HMS HOOD

Begonnen von Leutnant Werner, 08 Februar 2009, 11:43:13

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Matrose71

@T-G,

vielen Dank für die Informationen! Bisher hatte ich von diesen Vorgängen keine Ahnung.
Ich finde sie aber sehr brisant denn anscheinend waren einige politische Führer in GB sehr verzweifelt.
Ob das nur mit den Geschehnissen in der Dänemarkstr. zusammenhängt bleibt wohl immer ein Geheimniss.
Viele Grüße

Carsten

Thorsten Wahl

kleine Frage am Rande,

der entscheidende Treffer der Bismarck erfolgte durch den Gürtelpanzer der Hood sehe ich das richtig?

oder befanden sich die Treibladungen der Hood-SA direkt unter dem Oberdeck?
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

delcyros

Prinzipiell ist der/die kritische Treffer sowohl über Deck als auch über Hoods Zitadellpanzer möglich.
Ein Durchschlag des Gürtelpanzers kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, ist aber aufgrund der Lage zum Ziel schwieriger und daher unwahrscheinlicher.
Desweiteren kann auch ein Unterschießen des Gürtelpanzers bzw. ein Treffer im schwächer ausgebildeten Unterteil nicht ausgeschlossen
werden, zumal Wellenbildungen bei den hohen Geschwindigkeiten im Mittschiffsbereich den unteren GP freilegen.

Hood´s Panzerung war gut. Deutlich besser als die von R&R, den QE´s und Revenge´s. Nur Nelson, Rodney, KGV und Prince of Wales hatten einen besseren Schutz in der RN.

Huszar

Hallo,

Die Panzerung der Hood war tatsächlich gut - 1918, und gegen 12"-Granaten. 1941 und gegen 15" war es allerdings kaum zu etwas nütze. Hab letztes Jahr alle möglichen Flugbahnen durchgerechnet, auf 145, 200 und 254hm bietet sie gegen den deutschen 380mm nur minimalen Schutz (Paralell-Lage vorausgesetzt).

Bei etwas Lage sollte etwas anders aussehen, (dazu Seegang, Krängung, usw), ist aber kaum nachzuvollziehen...


KGV hat als einzigen Vorteil das starke Deck, kann allerdings durch den recht schwachen GP ohne weitere Probleme unterschossen werden.


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

toppertino

@ huszar
ZitatKGV hat als einzigen Vorteil das starke Deck, kann allerdings durch den recht schwachen GP ohne weitere Probleme unterschossen werden.

Ich steh grad bissl auf der Leitung: Wieso schwacher GP? Nicht tief genug?

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Huszar

Hallo,

Gründe:
- relativ dünn
- senkrecht
- nix dahinter
- PzDeck relativ hoch eingebaut -> viel offene Trefferfläche


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Matrose71

@ Alex

ZitatDie Panzerung der Hood war tatsächlich gut - 1918, und gegen 12"-Granaten.

Anders gefragt, wäre Hood gegen eine Derfflinger-Klasse sicher?
Und gleichzeitig reicht dann die Kalibererhöhung einer Mackensen-Klasse um Hood zu gefährden?

Wäre interessant ob die Kaiserlichen Marine mit ihren Großen Kreuzern auch 1918-20 noch up to date gewesen wäre.......

Viele Grüße

Carsten

Huszar

Gute Frage.

Hab leider keine genauen Zahlen für die 305er und 350er von damals, muss also nur raten.
Vergleichswerte kann ich für den 280er der SH, die 320er der Italiener, und die 356er der Japaner liefern.

280mm:
Haupt-GP ist auf die genannten Entfernungen sicher, auf 145hm und 200hm besteht nur eine einzige Chance, namlich durch den 7"GP und dann durch die Böschung, auf 254hm lediglich durch die PzDecks. -> ich würde das Schiff hier weitestgehend als "sicher" bezeichnen

320mm:
auf 145hm geht die Granate praktisch bei jeder Flugbahn durch, bei 200hm ist der Haupt-GP sicher, die anderen Flugbahnen gehen aber durch, 254hm praktisch ebenfalls. -> ich würde das SChiff hier als "nicht-sicher" bezeichnen

356mm:
145hm: geht durch, ausgenommen: 7"GP->2"Deck, 5"GP->1"Deck->2"Deck, 200hm: ebenfalls, nur halt auch der Haupt-GP, 254hm: ebenfalls.
-> ich würde das Schiff als "nicht-sicher" bezeichnen

Natürlich sind diese Kanonen nur bedingt mit denen aus 1918 zu vergleichen, und mit Veränderung der Lage können andere Ergebnisse kommen (hier: günstigste Lage für die Granate). Ist aber kaum nachzurechnen.

Als grober Anhaltspunkt reicht es aber...

