WK I- U-Boot - Versenkung durch deutsches T-Boot

Begonnen von Leutnant Werner, 25 November 2007, 15:39:18

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Leutnant Werner

Am 19.8.1915 wurde an der dänischen Ostseeküste das brit. U-Boot E15 durch G132 versenkt. Dies soll sich in dänischen Gewässern abgespielt haben. Wurde von den Briten als Kriegsverbrechen behandelt.

Wer weiss mehr über diesen Vorfall?

Gruss
Lt.

Zerstörerfahrer

Es handelte sich um E 13 !
Ansonsten Admiralstabswerk " Krieg in der Ostsee " Bd. 2 Seite 311. Ich geh mal davon aus, das du den Band hast.
Wären die Parteien vertauscht, würde ich sagen " Typisches englisches Vorgehen " .  :-D

Torpedo

Ja, ja. Die einen dürfen sich einen Dreck um Völkerrecht und Neutralität scheren und bei den anderen sind es gleich Kriegsverbrechen...

Habe in letzte Zeit mal ein wenig in Wikipedia geschmökert und bin inzwischen ziemlich entsetzt, wie sich die Amis in Korea, Vietnam und sonstwo verhalten haben. Ich sage nur Tiger-Force; da drängt sich einem schon der Vergleich mit den schlimmsten Kriegsverbrechen an der Ostfront auf...
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
http://facebook.com/r167seeloewe

toppertino

ZitatIch sage nur Tiger-Force

Habs mir auch grad angesehen.
Jaja,, die Mühlen des sogenannten Gesetzes...Und dabei dachte ich immer das nur die Verlierer des Krieges der Kriegsverbrechen angeklagt werden.Und da Amerika den Vietnamkrieg nun mal verloren hat müßten bei der Tiger-Force eigentlich Köpfe rollen.Bloß gut das die "Weltpolizei" (USA) immer nur Richter und nie Angeklagter ist...

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Torpedo

Ja, mein Amerika-Bild hat sich auch in den letzten zehn Jahren grundlegend gewandelt. Was man früher als antiamerikanische Propaganda angesehen hat, ist leider nur allzu wahr. Und die Tatsache, dass sich die USA bis heute dem Weltgerichtshof für Menschenrechte und Kriegsverbrechen entziehen ist mehr als bedenklich!
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

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ufo

Zitat von: Leutnant Werner am 25 November 2007, 15:39:18
Am 19.8.1915 wurde an der dänischen Ostseeküste das brit. U-Boot E15 durch G132 versenkt. Dies soll sich in dänischen Gewässern abgespielt haben. Wurde von den Briten als Kriegsverbrechen behandelt.

Wer weiss mehr über diesen Vorfall?

Gruss
Lt.

Ich nicht. Aber die Daenen wissen offenbar mehr darueber:
http://www.navalhistory.dk/English/History/1914_1918/E13_%20incident.htm

Ich verstehe den Satz "Wurde von den Briten als Kriegsverbrechen behandelt." nicht recht. Ich mein - is doch logisch oder? Ein Kriegsschiff in den Gewaessern eines neutralen Staates angreifen ist schlicht und ergreifend ein Kriegsverbrechen. Macht Sinn finde ich.

Ist natuerlich auch logisch, dass die Deutschen das trotzdem gemacht haben, weil die Entente Boote in der Ostsee ein ziemlicher Albtraum waren. Allein die winzige Moeglichkeit das Boot koennte freikommen und den Daenen entwischen war Grund genug das abzuknallen. Militaerisch ausgesprochen sinnvoll die abzumurksen. Aber ein Kriegsverbrechen ist das natuerlich trotzdem. Das ist ja gerade der Witz an Kriegsverbrechen, dass man eben nicht einfach alles tun darf, was vielleicht militaerisch sinnvoll ist. 

Aber genauso haben die Briten natuerlich versucht U20, das auf der anderen Seite Daenemarks auf Grund gelaufen war noch einen zu verplaetten nur so sicherheitshalber. Stattdessen haben sie dann die beim gestrandeten Boot Wache schiebende Kronprinz Wilhelm erwischt.
Kriegsparteien haben das selten mit Neutralen Gewaessern - die einen so wenig wie die anderen.

Aber das bleiben natuerlich Kriegsverbechen.

