Kriegsvideo Töten wie im Computerspiel.

Begonnen von Albatros, 27 Juli 2010, 16:42:07

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t-geronimo

Zur Auflockerung der Diskussion. ;)

Keine Ahnung, ob das Interview wirklich wahr ist, ich habe es nur im Netz gefunden. Angeblich wurde es auch schon anderen Personen zugeschrieben, ist aber letztendlich auch egal.
Hoffentlich mißversteht das jetzt keiner, ich will niemanden damit angreifen!


Bekanntlich ist ja für Männer die letzte aller Schulen der Wehrdienst (oder – das Gefängnis!)--- Drückeberger ausgeschlossen.----
Keine Armee der Welt liebt ihr Land so sehr wie die australische... und ihr gehört auch Generalmajor Peter Cosgrove an.

Unlängst sollte eine Schulklasse seiner Kaserne einen einwöchigen Besuch abstatten. Hierzu wurde er u.a. auch von Radio ABC interviewt. Eine der Fragen betraf das Problem ,,Kinder und Waffen".

Reporterin: Also, Herr General, was werden Sie diesen Jungs anbieten, wenn sie zu Ihnen kommen?

General Cosgrove: Wir werden ihnen alpines Klettern beibringen, Wildwasserpaddeln, Bogenschießen und Schießen.

Reporterin: Schießen! Das ist wohl etwas unverantwortlich, nicht war?!

General Cosgrove: Ich sehe nicht wieso. Die Jungs werden entsprechend überwacht sein.

Reporterin: Sie müssen aber zugeben, daß Schießen eine sehr gefährliche Beschäftigung für Kinder ist.

General Cosgrove: Nein, das ist es nicht. Sie werden sicher nicht schießen bevor sie nicht gelernt haben mit einem Gewehr richtig umzugehen.

Reporterin: Aber Sie bieten ihnen doch die Möglichkeit, sich einmal zu gefährlichen Mördern zu entwickeln!

General Cosgrove: Ach Gott, Fräuleinchen, Sie wurden doch auch von Geburt her mit allem ausgestattet um sich zu einer Nutte zu entwickeln und Sie sind trotzdem keine – oder...?

Daraufhin herrschte für einige Sekunden Funkstille.

Als der Sender das Interview wieder aufnahm war eine andere Reporterin am Mikrofon.

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Leutnant Werner

Also ich finde, Ihr sitzt alle ein bissl arg dem WikiLeaks-Sprecher auf der Pressekonferenz auf. DER hat den Vergleich mit dem Videospiel gebracht. Natürlich ist der moderne asymetrische Krieg sehr schrecklich. Vor allem für alle Mitglieder unserer modernene Gesellschaft, die, wie glaube ich -> Ufo ganz richtig in einem vorherigen Beitrag dieses Threads festgestellt hat, nicht mehr toleriert, dass es in einem Krieg Kollateralschäden gibt, wobei das der Gegner ebenfalls genau weiß und in seine Angriffsstrategie und -taktik miteinbezieht.

Ich sehe in den Kameraszenen Folgendes:
- Die Hubschrauberbesatzung kämpft professionell. Sie wirkt abgestumpft. (Würde ich auch bei Tausenden gefallener Kameraden sein, denk ich mal)
- Den Journalisten und den Kameramann als bewaffnete Aufständische zu identifizieren, ist kein vorwerfbarer Fehler, denn die Auflösung ist zu schlecht. Kurz darauf sieht man Männer, die eindeutig mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten bewaffnet sind, in unmittelbarer Nähe der erstgenannten Personen. Der Angriff ist damit gerechtfertigt.
- Der Angriff auf den Kleinbus ist ebenfalls gerechtfertigt, weil dieser nach Lage der Dinge für die Kampfhubschrauber-Besatzung ein Feindziel darstellt.
-Als erkannt wird, dass Kinder im Kleinbus sind, werden diese sofort geborgen. Der Irrtum ist  m.E. nicht vorwerfbar.


