"T 12" im Ladogasee

Begonnen von Spee, 28 Juli 2005, 00:25:23

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Muchibushi

Hallo Karl-Heinz! Ich habe diese Fotos gefunden.
Herzliche Grüße, Vladislav.

kalli

Vielen Dank Vladislav. Diese und andere Kit-Fotos habe ich bereits eingearbeitet. Zwar habe ich ein 1:1250 - Modell von T 12 in meiner Vitrine stehen, was mir aber leider noch fehlt, ist ein brauchbares Foto aus der Zeit in der Kriegsmarine :cry: .

Morigor

Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.

Morigor

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kalli

Vielen Dank Igor (?) für die Fotos. Einzigartig auch die Bilder 7 und 11 mit den seitlich angebrachten Pontons und die Aufnahmen mit Schwimmdock, wie ich glaube, für die Überführung nach Nowaja Semlja.

olpe

Hallo,
... :TU:) :MG: ...

Grüsse
OLPE

Teddy Suhren

Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

kalli

Der letzte Satz ist nicht falsch. Der Verfasser hat nur den Versenkungsort (Nowaja Semlja) nicht genannt.

kalli

Hier habe ich die Transport-Route vom Ladogasee nach der Hebung bis Nowaja Semlja zum endgültigen Versenkungsort eingezeichnet.

kalli

Ergänzend sei erwähnt, dass zum Transport-Konvoi neben dem Transportschwimmdock (TPD-9) die Schlepper MB 1209 und Alexander Obukov sowie das Schulschiff UK-287 gehörten. Wie auf der Karte zu sehen ist, führte der Weg vom Ladogasee über den Fluß Svir, den Onega-See, den Weißmeer-Kanal (dort musste der Konvoi 19 Schleusen durchfahren; schwierig, das Dock hat eine Länge von 135 m). Danach die Einfahrt Barentssee und nach 11 Tagen und 1073 Meilen war Nowaja Semlja erreicht.

olpe

Hallo,
... es ist immer wieder schön und interessant, dass peu-á-peu news und Bilder von damaligen Ereignissen - hier ex. T-12 - auftauchen. In 2010 hatte ich als Referent bei einem Verein ein "Marinehistorisches Kalenderblatt" (so was wie ein Kurzvortrag) zu diesem Thema ausgearbeitet und gehalten. Hier ein Ausriss daraus. Vielleicht hilft er ein wenig, das Thema zu vertiefen:

"Zunächst blieb T-12 in Deutschland und lag im Vorhafen von Brunsbüttel. Ein britischer Marineoffizier erkannte das Boot und fotografierte es neben anderen Einheiten. Die Eintragung in die Flottenliste der sowjetischen Marine für die Baltische Rotbannerflotte geschah am 05.11.1945, also nach der getätigten Aufteilung der verbliebenen Einheiten der Kriegsmarine. Die Übernahme des Bootes durch die sowjetische Besatzung erfolgte am 27.12.1945 und am 01.01.1946 wurde die neue Flagge gehisst. Am 13.02.1946 ist der neue Name ,,PODVIZHNYY" vergeben worden (,,PODVIZHNYY" bedeutet ,,Der Agile" bzw. ,,Der Bewegliche"). Am 15.02.1946 gelangte die ,,PODVIZHNYY" in den Bestand der damaligen Nord-Baltischen Flotte.

Das Boot fuhr einige Jahre im Marinedienst. Im Sommer 1949, während einer Übung, ereignete sich ein schwerer Unfall. Die Haupt-Dampfleitung riss, zwei Besatzungsmitglieder wurden getötet und weitere verwundet. Die Antriebsanlage ist dabei so stark beschädigt worden, dass, trotz mehrfacher Versuche sie zu reparieren, entschieden wurde, das Boot stillzulegen. Am 08.04.1953 ist das Boot aus dem Kampfbestand genommen, desarmiert und in ein ,Versuchsschiff ohne Eigenantrieb' umklassifiziert worden. Es wurde der Zentralen Verwaltung der Marine unterstellt und am 30.12.1954 in ,,KIT" (,,Wal") umbenannt. Schon davor, 1953, ist die ,,KIT" in den Ladogasee für die geplante Durchführung von Versuchen mit neuen Arten von Waffen sowie mit atomaren Stoffen im Schlepp verholt worden.

Das nunmehrige Versuchsboot ankerte in der inneren Bucht der Insel Makarinsaari. Während der Zeitperiode von 1953-1954 sind auf den Inseln Heinäsenmaa, Kugrisaari, Verkkosaari und Mökerikkö Tests mit atomaren Materialien von hoher Emission durchgeführt worden. Hierbei untersuchte man die Auswirkungen von Explosionen mit radioaktiven Stoffen auf Kasernen, Läger, Unterkünfte und Laboratorien. Auf der ,,KIT" selbst explodierten mindestens drei Sprengkörper, die radioaktive Isotope freisetzten. Diese Explosionen fanden an Oberdeck, in den Aufbauten und in der Bilge statt. Ziel der Versuche war es, Möglichkeiten des radioaktiven Schutzes und Auswirkungen auf Lebewesen zu untersuchen - es waren hierbei auch Tiere an Bord. Im Ergebnis der Tests ist die Umgebung in nicht geringem Maße mit Strontium-90 und Zäsium-137 belastet worden.

