Trefferwirkung auf HMS CORNWALL bei Gefecht mit PINGUIN

Begonnen von Leutnant Werner, 31 Januar 2009, 00:09:59

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Leutnant Werner

Hallo Sportskameraden,

war heute morgen mal wieder auf dem Lokus und nahm wie gewöhnlich Francois-Emmanuel Brézets "Die Deutsche Kriegsmarine 1935-1945" in die Hand, um mich über Hitlers schwimmende Streitmacht zu beschlauen. Das Kapitel über die Handelsstörkreuzer ist sehr gut gelungen. Brézet zeigt sich von der enormen Wirkung der paar Schiffchen stark beeindruckt und das tue ich als Leser auch. Die Kapitäne dieser Einheiten müssen handverlesen gewesen sein!

Nicht neu war mir, dass außer dem KORMORAN auch andere Hilfskreuzer Kontakt mit britischen Kreuzern hatten und den ebenso meist nicht überlebten. Nicht bekannt war mir aber, dass auch andere außer dem KORMORAN zurückschossen und den britischen Kreuzer trafen, bevor sie selbst untergingen!

Brézet schreibt auf Seite 212:
"Am 8. Mai wurde die PINGUIN bei den Seychellen von dem Schweren Kreuzer CORNWALL (Captain Manwaring) angehalten. Dieser ließ sich von der Tarnung als norwegisches Schiff täuschen, die gewählt worden war, um möglichst wenig Verdacht zu erwecken und dem deutschen Schiff die Initiative zur Feuereröffnung  zu lassen. Nachdem die CORNWALL einige Treffer erhalten hatte, lief sie außer Reichweite der Geschütze des Hilfskreuzers und eröffnete ihrerseits das Feuer. Krüder hatte gerade den Befehl zum Verlassen des Schiffes gegeben, als eine Salve auf dem Schiff aufschlug und die Minenladung explodieren ließ. Die Verluste waren schwer (...)"

Weder in Whitley´s Werk "Cruisers of WW II" noch bei Conway´s finden sich Hinweise auf die Trefferwirkung auf CORNWALL. Zwar war der Gürtelpanzer des Kreuzers kurz vor dem Weltkrieg auf 4 Zoll "hochgejazzt" worden, aber der geschützte Bereich war überschaubar. Was hat die PINGUIN kaputt gemacht?

Hat da jemand nähere Erkenntnisse?

Gruß
Lt

Urs Heßling

Hallo, Lt.,

vor Jahrzehnten las ich ´mal Brenneckes "Gespensterkreuzer HK 33 Pinguin" (ausgesprochen blöder und falscher Titel)

da hieß es, die Überlebenden der Pinguin hätten, als sie an Bord kamen, Reste von Brandbekämpfung an Oberdeck gesehen. Eine genauere Trefferbeschreibung gab es aber nicht.

Hier gibt´s noch einen genaueren Hinweis
http://freepages.family.rootsweb.ancestry.com/~treevecwll/vname.htm

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Leutnant Werner

Danke Urs, klasse Link auch wieder (Reeeeeschbeckt), aber vielleicht hat es einer noch genauer, ...vielleicht der Mann aus Stockerau :MLL:

Gruß
Ekke

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Ralf

Die Pinguin wurde genau in die Minenladung getroffen, die das Schiff dann förmlich zeriss...
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Benny-U-30-Licht

Ich habe das Buch von Brennecke auch, und ich meine das dort auch stand das die Minenladung hochging.
Es gibt nur 3 Arten von Menschen:1. die Lebenden, die Toten und 3. die zur Seefahren

Albatros

Hallo Ekke,

hier mal ein Textausschnitt einer englischen Seite zur HMS Cornwall,

Unfortunately 200 prisoners along with 332 Germans were lost with the ship, Cornwall managed to rescue 60 crew members and 22 prisoners who were originally the crew of the 32 merchant ships the raider had either sunk or captured. During the battle, Cornwall was hit in the stern. She returned to Durban for repairs, which were completed on 10 June.

Also es gab wohl so einiges zu reparieren,

Gruß, :MG:

Manfred

Leutnant Werner

Danke für die Hinweise, Freunde,

offenbar gab es dann wohl erhebliche Beschädigungen, aber es gibt keinen Hinweis auf Personalverluste bei CORNWALL. Dennoch eine bemerkenswerte Begebenheit, dass der PINGUIN das Gefecht  überhaupt aufgenommen hat.

Gruß
Ekke

Urs Heßling

Hallo, Ekke,

ich glaube nicht, daß Krüder hätte entkommen können. Es gab kein anderes in Frage kommendes Schiff nach der Versenkung der British Commander, deren Funker ja den Angreifer wohl genau beschrieben hatte.

Die Frage wäre, ob er, wie Rogge mit "Atlantis" 6 Monate später, das Gefecht erst gar nicht hätte beginnen, sondern gleich Mannschaft und Gefangene in die Boote schicken sollen.
Nachdem die CORNWALL wieder außer Reichweite war und zu schießen begann, hat er es getan, aber kurz darauf schlug schon die Salve der CORNWALL ein, die die Minen zur Explosion brachte (Darstellung  Brennecke, s.o.)

