Der kühnste Geleitzugkämpfer der U-Boot Waffe

Begonnen von Dmitri Donskoi, 19 November 2009, 13:39:40

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Dmitri Donskoi

Hallo Zusammen

Heute hat mir meine Frau voller Freude ein neues U-Boot Buch gekauft und ins Büro gebracht.

Kapitänleutnant "Joachim Schepke" Der kühnste Geleitzugkämpfer der U-Boot Waffe
Habe es im Schnellgang durchgeblättert.
Sehr viele schwarzweiss Fotos und erstaunlicherweise viele private Fotos, wo Joachim Schepke mit seiner Frau zu sehen ist.

Wer hat das Buch gelesen?
Wo muss ich es versorgen? Propaganda - Ehrlich - Verunglimpfung

Möchte einfach gerne von Leuten "die eine Ahnung von den deutschen U-Booten und ihre Geschichte haben" erfahren, wo dieses Buch zu archivieren ist.

Da ich die Natur des Buches nicht verifizieren kann und auch keine Zeit habe, mich in der Geschichte der deutschen U-Bootfahrer schlau zu machen, hoffe ich von Euerem Wissensstand profitieren zu dürfen.

Wenn ich mich durch das Atom-U-Boot von Tom Clancy durchgelesen habe (Seite 102) würde ich gerne Kapitänleutnant "Joachim Schepke" vornehmen.

Dann stellt sich die Frage für mich, lese ich jetzt eine ehrliche Geschichte oder Propaganda?

Ich hoffe Ihr seit nicht böse, wenn ich mir das Reserschieren über
Kapitänleutnant "Joachim Schepke" erspare und auf Euer Wissen zurückgreife.

Mit getauchten Grüssen  :MG: Dimitri Donskoi
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet,
dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen,
was sie nicht hören wollen.

Trimmer

Hallo Thomas - auf Deine Frage wird Dir wohl kaum einer eine 100 % ige Antwort geben können. Man kann so oder so über "Helden " denken und ob Schepke nun der "Beste" oder der "Kühnste " war  ? Ich denke selbst wenn man noch lebende alte U - Boot Fahrer fragen würde gingen die Meinungen total auseinander. Und so sehe ich es eigentlich bei jedem Buch über diese Zeit. Betrachtungsweise des Schreibers muß nicht zwangsläufig Deine eigene Betrachtung sein. Also lies das Buch und bilde Dir eine eigene Meinung.

Gruß - Trimmer- Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Teddy Suhren

Hai

Immer alles kritisch Hinterfragen und von mehreren Seiten betrachten.
Als Einstieg:
[wiki]Joachim_Schepke[/wiki]
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

rosenow

Hallo Dimitri Donskoi!
Um es gleich vorweg zu erwähnen, ich will hier nicht die Leistungen der sogenannten U-Boot-Asse schmälern, die hervorragend in Friedenszeit ausgebildeten Kapitäne der Tauchbootwaffe waren,
aber dennoch sind die tatsächlichen großen Leistungen, die sie ohne Zweifel erbracht haben, natürlich den Umständen oder gerade diesen gut angepassten Taktiken der Kommandanten in dieser Phase des Seekrieges und die relativ guten Ausgangspositionen der Tauchbootfahrer, die ja eigentlich mehr über Wasser Erfolge erzielten als unter Wasser, anders einzuordnen.
In den ersten Jahren, wo der Gegner noch schwach und das Radar erst im Kommen war, führten diese, noch im wesentlichen guten Umstände, zwangsläufig zu großen Versenkungszahlen, gegenüber den folgenden Jahren.

Nun, die sogenannten U-Boot-Asse sind an sich schon Propagandahelden, in einer Zeit 1939 bis Frühjahr `41, in der das Versenken von Schiffen noch nicht so ,,schwer" war, wie in späteren Zeiten des Krieges.
Sie galten als Vorbilder, Propaganda, Lockmittel und heute als Legenden, dabei gab es auch in den späteren Jahren hervorragende Kapitäne, deshalb finde ich den Titel des Buches doch etwas gewagt.

U-Bootbesatzungen, ihre Kapitäne und ihre veralteten Tauchboote  waren im gesamten Krieg immer nur auf Schauplätzen Erfolgreich, wo sie sich im Schutze der Tiefe oder der Nacht über Wasser ohne Gegenwehr bzw. wenig Gegenwehr relativ sicher fühlen konnten.
Was ja bekannter weise durch die immer stärker werdende Überwachung, Asdic, Sonar, Radar und der im Verlaufe des Krieges ausgereifteren Flugzeugtaktiken, Lufthoheit und vermehrten speziellen U-Boot-Such Gruppen und andere Technik zur fast völligen Lähmung der Tauchboote führte.

