Hallo,
Ich bin neu in diesem Forum.
Seit ca. 2 Jahren beschäftige ich mich mit dem Leben meines Großonkels.
Er diente im 2. WK zuletzt auf UJ 1204 als Maschinist der Reichsmarine .
Das Schiff sank bzw. soll gesunken sein, am 26.10.1942 östlich von Pien- Tytärsaari (Finn. Meerbusen).
Gibt es noch andere Angehörige von Besatzungsmitgliedern, welche sich mit diesem/-er Schicksal/ Tragödie beschäftigen ?
Hat jemand eine Besatzungsliste von diesem Schiff ? Ist bekannt, ob es Bilder vom Schiff(swrack) gibt ?
Ich wollte gern mehr über sein Leben im Krieg erfahren, ist aber sehr schwierig heraus zufinden, wann er wo stationiert war.
Für was steht die Abkürzung Böhmen= PC 322 (Nordsee) ? Welche Einsätze absolvierte das Schiff ?
Danke und viele Grüße
Hallo Georg!
Herzlich Willkommen hier! :O/Y
Als erstes eine Gegenfrage:
Hast Du diese Auskunftsmöglichkeiten schon genutzt?
--/>/> http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,24577.0.html
Ohne jetzt Bücher zur Hand zu haben, da unterwegs:
UJ 1204 wurde bestimmt nicht unter diesem Namen in Dienst gestellt, sondern vermutlich unter dem Namen Böhmen in seiner ursprünglichen Verwendung.
Die meisten U-Jäger waren vor dem Krieg etwas ganz anderes, z.B. Fischkutter oder ähnliches, und erst im Krieg wurden sie dann zu Hilfsschiffen, z.B. U-Jägern, Vorpostenbooten etc. rekrutiert.
Hallo Georg,
einige gefallene Besatzungsmitglieder findest Du in der Crewliste
http://historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ergebnis.php
Edit da das Suchergebnis nicht gespeichert wird,
http://historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/eingabe.php?neu=1
unten bei "U-Jäger" UJ-1204 auswählen
PC 322 ist die Fischereikennung, steht für Preußen/Cuxhaven.
Nordsee ist (ohne dass ich es jetzt geprüft hätte) wohl die Nordsee-Reederei.
Gruß, Thomas
Hallo t-geronimo,
danke für Deine schnelle Antwort und die Tips.
Die Auskunftsmöglichkeiten von der WAST Berlin, Marinearchiv, DRK-Suchdienst, Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge habe ich bereits genutzt, bzw. warte noch auf Antwort.
PS: Hoffentlich benutze ich auch die richtige Funktion zum Antworten.
Viele Grüße - "Georg"
Hallo Thomas,
danke auch an Dich für die schnelle Rückmeldung zu PC 322.
Bin inzwischen noch im Buch "Die deutsche Handelsflotte 1939-1945" von Dinklage/ Witthöft fündig geworden.
Die Böhmen ist nach Kollision am 26.10.1942 gesunken.
Reederei "Nordsee" Deutsche Hochseefischerei Bremen-Cuxhaven A.-G. Bremen,
Schiffseigner Maria Lit(h)meyer, Ww., Haren (Ems).
Viele Grüße - "Georg"
Hallo Bettika61,
habe meinen Großonkel in der Besatzungsliste gefunden.
Zwischen Zieten und UJ 1204 muss er noch auf anderen Schiffen gewesen sein.
Bei Gelegenheit werde ich noch sein Geburtsdatum, Geb.-Ort und Sterbedatum ergänzen lassen.
Viele Grüße - "Georg"
PS: Das an Dein Profil angehängte Enblem mit dem Fisch sieht elegant aus.
Вся информация, которой располагаю
Немецкий охотник за подводными лодками UJ-1204 (1940 г.п., бывш траулер Bohmen FV, 487 т, 11.8 уз, 45 чел, ГБ).
Корабль нёс одиночный противолодочный дозор в районе о. Большой Тютерс в Финском заливе и буквально "канул в воду" со всем экипажем 26 октября 1942 года. Обломки охотника были обнаружены в точке с координатами 59"48' сш. 27"11' вд. Немецкое командование посчитало, что корабль, погиб на мине.
