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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: TomShark am 19 August 2026, 20:02:07

Titel: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 19 August 2026, 20:02:07
Einen schönen guten Abend allerseits!

Kann mir jemand freundlicherweise Infos geben (oder noch besser ein Foto mit entsprechender Quali zeigen), wie die Beschriftung der Papenberganzeige auf der LINKEN Seite der Wassersäule ganau lautet?
Ich kann es leider auf keinem Bild wirklich erkennen.

Ich danke herzlich!
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Theo am 21 August 2026, 13:53:55
Hallo,

ich habe ein Foto von U995, da sieht man die Zahlen recht gut. Ob das allerdings das Orginal der Anzeige von damals ist kann ich nicht sagen.

Gruß Rainer
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: U 48 am 21 August 2026, 16:20:02
Moin zusammen,

**Sehrrohrstandanzeiger in U 995**

Ich habe dazu einmal meine Unterlagen und Vergleichsmaterialien ausgewertet. Meine Einschätzung basiert dabei nicht nur auf einem einzelnen Dokument, sondern auf **unzähligen Besuchen in U 995 sowie auf Besuchen moderner Museums-U-Boote der Klasse 205 und weiterer U-Boot-Typen**.

Zusätzlich habe ich die mir vorliegenden **Beschreibungen und Betriebsvorschriften für Tiefenmesser von U-Booten der Typen IX C, IX C/40 und VII F** sowie die **TDV 1905/206-14D – Tiefensteuerüberwachungsstand** zum Vergleich herangezogen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die **beiden in U 995 verbauten Sehrrohrstandanzeiger nicht original zur ursprünglichen Ausrüstung des Bootes gehören**.

Die beiden Instrumente haben unterschiedliche Funktionen: **Ein Messrohr dient der Trimmung, das andere der Sehrrohranzeige.** Die heute in U 995 vorhandenen Ausführungen entsprechen nach meiner Einschätzung jedoch nicht den zeitgenössischen Instrumenten eines **VII C/41**.

Vielmehr sehen die Anzeiger nach meinen Unterlagen und Vergleichsbeobachtungen so aus, als würden sie **vermutlich von U-Booten der Klasse 205 oder aus einer noch früheren Bauperiode** stammen.

Auch die Skalen sind auffällig: Die heute an U 995 vorhandenen Markierungen entsprechen meiner Ansicht nach späteren Ausführungen. Bei den zeitgenössischen Instrumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren kleinere Bleche angebracht, auf denen die entsprechenden Markierungen als **Barometerstände in Millibar** angegeben waren.

Meine derzeitige Einschätzung ist daher, dass die in **U 995** eingebauten Sehrrohrstandanzeiger **nachträglich ausgetauscht wurden und keine originalen Instrumente der VII C/41** darstellen.

Vielleicht hat jemand weitere technische Unterlagen, Vergleichsfotos oder originale TDV-Unterlagen, die diese Einschätzung bestätigen oder widerlegen können. Gerade ein direkter Vergleich mit einem originalen Instrument eines **VII C/41** wäre interessant.

Gruß U 48
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Gabler am 22 August 2026, 16:21:52
Hi,

auf der linken Seite sind die Konturen des Turms und des Sehrohrs eingezeichnet und zwar so, daß man anhand der Flüssigkeitssäule sehen kann, bis wohin das Boot unter Wasser steht. Außerdem ist ein beweglicher Zeiger angebracht, der die Ausfahrhöhe des Angriffssehrohrs, genauer: dessen Kopf anzeigt. Danach konnten die Tiefenrudergänger (bzw. der LI) die Tauchtiefe einstellen, die das Boot haben sollte, damit sowohl der Sehrohrkopf aus dem Wasser ragt als auch der Turm unter Wasser bleibt.

In der Kontur des Turms ist eine Skala eingezeichnet, und zwar nur da. Da rechts die Tiefe unter Kiel (TuK) an der Säule abzulesen ist, könnte die Skala links die Höhe über Wasserlinie sein. Man kann also ablesen, wie weit die Aufbauten aus dem Wasser ragen.

