Dänische Schiffe „Selandia“ , „Fionia“, „Jütlandia“

Begonnen von rosenow, 28 Dezember 2009, 17:53:59

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rosenow

Dänische  Schiffe ,,Selandia" , ,,Fionia", ,,Jütlandia"

Zählt man das Kaspische Binnenmeer nicht mit, dort tummelte sich 1908 der russische TANKER ,,Djelo" mit Dieselmotor,  so ist  die 
B&W ,,Selandia", das  erste hochseefähige Doppelschrauben, Fracht und Passagier-Dieselmotorschiff der Welt,  das nach der größten Insel Dänemarks, Sjælland, zu Deutsch Seeland benannt wurde.

Für die Binnen-und Küstenschifffahrt gab es schon Motorschiffe, z.B. die ,,Vandal"   ein russischer Flusstanker,  gehörte im Jahr 1903 neben der ,,Petit Pierre" in Frankreich zu den ersten Motorschiffen. 
Neben militärisch genutzten Motorschiffen an Küste und auf Flüssen sind noch weitere 32 Motorschiffe bis 1912 in Betrieb, deren Entwicklung mit der ,,Selandia" zu Hochseetüchtigen Motorschiffen bis heute anhält.

STAPELLAUF  4  November 1911, Indienststellung 17.Februar 1912
Selandia:   117,60 m lang über alles,  112,60m zwischen den Loten, 16,22 m breit
11-12 Knoten wurden mit einem Direktantrieb erreicht
4964 BRT groß und mit 900t Brennstoffvorrat ausgestattet.
Die ,,Selandia" konnte  als erstes Schiff der Welt elektrische Ladewinden aufweisen und außer der Fracht in 5 Laderäumen, noch 26 Passagiere  der 1.Kl. in außergewöhnlich großen Kabinen mit Bad und WC befördern.
Das Schiff hatte zwei Einfachwirkende-Achtzylinder -Viertakt –Dieselmotoren mit einer Leistung von 1250 PS bei 140 U/min
Die Zylinder hatten eine Abmessung von 530mm und einen Hub von 730 mm
Der Hilfsdiesel hatte eine Leistung von 250 PS
Zwei durchlaufende Decks, Stahlrumpf mit Doppelboden
Auf Schornsteine konnte verzichtet werden, es befand sich am achteren Mast Auspufföffnungen.

Es folgten die Schwesterschiffe ,,Fionia" und ,, Jütlandia" und weitere Schiffe. ( Fionia und Jutlandia mit Bild etwas weiter unten)
Das Schwesterschiff ,,Fionia" machte nach seiner Indienststellung 1912, im gleichen Jahr wie die ,,Selandia" mit einem Besuch auf der Kieler Woche auf sich aufmerksam. Auch Kaiser Wilhelm II kam, um dieses Schiff zu bewundern.

Im Jahre 1910 gab die 1897 von Hans Nils Andersen gegründete dänische East  Asiatic  Co- Ltd mit Weitblick für die Zukunft und für neue Ideen und später weiteren Tochtergesellschaften für Dienstleistungen auf See, bei der dänischen Werft B&W (Burmeister und Wain) dieses  Schiff in Auftrag, dessen Einbau von Dieselmotoren Weltweit das erste sein sollte, das hochseetüchtig ist.

B&W) Burmeister und Wain, (heute MAN B&W) eine  Firma, die im Jahre 1846 von  Hans Henrik Baumgarten und Carl Christian Burmeister in Kopenhagen gegründet wurde. Nach dem Rückzug von  H.H.Baumgarten 1861 in den Ruhestand, aber noch als Berater tätig, folgte  der Ingenieure  William Wain aus England, der 1858 die dänische Staatbürgerschaft zuerkannt bekam und wurde 1865 Partner von C.C.Burmeister, die schon vorher gute Beziehungen pflegten.
Im Jahre 1898 erwarben sie die Patentrechte zur Entwicklung von Dieselmotoren.
Mit der Unterstützung des wohl eifrigsten Verfechters  für Industriealisierung, Wachstum und Infrastruktur Dänemarks, Carl Friedrich Tietgen, dänischer Kaufmann und Finanzier, Mitbegründer der dänischen Privatbank und Direktor im Management  wurden auch die Finanziellen Schwierigkeiten bei B&W aus der Welt geschaffen.