Ich wollte hier nur klarstellen, dass Joachim Schepke in einer etwas ruhigeren, für die Tauchboote ,,noch nicht so gefährlichen Zeit" (extra in Anführungsstriche gesetzt) seine Erfolge hatte.
M.E. ist eigentlich Fregattenkapitän Otto Kretschmer, der kühnste Tauchbootfahrer in den ersten Jahren des Krieges, der das Einsacken in einem Geleitzug im Schutze der Nacht über Wasser, wie wohl kein anderer beherrschte, aber das ist wohl Ansichtssache.
Sicher ist solche Literatur allemal spannend und gut zu lesen, doch kenne ich das Buch nicht und kann natürlich auch nicht über die Schreibweise des Autors Auskünfte geben, eine Meinung zu bilden, dies wird dir allein überlassen.
Viel Spaß beim lesen!  :-)
Gruß Michael
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Urs Heßling

Hi, Michael,

das könnte ein Diskussionspunkt am 25. abends am Buffet werden ...

ich stimme im wesentlichen mit Dir überein.

Vorschläge für "Geleitzugkämpfer" (lassen wir das "kühnste" mal weg, ich mißtraue Superlativen grundsätzlich) in schwierigerer Zeit als Diskussions-Startpunkt:
Hans-Hartwig Trojer, U 221
Siegfried Frhr. v. Forstner, U 402

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Leutnant Werner

Mmmh, Adalbert Schnee, Jochem Mohr, Hartenstein....da gibts so einige, die später im WK2 vielmehr "Traute" haben mussten als die Tonnagekönige aus der Anfangszeit. Lehmann-Willenbrock nicht zu vergessen...und mindestens ein Dutzend andere...

Hastei

hallo,
Superlativen habe ich auch nicht gerne. Die sog. Asse am Anfang des Krieges hätten es nach 1943
bestimmt auch sehr schwer gehabt und ob sie dann immer noch Asse geworden wären ist die Frage.
Der Titel ist bestimmt auch gewählt worden um den Leser neugierig zu machen.

Gruß Hastei

Dmitri Donskoi

#7
Hallo Achim, Teddy Suhren, Hastei & Michael

Erst noch besten Dank für Eure Meinung zu Kapitänleutnant Joachim Schepke.
Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen und habe bis um Morgen um 03.00 im Buch gelesen. Lese halt jetzt zwei U-Boot Bücher.
Sind wirklich 2 Welten die U-Boote und SSN & SSBN. Kann man wirklich nicht miteinander vergleichen.

Das Joachim Schepke Nationalsozialist war, habe ich halbwegs vermutet. Es hat sehr viele schwarzweiss Fotos von den grauen Wölfen im Buch. Unteranderem auch ein schönes Foto mit U-Boot Kapitän Teddy Suhren. Ich würde es unserem Mitglied Teddy Suhren gerne zeigen, aber ich glaube, da gibt es Probleme mit den Urheberechten. Auf einem Foto sieht man Schepke leider mit dem Hitlergruss und auf einem Propagandafoto, wo man ihn mit dem Eichenlaub-Ritterkreuz und Pfeife im Mundwinkel nach der Verleihung von Hitler sieht.

Die ersten Handelsschiffe die er mit U3 versenkt hat, waren Dänische Schiffe, die sich ergaben und nach Rettung der Besatzung von U3 versenkt wurden. In den ersten Wochen im Krieg, galt noch das Priesenabkommen. Bei den ersten zwei Handelsschiffen die er versenkt hat (weiter bin ich nicht gekommen....) hat er sich zwar sehr ritterlich den Gefangenen gegenüber benommen. Als einer der geretteten Besatzungsmitglieder versuchte zu flüchten, hat er auf sein Recht Ihn zu erschiessen verzichtet und hat Ihn ohne Nachteile wieder zu den anderen Gefangenen gestellt.

Was für mich sehr interessant ist, ist der Vergleich mit dem U-Boot Kapitän Herbert Werner.
Herbert Werner war ja kein Nationalsozialist. Er hat aber mit so einer extremen Euphorie für das 3 Reich gekämpft und an den Endsieg geglaubt, dass ich das Buch manchmal angesäuert auf die Seite gelegt habe. Meine Frau hat die "Eisernen Särge" auch gelesen. Demzufolge hat es auch viele Diskussionen beim Sonntagsbrunch bei uns zu Hause mit meiner Frau gegeben.
Wir haben völlig verschiedene Ansichten, was den U-Boot Kapitän Herbert Werner anbelangt. Meine Frau bringt halbwegs Verständnis für Werner auf und begründet es mit damaliger Erziehung und der geschickten Propaganda und...kannte halt nichts anderes. (Typisch Lehrer !!)
Für mich war er einfach krass naiv....und nicht unschuldig! Er hat auch in der Gefangenschaft nach der Kapitulation des 3 Reiches nie eingesehen, dass er im Unrecht war.
Ist zwar für mich bis jetzt das beste Buch, dass ich über U-Boote gelesen habe. Das Buch ist so ehrlich geschrieben, dass man förmlich riecht, wie es in diesen U-Booten gestunken hat und wie der Tod immer greifbar war.
Die "Eisernen Särge" kommt glaube ich sehr nahe an die Realität, wie es im 2.Weltkrieg auf den Wölfen zu und her ging.

Bin wirklich sehr gespannt, wie sich das Buch von Joachim Schepke weiter liest.

Mit getauchten Grüssen  :MG: Thomas
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet,
dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen,
was sie nicht hören wollen.

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