Guten Morgen,
nachdem mir die Suchfunktion nicht die gewünschte Antwort brachte, frage ich einfach mal in einem neuen Thema nach.
Allgemein bekannt gab es ja bei der DKM und auch bei der US Navy im 2. Weltkrieg eine Torpedokrise, wo die Aale nicht trafen usw. Aber irgendwie und irgendwann scheint die Krise ja beigelegt gewesen zu sein, oder?
Wie auch immer, was war denn jetzt eigentlich der Grund, warum die Aale nicht trafen und wie wurde das behoben, wenn es wirklich behoben wurde?
Darüber habe ich leider jetzt nichts gefunden und auch selber nur vage Andeutungen hier und da, aus denen man sich nichts saugen kann in Büchern.
Und dann in dem Zusammenhang noch eine Frage: Bezog sich die Krise selber nur auf die U-Boote und die Torpedos, oder waren auch de Torpedos von Flugzeugen und Überwasserschiffen betroffen gewesen (bei beiden, US Navy und DKM) oder sind das andere Aale gewesen?
Ich habe nur am Rande was von vielen Fehlschüssen bei den PT Booten und von irgendeinem dt. Zerstörer bei Norwegen gelesen, der auch nichts traf mit seinen Torpedos. Aber ob das was mit den Aalen der U boote zu tun hat weiß ich nicht.
mfg
Christian
Moin Christian,
hier mal was zum einlesen:
http://www.u-boot-archiv.de/krieg/boote_ohne_waffe.html
und dies:
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=393.0
Gruss
Axel
Zitat...nachdem mir die Suchfunktion nicht die gewünschte Antwort brachte ...
... dennoch hatten wir das Thema hier (http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,393.msg3275.html#msg3275) schon einmal!
zur deutschen Torpedokrise (http://de.wikipedia.org/wiki/Torpedokrise)
zur amerikanischen Torpedokrise (http://de.wikipedia.org/wiki/Torpedoskandal)
Besonders möchte ich aber dazu empfehlen:
Heinz TROMPELT,
Eine andere Sicht
ISBN 3-8334-4481-9
siehe auch hier (http://books.google.at/books?id=t9VOc_Ru4dgC&pg=PA137&lpg=PA137&dq=Torpedokrise&source=bl&ots=zzIfbytZnv&sig=ZPNr_V1DpFbT7ZUSMZbML4T11xE&hl=de&ei=Psi6TMvYO4XKswb75aSuDQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=6&ved=0CDIQ6AEwBQ#v=onepage&q=Torpedokrise&f=false)
Zu einer Kriese bei den Lufttorpedos kann es wohl 1940 kaum gekommen sein, da es einfach kaum bzw. keine gab. Die ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.
Don´t Panic
ZitatDie ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.
Das ist so nicht richtig, denn bereits in der Anfangszeit der Weimarer Republik adaptierte man den üblichen Schiffstorpedo zum Abwurf aus Flugzeugen.
Der sogenannte Horten-Torpedo wurde zunächst genau Vermessen und anschließend bei Abwurfversuchen aus einer einmotorigen Ju-52 in Norwegen erprobt. 1934 erhielt Deutschland dann einige Mutertorpedos zur Nacherprobung und die Fertigungszeichnungen für den vereinbarten Lizenznachbau. Die Torpedofabrik Horten sollte aufgrund dieses Lizenzvertrages 1935 dreißig weitere Lufttorpedos liefern (Preis 0,9 Mio. RM), während die Firma Schwartzkopf in Kiel monatlich 5 dieser Lufttorpedos handwerksmäßig fertigen sollte und die Firma Bergmann in Berlin die Serienfertigung des deutschen Nachbaus F5 übernehmen sollte. Letzterer war schließlich dem norwegischen Original leistungsmäßig unterlegen.
Aha Peter, da hab ich was anderes gelesen, wage aber nicht zu wiedersprechen wenn ich mir deine Bibo bildlich vorstelle. Hast du auch hinweise auf die Quantitaet dieser Torpedos bis Kriegsausbruch bzw. bis Weseruebung?
Don´t Panic
Schon mal vielen Dank für die Informationen, bin ich schon mal bedeutend schlauer als vorher. :-)
Betraf diese Krise jetzt aber nur die Torpedos, welche von U-Booten verschossen wurden oder auch die Torpedos von Überwasserschiffen oder sind das ganz andere Torpedos gewesen, diemit denen der U-boote und den Problemen / Fehlern nichts zu tun hatten?
Sorry, aber das habe ich jetzt noch nicht wirklich verstanden gehabt .... :-)
P.S.
Peter, ich hatte den Suchbegriff "Torpedokrise" und "Torpedo Krise" eingegeben gehabt, doch zu den Thema hatte das jetzt nicht hingeführt, wo du mit dem "hier" hinweist. Muss ich jetzt nicht verstehen .... aber trotzdem sorry.... :-)
ZitatDie ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.
