Monsun Boot U 178

Begonnen von Hastei, 14 Juni 2009, 10:50:18

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MS

Bild u53

Der mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete ist der LI KL(Ing) Karl-Heinz Wiebe, rechts neben ihm Stabsobermaschinist Paul Eutebach, links daneben dürfte der Kommandant KL Wilhelm Spahr stehen.

Gruss
MS

t-geronimo

Nochmal kurz off-topic:

Zitat von: Trimmer am 01 Juli 2009, 08:09:25
Hallo Hastei- nicht nur Du hast da ein Problem. Habe auch Probleme Bilder in richtiger Größe hier rein zu stellen.
Vielleicht macht mal einer einen "Fernlehrgang" mit uns
Gruß Trimmer-Achim

Hallo Hastei und Trimmer!

Wo genau braucht ihr denn Hilfe?
Schickt mir mal ne PN, dann schau ich mal.
Vielleicht wird ja dann auch noch eine allgemeine Hilfe draus, weil mehr Leute das Problem haben. ;)
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Hastei

.so, hier gibt es wieder etwas zu erkennen

Hastei

und dann kam die Presse, GröFaZ musste natürlich auch irgendwie dazu gebracht werden.
Die beiden Mariner sehen aus wie verkleidete Taliban. Übrigens, wie wurde das mit der Hygiene an Bord mit den rationierten Wasser gehandhabt ?
Bin selbst Bartträger und fühle mich unwohl, wenn ich nicht jeden Tag meinen Poller shamponiere. Die hatten ja Frischwessereerzeuger an Bord,welche Leistung hatten die ? Und dann gab es ja noch, so vermute ich, Meerwasser-Seife. Also, wieder einige Fragen, die beantwortet werden können.

es grüßt der neugierige Hastei

Trimmer

Hallo Hastei- Wenn ich nach Buchheims Buch "Das Boot " gehe sah es wohl nicht gerade berauschend mit der Körperpflege aus. Auf "Gesichtsmatratzen" wurde da wohl keine große Rolle gelegt und mit waschen ?
Beantwortet Dir aber Deine Frage nach Frisch u. Nutzwasser der U-Boote nicht.

Gruß-Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Alex Shenec

Hallo.

Auf dem Foto 57 und 60 in der weißen Schirmmütze, möglich, Heinrich Lehmann-Willenbrock.

Schöne Grüße

Alex

Albatros

Hallo Hastei,

zumindest der Typ IX  soll im E-Raum einen Frischwassererzeuger gehabt haben, welcher etwa 8 Liter Trinkwasser pro Stunde (192 Liter am Tag) liefern konnte.

Gruß, :MG:

Manfred


Schorsch

Hallo Hastei,

in einem anderen Forum tauchte eine ähnliche Frage zum Thema Wasserversorgung schon einmal auf. Damals hatte ich in etwa folgendes herausgefunden. Laut U. Gabler: ,,Unterseebootbau", Bernard und Graefe, 1987, S. 107 sind pro Mann und Tag ca. 3 l Trinkwasser zur Zubereitung von Speisen und Getränken und zum Geschirrspülen vorgesehen. Dazu kommen noch 10...25 l pro Mann und Tag an Waschwasser, das eine mindere Qualität aufweisen kann.

Frischwassererzeuger befanden sich an Bord von Booten des Typs VII, IX und XXI. Bei den ähnlich großen Booten der Typen X B und XIV ist das Vorhandensein zu vermuten, allerdings fehlen mir dafür verlässliche Unterlagen. Die kleinen Boote der Typen II und XXIII scheinen keinen Frischwassererzeuger an Bord geführt zu haben. Bei den VII C-Booten befand sich das Gerät an der Backbordseite der Zentrale links vom Kartenpult des Obersteuermannes. Beim Typ IX war sein Platz am Achterschott des E-Maschinenraumes. Der Typ XXI hatte seinen Frischwassererzeuger mit einer Garantieleistung von 8,5 l pro Stunde im Dieselmotorenraum.

Bei einem Inhalt der Trinkwasserzellen von 3,875 cbm beim Typ VII C bzw. von 3,97 cbm beim Typ IX C war die Gewinnung von Frischwasser an Bord für längere Unternehmungen zwingend notwendig, zumal die Akkus ja notfalls auch noch mit dem gewonnenen Wasser aufgefüllt werden mussten, sofern die Vorräte an destilliertem Wasser zu Ende gegangen wären.

