpanzer nicht zusammen. Du hast permanent Bismark im Kopf.  :-D
Kein Turm weniger, nur 4 Einzellaffeten weniger, dafür die schweren 15 cm Drillinge mit ihren großen Barbetten, nur als Beispiel, Panzerung der Barbetten der Zwillinge bei Scharnhorst brachten es zusammen auf 467 t... Hier hast eher paar Hundert t Mehrgewicht.
ZitatHinsichtlich des Panzerdecks von Scharnhorst vergiß bitte das gepanzerte Wetterdeck nicht! In den 3240t. stecken nicht nur 80 / 95mm bis  105mm Böschungen sondern dazu 50mm bis 80mm gepanzertes Oberdeck drin (effektiv 150mm im Schnitt auf den Wasserplan der Zitadelle unter Abrechnung der Barbettauspaarungen gerechnet). Das Oberdeck deckt eine größere Fläche als das Hauptdeck, besonders im Bereich der SA-Türme, wo es stellenweise auf 80mm verstärkt war.
wenn das so ist dann hast du hier recht, ich dachte Oberdeck und Zitadellpanzer stecken in den 2109 t die bei Schmolcke unter "Aufbaudeck" zusammengefasst sind.



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