Gruß

Gabler
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 25 August 2026, 21:52:20
Zitat von: Theo am 21 August 2026, 13:53:55Hallo,

ich habe ein Foto von U995, da sieht man die Zahlen recht gut. Ob das allerdings das Orginal der Anzeige von damals ist kann ich nicht sagen.

Gruß Rainer

Lieber Rainer, danke für deine Antwort! Könntest du das Bild eventuell hier posten? Danke dir!
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 25 August 2026, 22:01:09
Zitat von: U 48 am 21 August 2026, 16:20:02Moin zusammen,

**Sehrrohrstandanzeiger in U 995**

Ich habe dazu einmal meine Unterlagen und Vergleichsmaterialien ausgewertet. Meine Einschätzung basiert dabei nicht nur auf einem einzelnen Dokument, sondern auf **unzähligen Besuchen in U 995 sowie auf Besuchen moderner Museums-U-Boote der Klasse 205 und weiterer U-Boot-Typen**.

Zusätzlich habe ich die mir vorliegenden **Beschreibungen und Betriebsvorschriften für Tiefenmesser von U-Booten der Typen IX C, IX C/40 und VII F** sowie die **TDV 1905/206-14D – Tiefensteuerüberwachungsstand** zum Vergleich herangezogen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die **beiden in U 995 verbauten Sehrrohrstandanzeiger nicht original zur ursprünglichen Ausrüstung des Bootes gehören**.

Die beiden Instrumente haben unterschiedliche Funktionen: **Ein Messrohr dient der Trimmung, das andere der Sehrrohranzeige.** Die heute in U 995 vorhandenen Ausführungen entsprechen nach meiner Einschätzung jedoch nicht den zeitgenössischen Instrumenten eines **VII C/41**.

Vielmehr sehen die Anzeiger nach meinen Unterlagen und Vergleichsbeobachtungen so aus, als würden sie **vermutlich von U-Booten der Klasse 205 oder aus einer noch früheren Bauperiode** stammen.

Auch die Skalen sind auffällig: Die heute an U 995 vorhandenen Markierungen entsprechen meiner Ansicht nach späteren Ausführungen. Bei den zeitgenössischen Instrumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren kleinere Bleche angebracht, auf denen die entsprechenden Markierungen als **Barometerstände in Millibar** angegeben waren.

Meine derzeitige Einschätzung ist daher, dass die in **U 995** eingebauten Sehrrohrstandanzeiger **nachträglich ausgetauscht wurden und keine originalen Instrumente der VII C/41** darstellen.

Vielleicht hat jemand weitere technische Unterlagen, Vergleichsfotos oder originale TDV-Unterlagen, die diese Einschätzung bestätigen oder widerlegen können. Gerade ein direkter Vergleich mit einem originalen Instrument eines **VII C/41** wäre interessant.

Gruß U 48

Herzlichen Dank für deine Erläuterung und die Quellenangaben! U995 ist ja bekannterweise kein ideales Rechercheobjekt. Abbildungen zum Papenberg habe ich bisher leider keine verwertbaren finden können, auf dem ein oder anderen historischen Photo ist aber zumindest mal teilweise was davon zu sehen.

Was mich konkret interessiert: die linke Seite mit der Peri/Turmsilhouette zeigt Zahlenangaben, welche (soweit mir bekannt), anzeigen, wieviel Volumen des Bootes bei welcher Tiefe (im angezeigten Bereich) unter Wasser liegt und wieviel noch Überwasser liegt. Ich würde gerne wissen welche Zahlen da stehen (und ggf. welche Einheit)
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Theo am 26 August 2026, 10:13:20
Lieber Rainer, danke für deine Antwort! Könntest du das Bild eventuell hier posten? Danke dir![/quote]

Gerne.100_1383 (Copy).JPG

Gruß Rainer
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27
Hallo zusammen,

Die Beschriftung auf U 995 ist wahrscheinlich nicht original und wurde restauriert/rekonstruiert, sie scheint aber zumindest authentisch zu sein, wenn man sie mit originalen Aufnahmen vergleicht.

Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind. Es könnte sich also um das Volumen handeln, das noch noch geflutet werden muß, bis das Boot vollständig unter Wasser ist, was auch plausibler wäre als eine reine Höhenangabe. Anbei ein Ausschnitt, der den unteren Bereich des Laboe-Bootes zeigt. Rechts ganz unten übrigens der Zeiger für den Sehrohrkopf, der auf der Schiene läuft. Er scheint durchgefallen zu sein, was darauf schließen läßt, daß er pneumatisch oder hydraulisch angetrieben wurde.
Auschnitt-Papenberg.jpg

Gruß

Gabler
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Theo am 26 August 2026, 16:55:44
Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind.

Hallo,
durch das verkleinern des Fotos leidet die Qualität eben. Auf dem Original sind sie gut zu erkennen.
Ich schreib die Zahlen mal hier, von oben nach unten: C, 0,2, 0,4, 0,8, 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 35, 40.

Gruß Rainer
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 26 August 2026, 21:22:53
Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Hallo zusammen,

Die Beschriftung auf U 995 ist wahrscheinlich nicht original und wurde restauriert/rekonstruiert, sie scheint aber zumindest authentisch zu sein, wenn man sie mit originalen Aufnahmen vergleicht.

Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind. Es könnte sich also um das Volumen handeln, das noch noch geflutet werden muß, bis das Boot vollständig unter Wasser ist, was auch plausibler wäre als eine reine Höhenangabe. Anbei ein Ausschnitt, der den unteren Bereich des Laboe-Bootes zeigt. Rechts ganz unten übrigens der Zeiger für den Sehrohrkopf, der auf der Schiene läuft. Er scheint durchgefallen zu sein, was darauf schließen läßt, daß er pneumatisch oder hydraulisch angetrieben wurde.
Auschnitt-Papenberg.jpg

Gruß

Gabler


Hallo Gabler,

genau dass geben die Zahlenwerte an, wieviel Volumen des Bootes (zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich) bereits unter Wasser liegt. Was den Zeiger des Perikopfes angeht, ich gehe schwer davon aus dass selbiger durch den Wasserdruck selbst bewegt wird. Was auch erklären könnte, warum er da unten liegt.
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 26 August 2026, 21:33:39
Zitat von: Theo am 26 August 2026, 16:55:44
Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind.

Hallo,
durch das verkleinern des Fotos leidet die Qualität eben. Auf dem Original sind sie gut zu erkennen.
Ich schreib die Zahlen mal hier, von oben nach unten: C, 0,2, 0,4, 0,8, 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 35, 40.

Gruß Rainer


Danke Rainer, fürs rausschreiben. Auf dem Bild hier kann ichs auch schon wieder nicht wirklich erkennen. Bleibt nur noch zu klären, um was für eine Einheit es geht. Tonnen, Prozent. Vielleicht kann man es über die Verdrängungswerte getaucht herleiten.
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Gabler am 27 August 2026, 08:39:29
Hallo Ihr zwei,

das entwickelt sich ja zu einem sehr interessanten Thema. Vielleicht läßt sich in der U-Bootskunde oder der Tauchvorschrift etwas über die physikalische Größe "C" finden. Wenn die Skala einen Nutzen haben soll, dann muß es irgendwo beim Tiefenruderstand in Sichtweite eine Meßuhr und eine Steuerungsmöglichkeit gegeben haben, mit dem man diese Größe einstellen konnte. Vielleicht findet sich ja auf den Bildern noch etwas.

Wobei, "bereits unter Wasser" kann auch nicht sein (genauso wenig wie Höhe über Wasserlinie), denn die Werte steigen von oben nach unten und nicht von unten nach oben. Es muß also eine Größe sein, die beim vollständigen Unterschneiden zu Null wird, daher meine derzeitige Vermutung über das Flutvolumen.