Die Größe der Waschwasserzelle des Typs VII C wird mit 0,485 cbm angegeben. Dieser sehr geringe Vorrat konnte durch den Inhalt der Torpedozellen (13,85 cbm) ergänzt werden. Für den Typ IX C habe ich überhaupt keine Angaben zum Vorhandensein von Waschwasserzellen finden können. Der Inhalt der Torpedozellen betrug bei diesem Typ 18,81 cbm. Allerdings wurde das Wasser in den Torpedozellen nach dem ersten Torpedoschuss durch das dann eingeleitete Untertriebs- und Hüllwasser verdorben und konnte nur noch unter Verwendung von Seewasserseife zur Körperpflege genutzt werden.

Nach Angaben der Rollentafel für die Boote des Typs VII C war für die Funktion des Frischwassererzeugers der Zentralemaat der Backbord-Maschinenwache zuständig. Aus Redundanzgründen wird noch ein Matrose der Steuerbord-Maschinenwacher als Verantwortlicher aufgeführt, wahrscheinlich der entsprechende Zentralegast. Für den Typ IX liegen mir keine Daten vor.

Bei der Untersuchung von U 570 attestierten die Engländer den deutschen Frischwassererzeugern ein hohes Maß an Effizienz. Gabler (ehemaliger LI von U 564) gibt an, dass für einen gewonnenen Liter Wasser ein Energieaufwand betrieben werden musste, der einer Menge von einem neuntel Liter Diesel entsprach.

Zur Funktionsweise wird im englischen Untersuchungsbericht folgendes ausgeführt: Der Destillationsapparat besteht aus einem Gehäuse, klein genug, um durch die Luken zu passen. Der untere Teil beinhaltet die Salzlake und die Kühlschlangen. Seewasser aus einem Hochbehälter wird direkt von See durch ein Kontrollventil in den unteren Teil des Destillierapparates geleitet. Über einen Wärmetauscher wird dem Seewasser ein Teil der Wärme von Salzwasser und Kondensat zugeführt, während dieses in den oberen Teil strömt, in dem sich die elektrischen Heizungselemente und der Kondensator befinden. Auf dem Gehäuse ist eine Dampfpumpe montiert, die einen Unterdruck von 150 mm Wassersäule im Verdampfer erzeugt. Der Dampf wird in den Kondensator gepumpt, der vom zufließenden Seewasser umspült ist. Der Kondensator besteht aus einer Anzahl von abgeflachten Kühlschlangen, die so angeordnet sind, dass sie mit Bürsten, die zwischen ihnen rotieren, leicht gereinigt werden können. Die Bürsten werden über eine Kardanwelle von dem selben Motor angetrieben, der auch die Dampfpumpe antreibt. Das Kondensat fließt vom Kondensator über einen Trichter durch ein Messgerät für den Salzgehalt in den Trinkwassertank. Die zurückbleibende Lauge wird über eine weitere Pumpe an der Kardanwelle in einen Salzwassertank geleitet und kann von dort in das Lenzsystem des Bootes gepumpt werden.
Es werden zwei Stunden benötigt, um das Seewasser aufzuheizen. Wenn nur ein Heizelement arbeitet, fließt ein Strom von 6 A. Der Unterdruck kann über das wahlweise Zuschalten eines zweiten Heizelementes gesteuert werden.
Die durchschnittliche Kapazität der Anlage beträgt nach englischen Angaben vier Gallonen pro Stunde (1 Imp.gal. = 4,546 l), wobei mir dieser Wert doch etwas zu hoch gegriffen erscheint.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Hastei

#53
das hört sich ja erst gut an 192 l/Tag. Wenn man aber überlegt, wieviel ca.52 Personen in südl.Gefielden trinken müssen,dann ist das aber knapp.
Sicher, sie haben auch paar qm Trinkwasser mit,aber immerhin, man muß da ganz nett haushalten.
Übrigens Hygiene. Als ich Kind war, gab es nur einmal in der Woche ein Bad,in einer Zinkwanne,mit einigen Wasserkessel heißgemachtem Wasser.
Und da saß ich nicht alleine drin ! Die Jüngeren werden jetzt die Nase rümpfen,aber die Wohnungen hatten noch kein eigenes Bad.(Außnahmen selten)
Das war nicht nur bei uns so. Wir wohnten in einer Altbauwohnung von ca. 120 m2: da wurden nach Kriegsende oder schon vorher, noch zwei Familien untergebracht. Zack ! Also drei Familien. und die waren sich fremd,das waren keine Verwandschaft oder Freunde,das waren wildfremde Menschen .
Ich hab die Spannungen damals noch nicht so mitgekriegt,aber ab und zu wurde es laut. (Eine Toilette für 9 Personen ) Auch gab es nicht jeden Tag frische Unterwäsche ! Die älteren von uns werden mir beipflichten. Aber gestunken haben wir nicht ! So, jetzt bin ich aber abgeschweift.