Одновременно в тот же день 26 октября 1942 г. экипажи двух Ил-4 из 1 -го Гв.МТАП, вернувшись из одиночных крейсерских полетов, доложили о потоплении двух транспортов, водоизмещением по 6000 т каждый (один из них - в точке с координатами 59"45' сш. 27"17' вд., другой - в районе 59"37' сш. 27"17' вд.).
С большой долей вероятности потопление охотника можно считать одной из этих побед . Расхождение докладов с реальным размером кораблика объясняется тем, что премии авиаторов зависели от потопленного тоннажа.
Впрочем есть аргументы и в пользу "минной" версии. Известно, что советские торпедные катера в районе Тютерса набросали мин, на одной из которых вполне мог найти свою могилу UJ-1204. Точную причину гибели знали только немецкие моряки - все они погибли 26 октября 1942 года
1. Победы Советской торпедоносной авиации - http://www.airwar.ru/history/av2ww/soviet/torpedos/torpedos.html
2. Сайт ПК - https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?284438
3. Победы советских торпедных катеров во 2МВ - http://wio.ru/fleet/mtb.htm
P.S. Интересует информация о вооружении корабля
Zitat von: Iwan83 am 10 Mai 2020, 00:56:11
P.S. Интересует информация о вооружении корабля
nach Gröner Bd. 8/1, Seite 160:
1 – 8,8 cm SK
1 – 2 cm Vierling überhöht hinter Back
1 – 2 cm auf neuem Deckshaus
1 – 1,5 cm in Höhe Kesselraum-Ventilatoren
1 – 2 cm Vierling davor
1 – 3,7 cm Aufbaudeck
Je 2 Wasserbombenwerfer in Höhe Kesselraum
Je 3 Wasserbomben-Einzellager
2 Wasserbombenablaufgerüste mit je 3 Wasserbomben
Kalli, bist du so freundlich und fasst kurz zusammen, was unser russischer Freund geschrieben hat?
Viele Grüße
Ritchie
Ganz kurz gesagt weist er darauf hin, dass es in der russischen Literatur auch die Version mit einem Lufttorpedo gibt:
(26.Х ; Охотник Uj 1204 ;2 Ил-4/ 1 МТАП) -> siehe Liste im ersten Link
meint aber, dass die Minenversion die wahrscheinlichere ist, weil in diesem Gebiet sowjetische Torpedokutter Minen gelegt hatten aber die Wahrheit nur die umgekommenen Seeleute wissen.
Ach so. Sein PS bezieht sich auf "Informationen über die Bewaffnung" :-). Falls ich da falsch liege, bitte berichtigen.
Danke, mit der Bewaffnung liegst du wohl Richtig.
War das denn ein Totalverlust ohne Überlebende?
Viele Grüße
Ritchie
Interessant bei der Onlinequelle http://wio.ru/fleet/mtb.htm war für mich der Verlust des italienischen Kleinst-U-Boots CB 5. Hier widerspricht sich aber die Literatur... :?
Leider sagt der Seekrieg 1939-34 dazu garnichts aus - wäre doch was für TW und die italienischen Freunde
moin,
Zitat von: Iwan83 am 10 Mai 2020, 00:56:11
Ил-4 из 1 -го Гв.МТАП,
Der Flugzeugtyp Il-4 (https://de.wikipedia.org/wiki/Iljuschin_Il-4) ist klar, aber welche Einheit ist die 1.
Гв.МТАП ? ... Garde ... -Torpedo- ...?
Gruß, Urs
Laut Gröner gab es Mannschaftsverluste von 45 Mann, die Besatzung wird jedoch mit 73 angegeben. Es sollte also auf jeden Fall Überlebende gegeben haben. Hat jemand einen Gefechtsbericht oder einen KTB Eintrag?
Viele Grüße
Ritchie
Zitat von: Urs Heßling am 10 Mai 2020, 17:34:28
1. Гв.МТАП ? ... Garde ... -Torpedo- ...?
1.
Гв. (Gwardeyskij - Garde)
МТ (Mino-Torpednyj - Torpedo)
A (Awiazionnyj – Flieger)
П (Polk – Regiment)
moin, kalli,
Danke :wink: da lag ich ja knapp halbwegs richtig.
