Die deutsche Flotte ohne Versailles

Begonnen von Spee, 10 September 2005, 15:33:56

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Dominik

Ich würde mich Scheer's Argumentation anschließen. Als Folge würde man ja ein neues Ostasiengeschwader ausschließen können.

Ich unterstelle jetzt einmal die Gründung des bereits genannten Bündnisses. Des Weiteren sind in diesem Bündnis GB-D für den nordeuropäischen und F-I für den südeuropäischen Teil zuständig.

Die Frage, die sich mir nun stellt: Wieviele Träger bräuchte D, wenn es in einem westeuropäischen Bündniss eingegliedert wäre? 10 Schlachtschiffe zur Wahrung der Interessen in Nord- und Ostsee? Sind das nicht etwas viele, wenn diese zusammen mit GB in diesem Gebiet operieren würden?

Spee

Servus,

ihr denkt schon zu weit. Die Amerikaner hätten beiden Seiten drohen können. Also auch entsprechenden Druck auf die Entente.
Somit könnte man Deutschland die 10 Schlachtschiffe als Ausgleich zu Großbritannien durchaus gewähren. Ob Kolonien, vielleicht.
Und die Frage nach brauchen ist relativ. Wen die anderen Flugzeugträger haben dürfen, dann wir auch, siehe schwere Kreuzer und deren Nutzen für die DKM.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Huszar

Mit den Bündnissen haben wir ein Problem:

Italien kommt aus dem Kreig weit schlechter raus, als tatsächlich der Fall war (Ö-U existiert noch, folglich können keine Gebiete abgestaubt werden). Die neue Regierung (Mussolini) würde den Platz unter der Sonne weit aggressiver fordern, und käme mit Fr (100%) und England (50%) in Konflikt. -> Fr. rüstet. Da die dt-fr Feindschaft immernoch gegeben ist, und Dtl nicht dulden kann, dass ei starkes Fr an den Westgrenzen steht, rüstet auch Dtl. Welche Partei England in diesem Spiel ergreift, kann sich jeder ausmalen.

Das Fortbestehen der allianzen aus dem 1WK kann ruhig angenommen werden (mit der Ausnahme, das It. jetzt eher auf dt Seite stehen würde, und Ru noch für mindestens 10-15 Jahre weg vom Fenster ist)

In einem solchen Fall würde Dtl auf die 10 (bzw 13) Schlachtschiffe bestehen. Vorausgesetz, das Abkommen kommt überhaupt zu Stande.

Ihr geht auch davon aus, dass Dtl. 1918-1922 die 2 Schlachtschiffe und 7 Schlachtkreuzer fertig bekommt, bzw fertigstellen darf. Ich glaube aber, dass wegen der allgemeinen Kriegsmüdigkeit, den wirtschaftlichen Problemen, und den Waffenstillstandsbedingungen die Schiffe vor der Konferenz nicht fertig werden. Während der Konferenz würden England und Fr. sich hüten, Dtl zu erlauben, diese Schiffe fertig zu stellen - höchstens als Fliegerträger. Bleiben nur die vorhandenen, turbinenbetriebenen Dickschiffe für die neue Marine. (ein Teil der alten Linienschiffe, also die Wittelsbach, Kaiser F. III-Klassen würde bis zur konferenz sowieso verschrottet werden, die Braunschweig und Dtl-Klassen ausser Dienst gestellt)

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

DHEO

Ich sehe das so:

Bayern, Baden, Kaiser-Klasse, Hindenburg und Derfflinger werden übrig bleiben, der Rest vorerst außer dienst gestellt und nach und nach verschrottet. die nicht fertiggestellten Neubauten (Sachsen, Würtemberg, Mackensen, Graf Spee) werden nach und nach fertiggestellt, und dafür Schiffe der Kaiserklasse verschrottet.

In den 20ern wird die Bayernklasse nach und nach modernisiert (verlängerung des Rumpfes, neue Maschinen, neue MA) und auch Hindenburg Derfflinger modernisiert (neue SA, Maschinen, MA, Feuerleitsyseme etc.)

Vorteil: durch die verschrottung der ganzen alten Pötte (Linienschiffe, Kreuzer, Länder-, König- und Kaiserklasse) wird ein ganzer Haufen Rohmaterial, der wiederum Kosten spart und somit einen weiterbau und modernisierung der neueren Einheiten möglic macht an die Industrie zur geleitet, es muß kein neuer Stahl verhüttet werden, sondern nur bereits vorhandenes material eingeschmolzen und neu verarbeitet werden. Ist zwar die Halbierung der Kosten für neubauten/Modernisierung, aber ebend schon bezahltes Rohmaterial.

eine ganz andere Frage stellt sich mir: in wie weit wäre das Seutsche Reich nach dem Krieg fähig gewesen, trotz fehlender Reparationszahlungen den finanziellen Aufwand zu tragen, zum einen die fertigstellung und modernisierung der Einheiten, zum anderen den Unterhalt der bestehenden Flotte.