Vorwerfbar ist lediglich das Verhalten dieses WikiLeaks-Mannes, der die Teilnehmer der Pressekonferenz mit dem Film versucht, gegen die Streitkräfte des eigenen Landes einznehmen und sich auf Kosten dieser Soldaten zu produzieren.

Ich weiß, dieser Thread ist wieder im Schwellenbereich der Politik angesiedelt, und damit kommen viele argumentativ nicht klar, ich manchmal auch nicht. Aber lasst mal die Kirche im Dorf. In Bagdad ist halt Krieg und er kann so aussehen wie in diesem Film. In Afghanistan ist auch Krieg, der sieht nicht  viel anders aus. Ich hatte bei einer kürzlich abgelaufenen Wehrübung reichlich Gelegenheit, mit Afghanistan-Kämpfern zu sprechen, so z.B. mit Soldaten des Jägerregiments 1, die in Bataillonstärke bis Ende April in Kunduz dabei waren. Dort gab und gibt es beinahe täglich Kämpfe mit Taliban. Demnächst auch mit deutschen Apache (nicht: Tiger-)Kampfhubschraubern, die Guttenberg unlängst persönlich dort abgeliefert hat. Der Afghanistan-Einsatz ist in der Truppe höchst umstritten, aber Auftrag ist Auftrag. Und sie muss sich angemessen wehren können, so lange sie noch dort ist. Also kann es zu solchen Filmchen aus deutschen Kampfhubschraubern demnächst ebenfalls kommen. Krieg bedeutet Kämpfen und Kämpfen manchmal Sterben. Wer das nicht will, muss die parlamentarische Mehrheit dagegen bei einer Wahl herstellen. Meine Wahlentscheidung wird das jedenfalls vorrangig beeinflussen.

Zum Ende dieses Beitrags nochmal der Hinweis: Wer sich durch die Moderation des WikiLeaks-Sprechers dazu hinreißen läßt, den US-Soldaten zu unterstellen, sie spielten ein Videospiel mit lebenden unschuldigen Menschen, ist töricht. Die tun unter den gegebenen Umständen und ihrem Informationshintergrund aus nur ihren Job. Das sie dabei zuweilen zynisch wirken, macht keinen guten Eindruck, aber wenn unsereins deren Job machen müsste, wäre er dann nicht auch zynisch?

Gruß
Olt.

Albatros

Der Beginn des Threads durch mich,

Zitat von: Albatros am 27 Juli 2010, 16:42:07

Das wurde so in den USA natürlich nicht gezeigt....... :W/(

http://www.spiegel.de/video/video-1059794.html

einfach Widerlich !.......

Es gibt Leute die spielen so etwas und ähnliches mit Begeisterung am PC.

:MG:

Manfred

Ich habe nicht vor irgend etwas von dem bis jetzt von mir gesagtem zurück zu nehmen..

Wem bei solchen Spielen keine Moralischen bedenken kommen der muss damit leben das es Leute gibt die dies bedenklich finden.

:MG:

Manfred


Leutnant Werner

Ich habe mich nicht zu Videospielen geäußert, sondern nur zu dem unpassenden Vergleich, die US-Soldaten verhielten sich, als würden sie so ein Videospiel spielen. Genau den hat der Moderator in dem von Dir verlinkten Video gemacht. Nur zur Auffrischung der Erinnerung.

Matrose71

ZitatIch habe nicht vor irgend etwas von dem bis jetzt von mir gesagtem zurück zu nehmen..

Wem bei solchen Spielen keine Moralischen bedenken kommen der muss damit leben das es Leute gibt die dies bedenklich finden.

Bei allem Respekt.

Wer nicht in der Lage ist zu abstrahieren ob er vor einem Computer sitzt und sich in einer virtuellen Welt befindet oder in der Realität, gehört m.M nach in eine geschlossene Anstalt und muss psychiatrisch behandelt werden.

Man kann doch nicht einfach virtulle Spiele mit solchen realen militärischen Einsätzen vergleichen und das dann auf virtulle Spiele schieben.
Für was hat denn der Mensch sein Abstraktions- und Vorstellungsvermögen?