Gruß, Urs
This is very odd to relate on old and erroneous article of Bogatyrev. At least there was much-much better book from M. Morozov about soviet torpedo aircrafts. Both Il-4 that day fly in 11.45-12.29 msk and UJ.1204 exploded at 04.05 msk.
Also false is "канул в воду". Boot was in patrol with 2 another U-Jagern and one M-boot. They see huge explosion and saved 11 people. Lost was commander and 44 men.
Hallo in diese Runde!
Bin bei meinen Recherchen zu UJ 1211 und UJ 1204 auf Anfrage unseres russischen Freundes auf Eure Diskussion gestoßen. Hier ein aktuelles Zwischenergebnis:
Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die russischen Kollegen vom Zentrum für Unterwasserforschungen der Russischen geografischen Gesellschaft kürzlich im Mai 2020 das Wrack von UJ 1204 nahe der Insel Малый Тютерс (Maly Tjuters oder Klein Tütters) gefunden. Es war eher ein Zufallsfund auf der Überfahrt. Vor wenigen Tagen präsentierte A. Lukoschkow nun erste Aufnahmen vom Wrack und seine Überlegungen zu dessen Identifikation.
https://ok.ru/underwaterresearchcenter/topic/151840599541895
Andrey äußert die Annahme, dass UJ 1204 am 26. Oktober 1942 von einem sowjetischen Lufttorpedo versenkt worden sein könnte. Diese Version ist aber noch nicht belegt. Das Wrack liegt nun allenfalls auf 63 m Wassertiefe mit eingespültem Heck in gutem Erhaltungsgrad im Grund.
Hallo Bujan,
herzlich willkommen im Forum!
Vielen Dank für die Information. Bitte halte uns auf dem Laufenden bezüglich der Identifizierung des Wracks.
Viele Grüße,
Ralf
Zitat von: Bujan56 am 03 Juli 2020, 09:38:54
Andrey äußert die Annahme, dass UJ 1204 am 26. Oktober 1942 von einem sowjetischen Lufttorpedo versenkt worden sein könnte.
Why he made such assumption? UJ.1204 exploded at early morning and torpedo aircrafts fly near midday, as i wrote above. There was no chances for "Lufttorpedo".
Insgesamt wurden bei der Expedition 2020 4 UJ gefunden, Uj-1204 wahrscheinlich auf diesem Scan
Hallo Iwan83,
interessant- gibt es irgendwo einen Bericht über die Expedition? Das scheint ja sehr erfolgreich gewesen zu sein.
Viele Grüße,
Ralf
Guten Abend! Dieser DiversMannshaft in Fasebook, process shon get - https://www.facebook.com/uwex.org
Hallo Iwan,
M-96 gesucht und vier deutsche U-Jäger gefunden... das sind tolle Unterwasser-Fotos auf der Facebook Seite, vielen Dank.
Ich bin gespannt, mehr von der Gruppe zu hören - sie haben ja angekündigt, die Ergebnisse weiterzugeben. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!
Viele Grüße,
Ralf
Hallo Zusammen,
hier ist eine Zusammenfassung der Expedition auf Englisch zu finden:
https://de-de.facebook.com/subzoneltd/posts/3290069371050748?__tn__=-R
Im Seegebiet um Pien-Tytärsaari (Maly Tyuters) wurden die Wracks von 4 deutschen U-Jägern gefunden.
UJ 1211 und UJ 1204 auf einer Tiefe von 70m. Das Team vertritt die These, dass diese beiden Boote auf Minen des sowjetischen Minenfelds 19-A gesunken sind.
UJ 1205 auf einer Tiefe von ca. 60m, das nach einer Kollision mit dem Minensuchboot M 29 sank.
UJ 1216, das durch einen sowjetischen Torpedokutter versenkt wurde, auf einer Tiefe von 55m.
Das war eine super Arbeit des russischen Teams, ich hoffe, von ihnen noch mehr zu hören.