Wie seht Ihr das?

Grüße

Dirk

DHEO

Sorry, ich meinte natürlich: Es ist zwar NICHT die halbierung der Kosten....

grüße

Dirk

DHEO

Mir ist noch eine Idee gekommen:

die König und Kaiserklassen einige alte Kreuzer und die alten SK auf dem Weltmarkt anbieten und mit dem Erlös die neue Flotte aubauen  :oops:

Grüße

Dirk

Torpedo

Eigentlich mag ich ja solcherlei Spekulationen nicht, aber die Vorstellung ist sehr interessant. Allerdings war das Kaiserreich diplomatisch seit der Verabschiedung Bismarcks eher grobmotorisch und hat viel Porzellan zerschlagen. In Stelter: "Die Deutsche Flotte" wird z.B. von einem Bündnisangebot Englands zur Jahrhundertwende gesprochen, was in Deutschland recht ungeschickt abgewiesen wurde. Auch das eine interessante These in Bezug auf die tatsächliche Geschichte, oder?
Aber zurück: Nehmen wir die These 1917 oder 1918 einmal an. Warum sollte der Kaiser zurücktreten? Deutschland war ja schon eine konstitutionelle Monarchie und die Flottengesetze wurden vom Reichstag nicht vom Kaiser entschieden.
Dann denke ich, dass die verbrauchten Schiffe (wie heute auch noch) an Nationen wie die Türkei, Griechenland, Argentinien, Chile, etc. gegangen wären, zumal alle mit deutschem Material gute Erfahrungen machten (Rußland, Türkei). Als nächstes wäre es fraglich, ob eine so große Flotte tatsächlich notwendig gewesen wäre und wie vor allem die U-Boot-Beschränkungen gewesen wären. Nach der Fernblockade und dem Krieg im Küstenvorfeld wäre m.E. eine erhebliche Verstärkung der Zerstörerflottillen (im Bau Klassen S113, B122, V118 etc.) mit 15cm Einheiten notwendig gewesen.

Genug fabuliert für heute...
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
http://facebook.com/r167seeloewe

DHEO

@ Torpedo:

Du vergisst, die damalige Zeit und die herrschende Mentalität, denn sonst hätte man ja später auch kene Scharnhorst, Gneisenau, Bismarck und Tirpitz gebaut.

Schlachtschiffe waren der Inbegriff der Stärke auf See, sozusagen der Potenzersatz wie bei getunten Autos das dicke Auspuffrohr :lol:

Somit hätte auch ein fortbestehendes Deutsches Reich nicht auf seine Schalchtschiffe verzichtet.

Grüße

dirk

Scarab

wann hätte man die grossen neubauten begonnen ? (bs, tp usw ) oder hätte man die garnicht gebaut sondern die vorhandenen grossen einheiten umgebaut bzw modernisiert ?

auch interessant:
was wäre mit der u-boot waffe geworden ? auf eis gelegt oder auch ausgebaut und vielleicht mit entwicklern anderer länder zusammengearbeitet ?

Huszar

Eine berechtigte Frage!

Die Dtl-Klasse wäre mit Sicherhiet nicht gebaut worden (waren ja Verlegenhieitsbauten), das B-Schiff wahrscheinlich auch nicht - da sie ja die Beschränkungen sprengte.

SH und GN wären wahrscheinlich gebaut worden, aber höchtswahrscheinlich vom Anfang an mit 6*380.


Eine weitere Frage wirft sich aber auf:
England durfte die Nelsons bauen, da das Empire keine Schlachtschiffe mit 406er hatte (Obergrenze). Dtl hatte erst recht nicht solche Schiffe. Wenn wir schon spekulieren: Ein absoluter Neuentwurf ca. 1930 mit 35k, und 406er?


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

t-geronimo

Ob das möglich war bei 35k? Und dem Schiffbaustandard von 1930?

GB hat bei der KGV-Klasse ja später auch unter anderem wegen dem Gewicht (und natürlich weil der 356er Turm schon fertig war) auf 406er verzichtet.
Und bei den 356ern dann auch noch mal zwei Rohre gestrichen, um mehr Panzerung einbauen zu können.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Huszar

Die Englander haben es geschafft, einen 406er-Schiff mit 33k zusammenzukriegen. In den 20ern.


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

t-geronimo

Wobei sie aber schon einige krasse Kompromisse eingehen mussten (SA nur vorne, um die Zitadelle möglichst kurz zu halten, nur sehr mässige Geschwindigkeit).
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Huszar

Wenn wir mit dem Fleuzer fertig sind, könnten wir doch ein schiff mit 35k und 406ern entwerfen.  :wink:

Ne, im Ernst:

Mit sechs 406er könnte man noch u.U. eine GEschwindigkeit von ca. 27-28 Knoten hinkriegen. Müsste mal aber rechnen.

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

t-geronimo

Oh ja, mach mal.

Ich kenne mich mit diesen Dingen gar nicht aus.
Wäre aber interessant.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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