Ich bin 39 Jahre alt und spiele seit 12 Jahren alle möglichen Shooter und mir ist es noch nie passiert, dass ich von so etwas träume oder die Realität von der Virtualität nicht unterscheiden konnte. Dann können wir auch beim Cowboy und Indianer Spiel anfangen, schließlich geht es da abstrakt um das gleiche!

Sorry nur weil Spiele durch die Computerentwicklung immer besser aussehen oder vielleicht "realitätsnäher" erscheinen, sind und bleiben es Spiele!
Wem das nicht bewußt ist, wenn er sie spielt und damit Realität verknüpft, bei dem stimmt von vornherein etwas nicht!
Viele Grüße

Carsten

Ulrich Rudofsky

Ich möchte hier nur nochmals sagen, daß das furchtbare Video hier in den USA wochenlang, Tag und Nacht, in den Nachrichten und in der Internet Presse gezeigt wurde.  Die Presse liebt ja solche Sachen! 

Die US Presse, das White House, und die alten Generäle  reden hier in USA  nun vom Hochverrat des Millenniums, obwohl wenig Neues oder Unglaubliches oder Unerwartetes veröffentlicht wurde.    Es handelt sich nicht um diese Dokumente und Videos per se, aber um wie die so genannten geheimen Informationen absichtlich und am laufenden Band an Wikileaks  et. al. weitergeleitet werden.  :MLL: 

Man muss auch bemerken, daß Wikileaks nicht so heilig und 'non-profit' ist wie sie angeben.  Wikileaks hat ja immer wieder schlimme finanzielle Probleme und war schon ein paar Mal off-line. Also, Geld ist im Spiel.   

Ulrich Rudofsky

Albatros

Hallo Carsten,

Ändert nichts an meiner Meinung.....

Wem bei solchen Spielen keine Moralischen bedenken kommen der muss damit leben das es Leute gibt die dies bedenklich finden.


Diese Spiele mit den früheren Indianer und Cowboy spielen zu vergleichen ist albern, dass waren Kinderspiele, zumindest ich habe damals keinen 39 Jährigen mit ner Feder

im Haar rum rennen sehen. :O/Y  aber vielleicht erklärst Du mir einfach mal warum es so schön ist mit Begeisterung diese Realitätsnahen Shooter -Spiele zu spielen, warum macht es Spaß

reihenweise virtuelle Gegner in einer eins zu eins Situation umzubringen.

Wenn Du mir das ehrlich und überzeugend darstellen kannst, das konnte bislang noch keiner, komme ich eventuell zu einer anderen Meinung.

:MG:

Manfred



Matrose71

#37
ZitatWem bei solchen Spielen keine Moralischen bedenken kommen der muss damit leben das es Leute gibt die dies bedenklich finden.


Diese Spiele mit den früheren Indianer und Cowboy spielen zu vergleichen ist albern, dass waren Kinderspiele, zumindest ich habe damals keinen 39 Jährigen mit ner Feder

im Haar rum rennen sehen. Kaptn lach  aber vielleicht erklärst Du mir einfach mal warum es so schön ist mit Begeisterung diese Realitätsnahen Shooter -Spiele zu spielen, warum macht es Spaß

Wieso in aller Welt soll ich moralische Bedenken bekommen, wenn ich auf Bits and Byts (0 und 1) schieße? Ich weiß das, wenn ich vor dem Computer sitze!
Die Frage habe ich mir noch nie gestellt! Ernsthaft warum soll ich moralische Bedenken haben? Das müßte dann ja auch jeder Schauspieker der einen Mörder spielt!? Der weiß doch auch, dass sein Mord nicht real ist, sondern nur für den Film/Kamera.

Ich spiele hauptsächlich online Shooter, wie auch online strategie Spiele, d.h. gegen reale Menschen (Mehrspielermodus) in einer virtuellen Welt. Der Spaß dabei, wer ist besser, ganz einfach!
Und das spielen in gut gemachten virtuellen Welten nun mehr Spaß macht als in einer von Hand gebastelten Kulisse ist doch wohl klar.

Um auf das Cowboy und Indianer Spiel zurückzukommen. Paintball ist für mich nichts anderes.