Allerdings, aus der Tauchvorschrift habe ich noch in Erinnerung, daß die Boote in der Realität (anders als in den Simulationen üblich) nicht von Überwasserfahrt direkt auf Sehrohrtiefe gegangen sind - gehen konnten, sondern immer erst auf Tiefe (20-25m) gegangen sind, dann das Boot durchgependelt wurde, um verbleibende Luftblasen aus den Zellen zu bekommen, danach wurde das Boot eingeregelt auf hydrostatisches Gleichgewicht und schließlich auf ebenen Kiel getrimmt. Erst dann hat man sich von unten (!) an die Sehrohrtiefe angenähert. Eine Größe der Art eines noch zu flutenden Zellenvolumens ergäbe dann irgendwie keinen Sinn wenn man ohnehin schon getaucht ist, genauso wenig wie Höhenangaben oder wie "weit" man unter Wasser ist, es sei denn, die Werte wurden zum Nachregulieren verwendet, wenn das Boot eben doch die Oberfläche durchbrach...

https://uboatarchive.net/U-570/U-570Photo19.htm

Hier zu sehen ist eine amerikanische Aufnahme des Tiefenruderstands von U 570 nach der Kaperung 1941. Man kann zwar auch hier keine Zahlen lesen, aber der Aufbau der Ziffernblätter entspricht denen auf U 995, es war also schon auch original so wie im Museumsboot dargestellt. Rechts zu sehen übrigens auf Höhe der links eingezeichneten Oberkante des Sehrohrbocks der Zeiger für den Sehrohrkopf. Man kann also erkennen, daß das Sehrohr zum Zeitpunkt der Aufnahme eingefahren war. Die Position wird durch die pneumatische / hydraulische Steuerung des Sehrohrs bestimmt und ist nicht vom Wasserdruck abhängig, man will ja die relative Position zur Wasseroberfläche ablesen können.

Das wurde übrigens bei SH3 noch wunderbar simuliert, bei den Nachfolgern wurde der Papenberg verhunzt, aber das ist ein anderes Thema.

Grüße

Gabler
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Theo am 27 August 2026, 11:50:28
Zitat von: Gabler am 27 August 2026, 08:39:29Wobei, "bereits unter Wasser" kann auch nicht sein (genauso wenig wie Höhe über Wasserlinie), denn die Werte steigen von oben nach unten und nicht von unten nach oben. Es muß also eine Größe sein, die beim vollständigen Unterschneiden zu Null wird, daher meine derzeitige Vermutung über das Flutvolumen.

Hallo Frank,
es geht bei der Skala um den Restauftrieb des Bootes, und der nimmt mit zunehmender Tauchtiefe ab, deshalb nehmen die Werte von unten nach oben ab, da der Auftrieb ja immer geringer wird.

Hiermal ein Auszug aus "Ulrich Gabler Unterseebootbau"         
         
Für die Fein-Tiefenanzeige auf Schnorcheltiefe ist in der deutschen Marine das sogenannte Papenbergmanometer eingeführt. Die Messung beruht auf dem Prinzip der Zusammendrückung eines Luftpolsters. Die Anzeige in dem zylindrischen Glasrohr ist daher nicht linear.         
Neben der Tiefenskala des Instrumentes ist der zur Schwimmlage gehörende Restauftrieb des Bootes eingetragen (bei der ÜW-Schwimmlinie beginnend und auf 0 bei Oberkante Aufbau abnehmend).         
         