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Matrose71

Vielen Dank für die Mühe. top

Insoweit verhält es sich aber wie ich es mir gedacht habe und die Kalibererhöhung der Mackensen-Klasse, wäre für die Kaiserliche Marine wichtig gewesen.
Viele Grüße

Carsten

toppertino

@ huszar
ZitatGründe:
- relativ dünn
- senkrecht
- nix dahinter
- PzDeck relativ hoch eingebaut -> viel offene Trefferfläche

356-381mm sind doch nicht dünn?  :-o Nicht mal relativ. Welche Schiffe (außer Yamato) hatten denn noch nen dickeren Seitenpanzer?
Die vielgepriesenen Iowas hatten auch nur 310mm (wenn auch schräggestellt), unterlagen aber nicht mehr dem Tonnagelimit wie KGV. Und sie mußten sich nie beweisen.
Hohes PzDeck? Bei KGV zu hoch. Bei BS zu tief. *nörgel nörgel*  :wink: Gibts da überhaupt ein Optimum?

mfg

PS: Danke für die Infos
Zitat280mm:
Haupt-GP ist auf die genannten Entfernungen sicher, auf 145hm und 200hm besteht nur eine einzige Chance, namlich durch den 7"GP und dann durch die Böschung, auf 254hm lediglich durch die PzDecks. -> ich würde das Schiff hier weitestgehend als "sicher" bezeichnen

320mm:
auf 145hm geht die Granate praktisch bei jeder Flugbahn durch, bei 200hm ist der Haupt-GP sicher, die anderen Flugbahnen gehen aber durch, 254hm praktisch ebenfalls. -> ich würde das SChiff hier als "nicht-sicher" bezeichnen

356mm:
145hm: geht durch, ausgenommen: 7"GP->2"Deck, 5"GP->1"Deck->2"Deck, 200hm: ebenfalls, nur halt auch der Haupt-GP, 254hm: ebenfalls.
-> ich würde das Schiff als "nicht-sicher" bezeichnen
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Matrose71

Zitat356-381mm sind doch nicht dünn?  shocked Nicht mal relativ. Welche Schiffe (außer Yamato) hatten denn noch nen dickeren Seitenpanzer?
Die vielgepriesenen Iowas hatten auch nur 310mm (wenn auch schräggestellt), unterlagen aber nicht mehr dem Tonnagelimit wie KGV. Und sie mußten sich nie beweisen.
Hohes PzDeck? Bei KGV zu hoch. Bei BS zu tief. *nörgel nörgel*  wink Gibts da überhaupt ein Optimum?

In dem von dir eröffneten Thread:  Seitenpanzer Bismarck/Scharnhorst, warum nicht geneigt, steht eigentlich alles drin.

Ein gerader Seitenpanzer ohne Schott oder Böschung dahinter ist kein idealer Schutz und wenn das Panzerdeck sehr hoch liegt ist die Gefahr, dass es unterschossen wird halt demtentsprechend groß. Bei den KM Schlachtschiffen ist der Kritikpunkt eher das 2 geteilte Panzerdeck in Oberdeck (50mm) und das tiefliegende Panzerdeck (80mm). Ein einziges starkes Panzerdeck kann halt weniger leicht durschossen werden.   


Viele Grüße

Carsten

toppertino

ZitatIn dem von dir eröffneten Thread:  Seitenpanzer Bismarck/Scharnhorst, warum nicht geneigt, steht eigentlich alles drin.

Stimmt, den Thread gabs ja auch noch.
Bringt mich aber in der Iowa-Frage auch nicht wirklich weiter, da diese dort nicht behandelt wird.
Zurück zum Thread:
Zwischen 100 und 200hm allerdings stehen außer VV alle ziemlich nackig da.


mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Thorsten Wahl

Zitat von: delcyros am 14 April 2009, 22:25:37
Prinzipiell ist der/die kritische Treffer sowohl über Deck als auch über Hoods Zitadellpanzer möglich.
..

Warum?
bei der Gefaechtsentfernung zwischen Bismarck und Hood von irgendwo zwischen 14 und 18 km schlugen die Granaten der Bismarck wahrscheinlich unter einem Winkel von 10 - 15 Grad ein , das heißt wenn die Granate 10 m in horizontale Richtung fliegt taucht sie zwischen 1 und 1,5 m weiter ein
da die Munition mindestens 5 m unterhalb des Decks liegt , muß die Granate so zwischen 30 und 50 m durch die Hood geflogen sein
der Bodenzünder hätte hier das Teil bei solcher Flugzeit zerlegt,
ergo ein Treffer durch die bordwand, wo auch immer ist meiner Meinung nach wahrscheinlicher. selbst die 305mm Hauptgürtel wären unzureichend da die SK 38 auf die Entfernung je nach Quelle mindestens 400 mm schafft

kann natürlich sein das die Granate eine Treibladung/Granate im Aufzug getroffen hat, diese dann weiter offen rumstehende Munition/Treibladungen deflagriert hat und dann irgendwann die Flamme in einem Munitions-Bunker angekommen ist.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

delcyros

Nur unter klinischen Bedingungen. Tatsache unterlagen alle Schiffe auch Gier- und Rollbewegungen, so dass die tatsächlichen Einschlagwinkel Spekulation bleiben. Hat der Treffer das Deck durchschlagen, ist die 5m Distanz der Granate zur Munition nahezu irrelevant, da Hood über keine ausreichende interne Panzerung verfügte um der Wirkung von lateraler Geschoßfragmentation zu wiederstehen. Dafür wären über 2" HTS nötig...
Der Hauptpanzergürtel Hoods ist praktisch kaum von Bismarck bei der gegebenen Distanz & den gegebenen Lagewinkeln zu durchschlagen gewesen. Wie Alex gezeigt hat, ist er unter Laborbedingungen zu durchschlagen, aber bei der gegebenen Lage zum Ziel (>30 Grad), der Neigung des GP und dem Fallwinkel siehts schon sehr kritisch aus. Nicht unmöglich aber schwierig.

Impressum & Datenschutzerklärung