Und mal ganz allgemein zu meiner Person, ich interessiere mich ausser in Büchern nicht wirklich für Waffen.
Ich besitze keine, bin in keinem Schützenverein und hatte noch nie den Drang z.B zur Jagd (auf Tiere) zu gehen.
Ich hatte bis jetzt erst einmal persöhnlich Berührung mit Waffen und das war auf in einem Schießstand in den USA, bei einem mehrwöchigen Besuch.
Der Nachmittag war ganz lustig, aber ich hatte danach nie wieder den Drang dazu......

EDIT: Nochmal zum mitschreiben, ein Videospiel besteht aus Bits und Byts, das Video auf Wikileaks aus realen Menschen!
Und wer nicht unterscheiden kann ob er in einem realen Hubschrauber oder in einem virtuellen sitzt oder ob er reale Menschen tötet oder Pixel auf seinem Bildschirm, mit dem stimmt irgend etwas nicht. Der Vergleich hinkt in jeder Lebenslage!


Viele Grüße

Carsten

rosenow

Habe mir das Video jetzt einige Male angeschaut und den Text zu den Bildern immer wieder durchgelesen.
Wenn es um Sekunden ginge, aber diese Besatzung hatte alle Zeit der Welt, keiner lief weg.
Junge Burschen in Kampfanzügen, ein gewisses Maß an Überlegung fehlt wohl noch.

,,Schau dir die toten Bastarde an"
,,Schön. Gut geschossen. Danke"
So, wie es hier dargestellt wird, ist es wohl intern in der Truppe verbreitet.
,,Er steht auf. Hat er eine Waffe in der Hand?"
,,Nein habe noch  keine gesehen."
,,Ihr habt den Typ auf den Gehweg zum Kriechen gebracht"
,,Ich hab ihn erwischt. Mit zwei Salven. Und ihr habt doch auch geschossen"
,,Er muß nur eine Waffe nehmen"
,,Wir sehen Personen, die sich nähern."
,,Sieht aus, als wollten sie die Leichen und Waffen bergen."
,,Lasst mich angreifen."
,,Kann ich schießen?"
,,Erbeten Genehmigung  Anzugreifen."
,,Bergen sie Verletzte?"
,,Los lass uns schießen."
,,Sie nehmen ihn mit."
,,Wir sehen einen schwarzen Kleinbus, der die Leute einsammelt."    (Es war nur ein Mann)
,,Erbeten Angriffsgenehmigung."
,,OK. Angriff. Alles klar."
Nach dem Beschuss:
,,Schau dir das an. Direkt in die Windschutzscheibe"

Nach der Entdeckung der Kinder, kam eine Boden-Patrouille,  ich frage mich warum die nicht gleich angefordert wurde, Völlige Fehleinschätzung beim Beschuss des Kleinbusses.

Schaue ich mir die Texte genau an, dann sehe ich darin eine Lust, legal zu töten.
Und jetzt, in diesem Moment, finde ich den Vergleich mit einem Videospiel dieser Art doch sehr treffend.
:MG:
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Albatros

#39
Hallo Carsten,

Man wird so ein Thema hier im Forum nicht ausdiskutieren können. Nun ist mir ja auch bekannt das es genügend Leute gibt die solche

Spiele für unbedenklich halten aber es gibt bestimmt ebenso viele Leute mit bedenken. Insofern stehe ich mit meiner Meinung auch nicht einsam in der Gegend rum..... :-P

Dieser Thread macht vielleicht auch deutlich inwieweit sich die Gesellschaft in dieser Hinsicht verändert hat.

Man kann glaube ich sagen das die Jüngeren weniger bedenken haben als die ewig gestrigen Alten.....da zähle ich mich mittlerweile auch zu :MV:

:MG:

Manfred

Leutnant Werner

Ja, gut mitgelesen, Rosenow!

Die Kinder wurden nämlich erst ganz am Ende entdeckt. Die Kampfhubschrauber hatten den Auftrag, in dem Gebiet gemeldete bewaffnete Aufständische aufzuspüren und zu bekämpfen. Die haben, und das ist in dem Video zu sehen, auch solche Personen aufspüren können, bloß waren da Journalisten dabei. Wenn Du den Einsatz nicht aus dieser Richtung einordnen kannst, dann kannst Du der Kampfhubschrauberbesatzung alles unterstellen...bis hin zum vorsätzlichen Massenmord. Dabei wünsche ich Dir weiterhin viel Spass!