Viele Grüße,
Ralf
moin,
Zitat von: hoch-am-wind am 07 Juli 2020, 20:09:37
hier ist eine Zusammenfassung der Expedition auf Englisch zu finden:
https://de-de.facebook.com/subzoneltd/posts/3290069371050748?__tn__=-R
... mit dem kleinen Fehler, daß für die ersten beiden,
UJ 1211 und
UJ 1204, das Verlustjahr 1941 statt 1942 angegeben wird.
Gruß, Urs
... fehlt aus der 12. noch das Wrack von UJ 1203 ex. Heinrich Günther, von dem Gröner in DDK Bd. 8/1, S. 213 schreibt, dass es am 01.04.1942 östlich von Pien-Tytärsaari (Maly Tyuters) versenkt wurde, Abert jedoch, dass es am selben Tag bei Wangerooge gesunken ist.
Hat jemand hierzu evtl. eine Originalquelle mit dem Versenkungsort?
(UJ 1210 wurde am 09.10.1943 bei Gdynia versenkt, ist aber nicht mehr in situ, da gehoben)
Viele Grüße und vielen Dank,
Ralf
Hallo zusammen,
habe lange nicht vorbeigeschaut.
Gestern entdeckte ich neue Einträge zu UJ 1204 und konnte nicht glauben, dass dieses Wrack (zufällig) gefunden wurde.
Ich habe mich schon oft gefragt, ob nach der Detonation noch etwas übrig geblieben war und wenn ja, wie würde der Rest von UJ 1204 aussehen.
Wie es der Besatzung erging, daran will ich lieber nicht denken. Dieser furchtbare und sinnlose Krieg !
Danke auch von meiner Seite an IWAN83, BUJAN56, Igor und Andrey Lukoshkov für die Bilder und das Video.
Ich habe mich unglaublich gefreut und würde mir am liebsten selbst ein Bild vom Wrack machen. Ich habe aber nur das "Seepferdchen".
Meine Mutter erzählte bis zu ihrem Tod oft davon, wie ihr Vater Hermann auf Heimaturlaub war und die Post mit der Todesnachricht von Georg (der Bruder meines Opa`s Hermann) kam. Sie hätte ihren Vater noch nie und nie wieder so verzweifelt weinen und schreien gehört, wie an diesem Tag.
Es wurde später in der Familie erzählt:
Georg hätte an diesem Tag kurz vor dem Ereignis Wache gehabt und ging nach seiner Ablösung schlafen. Die nachfolgende Wache hätte das Unheil auf Grund schlechten Wetters, nicht rechtzeitig erkennen können.
Weil sich Georg unter Deck befand, sei er nicht mehr aus dem Schiff gekommen.
Nun überlege ich auch, ob man an das Wrack in Zusammenarbeit mit dem Volksbund eine Gedenktafel anbringen könnte ?, im Namen aller Besatzungsmitglieder ?
Herzliche Grüße und vielen Dank.
Andrea H.-J. (Georg Schmidt`s Großnichte)
Zitat von: hoch-am-wind am 07 Juli 2020, 22:20:26
... fehlt aus der 12. noch das Wrack von UJ 1203 ex. Heinrich Günther, von dem Gröner in DDK Bd. 8/1, S. 213 schreibt, dass es am 01.04.1942 östlich von Pien-Tytärsaari (Maly Tyuters) versenkt wurde, Abert jedoch, dass es am selben Tag bei Wangerooge gesunken ist.
Hat jemand hierzu evtl. eine Originalquelle mit dem Versenkungsort?
UJ.1203 sinks on magnetic mine on route from Wesermunde to Antwerpen. Detonation was in AN9596 near Feuerschiff D, Aussenjade. Wrack site according KTB was 53.52,48 - 07.52,50.
Sorry for late answer, didn't see question in July.
Hi Igor,
thank you for the information reg. UJ 1203 from the KTB - excellent. The position quoted from the KTB is north of Wangeroge, this matches Abert's record. Is this listed in the KTB for April 1, 1942 or a different date?
Thanks and best regards,
Ralf
KTB 12. UJ-Flottille, 01.04.1942. :-)
Vielen Dank Thorsten!
Ralf
Habe soeben t-geronimo`s Anhang vom KTB 1.4.1942 gelesen und ausgedruckt.
Ist für mich als "Landratte" sehr interessant.