1872 eröffneten sie eine Werft in Refshaleøen
Aus Anlass der Jungfernfahrt der ,,Selandia"  hatte Kaiser Wilhelm ein Glückwunschtelegramm an die dänische Regierung gesandt

Die ,,Selandia" begab sich am 22. Februar  1912 auf eine 22000 Seemeilen, 4 Monate lange Jungfernfahrt, die vom Kaufmannshafen oder auch  København,  zu Deutsch Kopenhagen  über das ,,alterömische  Londinium" , heute London, wo es Besuch vom Ersten Lord der Admiralität Winston Churchill, dem damaligen Marineminister erhielt und große Aufmerksamkeit erregte,  weiter ging die Reise zur  ,,aufgehäufte Siedlung"  wie das heutige Antwerpen früher wohl genannt wurde, auf dieser Fahrt  gab sich  Admiral ,,Sir Henry John Oram" im Auftrag Winston Churchills die Ehre, Verantwortlich für die Planung, den Bau und der Wartung von Kriegsschiffen in der britischen Marine, weiter durch das Ligurische Meer nach Genua,  in den Suezkanal Ägyptens und weiter zur ,,Löwenstadt"  Singapur, dann  weiter nach dem" Dorf im Pflaumenhain" wir kennen diesen Ort unter den Namen Bangkok dort schiffte sich die Mutter des Königs Vajiravudh von Siam (1910 bis 1925) ein, dann ging die Fahrt weiter bis hin zum Land der üppigen Reisähren oder später das Land der aufgehenden Sonne, Japan und zurück.

Der Schlussakt, auch hier nachzulesen.
fuhr die ,,Selandia" auf dem Pazifik, auch Stiller Ozean genannt, befuhr die Rute Kopenhagen-Bangkok, wurde dann 1936 an Norwegen verkauft in Norsemann umbenannt und nach schweren Schäden bis 1940 stillgelegt.
Nun, das Ende dieses Aufsehenerregenden Schiffes ist dann doch etwas traurig.
Nach Verkauf an Finnland im Jahre 1942 musste die Ex ,,Selandia" einen weiteren Namen über sich ergehen lassen, ,,Tornator", wurde in den USA registriert, verschartert an Japan, 1942 nach einer Grundberührung in zwei Teile zerbrochen und gesunken.

Quellen: 
Internet :
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/0/04/Selandia_diesel.jpg

http://www.gravsted.dk/person.php?navn=cftietgen
http://www.gravsted.dk/person.php?navn=hhbaumgarten
http://www.sebtus.de/hist_BoW.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Selandia_%28Schiff%29

http://www.google.de/search?hl=de&q=Orlogsv%C3%A6rftet&sourceid=navclient-ff&rlz=1B3GGGL_deDE310DE311&ie=UTF-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Dannebrog_%28Yacht%29
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Selandia_%28Schiff%29.html
http://en.wikipedia.org/wiki/MS_Selandia
http://www.google.de/search?hl=de&q=Tanker+Djelo&sourceid=navclient-ff&rlz=1B3GGGL_deDE310DE311&ie=UTF-8
http://www.mandiesel.com/article_002870.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Rama_V.
http://www.changex.de/Article/article_1012
http://de.wikipedia.org/wiki/London
http://de.wikipedia.org/wiki/Bangkok
http://de.wikipedia.org/wiki/Bangkok
http://en.wikipedia.org/wiki/Carl_Frederik_Tietgen
http://de.wikipedia.org/wiki/Vandal

Anstoß für diesen kleinen Bericht hat mir das Buch von Alfred Dudszus gegeben ,, Das große Buch der Schiffstypen".
Falls ich hier irgendwelche Urheberrechtlichen Verletzungen begangen haben sollte, dann löscht den Bericht ganz einfach.
Gruß Michael aus dem dänischen Lande
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Albatros

Hallo Michael,

Danke Dir für Deinen interessanten Bericht,

Gruß, :MG:

Manfred

OWZ

 Ich erlaube mir noch einmal - weil es ja schon aus den Links von rosenow hervorgeht - besonders darauf hinzuweisen, dass die "Fiona" als "Christian X" von 1912 bis 1914 für die Hapag fuhr. Soweit ich weiß, soll A. Ballin nach dem Schiff regelrecht verrückt gewesen sein und es sogleich (nach der Kieler Woche?) gekauft haben.

:MG:

OWZ

p.s.: Offensichtlich fuhr sie auch für die Hapag weiter mit dem hellgrauen Rumpf (?).

rosenow

Danke Manfred und OWZ, solche Ergänzungen finde ich richtig gut, drücken sie doch das gemeinsame Interesse aus und die gute Arbeit hier in der kleinen Gemeinschaft.
Gruß Michael und
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

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