Warum die Boden-Patrouille nicht gleich angefordert wurde? Rules of engagement. Muss ich gleich in die nächste Sprengfalle oder den nächsten Selbstmord-Attentäter reinlaufen, wenn sich das vermeiden lässt. Aber selbst diese einfach zu beurteilende Frage überlasse ich in der Beantwortung Dir.

Beste Grüße

Tostan

Zitat von: Leutnant Werner am 28 Juli 2010, 19:28:24
Das sie dabei zuweilen zynisch wirken, macht keinen guten Eindruck, aber wenn unsereins deren Job machen müsste, wäre er dann nicht auch zynisch?

Natürlich muss man nicht zynisch werden, wenn man diesen Job macht. Man hat schließlich genügend Ausweichmöglichkeiten. Zum Beispiel Alkoholismus, Drogensucht, Posttraumatische Belastungsstörung und so weiter...

Wie mir Betroffener mal gesagt hat "Unsre Väter hatten es gut, die konnten abend in die Kneipe gehen und sich wortlos besaufen, keiner hat blöd geguckt, jeder wusste, warum gesoffen wird, weil fast jeder ähnliches erlebt hat. Heute gibt es kaum noch jemanden, der sowas erlebt hat und versteht was los ist."

Whistleblower-Plattformen wie Wikileaks sind meiner meinung nach trotzdem eine gute Sache. Zuviel wird vertuscht und unter den Teppich gekehrt, wo die Öffentlichkeit ein Anrecht hat, dies zu erfahren. Betreiber solcher Plattformen haben allerdings eine immens hohe Verantwortung, was soll veröffentlich werden und was nicht. Ob sie dieser Verantwortung immer gerecht werden? Klar, völlig Fehlerfrei ist keiner, aber gerade bei dem Video wurden sie den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht, indem sie das wertend betitelten "Collateral Murder" ist kein neutraler Titel und wurde natürlich von allen anderen Medien aufgegriffen.

Für mich zeigt das Video eindeutig, dass es eben sowas wie einen sauberen Krieg mit chirurgisch präzisen Angriffen ohne Zivile Opfer nicht geben kann... Es ist eben nicht eine böse, zynische Hubschrauberbesatzung, sondern der Krieg brings sowas mit sich, da der Zynismus eine ganz normale Schutzreaktion der menschlichen Psyche ist. Evtl. hilft das Medienecho, dass sich die Politiker in Zukunft besser überlegen ob es nicht noch andere Handlungsoptionen gibt als Krieg.

Meiner Meinung nach waren sowohl der Irak- als auch der Afghanistankrieg übereilt. Es wären sicher noch andere Optionen offen gewesen und die Gründe für den Krieg wirkten zu konstruiert(Amerikanische Geheimdienste können doch nicht so blöd sein und Massen an nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen im Irak sehen, bzw. unfähig dazu, den Osama im Frieden in die USA zu entführen, wie es die Israelis damals in Argentinien vorgemacht haben.)

(vorsicht Satire!) Eventuell sind diese beiden großen Kriege ja nur die Folge dessen, dass der damalige US-Präsident gestresst war in seinem Amt und keine andere Möglichkeit gesehen hat sich abzureagieren? Unter seinem Vorgänger gab es meines Wissens nach keine so großen Militäraktionen. Warum wohl? Eventuell sollten Zigarren und Praktikantinnen Pflicht werden für jeden Präsidenten? Mindestens! Saakaschwili hats erkannt und nach dem verlorenen Krieg seine Mätresse sicherheitshalber gleich zur Wirtschaftministerin ernannt, damit er Sie unaufällig jederzeit besuchen kann und nicht auf dumme Gedanken kommt. (Ob es der georgischen Wirtschaft gut tut? Gibt es Wirtschaft in Georgien?)(Satire ende!)




