Interview KptLt Rolf Thomsen, U 1202

Begonnen von harold, 04 November 2007, 16:57:36

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Urs Heßling

moin,

Zitat von: suhren564 am 30 November 2013, 02:37:20
die Komdt., die ab 1943 ihre Fahrten absolvierten, die hatten ein auf Garantie besch....renes Leben, als die von 1939-1942. In einer Sache gebe ich dir Recht. Im 1.Kriegsjahr sind 47% der Kmdt. nicht zurück gekehrt. Selbst diese Rate wurde 1943/44 nicht getoppt.
Die 47 % sind mir nicht ganz klar (Die Basiszahl veränderte sich doch laufend).
Aber eines habe ich 'mal nachgesehen und nachgerechnet:
Im ersten Kriegsjahr gingen 29 Boote verloren, aber 8 Kommandanten, d.h. 27,5 %, überlebten. Ich vermute, daß diese Zahl im Verlauf des Krieges deutlich sank ...

Zitat von: suhren564 am 30 November 2013, 02:37:20
Rostin ist .. eigentlich der erfolgreichste (sprich effektivste) RK-Träger.
Wenn ich Effektivität in versenkten Tonnen pro Seetag (mein Vorschlag für Effektivmaß) rechne, wird er aber von Kretschmer und anderen klar übertroffen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

wirbelwind

Hallo,
war nicht Kretschmer sowie so der ,,Tonnagekönig" im 2. WK :? Ich verstehe Ulfs Antwort so, dass nicht allein die versenkte Tonnage ausschlaggebend für die Verleihung des RK an Rostin gewesen ist.
Allerdings die anderen Gründe dafür sind für mich immer noch offen.
MfG Rüdiger

suhren564

Hi Rüdiger,

Rostin hat auf seinen 2 FF 17 Schiffe mit etwas mehr als 100 000 BRT versenkt, d.h. 8,5 Schiffe je Fahrt. Das toppt kein anderer Kommandant. Rostin hat seine RK-Verleihung nur knapp 2 Tage überlebt.
Kretschmer war zwar der Tonnagekönig, hatte nur einen Durchschnitt von 2,94 Schiffen pro FF.

@Urs,
als Verluste meine ich auch gefangengenommene  Kommandanten, denn auch diese waren ja nicht mehr verfügbar.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Urs Heßling

#123
moin, Ulf,

Zitat von: suhren564 am 30 November 2013, 19:32:52
Rostin hat auf seinen 2 FF 17 Schiffe mit etwas mehr als 100 000 BRT versenkt, d.h. 8,5 Schiffe je Fahrt. Das toppt kein anderer Kommandant. Rostin hat seine RK-Verleihung nur knapp 2 Tage überlebt. Kretschmer war zwar der Tonnagekönig, hatte nur einen Durchschnitt von 2,94 Schiffen pro FF.
Als Statistiker und Marine-(Laien- :ML:)historiker gefällt mir mein Maß "Tonne/Tag" besser.
Damit rechnete nämlich -mW- auch der BdU bei der Ermittlung der Gesamteffektivität der Boote in der "Atlantikschlacht".

Nach Deiner Rechnungsart lägen ja Lassen mit 4 und Hessler mit 3 Fahrten auch noch "vor" Oehrn.

Gruß, Urs
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wirbelwind

#124
Hallo Ulf,
also doch 100.000 versenkte BRT bei nur 2 FF. A la boneur, doch eine ganz schöne Leistung. Eine Frage bleibt für mich noch. Lässt sich die Aussage, dass sich 15 Mann der  Besatzung von U 158 auf Deck sonnten, als sie von einem amerikan. Flugzeug angegriffen wurden und dies zur Versenkung des Bootes führte, anders verifizieren ausser durch die Aussage der Flugzeugbesatzung. :? Scheint mir doch ziemlich ,,starker Toback" zu sein, zumal Rostin zwar als wagemutig und schneidig aber auch als sehr besonnen eingeschätzt wurde.
MfG Rüdiger

suhren564

@ Rüdiger,
ich weiß nicht, woher du die Aussage über diese 15 Mann her hast. Aber egal, Mitte 1942 waren sich die meisten Kmdt. sicher, daß sie nicht genau eingepeilt werden können, so daß der "besonnene" E.Rostin es sich leistete, täglich zur gleichen Zeit eine Lagemeldung abzugeben. Dieses wurde mitgekoppelt, so daß am 30.07. eben ein Flugzeug der USA am errechneten Punkt  U158 versenkte.

Hallo Urs,

gebe dir Recht, daß deine Einteilung stimmig sein könnte, habe aber so meine Bedenken bei dieser Rechnung. Dabei wird meist vergessen, zu welcher Zeit, mit welchem Bootstyp und in welchen Gewässern sich diese Versenkungen abspielten. Als Kretschmer mit U 99 (VII B) seine größten Erfolge erzielte, war dies relativ nahe an den Stützpunkten, aber Rostin (IXC) war eben in ferneren Gewässern. Deshalb auch längere Wege zum Einsatzgebiet. Selbst Kretschmer hätte ab Mitte 41 längere FF gehabt, so daß auch er seinen Durchschnitt verringert hätte.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Urs Heßling

moin, Ulf,

bei Deinen Argumenten stimme ich Dir zu.