Im Jahre 1955 war das Testprogramm beendet. Am 13.03.1959 erfolgte die Außerdienststellung der ,,KIT". Diese ist, beladen mit nuklearen Teilen und Reststoffen, danach in der Nähe der Insel Heinäsenmaa liegengelassen worden. Das Boot sank im flachen Wasser auf Grund.

Der Rumpf verblieb bis 1991 in einen beklagenswerten Zustand an dieser Stelle im Ladogasee. Im Sommer 1991 hob der Bergungsdienst der sowjetischen Marine den Torso. Durch die Leningrader Marinebasis ist der Rumpf danach in einer Spezialoperation unter strenger Geheimhaltung über die inneren Seewasserstrassen (Swir, Onegasee, Weißmeerkanal, Weißes Meer und Barentssee) in die Karasee verbracht worden. Ex. T-12 ist dann in der Schwarzen Bucht (,,Chernaya Guba") am südlichen Ende der Insel Novaya Semlya am ,,letzten Liegeplatz" angekommen. 1993 sank das Wrack dann endgültig. Die Schwarze Bucht diente in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für Atomversuche der sowjetischen Streitkräfte (Koordinaten: 70°43'28.76" N, 54°37'19.93" E) und ist auch heute noch Sperrgebiet."


Siehe auch:
https://www.google.de/maps/place/70%C2%B043'28.8%22N+54%C2%B037'19.9%22E/@70.7274203,54.5960244,22278m/data=!3m1!1e3!4m4!3m3!8m2!3d70.7246556!4d54.6222028?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDcxOS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D

Soweit die damaligen Erkenntnisse.
Grüsse
OLPE

Teddy Suhren

Neu ist für mich u.a. wo die bekannten Bilder vom halb gesunkenen T12 im Ladogasee entstanden sind.
Letztlich neu ist der entgültige Untergangsort in der schwarzen Bucht - weit weg vom Ladogasee.

Eine Frage kommt mir aber doch noch in den Sinn:
Warum?  :?
Warum karrt man dieses Wrack in einem Trockendock durch x Schleusen übers offene Meer zu einer Insel - okay der amerikanische Aufwand für ähnliches ist auch nicht wenig.
Deutsches Overengeneering?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

kalli

Man wollte diese im negativen Sinne prominente Strahlenquelle aus dem Ladogasee los werden. Da das Versenkungsgebiet bei Nowaja Semlja sowieso wegen der nuklearen Verseuchung nicht mehr zu retten ist, hat man Kit eben dorthin verfrachtet.

kalli

Basierend auf einer Arbeit von J.A. Schitikow haben vor 4-5 Jahren Hillus und ich eine 36-seitige Broschüre über die Geschichte des Aufbaus einer sowjetischen Nuklearflotte gemacht. Dafür war die 6. Abteilung zuständig. Im Heft werden auch die Nukleartests auf Nowaja Semlja bzw. die dortigen Unterwasser - Explosionen behandelt.

olpe

#44
Hallo,
ein Blick in die Schwarze Bucht. Bei verschiedenen Atom-Versuchen im Herbst 1957 durch die sowjetische Marine wurden auch alte, außer Dienst gestellte Zerstörer eingesetzt, u.a. vom Typ 7. Umbenannt in Versuchsschiffe betraf das u.a. die Zerstörer ,,GREMYASHCHIY" und ,,GROZNYY". Diese wurden bei den Tests schwer beschädigt. Einer wurde noch schwimmend in flaches Wasser geschleppt und dort auf Grund gesetzt. Da liegt er noch heute, der zweite ist verschrottet worden. Vor einiger Zeit wurden zu musealen Zwecken (im Winter) einige Artefakte vom übriggebliebenen Schiff geholt.
Unten Bilder vom Schiff aus 1991. Es ist aus verschiedenen Quellen (so u.a. Q1) nicht ganz ersichtlich, welcher von beiden im Eis überlebt hat. Die ,,GREMYASHCHIY" ist m.E. der wahrscheinlichere Kandidat.
Unabhängig davon tauchte in einer weiteren Quelle (Q2) ein Bild auf, welches eine Satellitenaufnahme der ,,GREMYASHCHIY" und daneben liegend den Rumpf der ,,KIT", also ex. T-12, zeigt. Man kann leider nicht wirklich viel auf dem Bild erkennen, muss sich auf den Bildtext verlassen. Augenscheinlich wurde T-12 nicht auf den Meeresgrund geschickt, sondern im flacheren Wasser auf Grund gesetzt. Auf den Satellitenbildern (Google) sind auf dem unteren Rumpf die gedrehten Drillings-Torpedorohrsätze zu sehen ...

Siehe auch:
https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=447878

Google:
https://www.google.com/maps/@70.735266,54.7038417,1968m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDcyMi4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D

Q1 (russ.). Ein wenig nach unten scrollen):
https://belushka.ru/forum/viewtopic.php?t=820&postdays=0&postorder=asc&start=30&sid=113ced857770c911e38f65518ef9f9ec

Q2 (russ.). Ladogasee und weiteres. Über die Hälfte nach unten scrollen):
https://kezling.ru/travels/summer-adventure/rahmansaari-heinasenmaa-verkkosaari/

Unten Bilder aus o.g. Quellen.

Soweit.
Grüsse
OLPE

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