Gibt es auch die Möglichkeit in das Bordbuch von UJ1204 Einblick zu nehmen und wenn ja, an welches Archiv könnte man sich da noch wenden ? Oder hättet Ihr die Möglichkeit dazu ?
Liebe Grüße Andrea.
Nach langer Zeit möchte ich mich auch mal wieder zu Wort melden. Ich besitze ein vom damaligen Matrosenobergefreiten Hans Jorkiewicz verfasstes privates Kriegstagebuch über die Einsätze von UJ 1207, das dieser von der Indienststellung des Bootes im Januar 1942 bis zur Kapitulation im Mai 1945 mit tagtäglichen militärisch knappen Informationen geführt hat. Hier nahm er auch die Meldungen auf, die er über andere Boote und Schiffe und erwähnenswerte Ereignisse erhielt.
UJ 1204 wird unter dem jeweiligen Datum wie folgt erwähnt:
04.09.1942: 14.30 traf U Jäger UJ 1204 auf Position ein, 15.30 ein AvD von Tytärsaari aus gemeldet.
25.09.1942: 07.00 von Kotka abgelegt, 10.00 auf Position. 14.15 Jolle ausgesetzt, mit Fl. Chef, Fl. Arzt und Kommandant von UJ 1204 zur Insel Hogland gefahren. 20.30 von Hogland zurück, Jolle eingesetzt.
26.10.1942: 07.00 Leinen los, Kurs Position Hogland. Durch F.T. mitgeteilt, dass UJ 1204 verloren ist, sehr wahrscheinlich Treibmine. Von 71 Mann konnten sich 11 Mann retten, waren auch noch verwundet. UJ 1204 in 20 Sekunden versunken. 10.45 eine Sprengboje abgeschossen.
UJ 1205:
21.09.1942: 08.00 kam UJ 1206 längsseits. Fl. Chef auf UJ 1207 übergestiegen. 09.30 kam UJ 1205 längsseits, keine Vorkommnisse.
11.10.1942: 06.30 seeklar. Kurs Position Hogland. Seegang 5-6. An UJ 1205 und UJ 1208 Post übergeben.
01.12.1942: 09.30 Fliegeralarm. 4 Flugzeuge gesichtet. Kamen aber nicht in Reichweite unserer Geschütze. 11.30 stürzte ein von erfolgreichem Flug von Lavansaari zurückkehrendes deutsches Flugzeug JU 88 in unserer Nähe ins Meer, die 4 Mann der Besatzung konnten geborgen werden. Um 14.45 sahen wir in der Nähe von Tytärsaari eine Wassersäule mit Detonation. Von Signalstelle Tütters kam Morsespruch: Bitte Jolle aussetzen, zur Aufnahme von Schiffbrüchigen. Jolle konnte nicht ausgesetzt werden, da sie beschädigt war. Um 20.00 kam durch F.T.: UJ 1205 wurde beim Wenden durch M 29 in der Flanke gerammt. UJ 1205 konnte sich noch zwei Stunden über Wasser halten, dann ist das Boot gesunken. Bis auf 2 Mann konnte sich die Besatzung retten.
UJ 1216:
26.08.1942: 00.25 sahen wir in ungefähr 4 sm ein Seegefecht mit 2 cm und 3,7 cm - Geschützen. Wir gaben sofort Gefechtsalarm. Nahmen Kurs auf diese Stelle. Als wir hinkamen, sahen wir nur noch einen Ölfleck, dann ein Rufen und Pfeifen mit der Pfeife. Dann sahen wir 3 Flöße mit Menschen, die sich retten konnten. Als wir die Geretteten geborgen hatten, hörten wir, was geschehen ist. 4 russische Schnellboote griffen U-Jäger UJ 1216 in 50 m Entfernung mit 2 cm, 3,7 cm und Torpedos an. 2 Torpedos konnte ausgewichen werden, der 3. Torpedo traf UJ 1216 mittschiffs. UJ 1216 sank in vier Sekunden. Von den 4 Booten konnte von UJ 1216 vorher noch eins vernichtet werden. Von der Besatzung von 46 Mann konnten 17 Mann sich retten. Von einlaufenden Booten wurden noch 6 Tote geborgen, alle mit Kopfschüssen. 07.00 mit den Überlebenden nach Kotka eingelaufen, in Kotka Munition übernommen. 15.00 Leinen los, Kurs Helsinki. 22.30 in Helsinki im Kohlenhafen fest.