Ein weiteres Maß der Effektivität wäre noch der Torpedoverbrauch.
Dazu weiß ich nur, daß Kretschmer eine sehr große Zielsicherheit zugesprochen wurde, so etwa "ein Torpedo - ein Schiff" (was dann bei Laurentic und Patroclus nicht zutraf).

Gruß, Urs
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Urs Heßling

moin,

Zitat von: suhren564 am 01 Dezember 2013, 01:36:12
.. so daß der "besonnene" E.Rostin es sich leistete, täglich zur gleichen Zeit eine Lagemeldung abzugeben. Dieses wurde mitgekoppelt, so daß am 30.07. eben ein Flugzeug der USA am errechneten Punkt  U158 versenkte.
Dazu gibt's hier noch einen interessanten Text http://www.uboat.net/boats/u158.htm

Gruß, Urs
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wirbelwind

Hallo Ulf,
bin schon fast am Verzweifeln, dass ich nicht konkret auf die Meldung verweisen kann, wo die Flugzeugbesatzung aussagte, dass sich 15 Mann der Besatzung von U 158 gesonnt hätten als das Flugzeug angriff :sonstige_154:. Ein Schnelltauchen war nicht möglich und das Boot ging getroffen in die Tiefe. Das sind meine Vermutungen. Steht nicht im Widerspruch zu den bekannten Tatsachen. Das  die Kommandanten nicht annahmen, dass sie angepeilt werden konnten und damit ihren Standort verrieten, kann ich nachvollziehen. 1942  vor den Bermudas fühlten sich viele sehr sicher. Ordentliche Tonnage vor den Torpedorohren und noch keine starke U-Boot-Abwehr. Leider in seinem Fall ein tödlicher Irrtum. So konnte sich Rostin nicht lange an seinem RK erfreuen.
MfG Rüdiger

Urs Heßling

moin,

Zitat von: wirbelwind am 01 Dezember 2013, 17:45:16
bin schon fast am Verzweifeln, dass ich nicht konkret auf die Meldung verweisen kann, wo die Flugzeugbesatzung aussagte, dass sich 15 Mann der Besatzung von U 158 gesonnt hätten als das Flugzeug angriff
in dem ausführlichen Bericht (und gelobten) des Piloten http://ww2today.com/30th-june-1942-lieutenant-r-e-schreder-credited-with-sure-kill-u-158 steht es auch nicht ...

Ich kann mich auch an einen solchen Text erinnern, aber war es vielleicht ein anderes Boot ?

Gruß, Urs
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suhren564

Ich bin auch der Meinung, daß es sich z.B. um eines der Milchkühe ( U 487?) gehandelt haben kann, aber auch um U 1059. Dort wird jeweils von sich sonnenden Besatzungsmitgliedern berichtet.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Urs Heßling

moin, Ulf,

.. und das im Juli 1943 bzw. sogar Frühjahr 1944  :BangHead:

Immerhin war die Bordflak in beiden Fällen (noch) erfolgreich  :|

Gruß, Urs
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wirbelwind

Hallo Urs und Ulf,
es ist zum Piepen, gestern habe ich den besagten Artikel über Rostin und sein Ende gelesen. Links an der Seite war ein Bild von Rostin eingeblendet. Es sah beinah aus, wie ein Eintrag aus dem Wehrmachtsforum, doch da hab ich es nicht mehr gefunden. Na, vielleicht kommt noch die Erleuchtung :roll:. Es ging mir dabei nur um den Fakt, dass sich sorglos gesonnt wurde, ob das den tatsachen entsprach oder gefakt wurde. Wußte garnicht, dass 1944 noch ,,Milchkühe" existierten. Nahm an, die 10 Boote seien 1943 alle versenkt worden.
MfG Rüdiger

suhren564

Zitat von: wirbelwind am 01 Dezember 2013, 19:49:29
Wußte garnicht, dass 1944 noch ,,Milchkühe" existierten. Nahm an, die 10 Boote seien 1943 alle versenkt worden.

Die letzte Milchkuh -U 490 - wurde am 12.06.1944 versenkt.

Egal ob bei Rostin ein Sonnenbad genommen wurde oder nicht, schlimm ist, wie wenig viele Kmdt. über Einpeilungsmöglichkeiten, über Flugdauer der alliierten Langstreckenflugzeuge und über Funkdisziplin wußten. Sehr schnell und öfter bestraft wurde so etwas ja dann ab 1943, da halfen meist auch keine Flakgeschütze mehr.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

wirbelwind

Hallo Ulf,
ob Rostin selbst ein Sonnenbad genommen hat, ist mir nicht bekannt. Erschreckend die Unbedarftheit, mit der die Besatzungen in den Kampf geschickt wurden. In anderen Treads kam ja bereits zum Ausdruck, dass die SKL und auch Dönitz jeden Gedanken, dass den Allierten Einpeilungen, Entzifferungen der Funksprüche etc. gelungen sein könnten, einfach beiseite wischten und zu guter letzt wahrscheinlich Kommandanten schurigelten, wenn diese ihre Zweifel diesbezüglich äußerten. Auch eine Ursache für das U-Boot-Sterben.
Danke für die Wissenserweiterung betreffs der ,,Milchkühe".
MfG Rüdiger

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