         
Gruß Rainer         

Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 27 August 2026, 18:50:55
Für mich macht es ebenfalls Sinn wie in Theo's Beschreibung. Die Zahlenangabe ist aber trotzdem unklar, v.a. wenn die höchste Ziffer 40 bei voll getauchtem Boot anliegen wurde. Mir fällt dazu aber keinerelei Kennwert ein, der dazu passen würde...
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Gabler am 27 August 2026, 19:39:12
Hallo Rainer,

sehr gut, das passt ja perfekt. Und mein Namensgeber muß es ja wissen ;-) Habe noch ein wenig in der Tauchvorschrift geblättert: Dort wird der Restauftrieb in Tonnen angegeben, die Messung bzw. Einstellung scheint  nur für den Trimmversuch erforderlich, wenn das Boot gerad so unter Wasser liegt; Zitat (Nr. 81):

ZitatDurch Fluten der Regler nach den Befehlen des L.I. wird das Boot zunächst
ohne Berücksichtigung des Trimms auf einen Restauftrieb von etwa 2 t gebracht.
Jetzt ist das Boot in seiner Längsstabilität weich geworden und wird mit kleinen
Trimmitteln durchgependelt, um die Restluft aus den Tauchzellen zu bringen.
Durch weiteres Zufluten in die Regler wird das Boot auf den befohlenen
Restauftrieb gebracht. Von 2 t Restauftrieb ab meldet der L.I. laufend das
Abnehmen des Restauftriebes.
Weiter unten dann:

ZitatSind Restauftrieb und Trimm wie befohlen hergestellt, meldet
L.I. an K.: ,,Restauftrieb beträgt x t, Boot liegt nullastig".
(Es ist der Restauftrieb anzugeben, den das Boot bei eben überfluteter
Turmdecke hat.)
Sofern ich das richtig verstanden habe, erfolgt der Versuch stationär, also ohne Fahrt, das Boot sinkt also nur duch Fluten der Zellen und nicht dynamisch duch Eigenfahrt. Sonst wird der Restauftrieb nicht mehr weiter erwähnt. Fragt sich noch, warum der eine Wert in Rot markiert ist. Vielleicht ist das ein Sollwert für die Tauchfahrt oder der o.e. Restauftrieb bei überfluteter Turmdecke.

Gruß

Gabler
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 27 August 2026, 20:44:09
Zitat von: Gabler am 27 August 2026, 19:39:12Hallo Rainer,

sehr gut, das passt ja perfekt. Und mein Namensgeber muß es ja wissen ;-) Habe noch ein wenig in der Tauchvorschrift geblättert: Dort wird der Restauftrieb in Tonnen angegeben, die Messung bzw. Einstellung scheint  nur für den Trimmversuch erforderlich, wenn das Boot gerad so unter Wasser liegt; Zitat (Nr. 81):

ZitatDurch Fluten der Regler nach den Befehlen des L.I. wird das Boot zunächst
ohne Berücksichtigung des Trimms auf einen Restauftrieb von etwa 2 t gebracht.
Jetzt ist das Boot in seiner Längsstabilität weich geworden und wird mit kleinen
Trimmitteln durchgependelt, um die Restluft aus den Tauchzellen zu bringen.
Durch weiteres Zufluten in die Regler wird das Boot auf den befohlenen
Restauftrieb gebracht. Von 2 t Restauftrieb ab meldet der L.I. laufend das
Abnehmen des Restauftriebes.
Weiter unten dann:

ZitatSind Restauftrieb und Trimm wie befohlen hergestellt, meldet
L.I. an K.: ,,Restauftrieb beträgt x t, Boot liegt nullastig".
(Es ist der Restauftrieb anzugeben, den das Boot bei eben überfluteter
Turmdecke hat.)
Sofern ich das richtig verstanden habe, erfolgt der Versuch stationär, also ohne Fahrt, das Boot sinkt also nur duch Fluten der Zellen und nicht dynamisch duch Eigenfahrt. Sonst wird der Restauftrieb nicht mehr weiter erwähnt. Fragt sich noch, warum der eine Wert in Rot markiert ist. Vielleicht ist das ein Sollwert für die Tauchfahrt oder der o.e. Restauftrieb bei überfluteter Turmdecke.