mhorgran

die Einschätzungen von manchen Medien:
http://www.hintergrund.de/20100415814/globales/kriege/kriegsverbrechen-in-irak-und-afghanistan.html
http://www.handelsblatt.com/politik/international/bagdad-drastisches-angriffs-video-bringt-us-militaer-in-bedraengnis;2556756
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147387

und das gesamte Video inkl. Gesprächesfetzen.
http://www.collateralmurder.com/

insgesamt scheint es so zu sein das Krieg bei den vielen Usern hier akzeptiert wird egal aus welchen Gründen er geführt wird. Als evtl. Begründung wird angeführt das Menschen "ja immer schon Kriege geführt hat".
Kann es sein das dabei eine Wahrnehmungsstörung vorliegt?
Die meisten historischen Quellen weisen eher Kriege als Marksteine aus, die zwischenzeitliche Friedensphasen werden nur gestreift. Dazu sind Kriege natürlich "aufregender" als "ruhige" Friedenszeiten". In den heutigen Medien gibt es ja ein ähnliches Problem. Nur "schlechte" Neuigkeiten sind "gute" und interessante Neuigkeiten. Ohne das irgendwie überprüft zu haben könnte ich mir vorstellen das wir dabei eben dieser Wahrnehmungsstörung unterliegen.
Unsere westliche Gesellschaft hat ja, dazu gibt es ja nun wirklich Forschungsergebnisse aus verschiedensten Bereichen, erhebliche Schwierigkeiten mit dem reflektieren des eigenen Handelns, dazu gibt es haufenweise systemwichtige "Lebenslügen".
Das hier diskutierte Problem ob PC-Spiele gewalttätig machen oder nicht ist - denke ich - nur ein Teilbereich davon.

Traurig finde ich allerdings wenn es auch noch heute Leute gibt die JEDEN staatlichen Mord (die Opfer von Angriffskriegen darf man wohl durchaus in diese Kategorie integrieren) akzeptieren und "argumentative" Rechtfertigungen dafür finden. Aber auch das ist eigentlich nichts neues, denn das gab es bei allen Angriffskriegen / Kriegsverbrechen etc.

@Tostan
Interessant finde ich den Versuch die Verantwortung an Plattformen ala Wikileaks abzuwälzen. Hat denn die USA-Führung / Pentagon, welchen diesen Angriffkrieg führte und führt, keinerlei Verantwortung? Da könnten wir ebenso diskutieren ob nicht die Iraker selbst schuld wären, im Sinne von: "Sind ja blöd wenn sie auf ein Schlachtfeld gehen und ihre Kinder mitbringen."

Tostan

Hallo mhorgran,

Zitat von: mhorgran am 28 Juli 2010, 23:00:12
Traurig finde ich allerdings wenn es auch noch heute Leute gibt die JEDEN staatlichen Mord (die Opfer von Angriffskriegen darf man wohl durchaus in diese Kategorie integrieren) akzeptieren und "argumentative" Rechtfertigungen dafür finden. Aber auch das ist eigentlich nichts neues, denn das gab es bei allen Angriffskriegen / Kriegsverbrechen etc.

Wenn du mich mit dieser Aussage meinst, ich will diese Aktion nicht rechtfertigen, ich meine mit meiner aussage, dass die Schuld zum größten Teil nicht bei der Hubschrauberbesatzung liegt, da der gezeigte Zynismus meiner Meinung nach eine natürliche Reaktion auf die Kriegserlebnisse war, und im Krieg sowas nun mal passiert(im gegensatz zur Propaganda vom chirurgisch sauberen Krieg). Die Schuld liegt bei anderen, die diesen Krieg befohlen haben, obwohl er meiner Meinung nach vermeidbar gewesen wäre(zumindest wenn die meiner Meinung nach vorgeschobenen Kriegsgründe die einzigen waren).

Zitat von: mhorgran am 28 Juli 2010, 23:00:12
Interessant finde ich den Versuch die Verantwortung an Plattformen ala Wikileaks abzuwälzen. Hat denn die USA-Führung / Pentagon, welchen diesen Angriffkrieg führte und führt, keinerlei Verantwortung? Da könnten wir ebenso diskutieren ob nicht die Iraker selbst schuld wären, im Sinne von: "Sind ja blöd wenn sie auf ein Schlachtfeld gehen und ihre Kinder mitbringen."

