Funkmeßortung auf der Bismarck ?

Begonnen von Mario, 20 Februar 2009, 19:16:31

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Matrose71

@ Spee

Zitathmm, wenn die "Bismarck" ein passives Ortungsgerät an Bord gehabt hätte, dann würde ich logischerweise davon ausgehen, daß man deutscherseits davon ausging, daß der Gegner über Radar verfügt. Da die Feststellung von britischem Radar aber erst hier erfolgte,

Die Gewissheit ja, der Verdacht bestand schon bei Scheer und bei der SH GN Unternehmung.
Brennecke spricht in seinem Buch sehr direkt an, warum Gegener Radar im SKL Befehl zur Rheinübung nicht auftauchen und zitiert mehrere Interviewpartner, die alle sagen der Verdacht bestand die Gewissheit nicht,manche sprechen auch von einem Fehler. (Ist im Nachhinein immer einfach)

ZitatAußerdem setzt ein passives Gerät voraus, daß man die Wellenlängen/Frequenzen des gegnerischen Radars kennt. Ansonten macht das keinen Sinn.

Das ist meiner Meinung nach auch unlogisch.
Aber meine oben aufgeworfenen Fragen sind "Gegenteilig" auch unlogisch. Gerade das FT mit der Reichweitenangabe.
Viele Grüße

Carsten

Spee

Naja, man könnte es auch einfacher erfahren, ob der Gegner Radar hat oder nicht.
"Suffolk" und "Norfolk" waren in der Dänemarkstraße außer Sicht, folgten aber, wohl mit gleichbleibendem Abstand. Wie hat die deutsche Kampfgruppe das bemerkt? Durch ihr Radar. Wie können die Briten folgen ohne Sicht? Wohl auch nur durch Radar. Wie gesagt und meine Vermutung, da hat man auf deutscher Seite 1&1 zusammen gezählt, mehr brauchte es nicht.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

redfort

Hätte da auch noch ne Idee.  :-D

Könnte man nicht die Fühlerhaltermeldung von der Sufflok nicht mittels der Ginometer-Antenne der Bismarck auffangen bzw. anpeilen. Ist ja so eine Art Funkpeiler !  Und daraus evtl. die Entfernung ableiten in dem der Sender arbeitet. Zumal Gruppe West diese Meldung auch auffasste. Dann wäre schon die gegebenheiten vorhanden mittels Kreuzpeilung den Standort zu ermitteln.

Tja ich weiss, da muss man die Frequenz schon kennen, aber es wäre doch ne möglichkeit zumal die Suffolk regelmäßig funkte und so die Frequenz vom B-Dienst an Bord erfasst werden konnte.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

MS

Zitat von: redfort am 23 Februar 2009, 20:16:15
Ergänzung zum 1. und 3. Funkspruch um 8:01 Uhr an SKL: " Dänemarckstrasse 50 Seemeilen breit, Treibminen, Feind zwei Funkmeßgeräte, Einlaufen St. Nazaire, Prinz Eugen Kreuzerkrieg "

Wobei dieser Funkspruch der bisher unbewiesenen Vermutung des Vorhandenseins eines "Radardetektors" entspräche. Wie wenn nicht mit einem passiven Gerät bekommt man die Anzahl der gegnerischen Funkmessgeräte heraus, mit einem FuMO23 sicherlich nicht.
War, wie in anderen Foren diskutiert, aber durch nichts bisher bewiesen, doch vielleicht ein Prototyp eines Metox R600 an Bord...


Gruss
MS

Zerstörerfahrer

Zitat von: redfort am 23 Februar 2009, 20:16:15
Ergänzung zum 1. und 3. Funkspruch um 8:01 Uhr an SKL: " Dänemarckstrasse 50 Seemeilen breit, Treibminen, Feind zwei Funkmeßgeräte, Einlaufen St. Nazaire, Prinz Eugen Kreuzerkrieg "

Moin moin,

die großen Pötte interessieren mich ja eigentlich nicht, aber der Original-Wortlaut des FT's lautet:
"... 4.) Dänemarkstraße 50 sm, Treibminen Feind EM 2 Geräte..."
Hier wird m.M. nach nur auf die Anwesenheit von Funkmeßgeräten hingewiesen, nicht auf die Anzahl dieser. Bestärkt wir m. Meinung durch ein Fernschreiben über einen aufgefangenes FT (25.05.) von Bismarck "... Eigenes EM 2 störanfällig, besonders durch Schießen...".

Im Übrigen wird im ersten Funkspruch für den Prinzen der Tarnname " Meeresgott " verwendet.

René


Peter K.

... nur um´s klarzustellen:

EM I - Gerät: optisches Entfernungsmessgerät
EM II - Gerät: Funkmess-Ortungsgerät = aktives Radar
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Zerstörerfahrer

Danke Peter,

im Übrigen waren die gegnerischen Funkmeßwellen anscheinend nicht bekannt. In einem Funkspruch vom 24.05. von der Gruppe West wird angewiesen:
"... 2.) Feststellung feindl. DeTe-Frequenz wertvoll für späteren Einbau Störergeräte..."