Gruß

Gabler

Grundsätzlich ist das alles schlüssig. Nur die Zahlen nicht. Tonnen können es nicht sein (selbst wenn es Hektotonnen wären, wäre das ja gerade so / nicht mal ganz die U-Wasserverdrängung vom VIIer). Prozent kanns aber auch nicht sein, weil bei "40" wäre der Bootskörper ja bereits vollständig unter Wasser.
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Theo am 27 August 2026, 23:46:39
Zitat von: TomShark am 27 August 2026, 20:44:09Grundsätzlich ist das alles schlüssig. Nur die Zahlen nicht. Tonnen können es nicht sein (selbst wenn es Hektotonnen wären, wäre das ja gerade so / nicht mal ganz die U-Wasserverdrängung vom VIIer). Prozent kanns aber auch nicht sein, weil bei "40" wäre der Bootskörper ja bereits vollständig unter Wasser.

Hallo TomShark,
eben nicht, bei 40 ist das Boot aufgetaucht, der Restauftrieb ist eben sehr hoch.
Mit zunehmender Tauchtiefe verringert sich der Restauftrieb und deswegen zeigt die Skala beim vollständigen unterschneiden der Wasseroberfläche 0 an, da es keinen Auftrieb mehr gibt.
 

Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Gabler am 28 August 2026, 09:10:05
Hallo Rainer,

Deiner Überlegung zu den Werten stimme ich zu. Die Frage ist nun, wie genau ist der "Restauftrieb" definiert, da habe ich auch etwas Verständnisschwierigkeiten und folgendes überlegt: Nach wiki hat das VIIC/41-Boot aufgetaucht eine Verdrängung von 759t und in getauchtem Zustand 860t, also 101t Wasserverdrängung mehr. Nun behauptet ein gewisser Archimedes seit geraumer Zeit, daß der Auftrieb eines Körpers im Wasser dem Gewicht des verdrängten Volumens entsprechen soll. Wenn das stimmt, dann ist der Auftrieb des Bootes unter Wasser ja größer und nicht etwa kleiner, da die Verdrängung ja größer wird. Mit "Restauftrieb" scheint also nur (!) die verbleibende Gewichtsreserve gemeint zu sein, die das Boot aufnehmen kann, bis es vom aufgetauchten Schwimmzustand in den getauchten Schwebezustand kommt, und dieser wird immer kleiner, je schwerer das Boot wird. Damit würde sich der Verlauf der Skala - abnehmend von unten nach oben - erklären, bin aber nicht ganz sicher, ob das stimmt. Wenn so, dann hätte das Boot also einen maximalen "Restauftrieb" von 101t.

Dann habe ich mal die U-Boot-Kunde (M.DV 371) für das Typ VII konsultiert. Dort sind die Inhalte der Tauchzellen 1,3 und 5 mit zusammen 103m³ angegeben (die Tauchbunker 2 und 4 haben zusammen nochmal knapp 50m³ und sind anfänglich mit Öl gefüllt, was leichter als Wasser ist und nach und nach durch Seewasser ersetzt wird). Das scheint zumindest von der Größenordnung her zu passen. Aber auf der linken Skala für den Restauftrieb steht ganz unten die "40" und nicht etwa "101". Wirklich erklären kann ich mir diese Zahl auch nicht.

Immerhin eine Annäherung: Wenn man das Ziffernblatt ganz unten genau betrachtet, so ist auf der rechtens Seite beim Tiefgang die unterste Markierung mit "5" (m) versehen. Der normale Tiefgang des aufgetauchten Bootes liegt irgendwo bei 4,7-4,9m, die Linse der Flüssigkeitssäule im Glas sollte also in aufgetauchtem Zustand etwas unterhalb der 5m-Markierung liegen. Die "40"-Markierung links liegt aber deutlich oberhalb der rechten 5m-Markierung, ich schätze mal bei einem Tiefgang von etwa 5,2m. Ich weiß nicht, ob eine Gewichtszunahme von 100-40=60t nur zu einem solchen etwas größeren Tiefgang führt, halte das aber für nicht ausgeschlossen, da das Boot in diesem Tiefgangsbereich seine größte Grundfläche hat. Auch erinnerlich ist mir, daß das Boot nach dem Auftauchen in ausgeregeltem Schwebezustand etwa einen halben Meter tiefer lag und erst nach dem Ausblasen vollends aufschwamm. Vielleicht passt das ja irgendwie zusammen mit diesem Restauftriebswert von "40".