NEITZEL schreibt auf Seite 40:
Zitat... Man griff deshalb zur Notlösung, einige Musterexemplare der norwegischen Torpedofabrik in Horten zu erwerben und sie unter der Bezeichnung "F5" in Serie nachzubauen. Die Leistungen des Serientorpedos befriedigten jedoch nicht. ...
Bekanntlich wurde dieser unbefriedigende F5 zunächst durch den verbesserten F5a und später durch den nochmals veränderten F5b ersetzt bzw. mit dem F5w ergänzt.
Eine schöne monatliche Aufstellung über Zugang, Verbrauch und Bestand an Lufttorpedos findet sich bei NEITZEL auf Seite 257.
Diese stammt aus einer Quelle, die ich hier erst kürzlich nannte, aber gerne noch einmal wiederhole:
Friedrich LAUCK,
Der Lufttorpedo - Entwicklung und Technik in Deutschland 1915 - 1945
ISBN 3-7637-5230-7
ZitatBetraf diese Krise jetzt aber nur die Torpedos, welche von U-Booten verschossen wurden oder auch die Torpedos von Überwasserschiffen oder sind das ganz andere Torpedos gewesen ...
Bei Kriegsausbruch verfügte die deutsche Flotte über zwei verschiedene Torpedotypen.
Den elektrisch angetriebenen und daher blasenfreien G7e mit 30 kn Höchstgeschwindigkeit und den preßluftbetriebenen und daher eine Blasenbahn zeigende G7a mit 44 kn Höchstgeschwindigkeit. Ersterer war seines blasenfreien Laufes wegen die Hauptwaffe der Uboote. Letzterer wurde von Uboot besonders für Nacht- und Fangschüsse eingesetzt, war aber aufgrund seiner höheren Geschwinidgkeit sonst auf Überwasserschiffen zu finden.
Beide Torpedotypen verwendeten zu Kriegsbeginn die kombinierte Gefechtspistole Pi G7a mit Aufschlag- und Magnetzündung!
Hai
Beitrag #5 beachten:
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,6997.0.html
Ja die Tabelle hab ich mir auch mal angeschaut incl. den Beitraegen auf Seite 40 ff im Neitzel. Interessant auch, das die einzige Torpedobomberstaffel von der SKL zu Luftminen Einsaetzen verdonnert worden, die Luftwaffe diese aber fuer Weseruebung einsetzen wollte. Deshalb sind von September 39 - Juli 40, nur 12 Torpedos Verbrauch woren. Ist stand 09.1939, 76 F5 und bis Juli 40 66 F5 dazu gekommen, 51 davon im September und Oktober. Zumindest kann man eine Lufttorpedokriese, wenn es je eine gegeben hat, nicht in den Zeitraum der Torpedokriese die zur AG Cornelius fuehrte einordnen. Da erst ab Juli 40 diese Torpedos Verbraucht wurden. Hinzu kommt noch das die F5a eine recht langsame Flugphase vor dem Ausklinken benoetigte dies konnte erstmal nur die He 59 leisten bis die ersten He 115 verfuegbar waren.
Der F5w war ein italienscher Lufttorpedo und kam erst ende 41 zu deutschen Einheiten. Lustig ist auch das die 40 japanischen Lufttorpedos, die auch ende 41 nach Deutschland kamen, 50 m absanken und von der Preformance eher Mittelmaas statt einer Verbesserung gleich kam.
Don´t Panic
Zitat... die 40 japanischen Lufttorpedos, die auch ende 41 nach Deutschland kamen, ...
70 japanische Lufttorpedos gelangten im Herbst 194
2 mit einem Blockadebrecher (welchem ?) nach Deutschland. Dabei handelte es sich um den etwas älteren "Typ 91 Mod. 1" mit knapp 150 kg Sprengladung, den die japanischen "Nells" aber noch gegen PRINCE OF WALES und REPULSE einsetzten - im Gegensatz zu den moderneren "Bettys" mit dem wirkungsvolleren "Typ 91 Mod. 2" mit 204 kg Sprengladung.
Diese Torpedos wurden nach einer eingegehenen Erprobung, die keine wesentlichen technischen Vorteile gegenüber dem gerade verfügbar werdenen F5w erkennen liesen, an die Marine abgegeben, die damit einen Schnellbootsverband ausrüstete (welchen ?).
Quelle: Lauck
Zitat von: Q am 17 Oktober 2010, 16:15:49
Ja die Tabelle hab ich mir auch mal angeschaut incl. den Beitraegen auf Seite 40 ff im Neitzel. Interessant auch, das die einzige Torpedobomberstaffel von der SKL zu Luftminen Einsaetzen verdonnert worden, die Luftwaffe diese aber fuer Weseruebung einsetzen wollte. Deshalb sind von September 39 - Juli 40, nur 12 Torpedos Verbrauch woren.
Und dies war der Grund dafür:
(http://forum-marinearchiv.de/coppermine/albums/userpics/11166/Torpedo%20F%205.JPG)
Gruss
Axel
... genannter "Führerentscheid", die Beschaffung von Lufttorpedos einzustellen, stammt vom 28.11.1939!