Gruß, Urs
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t-geronimo

@ Lt. Werner:

Doch, einen Toten gab es anscheinend an Bord von HMS Cornwall: Lt (E) Winslade.
Er starb nicht an direkten Trefferfolgen, sondern durch Hitzeerschöpfung, nachdem in seiner Abteilung (die mir leider nicht bekannt ist) die Hitze auf über 90°C stieg, weil das Belüftungssystem wegen Kurzschluß ausfiel.

Der britische Kreuzer hatte übrigens Glück, weil eine der 15-cm-Granaten der Pinguin wohl in der Mehl-Last der Cornwall einschlug.
Und Mehl, man mag es kaum glauben, kann sehr explosiv sein.
In vielen Actionfilmen, in denen Explosionen passieren, wird Mehl genommen und nicht, wie viele vielleicht glauben, Bezin o.ä.:
http://www.pyrotechnik.de/galerie/galerie-animation-pyrotechnik-003-explosion-mehlbombe.html

Quelle: John Asmussens Forum
http://bismarck-class-forum.dk/thread.php?threadid=2453
Gruß, Thorsten

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Woelfchen

ZitatAlthough completely outclassed by such a powerful enemy, at 1714 hours, as the range dropped to 8,000 metres and the cruiser reduced speed, Krüder dropped his disguise, ran up his battle flag, turned sharply to port to bring his full broadside to bear and opened up with five guns simultaneously, straddling her.

At precisely that point the Cornwall suffered a failure in the electrical circuit that controlled the training of her main gun turrets, leaving Manwaring with no alternative but to break off and quickly retire out of range of Krüder's all too accurate and effective gunners to carry out repairs.

As he did so, the cruiser suffered a complete breakdown in the telephone link between the bridge and the guns, followed by the line to the aircraft catapult also going dead, leading him to dispatch an officer aft to order the waiting Walrus aloft to bomb the raider.

Die "Cornwall" konnte nicht mehr zurückschießen, obwohl sie nicht direckt getroffen wurde. Habe ich das richtig verstanden?
Auch der Rest der Reports klingt ehr so das der größte Gegner des Schiffs die eigene Technik war und nicht der Hilfskreuzer.

Albatros

#11
Ich glaube die müssen mehr abbekommen haben als gedacht,

Die Kommunikationsmittel zwischen Brücke und Waffenleitung und anderen Bereichen im Schiff war wohl zerstört.

Ich meine ich hab auch mal gelesen sie hätten einen Schaden in der Ruderanlage davon getragen.

Kann mir kaum vorstellen dass dies gänzlich ohne Opfer abging.

Gruß, :MG:

Manfred

t-geronimo

Wenn ich auf Johns Seiten lese, ist das durchaus ohne Verluste möglich.
Demnach war der Treffer in die Mehl-Last auch derjenige, der wichtige Kabel für die Steuerung, die dort entlang verlegt waren, zerstörte.
Auch bei den anderen beiden Treffern ist durchaus möglich, daß alle Briten in der jeweiligen Umgebung Glück hatten.

Ein Teil der Kommunikationsmittel war eben nicht zerstört sondern nur durch Kurzschluß und nicht durch Trefferwirkung beschädigt und konnte rasch wieder hergestellt werden.
Durch Trefferwirkung ging wohl nur der Maschinenraum-Telegraph kaputt.

Ich habe aber bei Johns Forum nochmal explizit nach den Quellen für diese Beschreibungen nachgefragt.  :MZ:
Gruß, Thorsten

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Leutnant Werner

Also Woelfchen,

ich glaube auch eher, dass PINGUIN das Problem der CORNWALL war und das einige Defekte auf Trefferwirkung zurückzuführen waren, denn die 150 mm WK I - Wummen des Schiffs waren ziemlich machtvolle Waffen, noch dazu auf Gefechtsentfernungen unter 100 hm.

Wenn ich PINGUIN in dieser Situation bin, muss ich eigentlich die Chance nutzen, wenn der Engländer die Gefechtsentfernung erhöht, und selbst nebeln, abdrehen, und den Minenvorrat als Streuminen ausbringen....wie realistisch ist das und was hat Krüder tatsächlich gemacht?

Gruß
Ekke

t-geronimo

Krüder hat in der Tat abgedreht.
Als die erste 20,3-cm-Granate einschlug und einen Mast zu Fall brachte, gab der Kommandant den Befehl zur Selbstversenkung, da er wußte, das alles weitere sinnlos war.
Nebeln hätte nicht viel gebracht (bin mir nicht ganz sicher, aber eine Nebelanlage hatte meine ich kein HSK, das wäre also nur über Maschine/Schornstein gegangen), da eine Walrus der Cornwall über Pinguin kreiste und die Feuerleitung unterstützte.
Das mit den Minen ist völlig unrealistisch, da es viel zu zeitaufwendig gewesen wäre, diese erstmal aus der Tiefe des Schiffs nach oben zu holen. Und ich meine, das für das Werfen dann auch noch umfangreiche Aurüstung (Schienen usw.) hätte installiert werden müssen.
Außerdem hätte die Walrus das eh' gesehen und der Kreuzer mit seiner viel höheren Geschwindigkeit hätte problemlos um den HSK kreisen können.
Gruß, Thorsten

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