Ufo



Big A

Wie das so ist mit den Neutralitäten! Wer hat die dänische Flotte "copenhagened"? Neutralität kann nur dann ernsthaft aufrecht erhalten werden, wen sie sich auch wehrenb kann (siehe Schweiz). Ansonsten? Belgien 1914/1940? Niederlande dto?
Was haben die Briten eigentlich so dicht unter der Dänischen Küste gesucht? Kompassfehler? Zweifel dürfen angebracht sein. E 13 hatte halt Pech, dass sie erwischt wurden.
Gab's da nicht auch mal "Whiskey on the Rocks" in Schweden. darüber hatten wir doch auch schon mal einen Thread
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Torpedo

ufo, böses Thema. Die Jagd auf die Dresden wurde von ausdrücklichen Befehlen begleitet diese auch in neutralen Gewässern anzugreifen und zu versenken. Selbst als sich die Offizieren (u.a. Canaris) an den Kommandanten des Briten wandten wies der sie ab und eröffnete das Feuer auf chilenisches Staatsgebiet (Mas a fuera). Dies nur EIN Beispiel, es gibt noch viele weitere.

Man müßte mal eine Gesamtaufstellung von Kriegsverbrechen machen (beider Seiten) um diese Schweinereien zu brandmarken.
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

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Spee

@Torpedo,

Gegenfrage: Was hat die "Dresden" wochenlang in chilenischen Gewässern anderes getan als einen Neutralitätbruch?

Und bitte mal fragen, ob sich der amerikanische Gegner in Vietnam in irgendeiner Form an irgendwelche Menschenrechte etc. gehalten hat. My Lai wird immer wieder aufgewärmt, aber die Massaker von Hue unter den Tisch gekehrt. Als ob der Vietcong auch nur einen Hauch von besser wäre. Einen Sche.ß geb ich auf die und deren Freunde, die "Roten Khmer" und ihre Killing-Fields.

http://en.wikipedia.org/wiki/Massacre_at_Hu%E1%BA%BF
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Torpedo

Zu den Fakten: Jedes Schiff einer kriegführenden Nation darf neutrale Gewässer anlaufen, wenn es sich in einer Notsituation befindet (Schäden, Proviantmangel, etc.). Es muß diese nur innerhalb von 24 Std. verlassen.

Eins vorweg noch. Mir geht es hier nicht um "meins" oder "deins", sondern um einer möglichs objektive Betrachtungsweise (sofern diese überhaupt möglich ist, aber man kann es ja versuchen).

So wie es aussieht hat die Kaiserliche Marine einen offenkundigen Neutralitätsbruch vollzogen und die Dänen haben es auch noch geduldet. Die "richtige" Vorgehensweise wäre gewesen außerhalb der dänischen Gewässer auf das U-Boot zu warten, oder noch besser die Dänen mit diplomatischem Druck dazu zu bringen den Kahn zu internieren. Aber 1915 hat man sich über Recht inzwischen schon keine Gedanken mehr gemacht.

@spee
Ich habe interessanterweise in den letzten Wochen mich durch die Südostasien-Geschichte durchgelesen in Wikipedia. Was dort in Kambodscha abging sprengt alle unsere Vorstellungen von Menschlichkeit. Aber auch dort waren die Amis mit ihrer Haltung nicht ganz unschuldig.

Nein, was mich so aufregt (und insbesondere bis heute) ist, dass die Amerikaner sich immer als die aufrechten Demokraten verkaufen, die aller Welt die Freiheit und Demokratie bringen - die Weltpolizei. Und während man sich über Diktatoren, Massaker und Massenvernichtungswaffen aufregt werden Wahlen im eigenen Land manipuliert, gefoltert und Kriegsverbrechen nicht nur zugelassen, sondern auch noch unter den Tisch gekehrt. Warum weigert sich die USA bis heute sich der internationalen Gerichtsbarkeit zu unterwerfen?