Übrigens, eine "0" ganz oben links ist nicht angegeben, der oberste Strich über der 0,2 hat kein Beschriftung. Der Buchstabe "C" befindet sich zwischen diesen beiden Markierungen, das ist bestimmt kein Zufall. Es wird vmtl. das Kürzel für den Restauftrieb sein.
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 28 August 2026, 10:03:22
Zitat von: Theo am 27 August 2026, 23:46:39
Zitat von: TomShark am 27 August 2026, 20:44:09Grundsätzlich ist das alles schlüssig. Nur die Zahlen nicht. Tonnen können es nicht sein (selbst wenn es Hektotonnen wären, wäre das ja gerade so / nicht mal ganz die U-Wasserverdrängung vom VIIer). Prozent kanns aber auch nicht sein, weil bei "40" wäre der Bootskörper ja bereits vollständig unter Wasser.

Hallo TomShark,
eben nicht, bei 40 ist das Boot aufgetaucht, der Restauftrieb ist eben sehr hoch.
Mit zunehmender Tauchtiefe verringert sich der Restauftrieb und deswegen zeigt die Skala beim vollständigen unterschneiden der Wasseroberfläche 0 an, da es keinen Auftrieb mehr gibt.
 



Sorry, Denkfehler! Danke für den Hinweis.
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 28 August 2026, 13:11:06
Hallo Gabler und Theo,

ich denke mit dem Restauftrieb liegen wir richtig. Ich hatte bisher die Vermutung, dass sich die Angaben mglw.
auf den oberhalb der Schwimmwasserlinie liegenden Anteil der druckfesten Verdrängung bezieht.
Das stimmt nicht, allerdings hat es damit zu tun.

Soweit ich das jetzt recherchieren konnte, zeigt die Skala den konstruktiven! Restauftriebswert in t, welcher wiederum davon abhängig ist, wieviel der druckfesten Verdrängung oberhalb/unterhalb der Schwimmwasserlinie liegt.

Angenommen das stimmt so, bringt mich das aber zu der Frage, was der eigentliche Mehrwert dieser Anzeige war. Der Restauftrieb ist ja keine feste oder lineare Größe, ganz im Gegenteil.
Der tatsächliche Restauftrieb musste ja im Trimmversuch überhaupt erst festgestellt werden.
Was dann die "Werksseite" Referenz auf der Anzeige bringt, ist mir nicht wirklich schlüssig.

Ideen dazu?

Zum ominösen "C" konnte ich nach wie vor keinen Anhalt finden. Vielleicht ist aber auch einfach die Beschriftung unvollständig, und es soll "0,1" heißen? Passen würde es ja ungefähr. Und er oberste Strich dann "0".

Liebe Grüße!
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 28 August 2026, 15:13:10
Ich hab die Zahlenangaben von euch mal hier ins Bild eingefügt, ist etwas anschaulicher
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 29 August 2026, 11:33:50
Habe noch eine bessere Aufnahme bekommen, da ist alles deutlich zu sehen. Und das C ist definitiv ein C. Die Idee dass es vlt eine abgeblätterte Beschriftung sein könnte, fällt also aus
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: Thor am 29 August 2026, 12:42:00
Hallo Tom,

hab' das beiliegende Foto für Dich von U-30 - Quelle: BAMA, W-04/17026.

Gruß
David
Titel: Aw: Papenberganzeige
Beitrag von: TomShark am 30 August 2026, 18:08:13
Danke David für das super Foto! Da steht's sogar noch gleich drauf :)