Quelle: Lauck
Moin,
II. Teil der Saga:
(http://forum-marinearchiv.de/coppermine/albums/userpics/11166/Torpedo%20F%205-II_Teil.JPG)
Zitat von: Peter K. am 17 Oktober 2010, 15:15:53
ZitatBetraf diese Krise jetzt aber nur die Torpedos, welche von U-Booten verschossen wurden oder auch die Torpedos von Überwasserschiffen oder sind das ganz andere Torpedos gewesen ...
Bei Kriegsausbruch verfügte die deutsche Flotte über zwei verschiedene Torpedotypen.
Den elektrisch angetriebenen und daher blasenfreien G7e mit 30 kn Höchstgeschwindigkeit und den preßluftbetriebenen und daher eine Blasenbahn zeigende G7a mit 44 kn Höchstgeschwindigkeit. Ersterer war seines blasenfreien Laufes wegen die Hauptwaffe der Uboote. Letzterer wurde von Uboot besonders für Nacht- und Fangschüsse eingesetzt, war aber aufgrund seiner höheren Geschwinidgkeit sonst auf Überwasserschiffen zu finden.
Beide Torpedotypen verwendeten zu Kriegsbeginn die kombinierte Gefechtspistole Pi G7a mit Aufschlag- und Magnetzündung!
Merci Peter, dann ist was meine Frage anging soweit alles klar. :-)
Wegen der hier ausgebrochenen Diskussion wegen der Lufttorpedos:
http://www.cockpitinstrumente.de/instrumente/katalog/Schaltkasten/Torpedo%20Einsatz.htm
Zitat... da allerdings nicht genügend eigene Lufttorpedos zur Verfügung standen, lieferte Italien ab 1940 Lufttorpedos an die deutsche Luftwaffe, die als LT F 5w und LT F 5i eingeführt wurden.
Habe ich zufällig entdeckt als ich auf der Suche von dem italienischen Hafennamen "Tarent" wegen was anderem war (der fiel mir doch nicht ein :roll:).
Ist nur mal ein Hinweis, weil ich das zufällig entdeckte. Aus der restlichen Diskussion halte ich mich aber vollkommen raus, da ich davon keine Ahnung habe was die Materie angeht. :-)
Zitat von: Peter K. am 17 Oktober 2010, 16:46:40
70 japanische Lufttorpedos gelangten im Herbst 1942 mit einem Blockadebrecher (welchem ?) nach Deutschland.
ie Auswahl beschränkt sich dann auf TANNENFELS, DRESDEN, und KULMERLAND, die alle 3 innerhalb einer Woche (2.-7.11.) Bordeaux erreichten.
(Dieser "Erfolg" führte auf britischer Seite zur Operation FRANKTON (siehe Chronik 12/42))
Zitat von: Peter K. am 17 Oktober 2010, 16:46:40
Diese Torpedos wurden ... an die Marine abgegeben, die damit einen Schnellbootsverband ausrüstete (welchen ?).
Das ist mal `ne interessante Frage ... :wink:
Gruß, Urs
Zitat von: Peter K. am 17 Oktober 2010, 16:46:40
70 japanische Lufttorpedos gelangten im Herbst 1942 mit einem Blockadebrecher (welchem ?) nach Deutschland. Dabei handelte es sich um den etwas älteren "Typ 91 Mod. 1" mit knapp 150 kg Sprengladung
...
Diese Torpedos wurden nach einer eingegehenen Erprobung, die keine wesentlichen technischen Vorteile gegenüber dem gerade verfügbar werdenen F5w erkennen liesen, an die Marine abgegeben, die damit einen Schnellbootsverband ausrüstete (welchen ?).
Mal kurz nachgefragt - die japanischen Typ 91 Mod. 1 Torpedos hatten 45 cm Durchmesser. Die auf den Schnellbooten eingesetzten Torpedorohre waren für die deutschen 53,3 cm Torpedos ausgelegt. Wie konnte man da die japanischen Torpedos verwenden ?
Grüsse
:MG:
Zitat von: MS am 18 Oktober 2010, 20:40:56
Diese Torpedos wurden nach einer eingegehenen Erprobung, die keine wesentlichen technischen Vorteile gegenüber dem gerade verfügbar werdenen F5w erkennen liesen, an die Marine abgegeben, die damit einen Schnellbootsverband ausrüstete (welchen ?).
Mal kurz nachgefragt - die japanischen Typ 91 Mod. 1 Torpedos hatten 45 cm Durchmesser. Die auf den Schnellbooten eingesetzten Torpedorohre waren für die deutschen 53,3 cm Torpedos ausgelegt. Wie konnte man da die japanischen Torpedos verwenden ?
[/quote]
45 cm- Torpedos hatten in der Kriegsmarine meiner Erinnerung nach
- LS 4 auf Schiff 28 MICHEL
- die übernommenen MAS 500,die dann später in der 24. SFltl fuhren (das könnte der gesuchte Verband sein)
- andere erbeutete Schnellboote
Gruß , Urs