Hastei

so, das sind die letzten Fotos aus dem Album.
Wichtige Ladung wird gelöscht.

es grüßt der Hastei

Trimmer

Hastei-war kein abschweifen- war in Ost und in West wohl gleich. Badewanne in der Küche, Kloo auf dem Hof und am Wochenende weiße Strümpfe die nach 10 min. nicht mehr weiß waren und der Anpfiff dann folgte. :-D

Gruß-Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Urs Heßling

Hi, Alex

Zitat von: Alex Shenec am 03 Juli 2009, 11:07:44
Auf dem Foto 57 und 60 in der weißen Schirmmütze, möglich, Heinrich Lehmann-Willenbrock.

Ja, gut möglich. - Aber schon als Korvettenkapitän (und dann Chef der 9. U-Flottille)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

collani

Hallo Hastei,

ich gratuliere Dir zu dem schönen Album von "Rudi Ohlheiser" und helfe gerne beim identifizieren der Fotos. Ich bin erst heute per Zufall auf dieses Forum und den Beitrag gestoßen. U 178 ist mein Fachgebiet und ich habe selbst vor einigen Jahren einen Vortrag über U 178 und seinen Aufenthalt in Penang und Singapur durchgeführt. Ich hatte das Glück noch einige der Besatzungsmitglieder persönlich zu Ihrer Zeit auf U 178 befragen zu können.

Doch nun zu den Fotos (auf die schnelle):

U1 links oben: LI Kapitänleutnant (Ing.) Karl-Heinz Wiebe
U1 rechts oben: Kmdt. Korv.Kapt. Wilhelm Dommes vor dem Versorger Charlotte Schliemann
U1 links unten: Bordarzt Ob.Ass.Arzt Dr. Wüstenberg in Penang (auf dem Penang Hill)
U1 rechts unten: Kapitänleutnant Wilhelm Spahr nach dem Einlaufen in Bordeaux am 24. Mai 1944
U2 links oben: 2. Wachoffizier Oberleutnant zur See Friedrich Petran (zu dem Zeitpunkt als das Foto aufgenommen wurde war er noch Leutnant)
U 10 - U 15, U 17+18: Gartenfest im Botanischen Garten in Penang Oktober 1943
U 16 + U 19: Japanische Offiziere verkosten deutsche U-Bootverpflegung in der deutschen Dienststelle in Penang  
U 20: Einlaufen am 24. Mai 1944 in Bordeaux bei der 12. Uflo
U 31: Die Beerdigung hat mit U 178 nichts zu tun, es war ein Besatzungsmitglied eines Versorgers
U 40: Das Foto mit Lüth wurde an Bord des Versorgers Charlotte Schliemann aufgenommen (beim Treffen mit U 178)
U 49: zeigt in der Mitte den Bootsmaat Heinz Klute nach der DKiG Verleihung (nicht Paul Eutebach!)
U 54: Kmdt. Wilhelm Spahr und LI Karl-Heinz Wiebe schreiten nach der DKiG bzw. Ritterkreuz-Verleihung nach der Ankunft in Bordeaux die Front ab.
U 55 + 57: zeigt General der Panzertruppen Eichenlaubträger Joachim Lemelsen als Oberbefehlshaber der 1. Armee in Frankreich.
U 58: zeigt den PK Mann Leutnant M.A. Walter Schöppe
U 59: Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold an Stabsobermaschinist Paul Eutebach (12. Ufl. Bordeaux)
U 57 + 60: Flottillenchef 12. Uflo Korvettenkapitän Klaus Scholtz  (auf U 60 steht rechts von ihm Kapitän zur See Rösing)
U 64: links steht Rudi Ohlheiser, rechts Maschinenmaat Heinrich Sand
U 65: die wichtigen Rohgummiballen werden ausgeladen

Maschinenobermaat Rudi Ohlheiser war übrigens auf allen 3 Unternehmungen von U 178 mit an Bord, er fuhr als "Zentralemaat".

Viele Grüße,

collani

Peter K.

... schöner Einstand, COLLANI!  :wink:

Willkommen an Bo(a)rd!  :MG:
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Hastei

hallo Cillani,
danke für die Informationen, werde sie als Legende ins Album legen.
Weißt Du, warum Rudi nach dem Krieg nach Schweden ging. Er erzählte auch, wie er bei der Bergung eines Schwester-Monsun-Bootes,
Nummer hab ich nicht im Kopf, als Berater dabei war. Dieses Boot war um die ganze Welt gefahren um paar hundert Kilometer vor zu Hause noch versenkt zu werden.
Gruß Hastei

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