Bitte? Hat denn nur die USA-Führung / Pentagon eine Verantwortung? Ich versuche keine fremde Verantwortung abzuwälzen. Diese Whistleblower-Plattformen haben selbst schon eine hohe Verantwortung, die brauchen keine fremde zusätzlich! Zum einen haben sie die Verantwortung die alle Medien haben. Nämlich zu entscheiden, was mit dem ihnen zugespielten Material passiert, also wird es veröffentlich oder nicht. Dazu müssen sie entscheiden, ob anonym zugespieltes Material authentisch oder eine Fälschung ist. Weiterhin müssen sie entscheiden, ob sie mit einer Veröffentlichung Menschenleben bzw. die Sicherheit ihrer Informanten gefährden(der jetzt aufgeflogene mutmaßliche Lieferant des Videos wurde nicht durch die Veröffentlichung gefährdet sondern hat sich durch seine plapperei selbst gefährdet). Das ganze oft ohne ausreichend Entscheidungsgrundlagen zu haben(die Informaten sind ja anonym, die Glaubwürdigkeit der Quellen kan also schwer geprüft werden!) Zusätzlich dazu haben sie noch den eigenen Anspruch, Primärmaterial wertungsfrei zu veröffentlichen("Collateral Murder" ist NICHT wertungsfrei.). Du siehst also, diese Plattformen haben an ihrer Verantwortung genug zu tragen ohne zusätzlich noch fremde zu übernehmen.

Grüße
Tostan


mhorgran

Zitat von: Tostan am 28 Juli 2010, 23:21:41
Hallo mhorgran,

Zitat von: mhorgran am 28 Juli 2010, 23:00:12
Traurig finde ich allerdings wenn es auch noch heute Leute gibt die JEDEN staatlichen Mord (die Opfer von Angriffskriegen darf man wohl durchaus in diese Kategorie integrieren) akzeptieren und "argumentative" Rechtfertigungen dafür finden. Aber auch das ist eigentlich nichts neues, denn das gab es bei allen Angriffskriegen / Kriegsverbrechen etc.

Wenn du mich mit dieser Aussage meinst,

ich will diese Aktion nicht rechtfertigen, ich meine mit meiner aussage, dass die Schuld zum größten Teil nicht bei der Hubschrauberbesatzung liegt, da der gezeigte Zynismus meiner Meinung nach eine natürliche Reaktion auf die Kriegserlebnisse war, und im Krieg sowas nun mal passiert(im gegensatz zur Propaganda vom chirurgisch sauberen Krieg). Die Schuld liegt bei anderen, die diesen Krieg befohlen haben, obwohl er meiner Meinung nach vermeidbar gewesen wäre(zumindest wenn die meiner Meinung nach vorgeschobenen Kriegsgründe die einzigen waren).
Nö - du warst nicht gemeint,
ansonsten stimme ich dir zu.


Zum 2.Teil.
Sehe ich anders.
Plattformen ala Wikileaks haben nmA nicht die Aufgabe zu prüfen ob
ZitatWeiterhin müssen sie entscheiden, ob sie mit einer Veröffentlichung Menschenleben bzw. die Sicherheit ihrer Informanten gefährden(der jetzt aufgeflogene mutmaßliche Lieferant des Videos wurde nicht durch die Veröffentlichung gefährdet sondern hat sich durch seine plapperei selbst gefährdet

ZitatZusätzlich dazu haben sie noch den eigenen Anspruch, Primärmaterial wertungsfrei zu veröffentlichen("Collateral Murder" ist NICHT wertungsfrei.)
Schon die Veröffentlichung eines derartigen Videos kann gar nicht wertungsfrei sein. Die Nicht-Veröffentlichung ebensowenig.

Ich meine schon das deine Punkte Verantwortungsverschiebung darstellt da ohne US-Angriffskrieg dieses Video nicht gedreht werden konnte etc. .


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