HMS HOOD

Begonnen von Leutnant Werner, 08 Februar 2009, 11:43:13

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Spee

@Matrose71,

durchaus richtige Meinung.
Captain Leach's Entscheidung war richtig, daß er davongelaufen sei eine unberechtigte Unterstellung. Aber soweit mir bekannt, wurden die Vorwürfe schon gemacht, bevor Captain Leach überhaupt seinen Bericht abgegeben hat. Nach Überprüfung aller Fakten hätte die Admiralität Captain Leach von allen Vorwürfen umgehend freisprechen müssen.
Gab es da wieder persönliche Zu- und Abneigungen, die das Vorgehen der Admiralität beeinflußten? Wäre nicht das erste Mal.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Matrose71

Ich kratze es mal aus dem Gedächtnis zusammen.

Kurz nach dem Gefecht wurde erklärt:
Die Hood wäre selbstverständlich nur ein Schlachtkreuzer und wahrscheinlich durch einen Glückstreffer gesunken und Bismarck wäre schwer beschädigt, da sie brennen würde. (War in Wirklichkeit nur ein harmloser Schornsteinbrand). Das wurde ziemlich lange aufrecht erhalten.

Bezeichnend ist ja, das man Capt. Leach nicht das Kommando entzog, allerdings tat man auch nichts, um die Reputation des Schiffes und seiner Mannschaft wieder herzustellen. Inwieweit Wake-Walker und Tovey daran beteiligt waren entzieht sich meiner Kenntniss.
Viele Grüße

Carsten

Spee

Warten wir mal auf den Gojko Mitic des Forums, der kennt sich da wohl besser aus. T-G?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

t-geronimo

Es wurden Anstrengungen unternommen, Leach und evtl. sogar auch Wake-Walker vor ein Kriegsgericht zu stellen (durch Pound/Churchill), was dann aber auf Intervention von Tovey unterlassen wurde. Letzterer drohte, seinen Posten niederzulegen und sich an die Seite der Angeklagten zu stellen.
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Tovey

Soviel von der Arbeit aus ohne Bücher.  :wink:
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Matrose71

Eigentlich wie immer!  :roll:

Die Kommandierenden vor Ort haben den Überblick und "das richtige" getan, die "Schreibstubenhengste" zu Hause wissen es besser und sind mit dem Ergebnis unzufrieden, weil "sie hätten es besser gemacht".
Viele Grüße

Carsten

Matrose71

Eine andere Frage ist noch, was mit Konteradmiral Wake-Walker passiert wäre, wenn Bismarck nicht den Rudertreffer bekommen hätte.

Insoweit hätte man sich bei der Admiralität durchaus auf den Standpunkt stellen können, dass er mit 2 schweren Kreuzern und einem halbwegs wieder intaktem Schlachtschiff eine gewisse Schuld an einem möglichem Entkommen hat, weil er nicht nochmal angegriffen hat.

Marinetration hin oder her, als vor Ort Befehlshaber der Royal Navy hatte man es immer schwer, wenn die Ergebnisse nicht den Wünschen entsprachen und man nicht sofort angegriffen hat.
Beattys "Engage the enemy more closely!" war eigentlich 2 mal eine ziemliche Katastrophe für sein Führungsschiff Lion und bei der Skagerak Schlacht auch für andere Schlachtkreuzer. Der Untergang der Blücher täuscht darüber eigentlich nur hinweg.
War sein Verhalten nun der Tradition geschuldet oder nüchterner Analyse?

Insoweit ist man wieder bei der Frage wieviel Entscheidungsfreiheit hat der vor Ort Kommandierende ohne gleich mit einem Bein vor dem Kriegsgericht zu stehen.

Viele Grüße

Carsten

Ralf

Offtopic an: @Spee: Single Malt trink man immer lauwarm... Ein Unhold und garstig Whiskeyvergewaltiger, wer Eis ins ach so leckre Nass blumsen lässt. Mich schüttelt es, wenn ich meinen Dallmore so "vernichten" würde. Ein Spritzer Quellwasser sei erlaubt, obwohl ich persönlich diese Regelung als im warsten Sinne des Wortes Verwässerung des Optimalzustandes unterstelle. Ein lauwarmer Single Malt wäre somit ein Angebot, was einem Gentleman wohl schmeicheln würde... Offtopic aus...

:MZ: :MG:
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Spee

Prinzipiell kommt mir bei Alkohol kein Wasser rein! Eis in Whisky? Widerlich!
Aber leicht gekühlt bitte, lauwarm ist nicht mein Ding.

On the rocks heißt ja auch nicht "Auf Eis"!

Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Ralf

Sollte das Crewtreffen in FL stattfinden, lade ich gerne zur Probe an meiner bescheidenen Single Malt Samlung...  :MG:
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Spee

Dein Angebot nehme ich doch gern an. Da freu ich mich drauf!
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Teddy Suhren

Hai

*off topic*
Ich trink gerne auf Zimmertemperatur mit nem extra Glas Leitungswasser dazu.
Eis in sowas Edlem is Bäh.
*quit off topic*
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

t-geronimo

Mal noch etwas mehr zu den Vorfällen nach der Versenkung des deutschen Schlachtschiffs aus Ludovic Kennedys "Versenkt die Bismarck":

In der Nacht vom 26. auf den 27.5. war BS ja bereits lahmgeschossen, was Churchill zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wußte.
Er schickte eine Nachricht an Tovey, daß BS unter allen Umständen versenkt werden müsse und wenn es dazu notwendig ist das King George V in der Kampfzone bleibt dann soll sie eben, selbst wenn sie dann später wegen erschöpfter Treibstoffvorräte abgeschleppt werden müsse.
Die Nachricht lief über Pound der sie eigentlich hätte verhindern müssen, denn sie hätte unweigerlich das Ende von KGV bedeutet in einem Seegebiet, in dem die Deutschen Luft- und Unterwasserstreitkräfte zusammenziehen (zumindest mußten die Briten das vermuten) - und damit auch das Ende des einzigen wirklich kampfstarken schnellen Schlachtschiffs, des Admirals und seines Stabes. Aber als Schoßhund Churchills tat Pound das nicht.
Pikanterweise kam die Nachricht erst am nächsten Tag um 11.37 Uhr an, als BS schon versenkt war.
Tovey und sein Stab sollen beim Vorlesen erst laut gelacht haben, weil sie sie so lächerlich fanden. Erst als ihnen die ganze Tragweite bewußt wurde, gerieten sie in Zorn und Tovey schrieb später: "Es war dies die dümmste und unüberlegteste Botschaft, die je ausgesandt wurde", und er hätte sie nicht befolgt selbst wenn er dafür vors Kriegsgericht gekommen wäre.
Da Pound nichts sagte, dachte Tovey lange, die Nachricht wäre von Pound selbst gekommen und nicht von Churchill.


Wake-Walker ahnte bereits am Abend des 24.5., das etwas auf ihn zukommen würde weil die Admiralität ihn des mangelnden Kampfgeistes verdächtige.
Obwohl Pound am Nachmittag des 24.5. die Lage im Blick hatte (3 Fühlungshalter an BS dran, Victorious auf dem Weg zum Angriff mit Torpedofliegern, KGV und Repulse auf Abfangkurs mit Eintreffen am nächsten Morgen), wunderte man sich, daß Wake-Walker (der die Kräftemassierung nutzen wollte) POW nur hinterher dampfen ließ.
Vermutlich auf Churchills drängen funkte Pound dann Wake-Walker an, was er davon halte erneut anzugreifen. WW reagierte bestürzt weil er wußte das diese Botschaft den Vorwurf von mangelndem Kampfgeist enthielt.
WW antwortete (nachdem er einige andere Antworten wieder verworfen hatte), daß er der Ansicht ist das es besser sei das Eintreffen weiterer Kräfte abzuwarten und auch bezweifle das POW genug Geschwindigkeit hätte um überhaupt ein weiteres Gefecht zu erzwingen.
Tovey war mit WWs Antwort genauso zufrieden wie er sich über Pound Anfrage an WW ärgerte, denn WW tat genau das was der C-in-C von ihm wollte: Fühlung halten und beschatten.
WW sollte nicht enttäuscht werden. Wenige Wochen danach, nach dem Studium aller Berichte und Kurskarten, setzte Pound Tovey in Kenntnis das er (Tovey) Wake-Walker und Leach vor ein Kriegsgericht bringen solle weil sie es unterlassen hatten BS nach dem Verlust der Hood erneut anzugreifen. Tovey war entsetzt und entgegnete daß die beiden genau das getan hätten was er als Chef Home Fleet von ihnen gewollt hätte.
Pounds Antwort: Wenn Tovey es nicht tun würde, dann eben die Admiralität.
Daraufhin drohte Tovey, sein Amt niederzulegen und als Zeuge der Verteidigung aufzutreten.
Danach war die Angelegenheit beerdigt.

Auch Pounds Stellvertreter, Vize-Admiral Tom Philipps, brachte noch einen Mißton: er warf Dalrymple-Hamilton (Kommandant Rodney) eine unbedachte Kurswahl am 25.5 vor - dabei hatte auch der nur getan, was ihm befohlen wurde!!!


Kennedys passendes Schlußwort zu diesen unschönen Vorfällen:
"Winston Churchill predigte Großzügigkeit gegenüber dem geschlagenen Feind; die Admiräle Pound und Phillips schienen nicht bereit gewesen zu sein, Großmut gegen ihre Freunde zu zeigen."
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Ralf

GEIEIEIELER Thread!!! Echt Leude, darum lieb´ ich dieses Forum...

@TG: Hammer interessant! :MG:
Gruß
Ralf
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Gorch Fock

Spee

@T-G,

jener Admiral "Tom Thumb" Phillips, der später mit der "Prince of Wales" unterging?
Servus

Thomas

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t-geronimo

Gruß, Thorsten

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