Ich war nie auf einer Demo - 1991 bin ich mit einem yellow ribbon auf die Straße gegangen, weil mich diese linksgefärbte verlogene Friedensbewegung genervt hat. Aber inzwischen hat sich mein Bild der demokratischen Amerikaner leider gewandelt. Ich bin nicht gegen sie, aber bestimmt auch nicht mehr dafür! Und andere Länder für die Teilnahme an eigenen Angriffskriegen zu erpressen...nicht gerade demokratisch.
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

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Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
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Spee

Servus,

was mir wirklich gegen den Strich geht, ist dies ewige "Geweine", welches sofort angestimmt wird, "Die dürfen, wir nicht" usw. Kann man einen wie oben genannten Fall nicht einfach mal so betrachten, ohne ständig gegen Briten, Amerikaner oder sonst jemanden zu lamentieren?
Fakt ist, die deutschen Torpedoboote hat nach Anweisung die Neutralität Dänemarks gebrochen und das britische U-Boot vernichtet. Die Umstände sind etwas unglücklich, einige Tote hätte man ersparen können. Fakt ist aber auch, es ist Krieg und da ist es die Regel, daß man den Feind vernichtet, wo man ihn findet. Wenn nicht gerade ein neutraler Postdampfer durch die Schußlinie fährt, "Feuer frei". Nach einem gewonnenen Krieg fragt eh keiner mehr danach, ob in neutralen Gewässern oder nicht. Ob man einen verlorenen Krieg überlebt um danach zur möglichen Rechenschaft gezogen zu werden, andere Frage.
Die beiden deutschen T-Boots-Kommandanten wurden nach dem Krieg nicht zur Rechenschaft gezogen, der Vorfall erschien nicht in der "warcrime-list". Die Briten haben die Sache wohl als solche betrachtet die sie ist. Einsatz aller Mittel und Möglichkeiten um den Gegner zu vernichten. Das ist brutal, aber ehrlich und entspricht den Gegebenheiten eines Krieges.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Sprotte

moin,
ich glaube, dass uns nicht die Tatsache der Ungerechtigkeit so aufregt, sondern die Scheinheiligkeit mit der m. E. speziell die jetzige US-Regierung agiert.

So wurde Saddam Hussein vorgeworfen ( zu Recht ) ein Diktator zu sein. Deshalb musste dieser Diktator beseitigt, bzw. das irakische Volk " befreit " werden. Der ganze Ablauf ist uns allen noch gut bekannt, dass mit einer Lüge der US-amerikanischen und britischen Regierung der Krieg vom Zaun gebrochen wurde.
Saddam hatte das Pech keine ABC-Waffen zu besitzen, sonst hätten die Amis sich nich getraut anzugreifen. Bei Nordkorea bestand die Wahrscheinlichkeit, dass C-Waffen vorhanden waren. Warum haben die Amis dort keinen Krieg angefangen?
Solange Saddam ins gleiche Horn stiess wie die Amis, war er als guter Freund gegen den Iran brauchbar; als er sich aber gegen die Amis wandte, stellten die Amis fest, das er ein böser Diktator war.

Ausserdem stelle ich mir die Frage, woher hatte Saddam Hussein dasGiftgas, das gegen Kurden eingesetzt wurde?
Zu dem damaligen Zeitpunkt war er noch ein guter Freund der Amis, oder?
mfg
sprotte
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

Big A

ZitatAusserdem stelle ich mir die Frage, woher hatte Saddam Hussein dasGiftgas, das gegen Kurden eingesetzt wurde?
Zu dem damaligen Zeitpunkt war er noch ein guter Freund der Amis, oder?
Vorsicht mit unbewiesenen Behauptungen! Er war auch ein guter Freund der Deutschen...

außerdem finde ich, dass der Thread auf diese Weise in gefährliches Fahrwasser gerät

Besorgt!

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

kalli

Axels Besorgnis teile ich sehr.

Bitte vor dem Schreiben nachdenken ob das zum Thema passt.

shipper

Nachdem ja unsere Regierung alles lagert und speichert was wir schreiben ist es zuspät. Aber in jedem Krieg ,ob bewußt angefangen oder nicht , auch bei einem Freund habe ich die Möglichkeit meine Waffen zutesten. Und dies wird  und wurde immer getan, da beißt keine Maus den Faden ab. Auf einem Testgelände und somit fast sterilen Bedingungen etwas zutesten ist das eine, aber unter natürlichen Bedingungen eines Krieges  meine Waffen zubenutzen doch etwas anderes, denn nun kann ich sehen was tatsächlich geschied und somit kann der Hersteller eventuelle Änderungen vornehmen.
Gruß
Shipper

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