Bis dann
René

Trimmer

Hallo Redfort-  Dein Gedanke einer Entfernungsmessung durch Funkeinpeilung ist beihnah richtig. Aber aus meiner Erfahrung als Funker bei der NVA und als ehemaliger Amateurfunker muss ich dazu folgendes sagen.  Zu einer Fernpeilung gehören mindestens drei Peilstationen. Auch dann ist eine genaue Peilung/Entfernung noch nicht berechenbar.(ca. 3-5 km differenz ). Eine genaue Peilung ist erst durch Nahfeld- und Nächstfeldpeilung  möglich.Das sieht zwar immer in Filmen so gut aus ist aber eigentlich erst mit 5 Peilpunkten relativ sicher machbar. Ich beziehe mich dabei natürlich nur auf meine Erkenntnisse aus dem Landfunk.

Gruss-Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Spee

@MS,

soweit mir bekannt, gab es das Metox erst ab August 1942 und nur durch die Erbeutung eines ASW-Radars im Sommer 1941 konnte man wissen, wie und auf welchen Frequenzen es arbeitete.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Trimmer

Thomas - ist richtig aber schon zur damaligen Zeit wurden die Frequenzbereiche durch sogenannte Abwehrfunker ueberwacht und so liegt eine Frequenzfeststellung durchaus im Bereich der Möglichkeit. Soweit mir bekannt ist war ja auch auf der BS so eine Gruppe.Funksprueche waren ja damals nur im Bereich LW, KW und UKW (? )möglich.Diese Bereiche konnten mit Geraeten von Dabendorf und Mende abgehoert bzw. Ueberwacht werden.Wobei natuerlich das FuMO 22 soweit mir bekannt ist nur eine Messentfernung bis ca.16 km hatte.
Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Spee

@Achim,

daran hege ich keinen Zweifel bzw. halte ich diesen Fakt für realistisch. Gesetzt den Fall, die deutsche Seite vermutet ein gegnerisches Radar, dann wird die B-Gruppe versuchen, die Frequenz des gegnerischen Radars zu finden. Das ist die Nadel im Heuhaufen, kann aber durchaus gelingen.
Was ich ausschließe ist das Vorhandensein eines FuMB, eines passiven Radarwarners. Plausibel erscheint mir nur, daß man den Empfänger des eigenen FuMO mit einem Gerät zur Frequenzsuche koppelt und nach Mustern einer Radarstrahlung sucht.

Das allerdings bedarf schon ein paar ordentlicher Freaks zur damaligen Zeit. Gut, der B-Dienst auf der "Bismarck" wird/sollte schon das beste Personal bekommen haben.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

MS

Zitat von: Spee am 24 Februar 2009, 10:13:16
soweit mir bekannt, gab es das Metox erst ab August 1942

Laut Schmalenbach wurden im April 1942 auf Prinz Eugen R600 und R203
installiert.
Wie ich schon schrieb gibt es bisher keinerlei Dokumente für das Vorhandensein
eines "Radardetektors" auf Bismarck, auf Prinz Eugen waren 1941 definitiv keine
vorhanden.

Überall liest man heutzutage dass auf der Bismarck FuMO23 installiert
waren - diese Bezeichnung ist so aber schlichtweg falsch, man kannte
sie 1941 noch nicht. Auf der Bismarck waren FMG 39 G (gP) eingebaut.

Je nach Quellenlage wurde die neue Standardbezeichnung mit Gerätetyp und
fortlaufender Nummer erst Ende 42 Anfang 43 eingeführt, den Technikern auf
der Bismarck war also nur die alte Bezeichnung geläufig.

Grüsse
MS

Trimmer

Ja Thomas und dann stossen wir auch wieder an die Grenze der Empfangsweite.Ob eine Kopplung damals möglich war ? Werde aber wenn ich wiedermal  paar alte Funkfreunde treffe  nachfragen.Wir hatten Jemanden im Club der war bei so einer Einheit der Wehrmacht mal sehn was er sagt.Aussschliesen würde ich es nicht-  

Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Trimmer

MS - nun nicht gleich so heftig.  :-D Lt. meinen Unterlagen Bezeichnung FMG 39G (gp) = Marinebezeichnung FuMO 23 auf BS 3 Stück   oder nicht ? Ist aber auch nicht so relevant ( Unterlagen: die Funktechnik der Wehrmacht in alle ihren Teilbereichen von Hr. E.Börner 1959 in der Zeitschrift der Funkamateur )- wenn ich mal meien Zeitschriftenhaufen aufräumen sollte( sei Gott davor ) scanne ich das Titelbild


Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

MS

Zitat von: Trimmer am 24 Februar 2009, 12:32:55
MS - nun nicht gleich so heftig.  :-D

:? Achim da reden wir jetzt aneinander vorbei, FMG 39 G (gP) wurden ab 1942/43 als
FuMO23 bezeichnet, aber wenn wir zeitgeschichtlich korrekt bleiben wollen dann waren
auf der Bismarck FMG 39 G (gP) installiert. Die Bezeichnung FuMO23 wurde erst zu einem
Zeitpunkt eingeführt als die Bismarck nicht mehr im Bestand der Kriegsmarine war...

Grüsse
MS

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