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Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die Bibliothek für Zeitgeschichte der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart eine sehr aufwendige ,,Chronik des Seekrieges 1939 - 1945" herausgegeben hat, die online frei für jedermann verfügbar ist. Alle Kriegsschauplätze sind ausführlich erwähnt und auch die Einsätze der U-Jäger der 12. U-Jagdflottille können recherchiert werden.
In einem Unterabschnitt der Chronik des Seekrieges, Verletzung der Menschenrechte im Seekrieg 1939-1945, hatte ich vor Jahren bereits auf ein ganz offensichtliches Kriegsverbrechen beim Untergang von UJ 1216 aufmerksam gemacht (siehe meinen untenstehenden Kommentar in der Chronik), das Hans Jorkiewicz völlig beiläufig und ohne jegliche Kommentierung erwähnt. Sechs Tote, alle mit Kopfschüssen, wie kann das passieren?
26.08.1942:
,,Diese Verletzungen dürften kaum im Zusammenhang mit reinen Kampfhandlungen zwischen den Schiffen entstanden sein, so dass man wohl davon ausgehen kann, dass nach der Versenkung überlebende Besatzungsmitglieder per Kopfschuss hingerichtet worden sind. Dies wäre allerdings eine kriegsgesetzwidrige Handlung gewesen, wie es sie beim Feldzug im Osten sicher sehr häufig gegeben hat. Auch wenn ich gefühlsmäßig davon ausgehe, dass es sich bei den Toten um Besatzungsmitglieder von UJ 1216 handelt, spielt es letztlich keine Rolle, wer wen hingerichtet hat. Es sollte einfach als Beispiel für unzählige namenlose Kriegsverbrechen erwähnt werden, die niemals der Öffentlichkeit bekannt geworden sind (Jürgen Ruhardt)"
Zum Untergangsort von UJ 1203 kann ich folgende Information beisteuern, die in der von mir gestern erwähnten "Chronik des Seekrieges 1939 - 1945" aufgeführt ist und somit mit dem von t-geronimo beigefügten Scan des KTB vom 01.04.1942 korrespondiert:
"In der Chronik April 1942 steht unter dem 1. April: "Der dt U-Jäger UJ 1203 / Heinrich Günther sinkt nach einem Minentreffer im Sturm bei Tytärsaari im Finnenbusen." - Diese falsche Darstellung findet sich in der Literatur seit Herausgabe des Gröners Band 2 im Jahre 1968.
Richtig müssen die Ereignisse dieses Tages lauten:
"Am 1. April 1942 gehen fünf Boote der 12. U-Jagdflottille von Wesermünde nach Antwerpen in See. Nördlich Wangerooge sinkt der U-Jäger UJ 1203 (HEINRICH GÜNTHER = PG 540, Hochseefischerei Söhle KG) auf der Position 53.53.04 N / 07.52.54 E nach einem Minentreffer ohne Personalverluste. Die Flottille kehrt anschließend nach Wesermünde zurück. Am 3. April verlegt die 12. U-Jagdflottille dann nach Antwerpen."
Nachzukontrollieren ist dieses u. a. im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939 - 1945, Band 32, April 1942, 1992 Herford, S. 12 und 53 und in verschiedenen Wracklisten des ehemaligen DHI."
Zur Untergangsart von UJ 1204:
In der Chronik des Seekrieges steht hierzu:
26.10.1942
Ostsee
Bei einem Einsatz zur Überwachung dt. Minensperren im Finnenbusen läuft U-Jäger UJ 1204/ Böhmen in stürmischer See bei Pien-Tytärsaari auf eine sowj. Mine und sinkt.
Im gestern von mir übersandten privaten Tagebuchauszug steht "sehr wahrscheinlich Treibmine".
Lufttorpedo als Ursache erscheint mir eine reine Spekulation.
Viele Grüße
Jürgen R.
DANKE, für die Infos.
MfG
Andrea